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StartseiteNachrichten vertieftNachtblinde Tornados19.01.2016

Mängel bei der BundeswehrNachtblinde Tornados

Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr sind nicht neu. Dass diese aber auch Einsätze gefährden können, wird immer deutlicher: Die Aufklärungsflugzeuge der Anti-IS-Mission in Syrien sind derzeit nur tagsüber in der Luft. Ursache sind technische Probleme.

Tornados der Luftwaffe starten auf dem Stützpunkt in Jagel (Schleswig-Holstein) (dpa / picture-alliance / Carsten Rehder  )
In der Nacht müssen die Tornados be ihrem Syrien-Einsatz momentan am Boden bleiben. (dpa / picture-alliance / Carsten Rehder )
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In der Nacht müssten die Tornados momentan am Boden bleiben, weil die Cockpitbeleuchtung auf den Nachtflugbrillen der Piloten irritierende Spiegelungen verursache. Das teilte die Luftwaffe nun mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.

Das Verteidigungsministerium erklärte, es handle sich um ein kleines technisches Problem. "Ob dies daraufhin deutet, dass nachts keine Aufklärungsflüge geplant waren oder ob die Partner in der Koalition freundlich auf die Mängel der Tornados eingegangen sind, muss offen bleiben", so die Einschätzung von Deutschlandfunk-Sicherheitsexperte Rolf Clement .

Abhilfe mit Folie und Software

Das Ministerium legte Wert auf die Feststellung, dass das Problem den Einsatz der Bundeswehr-Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien keinesfalls beeinträchtige. "Unsere Fähigkeiten in Syrien sind zu hundert Prozent gegeben", sagte ein Sprecher. Es bestehe überhaupt kein Bedarf, nachts über Syrien zu fliegen. Das Aufklärungssystem "RecceLite", mit dem die Flugzeuge hochauflösende Fotoaufnahmen machen, komme ohnehin tagsüber am besten zur Geltung.

Die Luftwaffe will die Probleme bis Anfang Februar beheben. Für Abhilfe sorgen sollen, so Clement im Deutschlandfunk, Folien an den Cockpitfenstern und eine Software, die das Display im Cockpit in einer gedämpften Farbe erstrahlen lässt.

Heikle Mission

Seit Jahresanfang beteiligt sich die Bundeswehr mit Aufklärungsflügen über Syrien am internationalen Einsatz gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat". Dafür sind sechs Bundeswehr-Tornados entsendet worden. Deutsche Soldaten nehmen aber nicht aktiv an den Kämpfen teil. Damit erfüllt Berlin seine Hilfszusage an Frankreich nach den Pariser Anschlägen, bei denen Mitte November 130 Menschen getötet wurden.

Der Einsatz gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. Das Mandat wurde zunächst bis Ende 2016 erteilt. Deutschland stellt zudem ein Tankflugzeug und eine Fregatte, die den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" sichert.

(bor/kis)

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