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Startseite@mediasresMacron verbannt Journalisten aus Elysée-Palast15.02.2018

Medienpolitik in FrankreichMacron verbannt Journalisten aus Elysée-Palast

Viele Jahre war es üblich, dass Journalisten im Pariser Elysée-Palast ein und aus gehen konnten - und damit direkten Zugang zum französischen Präsidenten hatten. So verbreiteten sich oft wilde Gerüchte. Doch mit dieser Offenheit hat Emmanuel Macron jetzt Schluss gemacht.

Jürgen König im Gespräch mit Stefan Fries

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Journalisten stehen im Innenhof des Elysee-Palasts in Paris, Frankreich. (imago/Gwendoline Le Goff)
Journalisten im Innenhof des Elysée-Palasts (imago/Gwendoline Le Goff)
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Hauptstadtjournalisten versuchen immer nah an Politiker heranzukommen, um möglichst gute und exklusive Informationen zu bekommen - das gilt in Berlin genauso wie in Frankreichs Machtzentrum Paris. Doch dort dürfte es zukünftig ein bisschen schwieriger werden, einen Zugang zu bekommen. Der Pressesaal wurde verlegt, die Pressevertreter müssen zu den Pressekonferenzen einen neuen Eingang benutzen.

"Der neue Pressesaal liegt außerhalb des Elysée-Palasts", erklärte der Frankreich-Korrespondent des Deutschlandfunks, Jürgen König. Grund dafür sei, dass Journalisten so nicht mehr direkt in den Sitz des französischen Präsidenten hineinkämen. Dort war es räumlich nicht zu vermeiden, "immer auch einen Blick in den Innenhof und in diverse Flure zu bekommen".

Räumliche Nähe befeuert die Gerüchteküche

Es sei also einfach herauszufinden gewesen: wer geht rein, wer geht raus? "Das hat die Gerüchteküche seit Jahren befeuert", so König im Gespräch mit @mediasres.

Macrons restriktivere Medienpolitik zeige sich darin, wie mehr Distanz zwischen Presse und Präsident aufgebaut wird. Unter den Vorgängern von Macron sei es üblich gewesen, dass gezielt Informationen gestreut wurden. Dafür gäbe es im Elysée-Palast vielfältige Gelegenheiten, so König. Seit Sarkozy habe sich eine große Geschwätzigkeit in der Regierung gezeigt, statt kritisch zu berichten hätten viele Indiskretionen die Medien dominiert.

Dlf-Korrespondent König betont allerdings, dass durch die neuen Regeln nicht die Pressefreiheit in Frankreich beschnitten werde. Der Pressesprecher von Macron stelle sich den Medienvertretern regelmäßig und sehr lange.

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