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Montag, 9. September 2013

Zoologie Nicht Bock, nicht Rehkuh: Forscher untersuchen ein Intersex-Reh

Das Reh, das auf einer Jagd im Hochsauerland entdeckt wurde, trug ein Geweih auf dem Kopf, hatte am Hinterteil jedoch eine Schürze – ein typisch weibliches Haarbüschel. Unter dem Haarbüschel fand sich ein verkürzter Penis, im Bauchraum lagen Hoden. Humangenetiker der Ruhr-Universität Bochum haben das Erbgut des Intersex-Rehs untersucht. In den Zellen des Tiers fanden sie einen weiblichen Chromosomensatz. Alle geschlechtsbestimmenden Gene waren in der normalen Menge vorhanden – mit einer Ausnahme. Die Genanalyse habe ergeben, dass das Reh ein dreifaches SOX9-Gen in den Zellen trage. SOX9 unterdrückt die Ausbildung der Eierstöcke. Individuen mit sowohl männlichen als auch weiblichen Merkmalen sind bei verschiedenen Säugetierarten beschrieben, treten aber nur selten in freier Wildbahn auf. Bei Rehen sei das Intersex-Phänomen bislang weder im Gehege noch in der Natur beobachtet worden, berichten die Forscher im Fachblatt "PLoS ONE".[mawi]

(Quelle: PLOS ONE - doi:10.1371/journal.pone.0073734)

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