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LiteraturnobelpreisAnklage gegen Mann von Jurymitglied

Porträtfoto einer Frau mit langen blonden Haaren in mittleren Jahren, die schwedische Schriftstellerin Katarina Frostenson (Imago)
Die Schriftstellerin Katarina Frostenson und ihr Mann stehen im Zentrum des Skandals. (Imago)

Im Skandal um das Vergabekomitee des Literaturnobelpreises ist es zu einer Anklage gekommen.

Im Zentrum des Skandals steht der Ehemann der Jurorin Katarina Frostenson, dem von mehreren Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen worden war. Wie die Staatsanwaltschaft in Stockholm mitteilte, wird der Franzose wegen Vergewaltigung in zwei Fällen angeklagt. Gerichtsdokumenten zufolge ereigneten sich die Taten 2011. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück.

Heraus kamen die Vorwürfe im November. Außerdem soll Frostenson als Komiteemitglied über Fördergelder für den Kulturverein ihres Mannes mitentschieden haben. Fast die Hälfte der Jurymitglieder legte ihre Arbeit nieder - aus Protest dagegen, wie die Akademie mit dem Skandal umging. So scheiterte etwa ein Versuch, Frostenson aus der Jury auszuschließen. In der Folge wurde die traditionell im Dezember stattfindende Verleihung des diesjährigen Literaturnobelpreises in das Jahr 2019 verschoben. Die Verleihung der anderen Nobelpreise ist nicht betroffen.

Diese Nachricht wurde am 13.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.