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StartseiteCorso"Es ist auf jeden Fall keine Fastfood-Musik"23.08.2016

Mein Klassiker von Dag-Alexis Kopplin (SDP)"Es ist auf jeden Fall keine Fastfood-Musik"

Dag-Alexis Kopplin ist neben Vincent Stein die eine Hälfte der Band SDP. Sie machten Lieder nicht allein um Musik zu machen, sondern auch, um das Universum zu retten, sagen die beiden Musiker über sich selbst. Dags musikalische Wurzeln liegen im Blues von John Lee Hooker. "Er singt kein Lied, sondern er sitzt da und erzählt eine Geschichte."

Von Achim Hahn

Dag-Alexis Kopplin (l.) und Vincent Stein alias Beatzarre im DLF-Studio (deutschlandradio / Adalbert Siniawski)
Dag-Alexis Kopplin (l.) und Vincent Stein von der Band SDP im DLF-Studio (deutschlandradio / Adalbert Siniawski)
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Ja mein Name ist Dag ich bin 50 Prozent der Band SDP und John Lee Hooker ist mein Klassiker.

Neben dem Boom Boom oder den bekannten Hits, die einen vielleicht so gekickt haben, ist es vor allem "Serves me right to suffer", der mich voll flashed, um in der Jugendsprache zu bleiben.

"Serve me right to suffer, serve me like to be alone."

Davon gibt es eine ganz alte YouTube-Aufnahme und die gucke ich hin und wieder mal, aber nur, wenn ich mich stabil fühle, weil es berührt mich immer sehr, wenn ich das sehe.

"It serves me right to suffer, serve me like to be alone. Because I like from living, I’m living in memories gone by."

Ich weiß gar nicht wie alt dieser Mann geworden ist. Der muss ja so unendlich alt geworden sein und hat halt nie Gitarre spielen gelernt. Der hat aus dem Instrument Ausdruck rausgeholt, und es macht auch keinen Sinn nachzuspielen, was er gespielt hat, weil er mit dem Instrument eben verschmilzt.

"Seine Stimme kenne ich seit meiner Kindheit"

"Every time I see anotherwoman / she makes me think about mine."

Seine Stimme kenne ich seit meiner Kindheit und den Gitarrensound kenne ich seit meiner Kindheit und wenn er sich dahin setzt und einfach singt, das ist einfach nur krass. Er singt halt kein Lied, sondern er sitzt da und - weiß nicht - erzählt eine Geschichte oder ist einfach da. Und ich finde, es fasziniert mich auf jeden Fall.

Also der Bruder meiner Mutter, der lebt irgendwie in den 50er-Jahren und hat an seinen Cadillacs rumgeschraubt bei uns auf dem Hof und auf einer alten Stereoanlage die Musik laufen lassen und mich manchmal geschnappt und in seinen Pick-up gesetzt und ist mit mir zum See gefahren und wir haben halt John Lee Hooker und Johnny Cash auf dem Weg dahin gehört und da fangen die Assoziationen an.

"It serves me right to suffer..."

Da hieß es halt immer: Der Weg zur Musik und zum Gitarrespielen führt über den Blues. Und damit verstehst du die Musik, damit verstehst du die ganze Rockmusik, damit verstehst du alles. Das musst Du lernen; und das habe ich mir damals auch schon zu Herzen genommen und das ist auch für das Musikmachen meine Wurzel irgendwie.

"... Mmmh."

"Es ist schon deep für mich"

Ach so, ich höre die Musiker sicher nicht, um gute Laune zu haben oder mich aufzuputschen, sondern es ist schon deep für mich. Es ist schon was, wenn ich in mich gehe und mich wirklich drauf einlassen will. Es ist auf jeden Fall keine Fastfood-Musik oder so.

"Because I try to live my life and the days of memories gone by."

Ich finde, da fängt es irgendwie an: So ein Mensch alleine mit einem Instrument, der Musik macht und man vermisst nichts. Das macht Spaß es zu entdecken, finde ich.

"So take a listen to it."

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