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Kulturelles Feature Die Argentinien Connection

Die Geschichte von William Mosetti und Adolf Eichmann oder: Wie während und nach dem Zweiten Weltkrieg über Argentinien Kapital und Kader recycelt wurden

Von Gaby Weber

Adolf Eichmann in Jerusalem
Adolf Eichmann in Jerusalem (AP Archiv)

Am 23. Mai 1960 gibt David Ben-Gurion bekannt: "Adolf Eichmann befindet sich in israelischer Haft". Nach jahrelangen Recherchen kommt Gaby Weber zu der Erkenntnis: Nicht der israelische Geheimdienst Mossad habe den "Buchhalter des Todes" in Argentinien dingfest gemacht, und auch die Motive dürften andere gewesen sein als bisher behauptet: Eichmann sei nicht entführt worden, weil er den Holocaust organisiert hatte, sondern weil er - er war bei Mercedes-Benz Argentina angestellt - zuviel wusste.

Die Spur führt zu William Mosetti, der auf der Lohnliste von Standard Oil stand, der sich von der US-Army zum Geheimdienstagenten ausbilden ließ und der Ende der 50er Jahre von Daimler-Benz angeheuert wurde, um das in Argentinien beschlagnahmte Nazi-Vermögen zu legalisieren. Am 29. April 1960 wurde Mosetti Generaldirektor von Mercedes-Benz Argentina. Zwölf Tage später wurde Eichmann entführt. Er wusste offenbar von dem geheimen Pakt der Erdölindustrie mit den Nazigrössen und der deutschen Industrie.

Produktion: SWR/WDR/Deutschlandfunk 2006



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