Donnerstag, 23.11.2017
StartseiteSport am Wochenende"Die ganz große Transparenz gibt es nicht"21.10.2017

Kritik an Schiedsrichter-Auswahl des DFB"Die ganz große Transparenz gibt es nicht"

Vetternwirtschaft bei der Auswahl von Unparteiischen - so lautet der Vorwurf von Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe in Richtung DFB. Diese Kritik sei "nicht aus der Luft gegriffen", sagte FAZ-Sportredakteur Michael Horeni im Dlf – und forderte mehr Transparenz.

Michael Horeni im Gespräch mit Bastian Rudde

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Gräfe läuft über den Platz, zeigt mit dem Finger und sagt dabei etwas. (dpa / Revierfoto)
Schiedsrichter Manuel Gräfe beim Bundesliga-Spiel am 15. Spieltag FC Schalke 04 - SC Freiburg am 17.12.2016 in der Veltins Arena in Gelsenkirchen. (dpa / Revierfoto)
Mehr zum Thema

Das Spiel um das Spiel

Weibliche Schiedsrichter im Fußball Von der Kunst, sich in schwierigen Situationen durchzusetzen

Videobeweis Weit weg vom Ursprungskonzept

Im Kern geht es bei der Kritik von Manuel Gräfe um den Vorwurf der Günstlingswirtschaft: Der DFB stelle eben nicht die besten Schiedsrichter auf, sondern entscheide nach anderen, für die Öffentlichkeit nicht transparenten Gesichtspunkten, welcher Unparteiische welches Spiel pfeift.

Forderung nach mehr Transparenz

Was im Einzelnen an Gräfes Vorwürfen "dran ist, lässt sich von außen natürlich nur schwer beurteilen", sagte Michael Horeni in der Sendung "Sport am Samstag". Nach Ansicht des Sportredakteurs der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sei Gräfes Kritik allerdings "vermutlich nicht aus der Luft gegriffen".

Auch Horeni empfindet die Schiedsrichter-Auswahl des DFB als  nicht besonders transparent. Im Dlf forderte er: Der DFB müsse für die Öffentlichkeit besser nachvollziehbar machen, nach welchen Kriterien er seine Unparteiischen auswählt.

Kein wirklicher Einblick ins Schiedsrichterwesen

Diverse Skandale in den letzten Jahren hätten Horenis Einschätzung nach gezeigt: "Einen wirklichen Einblick, wie es im Schiedsrichterwesen zugeht - den hat die Öffentlichkeit bis heute nicht."

Dass der DFB nun auch noch 19,2 Millionen Euro an Steuern nachzahlen muss wegen der bis heute ungeklärten Verwendung von 6,7 Millionen Euro rund um die WM 2006, sieht Horeni ebenfalls kritisch: Abgesehen davon, dass der deutsche Fußball dieses Geld für andere Zwecke sinnvoller hätte verwenden können, wies der Sportredakteur im Dlf noch einmal darauf hin, dass die Affäre rund um die WM 2006 noch "überhaupt nicht aufgeklärt" sei. Und er sehe beim DFB auch keinerlei Interesse, dies zu ändern.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk