• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
Seit 09:35 Uhr Tag für Tag
StartseiteCampus & KarriereDie 24 Türchen des Sanierungsstaus07.12.2015

Marode Schulen in BerlinDie 24 Türchen des Sanierungsstaus

Von den Wänden bröckelt der Putz, die Decken sind undicht und in der Umkleidekabine lauert der Schimmel: Viele Schulen Berlins sind in einem desolaten Zustand. Der Sanierungsstau liegt bei zwei Milliarden Euro. Passend zur Weihnachtszeit haben Eltern einen Adventskalender gebastelt. Hinter jedem Türchen steckt eine marode Schule.

Von Claudia van Laak

Rucksäcke hängen an einer Garderoba in einer sanierungsbedürftigen Grundschule in Berlin (13.02.2009).  (imago / Rolf Zöllner)
Rucksäcke in einer sanierungsbedürftigen Grundschule in Berlin. (imago / Rolf Zöllner)
Mehr zum Thema

Sozialarbeit in Schulen "Wir würden knapp zwei Milliarden Euro jährlich brauchen"

Kampf gegen Bildungsarmut "Individuelle Förderung ist das A und O"

Schülerhaushalte an vier Berliner Schulen "Wir entscheiden selber"

"Willkommensklassen" Wie Berlin Flüchtlingskinder an den Schulen integriert

Die Altlankwitzer Grundschule

"Am schlimmsten betroffen sind unsere Sanitär- und Umkleideräume, einer der Umkleideräume, da bestand schon vor einem Jahr der Verdacht, dass es sich um Schimmel handelt, die Schule hat diesen Umkleideraum gesperrt, inzwischen hat sich das auch bestätigt, es ist in der Tat Schimmel. Was noch viel schwieriger ist, sind unsere Toiletten, die sind in so furchtbarem Zustand, dass sich die Kinder das häufig verkneifen. Das Wasser in der Turnhalle ist kein Trinkwasser, wir wissen, dass in den Duschen Legionellen nachgewiesen worden sind, daher sind die Duschen gesperrt und nicht benutzbar."

Ulrike Kipf, Elternsprecherin am Lilienthal-Gymnasium.

Schulcontainer aus den 70ern, die längst einem soliden Bau hätten weichen sollen, aber heute noch benutzt werden. Die Folge: Knöterich und Efeu wächst von draußen durch breite Spalten in die Schulräume und in die Turnhalle hinein.

"Es bröckelt überall der Putz, deshalb stehen da Gerüste, damit niemandem etwas auf den Kopf fällt. Die Aula ist mittlerweile auch gesperrt am Fichtenberg-Gymnasium. Es können keine Veranstaltungen stattfinden, sie müssen ausweichen an andere Schulen, je länger es vor sich hin gammelt, umso größer werden die Schäden. Hätte man das schon vor Jahren dort investiert, wäre der Schaden weitaus kleiner."

Birgit Unteutsch, Elternausschuss, Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Wilma-Rudolph-Sekundarschule

Lustige Wasserspiele von oben, von unten und von der Seite. Die Decken sind undicht, Eimer versuchen, das Nass aufzufangen. Aktuell sucht man einen externen trockenen Ort, um dort die Akten lagern zu können. Der Vorraum der Mensa: bei Regen ein kleiner Teich. Wenn es so weitergeht, hat die Wilma-Rudolph-Schule bald ein eigenes Hallenbad, meinen Elternvertreter.

Die Karpfenteichgrundschule

"Die Turnhalle in der Karpfenteichschule, die wurde vor Jahren geschlossen, Man hat überlegt, ob es sich lohnt zu sanieren, es lohnt sich nicht. Die Turnhalle ist weiterhin geschlossen, ich glaube seit 7 Jahren ist die Turnhalle dort geschlossen. Da muss nun mal endlich zu Potte gekommen werden, denn inzwischen ist die zweite Schülergeneration komplett durchgelaufen, ohne dass sie Sport hatten in ihrer eigenen Halle."

Gestern, an Nikolaus, gab es gute Nachricht im Adventskalender. Das Paulsen-Gymnasium freute sich über neue Toiletten. Im Frühjahr waren die Schülerinnen und Schüler vor die Tür des zuständigen Bezirksstadtrats gezogen und hatten ihm einen gebrauchten Toilettendeckel geschenkt. Jetzt ist alles saniert.

Wunschzettel

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk