Donnerstag, 14.12.2017
StartseiteLyrixMai 2014: Gottesteilchen01.05.2014

Mai 2014: Gottesteilchen

Im Mai fragt »lyrix«: Wie weit darf die Forschung in die Natur eingreifen?

Dieses Bild zeigt laut CERN-Forschern Charakteristika eines Higgs-Bosons-Zerfalls. (picture alliance / dpa / cern)
Dieses Bild zeigt laut CERN-Forschern Charakteristika eines Higgs-Bosons-Zerfalls. (picture alliance / dpa / cern)

»lyrix« ist im Mai zu Gast im Deutschen Museum Bonn. Dort steht das 500 MeV Synchrotron, der "Urahn" des Elektronenbeschleunigers CERN, welcher in Genf steht. Diese technische Erfindung machte es im Jahr 2012 möglich, das sogenannte "Higgs-Boson" zu entdecken – das "Gottesteilchen", namensgebend für das Leitmotiv in diesem Monat. Einer Theorie des Physikers Peter Higgs zufolge, erklärt das Higgs-Teilchen "warum es Materie gibt: uns Menschen, Planeten wie die Erde, Sterne wie die Sonne." Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Mensch hierdurch einen Schritt weitergekommen, zu verstehen, wie Leben auf der Erde beginnen konnte.

 

Abbildung des 500 MeV Synchrotron. Dieses beschleunigt Elektronen auf 500 Millionen Elektronenvolt (MeV). (Foto: Deutsches Museum Bonn)Abbildung des 500 MeV Synchrotron (Foto: Deutsches Museum Bonn)

 

Doch nicht immer ist die Grenze zwischen "Natur erforschen" und "Gott spielen", also in die Schöpfung einzugreifen, klar definiert. Immer wieder müssen sich Forscher der Kritik stellen, sie würden die Natur zu stark manipulieren, z.B. in der Atomphysik oder Genetik. Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens, dass Wissenschaft grundsätzlich sinnvoll und notwendig ist - wie sehr aber die Wissenschaft in die Natur eingreifen darf, das bleibt wohl eine Streitfrage.

Wissenschaftler, die bei der Erforschung des Lebens und der Natur zu weit gehen, sind beliebte Protagonisten in Filmen oder Romanen, die sich mit negativen Zukunftsvisionen auseinandersetzen, sogenannten Dystopien. Ein bekanntes Beispiel ist "Frankenstein". Im Film "Blade Runner" aus dem Jahr 1982 sind die Androiden, also künstlich erschaffene Wesen, schon so perfekt, dass sie nicht mehr von den "echten" Menschen unterschieden werden können. Allerdings bleiben diese Visionen nicht immer Fiktion – seit 2003 erschaffen koreanische Wissenschaftler mit "EveR" eine Serie weiblicher Androiden, die z.B. in der Lage sind, ein Gespräch zu führen, Emotionen ausdrücken oder singen und tanzen können. Auf diese Erfindung bezieht sich Simone Kornappel in ihrem Gedicht "metropolis reprise":

 

 

[2006, The Korean Times ] Korean scientists are working on creating the first android capable of walking and dancing like an entertainer. A mobile model is expected to be developed by 2010. EveR-4 will be able to walk and dance as well as sing a song with substantially improved intelligence.

 

(Simone Kornappel, metropolis reprise, Abdruck mit freundlicher Genehmigung von luxbooks, Wiesbaden) (Simone Kornappel, metropolis reprise, Abdruck mit freundlicher Genehmigung von luxbooks, Wiesbaden) 

 

 

 

 

 

 

     

Wie seht Ihr die modernsten Errungenschaften der Technik und Forschung? Fluch oder Segen? Maßt sich der Mensch zunehmend an, Gott zu spielen? Oder ist es schlichtweg die menschliche Neugier, die uns immer weiter und weiter treibt? Schickt uns Euren Text zum Thema "Gottesteilchen".
Wir freuen uns auf eure Einsendungen!

 

Hier findet ihr unsere E-Mail Vorlage.
Die aktuellen Wettbewerbsbedingungen könnt ihr online nachlesen.

 

Simone Kornappel bei einer Lesung. (Foto: Annette Lux)Simone Kornappel (Foto: Annette Lux)Simone Kornappel, geboren in Bonn, Mitherausgeberin der Randnummer Literaturhefte. Ihr Debütband Raumanzug wird im Verlag luxbooks, Wiesbaden, erscheinen. 

 

 

 

 

Außenansicht des Deutschen Museum Bonn. (Foto: Deutsches Museum Bonn)Außenansicht des Deutschen Museum Bonn. (Foto: Deutsches Museum Bonn)Das Deutsche Museum Bonn beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung mit Höhepunkten menschlichen Erfinder- und Forschergeistes. Hier stehen rund 100 zeitgenössische Meisterwerke aus Naturwissenschaft und Technik, die nach thematischen Bezügen geordnet sind und exemplarisch wesentliche Zweige der naturwissenschaftlich-technischen Entwicklungen seit 1945 vorstellen.

Das Museum versteht sich außerdem als außerschulischer Lernort, denn es ermöglicht vielen Menschen ungeachtet ihrer sozialen und kulturellen Zugehörigkeit einen erlebnisorientierten Zugang zu den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Sonderausstellungen helfen bei der Einordnung zeitgenössischer Entwicklungen in den wissenschaftshistorischen Zusammenhang und informieren über aktuelle Forschungen.

 

Die Unterrichtsmaterialien für Mai 2014 zum Download!

 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk