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StartseiteCorsoBenedict Wells über das Album "Kings & Queens"23.02.2016

"Mein Klassiker"Benedict Wells über das Album "Kings & Queens"

Der Autor Benedict Wells hört sich seinen ganz persönlichen Klassiker, das Album "Kings & Queens" von Jamie T., häufig an: Mal wenn er niedergeschlagen, mal wenn er euphorisch ist.

Von Anette Selg

Der Autor Benedict Wells. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Der Autor Benedict Wells. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)

Mein Name ist Benedict Wells. Ich bin Schriftsteller. Mein Klassiker ist "Kings & Queens" von Jamie T.

Jamie T.'s erstes Album "Panic Prevention" fand ich damals ziemlich gut, das war 2005. Und dann, ein paar Jahre später, 2009, kam dann das zweite Album von Jamie T. raus: "Kings & Queens". Und weshalb das Album so ein bisschen mein Klassiker ist.

Bei Jamie T. habe ich das Gefühl, hätte ich eine Begabung für Musik, und ich habe keine und ich bedaure das sehr: Aber hätte ich eine Begabung für Musik, dann würde ich versuchen, so eine Musik zu machen wie er.

Also, den einen Song, das weiß ich noch, da bin ich im Sommer mit Freunden Fahrrad gefahren. Wir haben dann so einen Ausflug gemacht. Und plötzlich höre ich den, der hieß "Sticks 'n Stones". Und auf einmal habe ich kapiert, was für eine Hymne ist eigentlich dieser Song.

Er ist für mich eine Art junger Dylan mit den Mitteln der heutigen Zeit, der sich alles zutraut, jedes Genre zutraut, alles ausprobiert. Mal klappt's, mal klappt's weniger, aber diese Freude an Ideen, das ist, was was ich total mag an ihm.

Was ich zum ersten Mal bei Jamie T. auffallend fand, waren eigentlich seine ruhigen Songs. Da hat er eben in seinen Balladen sehr starke Stellen. Also zum Beispiel eine bei "Jilly Armeen". Da sagt er so etwas wie: "Jetzt kann ich dich nicht mehr gebrauchen, jetzt ist das letzte Mal, dass ich für dich einen Song singe und dich unter einem Pseudonym benutze. Du hattest immer nur was mit meinen Freunden und nicht mit mir.

So was steckt ja auch oft in einer Literatur drin, in einer traurigen Liebesgeschichte wird dann das Pseudonym benutzt. Man verarbeitet das selber. Das fand ich mal sehr sehr schön in drei Zeilen auf den Punkt gebracht.

Bei "Kings & Queens" war er, fand ich, auf der Höhe seines Schaffens und ich merke auch, diese Album, das höre ich immer noch gerne. Das ist jetzt sieben Jahre her, aber es gibt so Momente, vielleicht, wenn man ein bisschen niedergeschlagen ist oder wenn man euphorisch ist, man sitzt im Zug: Komm, jetzt hörst du mal wieder "Kings & Queens" von Jamie T.

Über Benedict Wells:
Der Autor Benedict Wells, geboren 1984, zog nach dem Abitur nach Berlin, studierte nicht, fing an, zu schreiben, und finanzierte sein Leben durch diverse Nebenjobs. Sein Debüt "Becks letzter Sommer" erschien 2008 und kam im Sommer 2015 mit Christian Ulmen in der Hauptrolle ins Kino. Sein Roman "Fast genial" von 2011 stand monatelang in den Bestsellerlisten. Nach Jahren in Barcelona lebt er jetzt wieder in Berlin. In diesen Tagen erscheint sein neuer Roman im Diogenes-Verlag: "Vom Ende der Einsamkeit." 

 

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