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StartseiteVerbrauchertippGuter Halt für den Fuß13.04.2018

Laufschuhe Guter Halt für den Fuß

Wer anfangen will zu joggen, sollte sich passende Laufschuhe kaufen. Denn der Fuß braucht einen guten Halt, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Das Modell muss nicht unbedingt teuer sein. Auch Laufschuhe aus dem Supermarkt können was taugen.

Von Christiane Enkeler

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Überprüfung der Eigenschaften von Laufschuhen an einem Laufband. (picture-alliance/ ZB / Ronald Bonß)
Überprüfung der Eigenschaften von Laufschuhen an einem Laufband. (picture-alliance/ ZB / Ronald Bonß)
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Laufschuhe zu kaufen, ist eine sehr individuelle Angelegenheit, denn jeder hat seinen eigenen Laufstil, eigene Ziele und seinen eigenen Körperbau. Deswegen ist das A und O: ausprobieren, sagt Peter Schäferhoff, Orthopäde und Mannschaftsarzt beim 1. FC Köln:

"Wenn man nach langer Pause wieder anfangen will, hat aber keinerlei Beschwerden, würde ich einfach nach Wohlfühlen die Schuhe kaufen, das heißt: ich würde in einen Schuhladen gehen, wo es viele verschiedene Modelle gibt, damit man auch verschiedene Modelle anprobieren kann, würde auch in dem Laden durchaus auch ein paar Schritte laufen, ungeachtet dessen, was die, die da rumstehen oder -sitzen denken, würde ausprobieren: Fühl ich mich mit den Dingern wohl oder nicht."

Auch ein günstiges Modell kann taugen

Es lohnt sich, nach Rabatten Ausschau zu halten, auch beim Sportverein oder der Krankenkasse. Sportarzt Peter Schäferhoff betont aber: Auch ein günstiges Modell aus dem Supermarkt kann taugen. Am besten vor Ort testen.

"Hab ich einen guten Halt in dem Schuh, hat der eine gute Passform für meine Füße, das ist wichtig."

Wie seine Kunden auf der kleinen Laufbahn im Laden rennen, beobachtet Verkäufer André Rinke von Laufsport Bunert in Köln. Er läuft selbst als Leistungssportler und kann Kunden in ihrem Urteil unterstützen. Zusätzlich kann man um eine Videoanalyse bitten. Außerdem hilft ein Fußabdruck auf der Folie einer Art "Zaubertafel". 

"Jetzt kann man wunderbar deinen Fußabdruck sehen"

Daran kann man zum Beispiel erkennen, ob die Füße des Kunden in Richtung Platt- oder Hohlfuß gehen. Wer schon länger läuft, kann auch seinen alten Laufschuh mitbringen. Das klingt zwar erstmal seltsam – doch für das geschulte Auge verraten gerade die besonders stark abgenutzten Stellen viel über den persönlichen Laufstil. 

"Das Profil gibt mir halt auch einen Schluss darüber, ob man jetzt eher über die Außenkante aufritt oder die Innenkante, was darüber hinausgeht, dass man sehen kann, ob der Läufer überpronaniert oder subproniert, also eher einknickt oder mit Außenknick, also in welche Richtung der Fuß geht."

Muskulatur schonend anpassen lassen

Wer trotz sorgfältig ausgewählter Schuhe immer wieder Probleme hat, kann darüber hinausgehende Analysen durchführen lassen, erzählt der Arzt Peter Schäferhoff:

"Dann würde ich sogar in eine Institut gehen, wo man funktionelle Testung macht, wo Druckmessplatten sind, so dass man wirklich analysieren kann: Wie setzt der die Füße auf, wie läuft der denn."

Im Institut für funktionelle Diagnostik in Köln zum Beispiel arbeiten Wissenschaftler und Ärzte gemeinsam.   

"Das ist aber dann wirklich schon die hohe Kunst, das heißt also für Leute, die Marathons laufen und also sehr extrem belasten."

Grundsätzlich ist es sinnvoll, neue Schuhe möglichst eine Weile abwechselnd mit vielleicht vorhandenen, älteren Schuhen zu nutzen, weil sich beim Laufen die Muskulatur schonend anpassen sollte. Eine hohe Dämpfung ist nicht unbedingt immer besser, wie der Orthopäde Peter Schäferhoff erklärt: 

"Das scheint so zu sein, dass der Körper sich dem Schuh anpasst, das heißt also, dass die Lauftechnik leicht variiert wird, weil der Schuh nicht so weich ist, und dann setzt man irgendwie die Ferse etwas besser auf oder federt besser im Knie ab oder ähnliches, so dass man dieses Weniger an Federung durch den Schuh durch die leichte Veränderung der Lauftechnik korrigiert, ohne dass man es merkt."

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