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StartseiteCorso"Er war einer der Götter"07.03.2017

Mein Klassiker - Andreas Altmann über Henry Miller"Er war einer der Götter"

Der Reporter und Autor Andreas Altmann hat über seine Reisen in der ganzen Welt geschrieben. Sein neues Buch "Die Gebrauchsanweisung für das Leben" versammelt Anekdoten und Ansichten zu verschiedenen Lebensthemen. Sein Klassiker ist ebenfalls ein Schriftsteller, Lebemann und Abenteurer, in dem Altmann auch sich selbst wiedererkennt: Henry Miller.

Von Julian Ignatowitsch

Der Weltreisende und Autor Andreas Altmann. (Deutschlandradio / Norman Wollmacher)
Der Weltreisende und Autor Andreas Altmann. (Deutschlandradio / Norman Wollmacher)
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Am Mikrofon Der Weltreisende und Autor Andreas Altmann

"Mein Name ist Andreas Altmann, ich bin Reporter und mein Klassiker ist Henry Miller."

"This is Henry, Henry Miller form Brooklyn, you know."

"Henry Miller war angeblich ein Amerikaner, aber er war einer der Götter und hat sich als Amerikaner verkleidet."

"Es gibt ja Leute die kommen mit einem Schraubenschlüssel auf die Welt und werden dann Automechaniker oder eben mit Gitarre und werden dann Rockstar. Und dann gibt es andere, und das haben Henry und ich gemeinsam, das sind die sogenannten "Late-Bloomer", die Spätblüher, die brauchen Zeit. Und viele, die zu nichts anderem getaugt haben im Leben, da gibt es ja andere Biografien, die das bestätigen, sind dann Schreiber geworden."

Ich wurde hierher geschickt aus einem Grunde, den ich noch nicht klar erkannt habe. Ich habe kein Geld, keine Zuflucht und keine Hoffnungen. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt. (aus Henry Miller, Wendekreis des Krebses)

"Ich habe ja, nach den etwas anstrengenden Jahren als Kind und Jugendlicher, nach Vorbildern gesucht. Frauen und Männer, die mir ein anders Bild vom Leben entwarfen als das, was ich in meiner Heimatstadt Altötting, der Welthauptstadt der Bigotterie und Heuchelei, gelernt habe."

"Ah, jetzt weiß ich, wo und wer ich bin: Zurück in diesem beschissenen New York, wo ich geboren wurde. Hier kannte ich nur Hunger, Erniedrigung, Verzweiflung und anderen Mist. Nichts als Elend!"

"Jeder, der sucht, findet dann irgendwann Leute, wo er andockt. Das ist er, mein Mann, meine Frau. Der oder die sagt, was in mir brodelt, der ist reifer, älter, hat eine Riesenbegabung zur Sprache und übersetzt meine Sehnsüchte."

"Für uns überzivilisierte Menschen ist das großartig, wie ein Raubvogel zu sein. Der Hunger weckte mich. Ich bettelte, wurde erniedrigt, immer wieder, akzeptierte es, wurde nach unten gestoßen und kam wieder hoch."

"Er hat die Schule abgebrochen, er hat die falschen Frauen kennengelernt, er war Postsortierer, Ausfahrer, Buchhalter, Nichtsnutz, immer n Geld gehabt. Immer aber gewusst, irgendetwas steckt in ihm, irgendwas will Erfolg haben, will sich ausdrücken. Und dann fing es an mit Tropic of Cancer, also der Wendekreis des Krebses."

Wenn ich eine Hyäne bin, so eine magere und hungrige: ich ziehe aus, um mich zu mästen. (aus Henry Miller, Wendekreis des Krebses)

"Hungrig nach Leben, Sex, nach Freude."

Oh Tanja, wo ist jetzt deine warme Möse, diese dicken schweren Strumpfbänder, diese weichen üppigen Schenkel. (aus Henry Miller, Wendekreis des Krebses)

"Viele Menschen fanden ihn abstoßend. Es gab ja Prozesse in Amerika, er durfte ja nicht gedruckt werden. War das ist ja natürlich klar, man durfte zwar eine Pistole kaufen, aber man durfte keine solchen Bücher kaufen."

In meinem Pint ist ein sechs Zoll langer Knochen. Ich will jede Falte in deiner Möse aushobeln. Samenträchtige Tanja. Dein Sylvester, ja er versteht, ein Feuer zu machen, aber ich weiß, wie man eine Möse entflammt. (aus Henry Miller, Wendekreis des Krebses)

"Und so ist es bei Henry, der Ruf des Dionysos muss bei jemandem schon angekommen sein, damit er eine solche Art von Büchern mag."

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