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Malta/RusslandKritik an schleppender Aufklärung der Todesumstände von Journalisten

Das Bild zeigt ein Portrait der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia, die am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet wurde. (AFP/Matthew Mirabelli)
Die ermordete maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia, die am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet wurde. (AFP/Matthew Mirabelli)

Ein halbes Jahr nach dem Mord an der Journalistin Galizia in Malta haben Schriftsteller aus aller Welt die schleppende Aufklärung der Todesumstände kritisiert.

Der Autorenverband Pen International beklagte in einem Brief unter anderem an die EU-Kommission, dass die Ermittlungen den internationalen Ansprüchen von Unabhängigkeit, Unbefangenheit und Effektivität nicht genügten. Die Kritik der mehr als 250 Schriftsteller richtet sich vor allem gegen die Regierung und die Behörden Maltas. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Salman Rushdie, Ian McEwan und Margaret Atwood. Galizia war im Oktober durch eine Autobombe getötet worden.

In Russland sorgt der Umgang der Behörden mit dem Tod des als regierungskritisch geltenden Journalisten Borodin für Empörung. Borodin war am Wochenende nach einem Sturz von seinem Balkon in Jekaterinburg gestorben. Die zuständige Ermittlungsbehörde sagte der Nachrichtenagentur Tass, es gebe keine Anzeichen dafür, dass ein Verbrechen begangen worden sei. Deshalb sähen die Ermittler auch keinen Anlass dafür, die Vorkommnisse weiter zu untersuchen. Es handele sich um einen "unglücklichen Vorfall".

Ein Medien-Experte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE, schrieb auf Twitter, der Tod Borodins sei Anlass für ernsthafte Besorgnis. Borodin hatte über Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens berichtet, die seit drei Jahren im Auftrag Moskaus unter dem Namen "Gruppe Wagner" als Söldner in Syrien im Kampfeinsatz sein sollen.

Diese Nachricht wurde am 16.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.