Markt und Medien

Samstag, 6. Dezember 2014

Datenschutz Deutsche Medienhäuser handeln mit ihren Kundendaten

Datenschutz ist eines der Medien-Themen in diesem Jahr. Doch auch Zeitungen und Zeitschriften, die besonders häufig darüber berichtet haben, handeln mit den Daten ihrer Abonnenten.
Das schreibt das Onlineportal Krautreporter und verweist auf eine Studie des Wiener Netzforschers Wolfie Christl.


Der hat im Auftrag der österreichischen Arbeiterkammer untersucht, wo mit Daten Geld gemacht wird. Dabei ist er auf die deutsche Verlagsbranche gestoßen, wie er gegenüber Markt und Medien erläutert: "Es gibt viele Unternehmen im deutschen Sprachraum, die mit Adressen und Persönlichkeitsprofilen über viele Millionen Menschen handeln. Und wenn man sich die Marktführer ansieht, unter anderem Bertelsmann, Otto und die Deutsche Post: Eine Tochterfirma von Bertelsmann, AZ Direct, die verkauft viele viele Adresslisten. Und da sind auch viele Listen von deutschen Medien dabei. Unter anderem von der Wochenzeitung Die Zeit und von anderen. Und ich bin nicht sicher, ob allen Leserinnen und Lesern der Zeit bewusst ist, dass ihre Adressen dann sozusagen weitervermietet oder verkauft werden."

Im Katalog von AZ Direct werden außerdem die Kundendaten von Zeitschriften des Gruner+Jahr Verlags wie "Stern", "Geo" oder "Brigitte" angeboten. Sowohl Gruner+Jahr als auch die Zeit wollten sich dazu gegenüber Markt und Medien nicht äußern.Rein rechtlich sind diese Geschäfte erlaubt. Das so genannte Listenprivileg gestattet in Deutschland unter bestimmten Umständen die Nutzung von personenbezogenen Daten und den Weiterverkauf an Dritte.

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