Markt und Medien

Samstag, 24. Februar 2007

Fernsehen "Wort zum Freitag" soll Dialog mit Muslimen fördern

ZDF-Intendant Markus Schächter stellte dem Fernsehrat gestern das Vorhaben offiziell vor. Das so genannte Wort zum Freitag, so der Arbeitstitel des Projekts, solle den Dialog mit den in Deutschland lebenden Muslimen fördern. Die Muslimischen Verbände begrüßten die Idee eines solchen neuen Formats im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, forderten allerdings, dass die redaktionelle Verantwortung bei den deutschen Muslimen liegen solle. Das ZDF kommt dem nicht entgegen. Michael Mangold, Gründer der Bundesinitiative Integration und Fernsehen, befürwortet ein Wort zum Freitag. Er fordert schon seit langem, dass das deutsche Fernsehen sein Angebot für Migranten erweitern müsse: ##"Wenn Sie sich wiederfinden im Fernsehen - und das Thema Religion ist natürlich ein wichtiges Thema -, dann ist es eine Form des Wiedererkennens und der Bestätigung, dass Sie in Deutschland angekommen sind. Das halte ich für einen wichtigen Teil des Auftrags des Fernsehens insgesamt."## Sitcoms wie "Türkisch für Anfänger" oder die Comedy "Alle lieben Jimmy" seien ein wichtiges Identifikationsangebot für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Deshalb müsse es noch mehr fiktive Formaten für Jugendliche geben, so Mangold. ##"Wenn ich etwas erzählt bekomme, nehme ich etwas in intensiverer Weise wahr, als wenn ich Wissen präsentiert bekomme. Das Fernsehen ist zum großen Teil Geschichten erzählen. Das hat man in den letzten Jahrzehnten stark vernachlässigt, dass durch dieses Erzählen von Geschichten in fiktiven Formaten, sei es die Soap-Opera oder irgendwelche anderen Unterhaltungsformate, sehr viel Wissen vermittelt wird, viel Orientierung vermittelt wird. Das ist zugedeckt worden durch eine sehr pauschale Medienkritik, die nicht ernst genommen hat, dass viel Positives schon passiert ist."##

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