Sternzeit / Archiv /

 

Mars Express und der verlorene Beagle

Von Dirk Lorenzen

Colin Pillinger und die Landekapsel Beagle-2
Colin Pillinger und die Landekapsel Beagle-2 (ESA)

Heute vor zehn Jahren ist die ESA-Sonde Mars Express mit einer Sojusrakete von Baikonur aus zum Roten Planeten gestartet. Gut ein halbes Jahr später hat sie Mars erreicht, den sie bis heute umrundet.

Zur Mission von Mars Express gehörte auch die Landekapsel Beagle II - benannt nach dem Expeditionsschiff von Charles Darwin. Denn die Kapsel sollte auf dem Mars landen, Bodenproben analysieren und mögliches Leben auf dem Planeten nachweisen.

Doch es kam anders: Der Kontakt zu Beagle II ging verloren. Bis heute ist unklar, ob die Kapsel beim Eintritt in die Marsatmosphäre verglüht, ob sie unglücklicherweise in eine tiefe Spalte gefallen ist oder ob die Landung problemlos verlief, aber ein technischer Defekt die Kontaktaufnahme verhindert.

Colin Pillinger, der britische Leiter des Projekts, musste sich harte Kritik anhören, dass Beagle II zu wagemutig geplant worden sei. Das war unfair, denn Europas Weltraumorganisation ESA hatte die Pläne abgesegnet, auch wenn manch einer der Verantwortlichen davon hinterher nichts mehr wissen wollte.

Wäre die Landung von Beagle II geglückt, hätten europäische Forscher gezielt nach Leben auf unserem Nachbarplaneten gesucht. Das geschieht nun frühestens in fünf Jahren bei der Mission ExoMars.

Die Hauptsonde von Mars Express kreist weiter um den Planeten - und macht einzigartige dreidimensionale Aufnahmen der Marsoberfläche. Zudem sind zahlreiche Instrumente an Bord, die die chemische Zusammensetzung des Marsbodens kartieren und nach Wassereis unter der Oberfläche suchen.

Der Beagle-2-Lander der Mission Mars Express

Ein Interview mit Colin Pillinger

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sternzeit

AstronomieOrion ohne Raumpatrouille

Ein vollbeladenes ATV kehrt zur Erde zurück

Die erste Science-Fiction-Serie des deutschen Fernsehens war die legendäre "Raumpatrouille". Im Herbst 1966 schlugen sieben Folgen der "phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion" Millionen Menschen in ihren Bann.

AstronomieKleiner Planet, große Theorie

Merkur nach 6 Uhr früh am morgendlichen Osthimmel

Bis etwa Mitte November gibt Merkur sein letztes Gastspiel des Jahres an unserem Himmel. Der flinke Planet zeigt sich im Sternbild Jungfrau kurz vor Sonnenaufgang tief im Südosten.

AstronomieMars spielt Wintersonne

Die Mondsichel und der Planet Mars stehen im Schützen

Die Mondsichel zieht heute Abend ein Stück oberhalb von Mars vorbei. Der Rote Planet hat sich im Frühjahr strahlend hell die ganze Nacht über gezeigt - aber inzwischen ist er sehr verblasst und nur noch kurz nach Sonnenuntergang tief im Südwesten zu erkennen.

 

Wissen

HochschulpaktBund und Länder schnüren Milliardenpaket

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU)

Gute Nachrichten für Universitäten: Bund und Länder haben sich bei der Wissenschaftskonferenz auf einen neuen Hochschulpakt einigen können. Der enthält unter anderem ein milliardenschweres Paket zur Forschungsfinanzierung sowie die Verlängerung der Exzellenzinitiative.