Markt und Medien

Samstag, 18. März 2006

Pressefreiheit IV Türkische Organisation zeigt den Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt" an

Die Union Europäisch Türkischer Demokraten (UETD) hat gegen Roger Köppel, den leitenden Journalisten der Tageszeitung "Die Welt", Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Das Blatt hatte die umstrittenen Karikaturen im Rahmen seiner Berichterstattung über den daraus entstandenen Streit gedruckt. Die türkische Organisation mit Sitz in Köln stört sich besonders an Kommentaren, die der Welt-Chefredakteur Köppel verfasst hat, wie Dr. Fevzi Cebe, Präsident der UETD, erklärt: ##Es sind ketzerische Bemerkungen. Ich möchte hier nur eine zitieren: Roger Köppel schreibt in dem Kommentar: "Wie viel Humor verträgt die Religion Mohammeds, die Welteroberungsmetaphysik dieses frühmittelalterlichen Räuberfürsten, der sich mit seiner Karawanenarmee ein auf Polygamie und strenge Ehrenregeln gegründetes Großreich schuf." Das ist ketzerisch, dass ist Volksaufhetzung. Wir haben bewusst abgewartet, bis die ganzen Unruhen in der Welt wegen den Karikaturen erstmal abflauten. Dann gehen wir jetzt hin und wählen den demokratischen Weg und sagen, Herr Köppel ist unseres Erachtens in punkto Gefährdung des öffentlichen Friedens durch aufhetzerische Parolen über Rot gefahren. In Deutschland gelten die Standards der Bundesrepublik. Und er muss sich jetzt hoffentlich vor Gericht rechtfertigen, warum er diese volksaufhetzerischen Bemerkungen im Zusammenhang mit den Karikaturen von sich gegeben hat.## Fevzi Cebe, der Präsident der Union Europäisch Türkischer Demokraten, betont, dass diese Maßnahme kein Angriff auf die Pressefreiheit sei. ##Wir werden es nicht vermeiden können, dass irgendwelche Menschen in der Welt Gebrauch von ihrer Satirelust machen werden und das Allerheiligste von Menschen satirisch abbilden. Weil wir eben in einem System leben, was dieses ermöglicht. Und vielleicht ist das auch gut so, weil die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit dienen ja zu über neunzig Prozent dazu, Dinge aufzudecken. Und diese zehn Prozent oder fünf Prozent müssen wir eben in Kauf nehmen.##

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