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StartseiteVerbrauchertippGesunde Alternative zur Butter?26.07.2017

Margarine im TestGesunde Alternative zur Butter?

Butter oder Margarine? Diese Frage spaltet schon lange am Frühstückstisch. Die Stiftung Warentest hat nun Vollfettmargarinen und Streichfette ins Labor gegeben - auch der Schadstoffgehalt stand auf der Prüfliste.

Von Dieter Nürnberger

Ein Butterbrot liegt auf einem Frühstücksbrett (dpa / picture alliance / Jens Büttner)
In Margarine kommt durch die Fett-Raffination eine Schadstoffgruppe vor, die Butter nicht hat. (dpa / picture alliance / Jens Büttner)
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"Arme-Leute-Fett", Billig-Imitat" oder auch schlicht "künstliche Butter": Margarine hatte im Vergleich zu Butter stets mit etwas verächtlichen Charakterisierungen zu kämpfen. Wobei sich der Markt für beide Produkte immer wieder gewandelt hat. Längst gibt es leichtere Buttervarianten und ebenso unterschiedliche Fettgehalte bei Margarine oder Streichfetten.

Eine wichtige Frage für Verbraucher: Ist Margarine gesünder als Butter? Warentester Jochen Wettach antwortet mit "ja, aber": "Zunächst einmal die Zusammensetzung: Bei der Fettsäure -Zusammensetzung hat Margarine tatsächlich leichte - und manchmal auch deutliche - Vorteile gegenüber Butter. Es gibt aber auch noch einen zweiten Aspekt: In Margarine kommt nämlich durch die Fett-Raffination eine Schadstoffgruppe vor, die Butter nicht hat."

Die in Margarine verwendeten Pflanzenöle sind somit gesünder als das Milchfett der Butter. Denn beispielsweise Raps-, Sonnenblumen- oder Palmöl beinhalten wenig gesättigte, dafür aber viele Omega-3-Fettsäuren, die gut für Herz- und Kreislauf sind. Bei Palmöl sollte allerdings aus Umweltgründen auf zertifizierten, nachhaltigen Anbau geachtet werden.

Abweichungen im Geschmack

Bei den gefundenen Schadstoffen in der Margarine handelt es sich um Glycidyl-Ester, sie entstehen bei der Raffination der Pflanzenöle.

"Nach gegenwärtigem Stand der Technik lassen sie sich leider noch nicht komplett vermeiden. Aber man kann die Menge reduzieren. Die Stoffe gelten als krebserregend und erbgutverändernd. Natürlich hängt dies auch von der Menge ab. In den meisten Margarinen hatten wir nur geringe Mengen gefunden."

In der einzigen mit "mangelhaft" bewerteten Margarine, dem Produkt "Sonja" des Herstellers "Vandemoortele", waren die Schadstoffgehalte allerdings deutlich zu hoch.

Zweite wichtige Frage - der Geschmack: Auch hier gab es Abwertungen, nämlich dann, wenn das Produkt leicht ranzig, brüchig oder zu fettig schmeckte. Doch knapp die Hälfte der 19 Margarinen und Streichfette konnte bei Geschmack, Aussehen, Konsistenz und Mundgefühl punkten. Warentester Jochen Wettach:

"Bedingt durch die Herstellungsweise wäre eine Margarine, der man kein Aroma zusetzt, ziemlich fade. Sie würde im Wesentlichen fettig schmecken. Deshalb werden den allermeisten Produkten tatsächlich Aromen zugesetzt. Butterähnlich würde ich sagen, weil sie einen echten Butterfan nicht so leicht überzeugen können."

Auch Produkte ohne Bewertung

Allerdings dürfen nach EU-Recht ausschließlich natürliche Aromen zugesetzt werden. Vier Produkte blieben aufgrund von Zweifeln, die die Hersteller nicht endgültig ausräumen konnten, ohne Bewertung.

Und auch bei der Frage der Verwendbarkeit in der Küche konnten viele Margarinen überzeugen: Die meisten eignen sich zum Backen, Braten, Kochen und als Brotaufstrich. Welche Anwendung jeweils möglich ist, steht in der Regel zuverlässig auf der Verpackung, so die Stiftung Warentest. Acht von 19 Margarinen und Streichfetten bekamen ein gutes Gesamturteil.

"Knapper Testsieger ist die Vollfett-Margarine von "Deli-Reform". Knapp dahinter folgen ein halbes Dutzend von Eigenmarken des Handels: "Edeka", "Aldi (Nord)", "Aldi Süd", "Kaufland", "Rewe" und auch "Netto-Markendiscount". Die Margarinen sind durchweg deutlich günstiger als Butter. Pro Kilo haben wir hier im günstigsten Fall 1,50 Euro zu veranschlagen. Da kann Butter nicht mithalten."

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