Seit 04:05 Uhr Radionacht Information
 

Montag, 18.12.2017
 
 
Seit 04:05 Uhr Radionacht Information
StartseiteInformationen am MorgenGedenken an die Opfer und noch viele Fragen24.05.2017

Manchester nach dem AnschlagGedenken an die Opfer und noch viele Fragen

Mit Gottesdiensten und Schweigeminuten überall in Großbritannien haben die Menschen der Opfer des Anschlags von Manchester gedacht. Die Hintergründe der Tat sind unterdessen weiter unklar. Vor allem die Frage, ob der Attentäter alleine gehandelt hat, beschäftigt die Sicherheitskräfte. Und noch immer werden auch Menschen vermisst.

Von Burkhard Birke

Menschen gedenken auf dem Albert Square in Manchester der Opfer des Anschlags auf ein Popkonzert. Kurz zuvor war ein 23-jähriger Mann festgenommen worden. (imago / Joe Giddens)
Menschen gedenken auf dem Albert Square in Manchester der Opfer des Anschlags auf ein Popkonzert. Kurz zuvor war ein 23-jähriger Mann festgenommen worden. (imago / Joe Giddens)
Mehr zum Thema

Anschlag in Manchester Polizei nennt den Namen des Attentäters

Attentat in Manchester Neuauflage des Terrors in Europa

Europa League-Finale Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Stockholm

Anschlag in Manchester "Das sieht nach einer sehr sorgfältigen Planung aus"

Thomas Kielinger (Die Welt) "Vereinigtes Königreich ist tief erschüttert"

Die Angst vor weiteren Terroranschlägen im Umfeld der Wahl ist groß: Kritisch  lautet  jetzt die Alarmstufe. Das Cobra genannte Krisenkabinett hat zudem beschlossen, dass bei Bedarf auch Militär eingesetzt werden kann. Eine Maßnahme, die in Frankreich längst umgesetzt wurde. Unterdessen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.  Für viele Menschen geht leider auch die Suche nach ihren Angehörigen weiter.

"Sie haben nicht zufällig dieses Mädchen gesehen?"

Noch immer werden Menschen vermisst.

"Sie sei krank vor Sorge. Niemand habe ihre Tochter gesehen."

Im Fernsehen bittet diese verzweifelte Mutter um Hilfe. Von einigen der meist jugendlichen Besucher des Konzerts von Ariana Grande in der Manchester Arena fehlt noch immer jede Spur.

59 Menschen liegen mit teils schweren Verletzungen in acht Krankenhäusern in Manchester. 22 riss der Selbstmordattentäter Salman Abedi mit sich in den Tod. Warum dieses Attentat? Und war der in Manchester als Sohn libyscher Eltern geborene Abedi allein? Das ist die Frage, auf die sich vor allem die Sicherheitskräfte eine Antwort wünschen.

Sicherheitskräfte haben noch viele Fragen

Der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, und seine Leute arbeiten eng mit der Terrorabwehr und dem Geheimdienst zusammen, vor allem, um mögliche Hintermänner dingfest zu machen. Hatte doch der Islamische Staat, der die Verantwortung für den Anschlag übernahm, ursprünglich von einer Gruppe gesprochen.

Ein 23-Jähriger wurde festgenommen, aber noch nicht formell eines Vergehens beschuldigt. Systematisch wurden in Manchester Wohnviertel mutmaßlicher Islamisten durchkämmt. Die Bombe des Kamikaze war mit Schrauben, Nägeln und Metallteilen gespickt.

"Es gab einen lauten Knall – aber es klang eher wie ein Gewehrschuss, berichten Ellie und ihre Freundin von der Schreckminute kurz nach halb elf Ortszeit am Abend des Ariana-Grande-Konzerts. Die Leute waren geschockt, schrien, wussten nicht was los war – auch die Saalordner nicht."

Das war nicht das Werk eines Amateurs. Aber hat Saledi wirklich im Auftrag des IS gemordet? Es gibt Zweifel, da er nicht namentlich im Bekennerschreiben erwähnt wurde.

Gottesdiense und Schweigeminuten

Angst, Verzweiflung, Ohnmacht, Trotz und unerwartete Solidarität schweißen in dieser dunklen Stunde die Bürger von Manchester, ja eine ganze Nation zusammen.

In den Parlamenten, auch in Schottland, am Regierungssitz und auf der Gartenparty der Queen wurde der Opfer mit einer Schweigeminute gedacht.

Am Abend fanden überall im Land Gottesdienste im Andenken an die Opfer des bislang zweitschlimmsten Terrorangriffs in Großbritanniens jüngerer Geschichte statt.

"Das ist eine absolut barbarische Tat, junge Menschenleben auf diese Art und Weise auszulöschen, ist erschütternd. Unsere Gedanken und Gebete gehen an die Familien und Freunde."

Premierministerin Theresa May hat im Anblick des Terrors die Schlacht um die Gunst der Wähler anlässlich der Parlamentswahl am 8. Juni ausgesetzt. Die anderen  Parteien sind gefolgt. Es ist nur schwer vorstellbar, dass mit Argumenten der Sicherheit Wahlkampf betrieben wird, wenn es vermutlich übermorgen wieder in die Wahlschlacht geht.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk