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Seit 13:35 Uhr Wirtschaft am Mittag

Leipziger BuchmesseMit sozialistischem Gruß

Von der Beschwerde einer Verkäuferin über die miserable Kaffeequalität bis hin zum Brief an Erich Honecker, in dem die Schreiberin dem DDR-Staatschef "alles Unglück zum Geburtstag" wünscht: Siegfried Suckut, Politologe und langjähriger Mitarbeiter der Stasi-Unterlagenbehörde, hat Zehntausende Briefe von DDR-Bürgern an Partei und Politiker gesichtet, sortiert und dokumentiert. "Volkes Stimmen" heißt das von ihm herausgegebene Buch.

Monika Dittrich im Gespräch mit Siegfried Suckut

Monika Dittrich (links) im Gespräch mit Siegfried Suckut auf der Leipziger Buchmesse am Stand von Deutschlandradio (Deutschlandradio)
Siegfried Suckut auf der Leipziger Buchmesse 2016 (Deutschlandradio)

All diese Briefe, aus denen Suckut für seinen Band rund 250 ausgewählt hat, sind nie angekommen. Die Stasi fing sie ab und versuchte, die Absender aufzuspüren. Sogar anhand des Speichels unter der Briefmarke. Die Schreiber mussten mit harten Repressionen rechnen. Die Briefe dokumentieren das Alltagsleben in der DDR, die ewigen Versorgungsengpässe, die Unzufriedenheit der Bürger - und die Sammelwut der Stasi. Im Gespräch auf der Leipziger Buchmesse berichtet Suckut, welche Briefe ihn besonders berührt haben und wie sich der Tonfall im Lauf der Jahrzehnte verändert hat.

Siegfried Suckut (Hg.): Volkes Stimmen. "Ehrlich, aber deutlich" - Privatbriefe an die DDR-Regierung
dtv, 576 Seiten, 26,90 Euro, ISBN: 978-3-423-28084-6

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