Forschung Aktuell

Montag, 11. Mai 2015

Stammzellenforschung In Kanada ist das erste "Stammzellen-Baby" auf die Welt gekommen.

Der Junge mit Namen Zain Rajani wurde vor drei Wochen geboren, wie jetzt bekannt wurde. Es handelt sich angeblich um das erste Baby, bei dem ein neuartiges Verfahren zur künstlichen Befruchtung zum Einsatz kam.

Die so genannte "Augment"-Technik beruht auf der Entdeckung, dass es in den Eierstöcken von Frauen neben reifen Eizellen auch unreife Stammzellen gibt. Diese Stammzellen sowie Eizellen für die künstliche Befruchtung haben Mediziner einer Klinik in Toronto Zains Mutter Natasha zunächst entnommen. Aus den Stammzellen isolierten sie Mitochondrien, das sind – bildlich gesprochen - die Kraftwerke der Zellen und brachten diese in Eizellen der Frau ein. Dann erfolgte eine herkömmliche künstliche Befruchtung. 

Das Konzept der Behandlung: Mitochondrien in unreifen Stammzellen gelten als aktiver und zuverlässiger als Mitochondrien in reifen Eizellen. Die Mediziner gehen davon aus, dass sich durch den Transfer Eizellen verjüngen lassen und seltener Probleme im Verlauf der Schwangerschaft auftreten.Ob das Kind jetzt dank oder trotz der neuartigen Behandlung gesund zur Welt kam, ist noch unklar. Weltweit haben sich an die 40 Frauen einer solchen Behandlung unterzogen. Bislang seien acht Frauen erfolgreich schwanger geworden.

In Großbritannien ist kürzlich ein ähnliches Verfahren genehmigt worden. Hier stammen verjüngende Mitochondrien nicht aus Stammzellen – sondern aus den Eizellen jüngerer Frauen.

(Quelle: mawi, 11. Mai 2015, New Scientist)

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