Wissenschaft im Brennpunkt / Archiv /

 

Kriegsspiele

Wenn ferngesteuerte Maschinen ernst machen

Von Jan Lublinski

Eine Drohne der US-Luftwaffe vom Typ MQ-9 "Reaper" landet auf einer Basis im Irak.
Eine Drohne der US-Luftwaffe vom Typ MQ-9 "Reaper" landet auf einer Basis im Irak. (US DoD)

In den Minuten bevor der pakistanische Top-Terrorist Baitullah Mehsud auf dem Dach eines Hauses starb, kreiste ein unbemanntes Flugzeug einige Kilometern über ihm. Es übermittelte gestochen scharfe Live-Bilder des Mannes in die CIA-Zentrale nach Washington. Dann drückte ein Spezialist in den USA den Knopf, eine Rakete flog von dem unbemannten Flugzeug auf Mehsud zu.

14 Monate lang hatten die Geheimdienstler mit Drohnen nach dem Terroristen gesucht. Mehrere hundert Menschen, kamen bei dieser Jagd ums Leben. Für die amerikanischen Streitkräfte und den Geheimdienst CIA gelten Drohnen inzwischen als Mittel der Wahl in Afghanistan und Pakistan. Die ferngesteuerten Maschinen begleiten Konvois, unterstützen Bodentruppen bei Kampfhandlungen – und sie werden als Killerkommandos eingesetzt.



Um die gewaltigen Investitionen zu rechtfertigen, verkaufen Politiker, Soldaten und Rüstungslobbyisten der Öffentlichkeit diese Entwicklung als sauberen High-Tech-Krieg. Junge Rekruten werden mit Computerspielen angeworben, und auf der Internet-Plattform Youtube ergötzen sich Hunderttausende an Mitschnitten von Drohnen-Angriffen.

Doch die Realität sieht anders aus: Die Drohnen-Piloten leiden unter dem enormen Stress, den ihr Job mit sich bringt, und die antiamerikanischen Terrorgruppen erhalten neuen Zulauf.

"Manuskript zur Sendung:"

Kriegsspiele

"Weiterführende Links:"

DLF-Feature: Kriegsstrategien im Mittleren Osten
The New America Foundation: The Year of the Drone
New York Times: Artikelsammlung zu unbemannten Flugzeugen
The New Yorker: The Predator War
Peter W. Singer, Brookings Institution, über War Games

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wissenschaft im Brennpunkt

SonnenstromIndiens Weg ins Solarzeitalter

Im Vordergrund ist das solarthermische Kraftwerk Nevada Solar One zu sehen, ein Kraftwerk vom Rinnentyp.

Indiens Energiebedarf wächst rasant und stundenlange Stromausfälle gehören auf dem Subkontinent zum Alltag. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, forciert die Regierung nun den Ausbau der Solarenergie.

Hightech in der TierforschungEin Storch geht online

Drei Störche liegen in ihrem Nest, "Storchenvater" Wolfgang Schäfle schaut auf sie herunter.

Immer leistungsfähigere Mini-Computer und Sender am Körper wild lebender Tiere machen es möglich, Wanderwege, Gruppenverhalten und Körperfunktionen in Echtzeit zu untersuchen, vom Schmetterling bis zum Weißen Hai.

Forschen im AuslandBoston oder Berlin?

Blick auf den East River mit Manhattan im Hintergrund, aufgenommen vom Ufer in Williamsburg, Brooklyn, New York am 22.06.2014.

Wer forschen will, den zieht es in die USA – das ist seit Jahrzehnten so und wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Und es ist gut, denn in Amerika lernen die deutschen Nachwuchswissenschaftler andere Arbeitsweisen kennen und können sich ein internationales Netzwerk aufbauen.