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Massengüterumschlag sinkt an der Waterkant

Jahresbilanz des Hamburger Hafens

Von Axel Schröder

Hamburger Containerhafen
Hamburger Containerhafen (dpa / Christian Charisius)

Der Hamburger Hafen steht nicht nur in Konkurrenz zu Rotterdam, Bremerhaven oder Wilhelmshaven, sondern hat auch noch Probleme mit der Elbvertiefung. Heute wurde die Jahresbilanz 2012 veröffentlicht - eine Jahr der Stagnation.

Die Bilanz des Hamburger Hafens für das Jahr 2012 fällt nüchtern aus: nach zwei Wachstumsjahren sank nicht nur der Massengüterumschlag, sondern ebenso der Umschlag von Containern um 1,7 Prozent. Gemessen wird dieser Umschlag in TEU. Ein TEU entspricht einem 20-Fuß-Standardcontainer. 2012 wurden im Hamburger Hafen "nur" 8,9 Millionen TEU umgeschlagen. - Trotz des moderaten Rückgangs bleibt Hamburg im Containerbereich nach Rotterdam die Nummer 2 in Europa, weltweit belegt der Hafen Platz 14 in dieser Kategorie. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch gibt sich angesichts dieser Zahlen gelassen.

"Europa insgesamt ist schwächer geworden. Deutschland bildet da immer mit dem starken Export noch eine Ausnahme. Mit Amerika haben wir einen starken Zuwachs, mit Indien haben wir einen Zuwachs, also auch in den wichtigen Märkten der sogenannten BRICS-Staaten können wir verzeichnen, dass wir bezüglich der Anbindung des Hamburger Hafens in diesen Marktbereichen gute Ausgangspositionen haben."

Diese gute Ausgangsposition müsse aber bewahrt bleiben. Und dafür, daran ließ der Senator erwartungsgemäß keinen Zweifel, müsse die Elbe möglichst rasch vertieft werden. Zurzeit gibt es einen vom Leipziger Bundesverwaltungsgericht verhängten Baustopp. Erwirkt haben ihn unter anderem die Umweltschutzorganisationen BUND und NABU. Hamburgs Wirtschaftssenator rechnet nach wie vor mit einem Urteil der Richter zum Jahresende. Bis dahin sei noch Zeit, so Horch. Und bauvorbereitende Maßnahmen wie die Bergung von versunkener Weltkriegsmunition in den potenziellen Baggergebieten dürften trotz des Baustopps weiterlaufen.
Der Rückgang beim Containerumsatz im Hamburger Hafen entsteht vor allem durch Einbrüche im Europa- und im traditionell starken Asiengeschäft: Der Warenverkehr mit China inklusive Hongkong brach um 12,3 Prozent ein. Claudia Roller, von der Hamburg Hafen Marketing führt, dies unter anderem auf die im vergangenen Jahr ausgebliebene so genannte "Peak Season" zurück, den Umsatzanstieg in den Wochen vor Weihnachten.

"Wir haben hier zwar einen Abbruch gegenüber 2007 in Europa und auch in Asien. Aber wir haben doch Wachstumsraten in Südamerika, Nordamerika, Afrika. Afrika entwickelt sich erstaunlich gut in den letzten Monaten und auch Australien."

Das Fahrtgebiet Afrika, so Roller, verzeichne Zuwächse von 12,8 Prozent, Australien und der pazifische Raum von 15,8 Prozent und der Containerverkehr zwischen Hamburg und den USA wächst sogar um über 28 Prozent. - Aber nicht nur im Containerbereich ist - unterm Strich - ein Rückgang der Transporte zu beobachten. Das Gleiche gilt für Stückgut, dass ohne Container über die Meere verfrachtet wird. Hier verzeichnet der Hamburger Hafen ein Minus von 15,6 Prozent. Der Massengutumschlag sank 2012 um nur 0,4 Prozent und stagnierte damit bei 39,4 Millionen Tonnen. - Auffällig sind bei allen umgeschlagenen Güterarten der zum Teil stark angestiegene Güterexport und die demgegenüber überproportional gesunkenen Importmengen. - Das Jahr 2013, so Claudia Roller von der Hamburger Hafen Marketing, hat mit einen leichten Umschlags-Plus begonnen. Man sei vorsichtig optimistisch, dass dieser Trend sich fortsetze. Allein: Einen guten Start hatte der Hamburger Hafen auch im letztendlich mageren Jahr 2012 hingelegt.



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