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StartseiteCampus & KarriereLust auf Germany05.04.2011

Lust auf Germany

Auf WG-Suche in "Studi-Stadt"

Mit "Studi-Stadt" können ausländische Studierende Deutschland interaktiv entdecken. Heute wird das Online-Spiel in der Kölner Uni-Mensa zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und danach offiziell online freigeschaltet.

Von Nina Treude

Szene aus dem DAAD-Spiel "Studi-Stadt" (studi-stadt.de)
Szene aus dem DAAD-Spiel "Studi-Stadt" (studi-stadt.de)

"Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft! Deinem Auslandsemester in Studi-Stadt steht nichts mehr im Wege. Jetzt gibt es nur noch ein Problem, du brauchst in deiner neuen Heimat ein Dach über dem Kopf."

Willkommen in Studi-Stadt! So heißt das Spiel von Studentin Jennifer Bohn, mit dem ausländische Studis Deutschland und den Studienalltag besser kennenlernen können. So funktioniert es: Fünf WGs in der fiktiven "Studi-Stadt" suchen einen neuen Mitbewohner und laden zum WG-Casting ein. Per Mausklick auf www.studi-stadt.de kann man mit den Bewohnern ins Gespräch kommen, Spiele meistern und ganz nebenbei etwas über deutsche Politiker und Mülltrennung lernen. Mit der Idee zum Spiel hat Jennifer Bohn im letzten Jahr den, vom DAAD ausgeschriebenen, Wettbewerb "Abenteuer Deutschland" gewonnen. Sie studiert Informatik an der TU Chemnitz und hat schon in vielen WGs gewohnt:

"Ich habe mich immer von meinen Mitbewohnern gut unterhalten und belehrt gefühlt und ich dachte, vielleicht funktioniert das ja auch für Studenten aus anderen Ländern. Ich denke, dass ist im Ausland gar nicht so verbreitet. Ein Land lernt man am besten über die Leute kennen und durch die WGs hat man eine tolle Plattform um verschiedene Figuren einzubinden."

Mit ihrem kreativen Konzept überzeugte Jennifer die Jury und gewann 20.000 Euro Preisgeld. Ihren Gewinn hat sie in den letzten drei Monaten dazu genutzt, das Spiel gemeinsam mit ihrem Team aus Programmierern und Illustratoren, startklar zu machen. Der DAAD greift mit "Studi-Stadt" den Trend des "Serious Gaming", zu Deutsch "Lernspiel", auf und verbindet Infos zu Land und Leuten mit Unterhaltung. Maike Steuer betreut das Projekt für den DAAD und hat, gemeinsam mit Jennifer und ihrem Team, das Risiko gewagt:

"Wir haben so etwas noch nie vorher gehabt, der DAAD hat mit diesem Projekt absolutes Neuland betreten. Das Ziel ist generell, Interesse zu wecken, aber andererseits auch zu zeigen, Deutschland ist ein modernes Land, ein junges Land. Hier kann man Spaß haben. Uns Deutschen wird ja oft unterstellt, naja, die sind alle so ernst, die gehen zum Lachen in den Keller. Aber genau das ist ja wirklich nicht der Fall."

Atmo: "Moin! Schön, dass du es geschafft hast. Komm erst mal rein in die gute Stube."

In "Studi-Stadt" gibt es viel zu entdecken. In der Jungs-WG stehen natürlich Autos und Fußball auf dem Plan und in der Szene-WG warten Quizfragen zu Kunst, Literatur und Musik. "Studi-Stadt" kann in Zukunft, in deutscher und englischer Version, auf der Homepage study-in.de gespielt werden. Die junge Plattform des DAAD unterhält Studierende mit Blogs, Youtube-Clips und ab sofort auch mit dem Lernspiel "Studi-Stadt". Ein paar Austauschstudis durften das Spiel schon ausprobieren – und waren begeistert, weil sie auf spielerische Art gelernt haben, statt sich mit trockenen Fakten zu langweilen.

Diogo Morgado: "Das Wichtigste ist, mit dem neuen Land in Kontakt zu kommen und das Spiel ist ein guter Weg dahin."

Ari Connolly-Smith: "Ich hatte auch Probleme mit der Wohnungssuche und bin nicht zurechtgekommen mit dem Supermarkt. Man kann wirklich die Kultur nicht verstehen, wenn man nur Fakten liest. Deshalb ist es eine geniale Idee, dieses WG-Spiel zu haben."

Finanziert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, im Rahmen der Kampagne "Studieren in Deutschland – Land der Ideen". Jennifer Bohn ist stolz auf das Ergebnis, mit dem sie ausländischen Studis ihr persönliches Bild von Deutschland zeigt:

"Das man nicht sagen kann, es gibt 'den Deutschen', sondern ganz viele Typen von Deutschen und jeder findet hier einen Freund, mit dem man sich gut versteht. Es sind am Ende die alltäglichen und kleinen Sachen, die für ein Land von Bedeutung sind."

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