Montag, 21.05.2018
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteCorso"Wir haben eine algorithmische Staatsbürgerschaft"06.02.2018

Kunstprojekt "Digital X-Ship""Wir haben eine algorithmische Staatsbürgerschaft"

"Google und Amazon kennen schon lange keine Staatsgrenzen mehr", sagte IT-Spezialist Michael Prinziger im Dlf. Im digitalen Zeitalter brauche es eine neue Form der Staatsbürgerschaft. Bei "Digital X-Ship" soll sich der Mensch künftig flexibel entscheiden können, zu welcher Gemeinschaft er gehört.

Michael Prinziger im Corsogespräch mit Juliane Reil

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Weiblicher Roboter mit dem Spiegelbild einer Frau. (imago stock&people)
Wer sind wir im Netz? Das Konzept "Digital X-Ship" reagiert auf das digitale Zeitalter (imago stock&people)
Mehr zum Thema

Transmediale – das Festival für Digitale Kultur Reaktionäre Wende in der Kommunikation

Festival "Spy On Me" "There's no way back"

Mitmachschau "Open Codes" in Karlsruhe Die Ambivalenz des Digitalen

Constanze Kurz, Chaos Computer Club "Zu wenig Debatte über die Gestaltung einer digitalen Zukunft"

Die digitale Staatsbürgerschaft, das muss nicht unbedingt Zukunftsmusik sein: China möchte bis 2020 ein System aufbauen, das seine Bürger durchleuchtet und ihr Verhalten bewertet: Wie zahlen die Chinesen? Was kaufen sie ein? Wie verhalten sie sich sozial? 

Aber was bedeutet Staatsbürgerschaft in einer Welt, in der wir alle jeden Tag digital reisen? In der wir mit Menschen aus der ganzen Welt kommunizieren und arbeiten können – ohne dabei eine echte Staatsgrenze mit unserem analogen Körper zu überqueren?

X als Platzhalter für wechselnde Zugehörigkeiten

Diesen Fragen geht das Projekt "Digital X-Ship" nach – das ist eine digitale Staatsbürgerschaft – ein Kunstprojekt und Ergebnis der Jahreskonferenz der "Berliner Gazette".

IT-Spezialist und Programmierer Michael Prinziger hat diese Idee mitentwickelt. "Die algorihmische Staatsbürgerschaft ist intransparent", kritisierte er im Dlf. Man wüsste nicht genau, wie sie aussähe, was gespeichert und davon abgeleitet würde.

Deswegen brauche es eine X-Ship. "Das X steht als eine Art Platzhalter, dass sie sich entscheiden können, welcher 'Ship' sie angehören möchten: eine Queer-Ship, eine Nomad-Ship und so vieles mehr."

Das Gespräch können Sie nach der Sendung mindestens sechs Monate lang als Audio-on-demand abrufen.

Wir haben noch länger mit Michael Prinziger gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk