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Medienbericht über ChemiewaffenKannte der BND Nowitschok?

Soldaten in Schutzanzügen während der Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagent Skripal und dessen Tochter. (dpa-Bildfunk / PA Wire / Andrew Matthews)
Der BND hatte nach einem Medienbericht Kenntnis von Nowitschok. (dpa-Bildfunk / PA Wire / Andrew Matthews)

Die Erkenntnisse über das Nervengift "Nowitschok" gehen nach Medienrecherchen maßgeblich auf eine geheim gehaltene Operation des Bundesnachrichtendienstes zurück.

Nowitschok gilt als eine der tödlichsten Chemiewaffen, die jemals entwickelt wurde - wahrscheinlich in der damaligen Sowjetunion. Die Substanz ist seit einigen Monaten im Gespräch, weil sie bei dem Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Skripal und seine Tochter im englischen Salisbury eingesetzt worden sein soll. Großbritannien macht Russland verantwortlich, Moskau bestreitet jedwede Verstrickung.

Nach einem Bericht des Rechercheverbundes von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" sowie der "Zeit" beschaffte sich der BND in den 1990er Jahren über einen russischen Wissenschaftler eine Probe des Giftes. Auch die Bundeswehr war demnach in den Vorgang involviert. Auf Weisung des damaligen Bundeskanzlers Kohl habe der BND einige seiner engsten Partner unterrichtet, darunter die Geheimdienste der USA und Großbritanniens. In einigen Nato-Staaten seien auch winzige Mengen von Nowitschok produziert worden.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die Bundeswehr erforsche die Abwehr von und den Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und atomaren Kampfstoffen. Man beziehe aber keine Stellung zu Einzelheiten dieser Forschung. Insofern bestätige, dementiere und kommentiere man Aussagen dazu auch nicht.

Eine lange Sendung zum Thema "Chemische Waffen" können Sie hier finden.

Diese Nachricht wurde am 16.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.