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LiteraturszeneFranzösischer Schriftsteller Céline wird vorerst nicht wieder aufgelegt

1968 - Louis Ferdinand Celine (E~ PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAk09_ 1968 Louis Ferdinand Celine PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY ZUMAk09_ (imago/Zuma)
Der französische Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline (imago/Zuma)

Die Schriftsätze des französischen Schriftstellers Louis-Ferdinand Céline werden vorerst nicht neu aufgelegt - wegen offen formulierter antisemitischer Inhalte.

Das Verlagshaus Gallimard in Paris hat sich nach großer öffentlicher Empörung gegen die Neuauflage dreier judenfeindlicher Schriften entschieden, die Céline in den Jahren 1937 bis 1941 verfasst hatte. Der Verlag hatte sie nachdrucken lassen wollen, um eine öffentliche Diskussion anzustoßen: "Die Pamphlete von Céline gehören zur Geschichte des infamsten französischen Antisemitismus", sagte Verleger Antoine Gallimard. "Aber sie zur Zensur zu verurteilen, verhindert die volle Offenlegung ihrer Wurzeln und ihrer ideologischen Reichweite und schafft eine ungesunde Neugier, wo nur unsere Urteilskraft walten sollte."

Ein Rechtsanwalt hatte gegen die Pläne des Verlags über eine Neuauflage von Célines Schriften geklagt. Der Jurist ist in Frankreich bekannt für sein Engagement für die Erinnerung des Holocaust.

Diese Nachricht wurde am 12.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.