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Kräftiges Umsatzplus bei Lanxess

Chemiekonzern bestätigt Prognose für Gesamtjahr 2012

Von Brigitte Scholtes

Der Unternehmenssitz des Spezialchemiekonzerns Lanxess in Leverkusen.
Der Unternehmenssitz des Spezialchemiekonzerns Lanxess in Leverkusen. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Wie und ob der aktuelle Konjunkturverlauf dem Chemiekonzern Lanxess zu schaffen macht, zeigt nun dessen Halbjahresbilanz: Die Leverkusener setzten mit 2,4 Milliarden Euro gut acht Prozent mehr um als im Frühjahr 2011.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess verdient weiter gut: 362 Millionen Euro EBITDA, also Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen kamen im zweiten Quartal zusammen, das waren 6,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und auch mehr, als Analysten erwartet hatten. Gestiegene Rohstoffkosten konnte das Unternehmen auf die Preise überwälzen, außerdem kam ihm der schwächere Euro zugute. Und so setzten die Leverkusener mit 2,4 Milliarden Euro gut 8 Prozent mehr um als im Frühjahr 2011.

Lanxess-Chef Axel Heitmann bestätigte deshalb die Prognose, das Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen solle im laufenden Jahr um fünf bis zehn Prozent steigen und das dürfte auch den Aktionären zugute kommen:

"Sie wissen, dass wir unsere Aktionäre an steigenden Unternehmensergebnissen beteiligen durch dieselbe Steigerung Jahr für Jahr. Und da wir das Jahr 2012 zu einem neuen Rekordjahr für Lanxess machen wollen, können Sie schon heute davon ausgehen, dass unsere Dividende weiter steigen wird."

Profitieren konnte das Unternehmen vor allem wieder von seinem Segment Perfomance Polymers, dem synthetischen Kautschuk, der vor allem in Autos, in Reifen, aber auch in Turnschuhen verarbeitet wird. Hier ist das Betriebsergebnis wieder zweistellig gewachsen. Dieser Bereich sei der wesentliche Erfolgsfaktor für Lanxess, meint Lars Hettche, Analyst des Bankhauses Metzler:

"Das Unternehmen ist eben momentan in einem Bereich sehr stark tätig, der extrem stark nachgefragt wird und in dem es auf der Angebotsseite eher Unterkapazitäten als Überkapazitäten gibt. Und davon profitiert Lanxess, und das unterscheidet das Unternehmen von anderen Chemiekonzernen."

Das Umfeld in Europa werde aber zunehmend schwieriger, sagte Lanxess-Chef Heitmann. Doch das Unternehmen hat einen Ausgleich in Asien und Lateinamerika: Zusammen 39 Prozent des Geschäfts entfällt auf diese beiden Regionen. Die Währungsschwankungen ließen sich für Lanxess gut abmildern, weil man vor Ort produziere, sagte Heitmann:

"Das entspricht ja auch unserer Strategie, nah bei den Kunden in den Marken zu produzieren, und damit bauen wir weltweite Produktionsnetzwerke auf. Das führt dann zu einer Stärkung der Verbundstrukturen. Und das kommt dann allen Standorten zugute. Durch eine hohe Arbeitsteiligkeit erreichen wir so sehr hohe Effizienzen, und das führt zu der hohen Wettbewerbsfähigkeit, mit der wir das Jahr 2012 zu einem noch besseren Jahr machen wollen."

Wachsen will das Unternehmen weiter sowohl organisch als auch durch Zukäufe. Doch da müsse es umsichtig vorgehen, mahnt Analyst Hettche:

"Natürlich muss man aufpassen, dass die Investitionsausgaben nicht zu hoch ausfallen. Man sieht das zum Beispiel schon an den letzten beiden Quartalen: Die Ergebnisse sind sehr hoch, aber aufgrund von sehr hohen Investitionen erhöht sich die Nettoverschuldung. Das ist natürlich ein Trend, der in gewisser Weise in Ordnung ist, der aber irgendwann einmal gestoppt werden muss."

Der Börsenkurs gab nach Vorlage der Quartalsbilanz nach. Doch könnten Anleger auch die Gewinne der letzten Tage eingestrichen haben.

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