Das Feature / Archiv /

 

Made in Marxloh

Duisburger Subkultur entlang einer Straßenbahnlinie

Von Dieter Jandt und Guntram Walter

Muslimische Frauen stehen an einer Haltestelle in Duisburg-Marxloh.
Muslimische Frauen stehen an einer Haltestelle in Duisburg-Marxloh. (AP)

Duisburg ist wie kaum eine andere Stadt von einem Wandel betroffen, dessen Strukturen nicht gesteuert werden. Manche Stadtteile versuchen sich dennoch zu entwickeln. Wächst da wirklich etwas heran oder ist das nur hilfloser Ausdruck einer sich selbst überlassenen Gesellschaft? Notwendige Investitionen bleiben aus.

Die Stadt muss sparen, sie unterliegt dem Haushaltssicherungskonzept der Bezirksregierung, die Ausgabenkürzungen vor allem im sozialen und kulturellen Bereich fordert. Die Straßenbahnlinie 903 führt durch einige der besonders betroffenen Stadtteile: Marxloh und Hamborn hängen am Tropf von Transferleistungen, doch nicht nur Verfall und soziale Schieflagen bestimmen das Bild, eine Art Subkultur ist entstanden. Wenn Muslime gegen Kirchenschließungen mobil machen und junge Männer Filme über Zivilcourage in Bus und Bahn drehen, dann ist das Ausdruck einer Gesellschaft mit Eigeninitiative. ›Made in Marxloh‹ ist ein Markenzeichen, in Hochfeld suchen Künstler Schulen auf, um Bildung kreativ zu gestalten. Viele Menschen setzen sich ein, wo der Staat sich zurückzieht und die Finanzkrise die Stadträte dazu verleitet, privaten Investoren Tafelsilber anzudienen.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Feature

Psychopharmaka"Ich will ein Geständnis"

Walter Nowak steht vor einem Fachwerkhaus.

Zufällig finden sich in verschiedenen Vormundschaftsakten Patientenprotokolle der psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Kanton Thurgau. Ehemalige Zöglinge aus Kinderheimen und Pflegefamilien müssen nun feststellen, dass in den 60er- und 70er-Jahren an ihnen Tabletten getestet wurden – Psychopharmaka.

Rien ne va plusWarum sich der Boulevardreporter Günter Stampf das Leben nahm

Eine Frau steht im Blitzlichtgewitter vor einer Gruppe Reporter und Fotografen.

Günter Stampf galt in der Medienbranche als Naturtalent. Charismatisch, hoch intelligent, gut aussehend. Mit 23 war der Österreicher, Ressortleiter der Zeitschrift "Bunte", mit 24 Chefreporter bei "Bild", zwei Jahre später kehrte er als stellvertretender Chefredakteur zur "Bunte" zurück – für 450.000 Mark Jahresgehalt.

PorträtKongos deutsche Hoffnung

Martin Kobler, Leiter der UNO-Friedensmission im Ostkongo.

Die neue Mission des ehemaligen deutschen Botschafters im Irak und in Afghanistan, Martin Kobler, scheint fast aussichtslos. Wie soll er eine UNO-Friedensmission mit 20.000 Soldaten aus 50 Ländern steuern in einem Land, das sieben Mal so groß wie Deutschland ist?