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StartseiteVerbrauchertippSenioren-WG statt Heimplatz19.04.2018

Leben im AlterSenioren-WG statt Heimplatz

Wie man im Alter wohnen möchte, kann neben dem Betreuungsbedarf auch von persönlichen Vorlieben abhängen. Eine mögliche Alternative zum Pflegeheim ist eine Senioren-Wohngemeinschaft. Ob privat oder von einem Träger organisiert, jeder Interessierte sollte sich individuell beraten lassen.

Von Margret Bielenberg

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Ein Rentner sitzt mit Kopfhörern auf einem Sessel und hört Musik. (imago / Westend61)
Auskünfte zu Möglichkeiten von Senioren-WGs gibt zum Beispiel das Bürgertelefon zur Pflegeversicherung vom Bundesministerium für Gesundheit. (imago / Westend61)
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Das Haus ist zu groß, die Kinder leben woanders und Freunde besuchen wird immer schwieriger. Solche Probleme haben viele Senioren - warum also nicht mit Gleichgesinnten zusammen wohnen? Es gibt die privat organisierten oder die trägergestützten Senioren-Wohngemeinschaften, sagt Uwe Seemann vom Pflegestützpunkt Hamburg Altona:

"Private WGs sind, dass sich ab drei bis maximal 12 Personen zusammentun, ein größeres Objekt mieten und dort gemeinsam als Mieter auftreten und ähnlich wie man das aus seiner Studenten-WG kennt, sich die Mieten teilen, sich die Unterhaltskosten teilen."

Option Wohngemeinschaft über Träger

Dabei ist allerdings unter Umständen viel zu organisieren und es bedarf oft juristischer Beratung, besonders wenn man eventuell einen Wohnungskauf plant oder an spätere Pflegeleistungen denkt. Eine komfortable Alternative sind ambulant betreute Wohngemeinschaften, sagt Pflegedienstleiter Dan Mieth von der Hartwig Hesse Stiftung in Hamburg Rissen:

"Wenn Sie eine privat organisierte WG gründen, haben Sie irgendwann das Dilemma, ein Zimmer freistehen zu haben, aber ihre Pflegekräfte wollen bezahlt werden. Das heißt, das wirtschaftliche Risiko müssten Sie privat tragen. Beim Träger geht das wirtschaftliche Risiko auf den Träger über."

Pflegebedürftige, die in ambulant betreuten Wohngruppen leben, die gewisse Mindestanforderungen erfüllen, haben unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich zu anderen Leistungen Anspruch auf einen monatlichen Wohngruppenzuschlag. Damit kann zum Beispiel die Person finanziert werden, die in der Pflege-WG die organisatorischen, betreuenden oder hauswirtschaftlichen Tätigkeiten sicherstellt, sagt Pflegeberater Uwe Seemann.

"Für diese Pflegeperson, die diese Betreuung macht, bekommt jeder Pflegebedürftige einen Zuschuss von 214 Euro von der Pflegekasse."

Bürgertelefon zur Pflegeversicherung

Individuelle Beratung ist nötig. Auskünfte gibt zum Beispiel das Bürgertelefon zur Pflegeversicherung vom Bundesministerium für Gesundheit. Auch die Pflegestützpunkte beraten kostenlos zu Senioren-WGs. Sie helfen auch beim Ausfüllen der Anträge, sagt Uwe Seemann.

"In jedem Bundesland gibt es Pflegestützpunkte, die sich mit den Örtlichkeiten auskennen und die haben dann auch die entsprechenden Kontaktdaten, wo man sich über Wohnpflegeeinrichtungen informieren kann."

Häufig bieten beispielsweise Wohnbaugesellschaften oder Wohlfahrtsverbände WGs an. Monatliche Kosten für einen Platz in einer Senioren-WG lassen sich oft schwer einschätzen.

"Bei den vollstationären Pflegeeinrichtungen liegt ja der Eigenanteil bei etwas über 2.000 Euro im Durchschnitt in Deutschland pro Monat. Und bei einer WG, auch wenn die trägergeführt ist, liegen die Kosten etwas darunter."

Das ist aber nicht immer so, sagt Pflegedienstleiter Dan Mieth. Es kann bei einer Rundumbetreuung aus Pflege und gesellschaftlicher Betreuung sogar teurer werden. Er rät interessierten Senioren immer:

"Lasst Euch möglichst einen hohen Pflegegrad bescheinigen. Wenn Euer privates Budget nicht ausreicht, fragt zum Beispiel bei der Grundsicherung oder beim Sozialamt an, ob die zukünftigen Kosten, die privaten Anteile, von denen übernommen werden könnten."

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