Seit 00:05 Uhr Fazit
 

Freitag, 24.11.2017
Startseite@mediasresSchauspielerverband fordert mehr Geld von ARD und ZDF26.10.2017

MediathekenSchauspielerverband fordert mehr Geld von ARD und ZDF

Sollten ARD und ZDF ihre Sendungen bald unbegrenzt im Netz anbieten dürfen, befürchten viele Schauspieler weitere Einbußen. Heinrich Schafmeister vom Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler beklagte im Deutschlandfunk, dass die Sender ihnen dafür jetzt schon nichts zahlen - obwohl sie müssten.

Heinrich Schafmeister im Gespräch mit Stefan Fries

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Schauspieler Heinrich Schafmeister  (picture alliance / dpa / Tobias Hase)
Der Schauspieler Heinrich Schafmeister (picture alliance / dpa / Tobias Hase)

Bislang gilt, dass viele Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet nach einer Woche aus den Mediatheken entfernt werden müssen. Das gilt für Beiträge aus der Tagesschau, Serien, aber auch Fernsehfilme. Bei der zurückliegenden Tagung haben sich die Ministerpräsidenten nun darauf geeinigt, diese sogenannte Sieben-Tage-Regel zu lockern.

"Es ist jetzt schon ein Skandal"

Die Pläne stoßen allerdings bei einigen Fernsehschaffenden auf deutliche Kritik. Unter anderem äußerten sich die Verantwortlichen des Bundesverbandes Schauspiel (BFFS). Im Deutschlandfunk beklagte der Schauspieler Heinrich Schafmeister, Vorstandsmitglied im BFFS, dass Schauspieler bislang nicht extra für den Abruf ihrer Filme in den Mediatheken bezahlt würden.

"Es ist jetzt schon ein Skandal, dass die Urheber und die ausführenden Künstler für die Mediatheken nicht bezahlt werden. Und es wird ein noch größerer Skandal werden, wenn es demnächst schrankenlos ist und wir auch nicht dafür bezahlt werden."

Andere Berufsgruppen schließen sich an

Die Ministerpräsidenten hatten sich darauf geeinigt, dass die Verweildauer von Sendungen im Netz "aufwendungsneutral und zeitgemäß ausgedehnt werden" solle. Der Begriff "aufwendungsneutral" sei eine Katastrophe für die zukünftige Fernsehproduktion, da sie Fernsehschaffenden und Produzenten ein wesentliches Refinanzierungsmittel vorenthalte, hieß es vom BFFS.

Dem Protest der Schauspieler schlossen sich auch der Berufsverband Kinematografie, der Verband Deutscher Drehbuchautoren, der Bundesverband Filmschnitt und der Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild an.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk