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Seit 08:30 Uhr Nachrichten
03.01.2014

Neurowissenschaften Eine hormonähnliche Substanz kann den Folgen eines Cannabis-Rauschs entgegenwirken.

Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten den Stoff Pregnonolon untersucht, die Vorläufersubstanz aller Steroid-Hormone. In Versuchen an Ratten konnten die Forscher zeigen, dass diese Substanz eine natürliche Abwehr gegen Cannabis darstellt. Wurde den Ratten eine sehr hohe Konzentration des Cannabis-Wirkstoffes THC verabreicht, dann reagierte ihr Körper darauf, indem er Pregnonolon frei setzte. Das wiederum blockierte die Kontaktstellen, an denen THC auf das Nervensystem einwirkt. Die Forscher hoffen, auf diese Weise ein Medikament entwickeln zu können, mit dem sich eine Abhängigkeit von Cannabis behandeln lässt. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1243985

Geologie Erdgas-Austritte im Nordpolarmeer haben einen natürlichen Ursprung.

Austritte von Methangas, die vor Spitzbergen in einigen hundert Metern Wassertiefe immer wieder beobachtet werden, haben höchstwahrscheinlich eine natürliche Ursache. Sie sind keine Folge der Klimaerwärmung. Das berichten Forscher aus Kiel und Bremen im Fachblatt "Science". Das Gas stammt aus Lagerstätten von Gashydraten. Das ist eine eisartige Mischung aus Methangas und Wasser. Sie sind nur bei niedrigen Temperaturen und hohem Druck stabil. Eine These besagte, dass die zunehmende Erderwärmung die Gashydrate langsam auflöse. An der Austrittsstelle am Meeresboden haben die Forscher aber Ablagerungen von Karbonaten gefunden. Das sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Prozess schon seit einigen tausend Jahren stattfinde, schreiben die Wissenschaftler. Der Austritt des Methangases sei an jahreszeitliche Schwankungen gebunden. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1246298

Botanik Eine chinesische Heilpflanze gibt ihr Geheimnis preis.

Forscher aus den USA und aus China haben herausgefunden, warum eine Pflanze aus der Gattung der Lerchensporne gegen chronische Schmerzen hilft. In den Wurzeln des Krauts sind die Wissenschaftler auf den Stoff DHCB gestoßen. Im Test an Nagetieren konnte diese Substanz Schmerzen lindern. DHCB wirkte sogar bei neuropathischen Schmerzen, die durch eine Verletzung des Nervensystems verursacht werden. Das schreiben die Forscher in "Current Biology". Bisher gab es keine wirkungsvollen Mittel, mit denen sich neuropathische Schmerzen behandeln lassen. Ein weiterer Vorteil des Wirkstoffs besteht darin, dass der Körper sich nicht an ihn gewöhnt. Der untersuchte Lerchensporn wird als Heilpflanze in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.11.039

Neurowissenschaften Auch die Lunge kann Düfte wahrnehmen.

In bestimmten Zellen der Lunge sitzen Geruchsrezeptoren. Das berichten Forscher aus den USA im "American Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology". Im Gegensatz zu den Sinneszellen in der Nase leiten die Zellen in der Lunge jedoch keine Nervensignale an das Gehirn weiter. Vielmehr schütten sie Hormone aus, die dafür sorgen, dass sich die Atemwege zusammen ziehen. Dadurch werde ein Hustenreiz ausgelöst, der die Duftstoffe aus der Lunge heraus befördert. Den Zellen mit den Geruchsrezeptoren käme damit eine Wächterfunktion für die Lunge zu, wie die Forscher schreiben. Es könne jedoch auch sein, dass die Zellen ein Rolle bei Asthma und anderen Atemwegserkrankungen spielen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1165/rcmb.2013-0003OC

Internet Akademiker fordern ein Ende der Massenüberwachung.

Über 250 Akademikerinnen und Akademiker aus 26 Ländern haben heute eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Regierungen dazu auffordern, die Privatsphäre der Menschen zu achten. Das Recht auf Privatsphäre gehöre zu den Grundrechten und sei geschützt etwa durch den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und die Europäische Menschenrechtskonvention. Durch eine breit angelegte Massenüberwachung werde die Unschuldsvermutung ins Gegenteil verkehrt. Die gängige Überwachungspraxis untergrabe die Demokratie, heißt es in dem Papier. //[reu]//

Quelle: http://academicsagainstsurveillance.net/

02.01.2014

Umwelt Die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre steigt.

Doch wie stark die Erde dadurch erwärmt, ist schwierig zu berechnen. Die Wolken haben einen großen Einfluss. In "Nature" präsentiert ein australisch-französisches Forscherteam jetzt eine Berechnungsmöglichkeit. Die Wirkung der Klimaerwärmung auf die Wolkenbildung müsse mitbedacht werden. Beobachtungen hätten gezeigt, dass höhere Temperaturen über dem tropischen Meer zu einer schwächeren Wolkenentstehung in geringer Höhe führten. Das heißt: Mehr Sonnenlicht erreicht die Oberfläche und führt zu einer noch stärkeren Erwärmung. Die Forscher hatten 43 Klimamodelle ausgewertet und festgestellt, dass bei vielen der Effekt der Wolken auf die Erwärmung unterschätzt wurde. Aufgrund ihrer neuen Berechnung gehen sie davon aus, dass sich die Erde bis zum Jahr 2100 um mindestens vier Grad erwärmt. //[tj]//

Quelle: Nature

Biologie Mit übelriechendem Nikotinatem schützen sich Raupen vor ihren Feinden.

Der Tabakschwärmer-Schmetterling kommt in Nord und Südamerika vor. Die Raupen ernähren sich vor allem von Tabakpflanzen. Dabei nehmen sie Nikotin aus den Tabakblättern auf. Es gelangt ins Blut und wird über kleine Öffnungen in der Haut mehr oder weniger wieder ausgeatmet. Das berichten Forscher des Max Planck Instituts für chemische Ökologie in Jena. Sie hatten die Raupen näher untersucht. Wie sie in PNAS schreiben, hat der Nikotinatem durchaus einen Sinn: So schützen sich die Raupen vor ihren Fressfeinden: den Wolfsspinnen. Wurden Raupen auf gentechnisch veränderte nikotinfreie Tabakpflanzen gesetzt, waren sie leichte Beute für die Spinnen. //[tj]//

 

Quelle: PNAS

Verhaltensforschung Hunde koten Richtung Nordpol.

Wenn Hunde ihre Notdurft verrichten, dann orientieren sie sich am Magnetfeld der Erde. Mit großer Wahrscheinlichkeit richten sie sich beim Häufchen machen längs der Nord-Süd-Achse aus . Das hat ein deutsch-tschechisches Forscherteam entdeckt. Dafür beobachteten die Wissenschaftler 70 Hunde insgesamt 1893 mal beim Stuhlgang und 5582 mal beim Urinieren. Im Fachmagazin "Frontiers in Zoology" betonen die Forscher, dass ihre Entdeckung neue Horizonte in der Erforschung der Magnetorezeption eröffne. Man wisse nun, das neben Kühen, Hirschen und Füchsen auch Hunde einen Sinn für Magnetfelder haben, den sie womöglich auch ganz allgemein für die Orientierung nutzen. //[tj]//

 

Quelle: Frontiers in Zoology

Psychologie Die Angst sitzt in der Brust, die Schwermut in den Gliedmaßen.

Finnische Wissenschaftler haben den Zusammenhang von Gefühlen und Körperreaktionen untersucht. Sie hatten bei 700 Teilnehmern aus Finnland, Schweden und Taiwan Emotionen ausgelöst- durch Geschichten, Filmausschnitte, Wörter oder Fotos. Die Probanden sollten dann ihre Emotionen im Körper verorten. Das Ergebnis: Unabhängig vom kulturellen Hintergrund ordnen Menschen ihre Gefühle ganz bestimmten Körperteilen zu. So empfinden sie Angst in der Umgebung des Herzens, Ekel um den Kehlkopf herum, Freude im gesamten Körper und Trauer in Brust und schlappen Gliedmaßen. //[tj]//

 

Quelle: PNAS

Medizin Malaria lässt sich mit einem Laser aufspüren.

Bislang konnte eine Malariainfektion nur mit Bluttests nachgewiesen werden. US-amerikanische Forscher haben nun eine schnellere und nicht-invasive Methode getestet und im Fachorgan PNAS vorgestellt. Sie konzentrierten sich auf Hämozoin. Das ist ein Nanopigment, welches die Malariaparasiten selber bilden. Werden kurze Laserimpulse auf das Hämozoin gegeben, dann nimmt es die Energie auf und erhitzt eine winzige Flüssigkeitsmenge um sich herum, die über eine Nanoblase verdampft. Diese Nanoblase läßt sich optisch und akustisch aufspüren. Die Forscher testen die neue Methode an infiziertem menschlichen Blut und an infizierten Mäusen. In beiden Fällen waren Nanodampfblasen schon nachzuweisen, wenn nur 0,0001 Prozent der roten Blutkörperchen infiziert waren. Bei mit Malaria infizierten Mäusen nutzten die Wissenschaftler eine photoakustische Apparatur, um durch die Haut am Ohr die Nanoblasen in einem Blutgefäß verfolgen zu können. Die neue Methode führte zu keinerlei Schädigungen des Gewebes oder der Blutkörperchen. //[tj]//

 

Quelle: PNAS

23.12.2013

Paläoanthropologie Vielleicht konnte auch der Neandertaler schon sprechen

Forscher am Universitäts-Museum im italienischen Chieti haben das in der Kebara-Höhle in Israel gefundene Zungenbein eines Neandertalers mit den Zungenbeinen von modernen Menschen verglichen. Auf computertomografischen Aufnahmen fanden sie sehr ähnliche anatomische Strukturen. Zudem seien die Zungenbeine auch vergleichbaren Beanspruchungen ausgesetzt gewesen, schreiben die Forscher im Online-Fachblatt "PlosOne". Schimpansen und andere Menschenaffen besitzen eine Anatomie, die sich deutlich von der Anatomie moderner Menschen unterscheidet. Einen Beweis dafür, dass die Neandertaler tatsächlich gesprochen haben, liefere ihre Forschung aber nicht, betonen die Wissenschaftler. [mawi]

Quelle: PLOS ONE

Ernährung Junk-Food bremst die Hirnleistung

Forscher der University von New South Wales in Australien haben Ratten mit sehr fett- und zuckerhaltigem Futter gefüttert. Bereits nach einer Woche litten die Tiere unter Gedächtnisstörungen, berichten die Forscher im Fachblatt "Brain, Behavior and Immunity". Die Tiere erkannten Orte nicht mehr wieder. Sie hatten etwa Probleme, zu merken, dass ein Gegenstand verrückt worden war. Zudem litten sie unter Entzündungen in wichtigen Hirnregionen – vor allem dem Hippocampus, der mit der räumlichen Erinnerungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird. Die Gedächtnisveränderungen traten auf, noch bevor Gewichtsunterschiede festgestellt werden konnten. Die Forscher vermuten, dass die Ergebnisse des Tierversuchs auf Menschen übertragbar sein könnten. Die Ernährung, so die Forscher, wirke sich in jedem Alter auf das Gehirn aus. Mit fortschreitendem Alter sei eine gesunde Ernährung besonders wichtig, um dem Abbau kognitiver Fähigkeiten entgegenzuwirken. [mawi]

Raumfahrt Die ISS-Besatzung muss an Weihnachten arbeiten

Am Wochenende haben zwei US-amerikanische Astronauten eine defekte Kühlpumpe von der Internationalen Raumstation ISS abmontiert. Heute sollten die Reparatur-Arbeiten in einem zweiten Außeneinsatz eigentlich abgeschlossen werden. Weil es aber Probleme mit einem Weltraumanzug gibt, soll beim zweiten Ausstieg ein Reserve-Anzug zum Einsatz kommen. Der muss allerdings noch angepasst werden. Der Außeneinsatz wurde daher auf den morgen Heiligabend verschoben. [mawi]

Geologie Unter Grönlands Eis schlummern riesige Mengen Wasser

Von dicken Eisschichten bedeckte Seen sind nichts Neues. Bekannt sind in Grönland bereits zwei acht bis zehn Quadratkilometer große Seen in 800 Metern Tiefe. Jetzt sind  Geologen im Südwesten Grönlands auf ein besonders großes Wasserreservoir unter der Eisdecke gestoßen. In Tiefen von fünf bis 50 Metern befinde sich wahrscheinlich ganzjährig flüssiges Wasser, schreiben Forscher der Universität von Utah in Salt Lake City im Fachblatt "Nature Geoscience". Das Wasser-Reservoir erstrecke sich über eine Fläche von 70.000 Quadratkilometern - das entspricht der Größe Irlands. Unklar ist allerdings, wie viel Wasser das Reservoire enthält. [mawi]

Quelle: Nature Geoscience - DOI: 10.1038/ngeo2043

Medizin Bei Alzheimer-Patienten ist eine Hirnregion besonders verletzlich

Forscher der Columbia Universität in New York haben entdeckt, dass eine Gehirnregion, der laterale Entorhinale Cortex, besonders empfindlich reagiert auf krankhaft veränderte Eiweiße – also fehlerhafte Amyloid- und Tau-Proteine. Dort würden sehr früh im Krankheitsgeschehen Nervenzellen absterben. Die Hirnregion ist dem Hippocampus vorgeschaltet, und gilt als wichtiges Bindeglied für das Gedächtnis. Menschen, bei denen später eine Alzheimer Demenz diagnostiziert wurde, zeigten sehr früh eine verminderte Stoffwechselaktivität in dieser Hirnregion, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Auch bei genetisch veränderten Labor-Mäusen, die krank machende Tau und Amyloid-Proteine bilden, sei der laterale Entorhinale Cortex zuerst betroffen. Vor dort aus breite sich das Krankheitsgeschehen in andere Hirnregionen aus, die für das Gedächtnis wichtig seien – aber auch für die räumliche Orientierung. [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience - DOI: 10.1038/nn.3606

Zoologie Eiweißkleber macht Rentiergeweih stabil

Britische und chinesische Forscher haben das Geheimnis um die Stabilität des Rentiergeweihs gelüftet. Die Stabilität einer Hauswand sei vor allem abhängig von der Beschaffenheit des Zementes, der die Wand-Steine zusammenhält.  Beim Rentiergeweih halte ein Eiweißkleber die Kollagen-Fasern zusammen. Die Eigenschaften des Klebers seien aber schwierig zu ermitteln gewesen, so die Forscher. Denn die Kleberschichten seien etwa eine Millionen Mal dünner als die Zementschichten zwischen Wand-Steinen. Zum anderen sei der Kleber sehr formbar. Dies könnte den Vorteil haben, dass  das Geweih schnell wieder stabil wird, falls es bei den Kämpfen mit Rivalen einmal zu stark belastet wurde. [mawi]

Quelle: Interface, Jorunla of the Royal Society

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