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StartseiteVerbrauchertippVersteckte Gebühren und hohe Zinsen30.01.2018

Kreditkarten zum NulltarifVersteckte Gebühren und hohe Zinsen

Viele Anbieter werben mit Kreditkarten ohne Jahresgebühr. Allerdings sollten Verbraucher genau hinschauen und auch das Kleingedruckte in den Verträgen lesen. Denn oft fallen bei der Nutzung der Karten einzelne Gebühren an, die sich schnell summieren können.

Von Katja Scherer

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Euro-Banknoten und Kreditkarten: Was nur lässt sich damit alles anstellen? (picture alliance / ZB)
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Die Jahresgebühren für Kreditkarten liegen in der Regel zwischen 20 und 100 Euro – das zeigt ein kurzer Vergleich verschiedener Angebote. Karten ohne Jahresgebühr können daher eine gute Alternative sein, sagt Josefine Lietzau vom Online-Verbraucherportal Finanztipp:

"Also in der Regel sind Kreditkarten ohne Jahresgebühr für Verbraucher die beste Lösung. Das gilt besonders dann, wenn die restlichen Konditionen, die bei so einer Kreditkarte vorkommen, wie beim Abheben oder beim Bezahlen im Ausland auch noch niedrig sind oder sogar ganz wegfallen."

Flexible Auslegung des Begriffs "kostenlos"

Genau das ist aber oft nicht der Fall, wie die Verbraucherzentrale NRW in einer Untersuchung festgestellt hat. Der Verein hat die Gebühren von zehn verschiedenen Kreditkarten namhafter Geldinstitute untersucht; fünf davon waren mit einem Girokonto gekoppelt. Der Begriff kostenlos wird dabei oft ziemlich flexibel ausgelegt, warnt Verbraucherschützer Georg Tryba:

"Jahresgebühr, das mag vielleicht richtig sein, dass die entfällt, aber beim Einsatz der Karte, da kann es eben doch zu Kosten kommen und die sind je nach Art des Einsatzes ziemlich heftig."

Ein Anbieter verzichtet demnach nur im ersten Jahr pauschal auf die Jahresgebühr. Ab dem zweiten Jahr müssen Verbrauchen dann mindestens 2.000 Euro Umsatz mit der Karte machen – sonst wird eben doch eine Jahresgebühr von immerhin 19 Euro fällig. Zudem fallen bei manchen Karten hohe Entgelte bei der Nutzung an:

"Das kann zum Beispiel passieren, wenn man Geld abheben will. Da gibt es durchaus die Möglichkeit, dass pro Automatennutzung 9,90 Euro anfallen."

Zum Teil Gebühren im Ausland fällig

Besonders teuer ist das Geldabheben meist im Ausland. Zwar werben einige Anbieter damit, dass ihre Kunden weltweit kostenlos Geld abheben können. Doch auch das stimmt meist nur zum Teil, warnt Finanztipp-Expertin Josefine Lietzau:

"Das heißt nur, dass die Bank selber keine Gebühren verlangt. Das heißt, ein Automatenbetreiber im Ausland kann Gebühren verlangen und das kann auch recht hoch ausfallen."

Dazu kommen häufig noch Umrechnungsgebühren. Die fallen an, wenn man seine Karte in einem anderen Währungsraum nutzt – also zum Beispiel in Dollar oder britischen Pfund bezahlt. Dafür verlangen viele Anbieter einen Aufschlag von bis zu zwei Prozent. Um Kosten zu sparen, sollten Verbraucher auch darauf achten, wie die Rechnung für die Kreditkarte bezahlt wird. Manche Anbieter ziehen nämlich nur einen Teil der Schulden automatisch vom hinterlegten Girokonto ein. Georg Tryba nennt ein Beispiel:

"Das bedeutet konkret, wenn man jetzt für 500 Euro mit der Karte bezahlt wird, werden nur 25 abgebucht vom Girokonto. 475 Euro stehen also als Kredit da und der wird saftig verzinst zu 14 Prozent und das kann übers Jahr sehr, sehr teuer werden."

Verschiedene Angebote vergleichen

In solchen Fällen sollten Verbraucher den Rest der Kreditkarten-Rechnung so schnell wie möglich selbst bezahlen. Verbraucherschützer Georg Tryba rät, vor der Anschaffung einer Karte stets verschiedene Angebote zu vergleichen:

"Es gilt, sein persönliches Verhalten genau zu analysieren und danach sollte man dann die Auswahl auch treffen."

Wer oft im Ausland unterwegs ist, sollte darauf achten, dass dort möglichst geringe Gebühren anfallen. Wer vergesslich ist, sollte keine Kreditkarten wählen, bei denen man die Rechnung aktiv selbst bezahlen muss. So lassen sich unschöne Überraschungen beim Erhalt einer Abrechnung vermeiden.

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