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Leben und Überleben am Rio Xingú

Der bedrohte Regenwald in Amazonien

Von Julio Segador

Der Amazonas und seine Nebenflüsse sind die Lebensgrundlage vieler Ureinwohner
Der Amazonas und seine Nebenflüsse sind die Lebensgrundlage vieler Ureinwohner (Deutschlandradio - Philipp Eins)

Die brasilianische Regierung baut in Amazonien den Staudamm Belo Monte. Es ist die größte Baustelle der Welt und in einigen Jahren wird Belo Monte der drittgrößte Staudamm sein. Der Lebensraum von Indio-Stämmen am Fluss ist bedroht. Bisher hatten Holzfäller und Goldsucher ihnen das Leben schwer gemacht, nun ist es Belo Monte.

Wie eine glatte Plastikfolie sieht der Xingú so früh am Morgen aus. Kein anderes Boot ist auf ihm unterwegs, als das Schnellboot Fahrt aufnimmt.

Die braunen Fluten des Xingú sind typisch für die Flüsse in Amazonien, wie das vom Amazonas und seinen Nebenflüssen durchzogene Gebiet genannt wird. Ein Gebiet fast so groß wie Westeuropa. Ozimar lenkt das Schnellboot traumhaft sicher durch das Wasser. Gekonnt weicht er den tückischen Felsbrocken und Stromschnellen aus. Ozimar gehört zum Stamm der Juruna. Der kleine, hagere Indio ist am Fluss geboren, er ist hier groß geworden, er lebt hier bis heute. Der Xingú ist sein Leben.

"Der Fluss bedeutet uns sehr viel. Er ist für uns Vater und Mutter. Warum? Weil er uns all das gibt, was wir brauchen. Wasser zum Trinken, Wasser zum Baden, er führt die Fische mit sich, von denen wir leben. Wir gewinnen aus ihm unsere Medizin. Alles ist in ihm. Und geht das alles zu Ende, ist auch mein Leben am Ende."

Ozimar hat allen Grund zu seinem Pessimismus. Seine Heimat ist bedroht. Die brasilianische Regierung hat damit begonnen, den Staudamm Belo Monte zu bauen. Es ist schon jetzt die größte Baustelle der Welt, in einigen Jahren wird Belo Monte weltweit der drittgrößte Staudamm sein. 11.000 Megawatt Strom sollen die Turbinen von Belo Monte künftig einspeisen. Energie für jeden zehnten Haushalt des Wachstumsriesen Brasilien. Energie, die das Leben von Ozimar und seinem Stamm verändern wird. Der Lebensraum der Juruna und anderer Indio-Stämme am Fluss ist
bedroht. Holzfäller und Goldsucher machten ihnen bisher das Leben schwer, nun ist es Belo Monte. Und es sieht nicht danach aus, dass die Indios diesen Kampf gewinnen können.

Ozimar stammt aus Pakisamba, einem kleinen Dorf am Xingú-Fluss. 200 Kilometer flussabwärts mündet der Strom in den trüben Amazonas. Über einen schmalen Pfad geht es ins Dorf. Dichter, undurchdringlicher Regenwald säumt den Weg. Hier gibt es mehr Pflanzen und Tiere als in jedem anderen Lebensraum dieser Welt. Über 200 verschiedene Baumarten bevölkern einen Hektar Regenwald. Die Urwaldriesen lassen nur wenige Meter Sicht zu.

Man hört die Tiere, aber man sieht sie nicht. Der Regenwald lebt, und Menschen wie Marin Felix leben von ihm. Er ist der Sohn des Kaziken der Juruna, des Häuptlings.

Er schärft gerade seine Machete, will auf Tapir-Jagd gehen. Marin ahnt, dass sein Leben so nicht bleiben wird.

"Hier wird sich Vieles verändern. Heute ist der Fluss unser Verkehrsweg. Wir transportieren alles über den Fluss. Wir sind nach dem Bau der Staumauer am unteren Flusslauf. Oberhalb der Staumauer wird alles überschwemmt werden, und unterhalb des Staudammes wird alles austrocknen. In der Regenzeit gibt es dann kein Hochwasser mehr, der Transport wird sehr schwierig. Schon jetzt haben wir in der Trockenzeit Probleme; in Zukunft wird das alles noch viel schlimmer."

Etwa die Hälfte der Dorfbewohner ist bereits weggezogen nach Altamira, eine Stadt 80 Kilometer vom Dorf entfernt flussaufwärts. Altamira ist zum Auffanglager der Indios geworden, denen der Staudamm Belo Monte ihren Lebensraum wegnimmt. Aber sie haben einen mächtigen Fürsprecher: Erwin Kräutler ist seit 1981 der Bischof von Altamira. Er hat inmitten des Amazonasgebietes eine Diözese mit 350.000 Quadratkilometern. Eine Fläche so groß wie Deutschland. Erwin Kräutler, ein gebürtiger Österreicher, glaubt, dass Belo Monte der Anfang vom Ende Amazoniens ist.

"Wenn dieser Staudamm mal fertig ist, wenn Gras drübergewachsen ist, über die gerodeten Flächen, dann werden einfach der zweite, dritte und vierte Staudamm gebaut. Es sind über 100 E-Werke in Amazonien vorgesehen. Mit einem Staudamm kann man noch nicht sagen, dass ganz Amazonien damit zugrunde geht, aber wenn dieser Domino-Effekt zum Tragen kommt, dann ist Amazonien am Ende."

Erwin Kräutler wird auch der Urwald-Bischof genannt. Seit Beginn seiner priesterlichen Arbeit steht er an der Seite der Indios, vertritt ihre Interessen und setzt sich für den Schutz des Regenwaldes ein. Damit hat sich Erwin Kräutler bei vielen Politikern und Lobbyisten, für die die wirtschaftlichen Vorteile und der finanzielle Gewinn von Belo Monte im Vordergrund stehen, unbeliebt gemacht. Auf den Bischof wurde bereits ein Mordanschlag verübt, es gibt Todesdrohungen. Seit einiger Zeit wird der Geistliche von Leibwächtern rund um die Uhr bewacht. Kleinkriegen lässt sich der gebürtige Österreicher aber nicht. Es gehe um mehr, als nur um den Schutz des Regenwaldes und der Amazonasregion, sagt Erwin Kräutler.

"Wenn Amazonien zugrunde geht, dann werden die Konsequenzen nicht an den Landesgrenzen von Brasilien oder nicht einmal auf diesem Kontinent haltmachen. Die werden den ganzen Planeten Erde damit in Mitleidenschaft ziehen."

Etwa 7000 Menschen arbeiten derzeit am Staudamm Belo Monte. Wenn in einigen Monaten mit dem Bau der 95 Meter hohen Staumauer begonnen wird, werden es bis zu 30.000 Arbeiter sein. Das Kraftwerk ist das Prestigeprojekt der brasilianischen Regierung, das Prestigeprojekt einer prosperierenden Nation. Doch viele bleiben auf der Strecke - so wie Ana da Silva Barbosa. Ihre Familie, die seit jeher vom Fischfang gelebt hat, steht vor dem Ruin. Der Bau bringt schon jetzt Unmengen von Schlamm in das Wasser, die Fische bleiben aus. Ana engagiert sich inzwischen bei der Nichtregierungsorganisation Xingú-Vivo gegen Belo Monte. Lebender Xingú heißt das. Es ist der Kampf von David gegen Goliath.

"Zum einen der fehlende Respekt vor den Menschen, zum anderen die Zerstörung, die man der Natur antut. Das sind die beiden Hauptpunkte, für die Belo Monte verantwortlich ist. Und wir wissen doch: Mensch und Natur können nicht ohne den anderen leben. Das heißt: Belo Monte zerstört tatsächlich das Leben - in einem ganzheitlichen Sinn."

Umgerechnet rund zwölf Milliarden Euro investieren die brasilianische Regierung und Investoren in Belo Monte. Für Ana ist der Bau dieses Monsters, wie sie den Staudamm nennt, der Anfang vom Ende. Danach werde der Regenwald in Amazonien, die Lunge des Planeten, geplündert, befürchtet sie.

"Die Energiewirtschaft kommt nicht alleine. Sie kommt zusammen mit Bergbauprojekten. Schon jetzt werden im Bundesstaat Pará, einem Teil von Amazonien, Erze gefördert. Das wird noch zunehmen. Und jeder weiß, dass es am Xingú viel Gold gibt. Und zusammen mit der Energie und dem Bergbau kommt die Landwirtschaft. Vor allem die Soja-Monokultur. Die Energiewirtschaft ist nur der Einstieg für andere Bereiche. Wir wissen, dass der Regenwald das Besondere an Amazonien ist. Er prägt diese Landschaft. Und je mehr man das zerstört, das jedenfalls sagt uns die Wissenschaft, desto mehr wird die Region zur Wüste."

Luis Sadeck und Alessandra Rodrigues sind Umweltwissenschaftler. Auf ihren Computer-Bildschirmen ist der brasilianische Regenwald, ein Gebiet so groß wie Westeuropa, wie ein Fleckenteppich in unterschiedlich große und verschiedenfarbige Areale unterteilt.

Beide diskutieren, wie viel in den vergangenen Jahren in der Region abgeholzt wurde. Das Überwachungssystem, mit dem sie arbeiten, ist satellitengestützt. Luis und Alessandra müssen entscheiden, ob es sich bei den verschiedenfarbigen Flächen auf dem Bildschirm um Primärwald, gerodete Waldstücke oder Anpflanzungen handelt.

Die brasilianische Regierung hat vor einigen Jahren einen ambitionierten Fahrplan herausgegeben. Bis zum Jahr 2020 will das Land die Waldzerstörung im Amazonas-Regenwald um 80 Prozent verringern und den Ausstoß der klimaschädlichen CO2-Gase drastisch reduzieren. Ein schwieriges Unterfangen. Denn die Abholzung war in den vergangenen Jahrzehnten an die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens gekoppelt. 1996 ist das Jahr, in dem am meisten Regenwald gerodet wurde, 28.000 Quadratkilometer, eine Fläche so groß wie Brandenburg. Doch seither gehen die Zahlen zurück. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des INPE-Instituts knapp 7000 Quadratkilometer Wald geschlagen. Die Maßnahmen der Regierung, also die Satellitenüberwachung, die Aufstockung von Sicherheitspersonal, eine schärfere Gesetzgebung, all das zeigt erste Erfolge, meint Dalton de Morisson, einer der Fachleute im INPE-Institut.

"Die Anzahl der großflächigen Abholzungen hat drastisch abgenommen. Also, vor allem die Großgrundbesitzer haben weniger gerodet. Die Abholzungszahlen bei den Kleinbauern sind dagegen gleich geblieben. Das sind Landwirte, die für ihren Lebensunterhalt abholzen und nicht wegen irgendwelcher Investitionen. Wir müssen diesen Landwirten jetzt vermitteln, wie sie mit technischen Verbesserungen ihre Erträge steigern und nicht mit der Ausweitung der Anbauflächen. Wenn ein Landwirt in Amazonien das nicht vermittelt bekommt, wird er weiterhin jedes Jahr zwei-, drei- oder vier Hektar Wald roden, soviel muss ein familiärer Betrieb jährlich abholzen."

Dalton de Morisson sieht sein Land auf einem guten Weg. Er glaubt, dass Brasilien die hochgesteckten Ziele erreichen kann. Wenig hilfreich bewertet er dagegen die aktuelle Debatte um das Waldgesetz in Brasilien. Das Veto von Präsidentin Dilma Rousseff gegen Straffreiheit bei zurückliegenden Rodungen und gegen Abholzungen in der Nähe von Flüssen und Berghängen sei dringend geboten gewesen, meint er. Und er verweist auf den Klimawandel, der schon jetzt in Amazonien zu beobachten ist und der vielleicht nur die Vorhut dessen ist, was anderen Regionen drohen könnte, wenn der Regenwald nicht geschützt wird.

"Seit dem Jahr 2000 stellt der Amazonas nach oben und unten immer neue Rekorde auf. Eine wirklich extreme Situation. Seit 2000 folgt auf ein Rekordhochwasser eine Rekorddürre. Rekord-Höchststand folgt auf Rekord-Tiefpunkt, und so geht es hin und her. Dazu kommt, dass seit 2007 auch die Temperatur des Atlantiks ansteigt. Wir wissen nicht, ob das allgemein mit der Erderwärmung zusammenhängt. Aber dass es im Amazonasgebiet drastische Veränderungen gibt, das ist unverkennbar."

Den eingeleiteten Rückgang der Abholzungen im Regenwald weiter fortzuführen, das fordern viele Fachleute und Wissenschaftler. Doch Projekte wie der Staudamm Belo Monte zeigen, dass Staaten wie Brasilien, Argentinien oder Peru in der Zwickmühle stecken. Die wirtschaftliche Entwicklung der Länder, der Drang nach schnellem Reichtum und Wohlstand verführt Regierungen und Menschen allzu oft dazu, ihre Bodenschätze und die Reichtümer des Regenwaldes auszubeuten. Und die Gefahr besteht, dass die Lunge des Planeten damit unwiederbringlich zerstört wird. Doch es geht auch anders.

Es regnet in Nova California, einem kleinen Dorf im Amazonasdschungel, tief im Westen Brasiliens, gleich an der peruanischen Grenze. Die Militärregierung schickte vor 40 Jahren vor allem landlose Bauernfamilien aus dem Süden des Landes hierher, insgesamt rund 200.000 Menschen. Sie bekamen eine Kettensäge in die Hand und den Auftrag, den Wald abzuholzen, Weideland zu schaffen und zu bepflanzen. Eugenio Vacaro ist einer dieser Siedler, er erinnert sich noch gut an seine Anfänge.

"Die Politik lautete damals: Wenn du hierher kommst, musst du abholzen. Deshalb rodeten wir, soviel wir konnten. Danach pflanzten wir Vieles an. Aber die Regierung baute keine Straßen, über die wir unsere Produkte abtransportieren konnten. Wir verloren alle Ernten. Und die gerodeten Flächen wuchsen wieder zu. Unsere Tradition war anzubauen: Reis, Mais und Bohnen in großen Mengen. Aber hier war die Realität eine andere. Abholzen und pflanzen – das funktionierte hier nicht."

Viele der Siedler zogen wieder weg. Andere erkrankten an Malaria. Durch die Rodungen hatten die Mücken, die die tückische Krankheit verbreiten, kaum noch natürliche Feinde. Zu Hunderten starben seine Freunde, berichtet Eugenio. Er und die anderen Siedler, die in der Region blieben, weil sie kein Geld hatten um wegzuziehen, dachten um.

"Da wurde die Idee geboren: Die Kautschukzapfer leben hier seit mehr als 50 Jahren und überleben. Und wir halten es schon nach fünf Jahren nicht mehr aus. Also fingen wir an zu überlegen. Stopp: Irgendetwas machen wir falsch. Und es war die Art, wie wir mit dem Land umgingen, wie wir die Erde bearbeiteten. Das war falsch."

Ab 1987 begannen Eugenio Vacaro und einige andere Siedler, umzudenken. Sie hörten auf die sogenannten Extraktivisten. Waldbewohner, die dem Regenwald nur soviel entnahmen, ohne diesen zu schädigen. Ihr Anführer war Chico Mendes. Unter ihm hatten sich die vielen Kautschukzapfer der Region organisiert.

Aus der Bewegung heraus entstand unter anderem die Kooperative RECA, die sich eine nachhaltige Waldwirtschaft und die Wiederaufforstung des Regenwaldes zum Ziel setzte. Die Landwirte entnehmen dem Wald Früchte, forsten gerodete Flächen wieder auf und pflanzen heimische Bäume an, die ihnen Erträge bringen, ohne das Holz zu schlagen: Eugenio und die Extraktivisten handeln seit je her nach der Prämisse, dass der bestehende Regenwald wertvoller sein kann als der gerodete. Inzwischen arbeiten mehr als 360 Familien für RECA:

Vom Regenwald leben, auf eine nachhaltige Landwirtschaft setzen, Erfolg haben - die Extraktivisten haben bewiesen, das dies im Amazonasgebiet möglich ist. Zwar im kleinen Maßstab, aber nachhaltig und sozial verträglich. Viele der Siedler leben von dem, was sie anbauen. Sie haben ihren Stolz und ihre Würde wiedererlangt, berichtet Eugenio Vacaro.

"Nachdem wir RECA gegründet und Geld für die ersten Pflanzungen zusammenbekommen hatten, gab es plötzlich keine Emigration mehr. Wer bei RECA mitmacht, will auch nicht mehr weg. Die Grundstücke und Ländereien gewinnen an Wert. Die Familien sind an das Land gebunden, bleiben dort auch."

Zurück im Urwalddorf Pakisamba, dem kleinen Dorf am Xingú-Fluss. Marin Felix, der Sohn des Häuptlings der Juruna-Indios, sitzt vor seiner Hütte. Neben ihm säubern die Frauen des Dorfes unter dem Wasserstrahl die Fische, die die Männer am Morgen gebracht haben. Auch Marin würde gerne in seinem Dorf bleiben. Doch er hat Zweifel, ob nach dem Bau des gigantischen Staudamms Belo Monte unweit von hier sein Stamm das bisherige Leben fortführen kann.

"Wir wollen hier bleiben, wo sollen wir denn hin? Das ist unser Land. Aber ich habe schon Sorge, wie die Zukunft meiner Kinder aussieht. Unsere Fische wird es nicht mehr geben, andere werden in unser Gebiet und in unsere Jagdgründe eindringen, weil Belo Monte sehr nahe ist. Es wird einen großen Druck der Weißen auf unser Land geben. Das ist meine Sorge."

In seiner Hütte hat der Indio den Speer, die Pfeile und den Bogen, mit denen er auf Tapir-Jagd geht. Manchmal würde er sich gerne wehren gegen Belo Monte, das Betonmonster am Xingú, das die Natur zerstört, die Menschen vertreibt, sich sogar auf das Klima auswirkt. Manchmal hat er solche Gedanken und überlegt, was seine Vorfahren gemacht hätten, wenn man sie gezwungen hätte, ihr Leben, ihre Gewohnheiten, ihre Traditionen aufzugeben. Doch diese Gedanken sind schnell wieder verflogen.

"Wer dagegen ist, der wehrt sich zwar, aber sie fahren alles auf. Sollen wir gegen sie Krieg führen, mit Pfeil und Bogen? Das macht wohl wenig Sinn. Wenn die Regierung das Militär schickt, gehen wir unter. Sie sind bis an die Zähne bewaffnet. Wir haben ihnen nichts entgegenzusetzen."

Es geht zurück nach Altamira. Ozimar sitzt am Steuer seines Bootes. Immer wieder weicht er den Hindernissen aus, Felsbrocken, Stromschnellen, der Xingú führt nicht viel Wasser. Auf Höhe der künftigen Staumauer von Belo Monte drosselt er die Geschwindigkeit und wird nachdenklich. Wie lange noch wird er mit seinem Boot auf dem Xingú so frei fahren können? Wie lange noch werden die Juruna Teil dieser einzigartigen Natur in Amazonien sein?

"Über den Fluss zu fahren, mit ihm zu leben, ist Teil unserer Kultur, Teil unseres Lebens. Aber in Zukunft werden sie uns versklaven. Wir werden von ihrem Willen abhängig sein, wenn wir hier durch wollen."

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