Mittwoch, 13.12.2017
StartseiteOn StageSchwarz-weiße Lautmalerei08.12.2017

Liedermacherin Anna DepenbuschSchwarz-weiße Lautmalerei

Anna Depenbusch gehört zu den derzeit angesagten Liedermacherinnen der Republik. Auf dem Theaterkahn in Dresden spielte sie erstmals Teile aus ihrem Programm "Das Alphabet der Anna Depenbusch in Schwarz-Weiß": mal spottend, mal schmeichelnd, meist unverblümt und direkt.

Am Mikrofon: Thekla Jahn

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Anna Depenbusch sitzt am Flügel und begleitet ihren Gesang (Carsten Nüssler)
Ganz ohne Ballast: Anna Depenbusch solo am Klavier (Carsten Nüssler)

Diese Sendung finden Sie nach Ausstrahlung sechs Monate in unserer Mediathek.

Die Hamburgerin fasziniert nicht nur mit ihrer glasklaren Stimme, sondern auch als Songschreiberin von filigranen Liedern mit hinreißenden Texten über ihre Gefühlswelt. Augenzwinkernd erzählen ihre Stücke von wahren wie fantastischen Begebenheiten.

"Ich bin wirklich ein totaler Frühjahrsputzmensch", sagt sie im November. "Ausmisten, irgendwie Ballast abwerfen, ich mag das, jetzt auch zum Jahreswechsel. Ich bin auch anfällig für große Vorsätze, das entspricht mir."

Im Moment ist die Liedermacherin dabei, ihr aktuelles, fünftes Programm zu ändern. Sie will ihr "Alphabet der Anna Depenbusch", das sie erst in diesem Jahr herausgebracht hat, nicht mehr mit Band, sondern solo deklinieren - solo in Schwarz- Weiß - soll heißen: alleine am Klavier. Was beim Ausmisten herauskommt, und wohin große Vorsätze führen, konnte das Publikum auf dem Theaterkahn in Dresden am 24. November 2017 schon erahnen. 

"Ich habe mich sehr auf diese Null gefreut."

Erst im Herbst ist Anna Depenbusch vierzig geworden. Für andere, so meint sie, bedeute ein runder Geburtstag oft eine mittlere Katastrophe, für sie sei es eher ein Geschenk:

"Also ich habe mich sehr auf diese Null gefreut, weil ich das Gefühl habe, es gibt so Themen, an die man sich jetzt ran wagen darf, bei denen glaubt einem mit 21 noch keiner, was man erzählen möchte. Ich hab wirklich vor, noch lange, lange auf der Bühne zu stehen und Songs für mich zu schreiben, die mitreifen, mitwachsen, und sich auch mit anderen Themen und Perspektiven beschäftigen."

Deshalb ist die Liedermacherin auch stilistisch nicht festgelegt, experimentiert mit Versatzstücken aus Pop, Jazz und Chanson, spielt mal mit Band - in Farbe, wie sie sagt - mal ohne.

"Ich glaub, ich mag einfach die Abwechslung, mein Publikum zu überraschen, von Farbe dann in Schwarz-Weiß und hin und her und mit Band und alleine."

Wenn Sie am Flügel sitzt, könnte man meinen, Anna Depenbusch habe schon früh mit dem Instrument angefangen. Doch dem ist nicht so. Erst vor wenigen Jahren klappte sie zum ersten Mal einen Klavierdeckel hoch und begann auf den Tasten zu spielen.

Schon einmal hat die Chansonsängerin bei einem ihrer Programme die Farbe rausgedreht, bei der "Die Mathematik der Anna Depenbusch". Jetzt folgt auf das bunte "Alphabet der Anna Depenbusch" die Soloversion - mit gutem Grund:

"Was ich toll finde an dem Schwarz-Weiß-Programm ist, dass es noch erzählerischer ist, ich kann noch mehr in dem Tempo variieren, es ist noch dynamischer, noch direkter und das ist halt auch die Herausforderung, aus den Liedern immer noch mal was rauszukitzeln, was in der Bandversionen vielleicht gar nicht drin war. Insofern müssen einfache auch solche Ausflüge erlaubt sein."

Aufnahme vom 24.11.2017 auf dem Theaterkahn Dresden

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk