Corso / Archiv /

 

Lady Elektro-Rock statt Lady Gaga

Ladyhawke mit ihrem zweiten Album

Von Andreas Zimmer

Ladyhawke macht ihre Ängste zum Thema.
Ladyhawke macht ihre Ängste zum Thema. (Ladyhawke)

Sterile Synthesizersounds aus billigen Casio-Keyboards, Atari-Computerspielklänge und bewusst naive Textzeilen. Das erste Album der neuseeländischen Musikerin Ladyhawke wurde vor drei Jahren euphorisch gefeiert. Doch für die Sängerin ist der Erfolg auch mit Ängsten verbunden. In ihrem neuen Album "Anxiety" macht sie die zum Thema.

"Ich habe sieben Jahre außerhalb von Neuseeland gelebt. Ich habe meine Familie sehr vermisst und es war Zeit, wieder nach Hause zu kommen. Ich habe mich also bewusst entschieden und jedem gesagt, dass ich London verlassen werde. Ich wollte wieder meine Freunde und Familie um mich haben. Ganz egal, ob das Album erfolgreich wird und ob ich mehr reisen muss.''"

Dabei war sich Phillipa Brown, alias Ladyhawke, durchaus bewusst, dass sie für die Aufnahmen ihrer neuen CD "Anxiety" im südfranzösischen Studio ihres Produzenten Pascal Gabriel von Neuseeland aus eine 24-stündige Anreise in Kauf nehmen musste. Aber was tut man nicht alles, um kreativ zu bleiben?! - Producer Pascal hatte da eine andere Methode

""Wenn wir einen Tag haben, an dem nichts klappen will, dann hatte Pascal da eine spezielle Kerze. Er nennt sie "Kerze der Inspiration". Die zündete er an und wir hörten dann Platten. Bei einem Bier... Ich glaube, das ist ein guter Weg, um zu arbeiten."

Trotz ihres Erfolgs entpuppt sich die 32-jährige Phillippa, kurz "Pip" genannt, im Gespräch als Mensch voller Ängste. Schon seit frühester Kindheit ist sie gesundheitlich angeschlagen. Dazu kommt dann noch ein leichtes Aspergersyndrom. Verstärkt durch viele sehr einsame Nächte in Hotelzimmern während der fast zweijährigen Tour zum letzten Album. Probleme, denen sich die Neuseeländerin auf ihrem neuen Album "Anxiety" ganz offen stellt.

"Ein großes Thema ist meine Angst vor dem Alleinsein. Aber es ist nicht so ernst, wie es sich anhört. Eigentlich lebe ich ein sehr zurückgezogenes Leben und nachdem das Album fertig war, habe ich mich gefragt: Bin ich zu offen gewesen? Aber dann wurde mir klar, ich musste das so schreiben. Das war wie eine Therapie für mich, ein Entwicklungsprozess."

Das Projekt "zweites Album" ging die gelernte Schlagzeugerin Ladyhawke tatsächlich therapeutisch an und trommelte sich zunächst einmal einen ganzen Tag lang den Frust von der Seele. Diese Aufnahmen bilden die Basis für alle zehn Songs auf "Anxiety" - Elektrorock mit harten Beats und verzerrten Gitarren: Das klingt insgesamt deutlicher härter als das Debüt der blonden Multiinstrumentalistin vor drei Jahren.

Wegen des exzessiven Gebrauchs von verzerrten Keyboardsounds wurde Ladyhawke 2009 mit ihrem Debüt in die Schublade "Girls with Snyths" gesteckt, zusammen mit LaRoux und Lady Gaga. Von diesen Vergleichen hat sie sich auf dem jetzt neu erschienenen "Anxiety" in vielerlei Hinsicht gelöst. Nicht nur musikalisch distanziert sich Ladyhawke von der anderen Poplady, die das Gaga schon im Namen trägt

"Ich bin zu schüchtern. Das entspricht nicht meiner Person. Ich bin genau so, wie ich jetzt bin. Ich kann nicht schauspielern. Überhaupt nicht. Ich kann nicht angeben und verrückte Kostüme anziehen oder so!"

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Corso

Chuck ProphetAbseits vom Mainstream

Der US-Sänger Chuck Prophet beim Actual 2011 music festival, in Logrono (Spanien)

Mittlerweile ist er 51 Jahre alt, der ehemalige Sänger der Punkband Green On Red: Chuck Prophet. 1992 begann er seine Solokarriere. Mit seinem aktuellen und 13. Album bleibt er musikalisch zwischen den Stühlen: zu eingängig um die Punk-Klientel zu bedienen und zu sperrig, um im Mainstream anzukommen.

Corsogespräch"Lou Reeds Alben haben einen roten Faden"

Der US-Rock-Star und Fotograf Lou Reed präsentiert sein Buch "Rhymes" auf einer Pressekonferenz am 14. November 2012 in Paris.

Die Biografie des New Yorker Musikers Lou Reed erscheint ein Jahr nach seinem Tod in einer aktualisierte Version. Das von ihm persönlich autorisierte Werk "Transformer" hat Journalist, Punk- und New-Wave-Urgestein Victor Bockris verfasst.

Folkband Bear's Den Musikalischer Roadtrip

100 Jahre LeicaAusstellung zum Sinnbild des "Neuen Sehens"

Eine Leica M8 liegt am 18.10.2012 auf einem Stuhl in Bad Windsheim (Bayern)

Der legendären Kleinbildkamera von Leica ist derzeit die Ausstellung "Augen auf" im Hamburger Haus der Fotografie gewidmet. Anhand journalistischer Bild-Strategien, dokumentarischer Ansätze und freier künstlerischer Arbeiten können Zuschauer die hundertjährige Geschichte der vielleicht ersten echten Einsteigerkamera betrachten.

Filmproduktion "Schnitt ist das Originäre am Film"

Is Was!? Der satirische Wochenrückblick