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Seit 08:30 Uhr Nachrichten
10.01.2014

Tiermedizin Ein Rind aus Brandenburg litt an BSE.

Erstmals seit 2007 ist in Brandenburg wieder ein Fall von BSE bei einem Rind nachgewiesen worden. Wie das Landes-Umweltministerium in Potsdam heute mitteilte, hatte das Tier keine Anzeichen einer klinischen Erkrankung. Es litt an atypischer BSE, die nur bei älteren Tieren auftritt und spontan entsteht. Das Rind ist geschlachtet und Anfang Januar einem Schnelltest unterzogen worden. Der Kadaver wurde fachgerecht entsorgt und der Schlachthof desinfiziert. Die Herde, aus der das Tier stammt, steht unter Quarantäne. //[reu]//

 

Quelle: Agenturen

Physiologie Moderater Kaffee-Konsum entzieht dem Körper kein Wasser.

Zumindest für Männer konnten britische Forscher keinen Beleg dafür finden, dass der Genuss von vier Tassen Kaffee pro Tag eine harntreibende Wirkung hat. Fünfzig Probanden hatten diese Menge des Getränks drei Tage lang zu sich genommen. Zum Vergleich tranken sie zehn Tage später täglich dasselbe Volumen Wasser. Ein Unterschied in ihrem Wasserhaushalt war dabei nicht festzustellen, wie die Forscher in "PLoS One" berichten. Von reinem Koffein weiß man, dass es schwach harntreibend wirkt. Daher sei man wohl bisher davon ausgegangen, dass das auch für Kaffee selbst gelte, glauben die Forscher. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0084154

Medizin Ein Zellgift kann eine Aids-Therapie unterstützen.

Ein maßgeschneidertes Toxin kann auch solche HI-Viren bekämpfen, die sich bisher einer antiretroviralen Therapie entzogen haben. Das berichten Forscher aus North Carolina im Fachmagazin "PLoS Pathogens". HI-Viren können Körperzellen befallen und dort eine herkömmliche Therapie überdauern, um sich später wieder auszubreiten. Die US-Forscher haben Mäuse, die mit HIV infiziert waren, zusätzlich zu einer etablierten Medikamententherapie mit einem Zellgift behandelt. Dieser Wirkstoff tötete nur solche Zellen ab, die von den Viren befallen waren. Deren Zahl wurde nach Angaben der Forscher dadurch deutlich gesenkt. Möglicherweise sei es mit solch einer Kombinationstherapie möglich, eine lebenslange Behandlung mit Medikamenten überflüssig zu machen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.ppat.1003872

Raumfahrt Der "Schwan" hebt mit Verspätung ab.

Der private Raumtransporter "Cygnus" ist drei Wochen später als geplant zur Raumstation ISS aufgebrochen. An Bord einer Antares-Rakete sei der Frachter gestern Mittag vom US-Bundesstaat Virginia aus gestartet, teilte die Raumfahrtbehörde Nasa mit. "Cygnus" hat rund 1200 Kilogramm Nachschub und wissenschaftliche Experimente an Bord. Er wird am Sonntag an der ISS erwartet. Rund einen Monat später soll der Frachter wieder abdocken und in den Pazifik stürzen. Der Start des Transporters war aus unterschiedlichen Gründen mehrmals verschoben worden. //[reu]//

Quelle: Nasa

Biologie Ameisen verschleppen Sklaven.

Biologen aus Mainz und Görlitz beschreiben im Fachblatt "ZooKeys" eine neu entdeckte Ameisenart, die andere Ameisenvölker versklavt. Getauft wurden die Insekten auf den Namen //Temnothorax pilagens//. Sie leben im Osten der USA und haben sich auf winzige Ameisen spezialisiert, die in hohlen Nüssen leben. Deren Bau überfallen die Räuber, um die Brut in die eigene Behausung zu verschleppen. Dort müssen die heranwachsenden Ameisen für ihre Entführer arbeiten. Die überfallenen Stämme setzen sich oft nicht zur Wehr, weil die Eindringlinge wahrscheinlich ihren eigenen Duft mit einer bestimmten Chemikalie überdecken. Ein ähnliches Verhalten wurde bereits bei sogenannten Amazonenameisen beobachtet. //[reu]//

Quelle: DOI: 10.3897/zookeys.368.6423

Medizin Wissenschaftler stellen heute im Fachblatt "The Lancet" eine Gentherapie vor.

Sie könne die Symptome der Nervenerkrankung Parkinson bekämpfen und sei erfolgreich an fünfzehn Versuchsteilnehmern getestet worden, wie die Forscher berichten. Die Therapie soll den Mangel an dem Botenstoff Dopamin ausgleichen, der eine wichtige Rolle spielt für die motorischen Fähigkeiten der Patienten. Dazu wurden den Probanden drei Gene injiziert, die an der Dopamin-Produktion beteiligt sind. Die Koordinationsfähigkeit der Patienten und ihr Gleichgewichtssinn verbesserten sich darauf hin. Nach Angaben der Forscher hielt diese Verbesserung bei allen Patienten bis zu einem Jahr lang an. //[reu]// 

Quelle: DOI:10.1016/S0140-6736(13)61939-X

09.01.2014

Biologie Weiße Haie können über 70 Jahre alt werden.

Das ergab eine in "PLoS One" veröffentlichte Altersbestimmung. Damit werden Weiße Haie viel älter als die 23 Jahre, die man bislang angenommen hatte. Für die Altersbestimmung hatten US-Wissenschaftler nach radioaktiven Ablagerungen in den Wirbelkörpern der Haie gesucht. Haie haben, wie andere Meereslebewesen auch, Kohlenstoffisotope C14 aus Atombombentests in ihr Gewebe eingelagert. Da der Anstieg des C14 in der Atmosphäre für alle Bombentestjahre bekannt ist, konnte das Alter der Weißen Haie mit der Radiokarbonmethode genau bestimmt werden. //[tj]//

Quelle: PLoS One

Mikrobiologie Cholera-Erreger waren früher wesentlich gefährlicher als heutzutage.

Das haben US-amerikanische Genetiker herausgefunden. Wie sie im "New England Journal of Medicine" berichten, haben sie den konservierten Darm eines Cholera-Opfers aus dem Jahr 1849 untersucht. Sie konnten das Erbgut des Cholera-Erregers entschlüsseln und mit dem Genom moderner Cholera-Erreger vergleichen. Beide weichen deutlich voneinander ab, wobei der Cholera-Erreger des 19. Jahrhunderts gefährlicher war. Dennoch sterben auch heute noch jedes Jahr 100.000 bis 120.000 Menschen an Cholera. //[tj]//

 

Quelle: NEJM

Paläontologie Viele der ausgestorbenen Meeresreptilien hatten eine dunkle Farbe.

Was bislang nur vermutet werden konnte, läßt sich jetzt nachweisen. Ein internationales Forscherteam hat bei drei Fossilien entfernt verwandter Meeresbewohner Hautpigmente gefunden. Mit Massenspektrometer und Elektronenmikroskop konnten sie diese analysieren und als Eumelanin nachweisen. Das bedeutet: Alle drei Tiere– ein Ichthyosaurier, ein Mosasaurier und eine Schildkrötenart - waren dunkelbraun bis nahezu schwarz. Die dunkle Färbung habe wohl der Tarnung gedient, schreiben die Forscher in Fachmagazin "Nature". Auch habe sie die Regulation der Körpertemperatur verbessert und den Tieren damit ermöglicht, auch kältere Gewässer zu besiedeln. //[tj]//

 

Quelle: Nature

Kernforschung Die Zahl der Länder mit atomwaffenfähigem Spaltmaterial ist gesunken: von 32 auf 25 Länder

Zu diesem Ergebnis kommt die neue Ausgabe des "Nuclear Security Index", den die Internationale Atomenergiebehörde vorgestellt hat. Österreich, Tschechien, Ungarn, Mexiko, Schweden, die Ukraine und Vietnam hätten ihre Arsenale komplett oder fast vollständig aufgegeben. Zudem seien 15 der verbleibenden 25 Staaten besser bewertet worden, was den Schutz von waffenfähigem Nuklearmaterial vor Diebstahl angeht. Allerdings sei die Gefahr einer nuklearen Katastrophe oder eines Terrorangriffs nicht gebannt. Noch immer gäbe es fast 500 Tonnen Plutonium und 1440 Tonnen hochangereichertes Uran in den Anlagen weltweit- und ein Teil dieser Stoffe sei nur schlecht gesichert. //[tj]//

 

Quelle: IAEA

Raumfahrt Die Internationale Raumstation ISS soll bis 2024 im Einsatz bleiben.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat dies beschlossen. Die Entscheidung sei mit den internationalen Partnern abgesprochen; dazu gehören elf europäische Ländern sowie Russland, Kanada, Japan und Brasilien. Seit Ende 2000 forschen Astronauten auf der ISS, die gut 350 Kilometer über der Erde kreist. Technisch gesehen sei die Raumstation sogar bis 2028 einsatzfähig. //[tj]//

 

Quelle: Agenturen

Biologie Schrumpelfinger greifen weder besser noch schlechter

Wer lange in der Badewanne liegt und Schrumpelfinger bekommt, der kann nasse Seife keineswegs besser greifen als mit trockenen Fingern. Das haben Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch in einer Studie ermittelt und widersprachen damit britischen Kollegen, die vor einem Jahr genau das Gegenteil beschrieben hatten. Die Berliner Forscher bezweifeln, ob Schrumpelfinger überhaupt einen Vorteil haben. Sie seien wohl nur eines: der Nebeneffekt der Verengung feiner Blutgefäße in den Händen, bei der sich die Haut nach innen zieht. //[tj]//

 

Quelle: PLoS

Kernforschung Japanische Wissenschaftler planen eine kontrollierte Kernschmelze.

Wie die japanische Atomenergiebehörde heute mitteilte, sei ein "Störfall-Experiment" in einer Kernforschungsanlage in Ibaraki nördlich von Tokio geplant. Mit dem Versuch wolle man herausfinden, wie Kernschmelzen genau ablaufen. Die beteiligten japanische Wissenschaftler hoffen, mehr über schwere Unglücke wie im havarierten Atomkraftwerk Fukushima zu erfahren und somit für künftige Katastrophen vorbereitet zu sein. Die geplante kontrollierte Kernschmelze wäre die erste in Japan. In den USA oder Frankreich gab es bereits ähnliche Experimente. //[tj]//

 

Quelle: Agenturen

08.01.2014

Medizin Unbekannte Bakterien könnten Babys in Frankreich getötet haben

Nach dem Tod dreier Säuglinge Anfang Dezember in einem Krankenhaus in Chambéry im Südosten des Landes haben Experten des Pasteur-Instituts die sichergestellten Infusionsbeutel untersucht.

Demnach haben sie darin Enterobakterien entdeckt, die bislang noch nicht wissenschaftlich beschrieben sind. Diese könnten für den Tod der Babys verantwortlich sein.

Die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine kündigte an, dem für die Herstellung der Infusionsbeutel verantwortlichen Unternehmen vorläufig die Produktionserlaubnis zu entziehen. [Mst]

Quelle: Agenturen

Raumfahrt GAIA ist angekommen

Knapp vier Wochen nach seinem Start ins Weltall hat das Astronomie-Teleskop heute seine Umlaufbahn erreicht. Von dort aus soll GAIA eine 3D-Karte der Milchstraße erstellen.

Wie die Europäische Weltraumagentur ESA mitteilte, befindet sich das Teleskop damit nun in einer idealen Beobachterposition - auf dem so genannten Punkt L2, der unserem Planeten in eineinhalb Millionen Kilometer Entfernung auf seiner Bahn um die Sonne folgt. [Mst]

Quelle: Agenturen

Umwelt Sprinkleranlagen sollen Smog in Chinas Megacitys bekämpfen

Künstlicher Regen könnte Staub und Schwebteilchen aus der Luft waschen, sofern genügend Anlagen auf Hochhäusern und Türmen montiert werden. Dieser Ansatz sei umweltfreundlich, schnell und kostengünstig zu realisieren, schreibt eine Forscherin der Zhejiang Universität im Fachblatt Environmental Chemical Letters.

Die Methode könnte kurzfristig helfen, die extreme Luftverschmutzung zu lindern, zumindest bis landesweite Maßnahmen den Ausstoß von Abgasen verringern und damit langfristig für saubere Luft sorgen.

Den Simulationen zufolge könnte diese Geoengineering-Maßnahme dabei helfen, die Feinstaubbelastung auf eine Belastung von 35 Mikrogramm pro Kubikmeter zu reduzieren. [Mst]

Quelle: Environmental Chemical Letters

Forschung Wissenschaftler beklagen die Ineffizienz der Medizinforschung

Weltweit wurden im Jahr 2010 für die Biomedizinforschung rund 240 Milliarden US-Dollar ausgegeben. 200 Milliarden davon seien verschwendet worden, da meist teuer Müll produziert wurde. Das ist das Fazit einer Artikelreihe des Fachblatts The Lancet, die seit heute online zugänglich ist.

Das internationale Forscherteam kritisiert, dass bei bis zu 89 Prozent der klinischen Studien die Experimente nicht klappten, wenn ein anderer Forscher versuchte, sie zu wiederholen. Die Medizinforschung sei oft nicht systematisch genug. Es gehe vornehmlich um kurzfristige Erfolge als um belastbare Ergebnisse. Zudem würden Fehlschläge meist gar nicht veröffentlicht.

Die Studienautoren unterbreiten auch zahlreiche Vorschläge, um den Forschungsbetrieb kostengünstiger und effizienter zu gestalten. So fordern sie unter anderem eine stärkere Vernetzung, offenen Zugang zu Forschungsergebnissen und das Aussortieren mangelhafter Studien. [Mst]

Quelle: The Lancet

Umweltverschmutzung Stratosphäre ist stark belastet

Messungen von Forschern aus Lausanne zeigen, dass die Atomwaffentests des Kalten Krieges deutlich mehr Spuren in der Stratosphäre hinterlassen haben als bislang angenommen. Wie die Physiker im Fachblatt Nature Communications berichten, ist die Belastung in 15 Kilometern Höhe durch radioaktives Plutonium, Strontium und Cäsium um bis zu 100.000 Mal höher als in Bodennähe.

Durch große Ausbrüche wie die des isländischen Vulkans 2010 können diese Stoffe auch in tiefere Luftschichten und sogar in Bodennähe gelangen. [Mst]

Quelle: Nature Communications

Medizin Anti-Raucher-Kampagnen retten Leben

Das ist das Fazit mehrerer Studien, die im US-Fachblatt JAMA vorgestellt werden. Darin hatten Forscher der Yale University die Auswirkungen von 50 Jahren Tabakkontrolle in den USA untersucht.

Demnach konnten durch Gesetze zum Nichtraucherschutz, Werbeeinschränkungen und erhöhte Tabaksteuern rund acht Millionen Menschen vor einem vorzeitigen Tod durch Nikotinschäden bewahrt werden.

1964 hatten Forscher erstmals einen umfassenden Bericht zu den Auswirkungen des Nikotinkonsums in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.

Anschließend wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, die die Menschen vom Rauchen abhalten oder zum Aufhören animieren sollten. [Mst]

Quelle: Yale News

07.01.2014

Astronomie Gasplaneten können auch klein wie die Erde sein.

Astronomen gingen bislang davon aus, dass es zwei Gruppen von Planeten gibt: kleine und dichte, mit einer festen Oberfläche und einer Masse, die in etwa der der Erde entspricht, und Gasplaneten, die deutlich größer sind. Für die Suche nach erdähnlichen Planeten ist das ein wichtiger Unterschied. Forscher des Harvard Smith-Sonian Centre für Astrophysik berichten nun jedoch von einem Wandelstern, der zwar eine erdähnliche Masse besitzt, aber dennoch ein Gasplanet ist.

Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe einer neuen Technik die Daten des Kepler Raumobservatoriums neu analysiert. Dabei konnten sie die Masse von KOI 314-c bestimmen.    

Die Forscher ziehen aus ihren Messungen den Schluss, dass es offenbar doch keine klaren Grenzen zwischen den beiden Planetenarten gibt. [gä]

                                        

Quelle: nature/guardian

Neurologie Ein buntes Leben hält das Gehirn plastisch.

Diesen Schluss ziehen Forscher aus Göttingen aus Versuchen mit Mäusen. Die Wissenschaftler hatten den Tieren ein Auge verklebt und diese Nager in unterschiedlichen Umgebungen gehalten: Die eine Hälfte in leeren Käfigen, die andere in solchen mit Laufrädern, Würfeln und künstlichen Höhlen. Die Beobachtung der Sehrinde der Versuchstiere zeigte, dass diese bis ins hohe Mäuse-Alter in der Lage war, neue Neuronenverbindungen zu knüpfen, wenn die Tiere in den anregender ausgestalteten Käfigen lebten. Auch war deren Sehrinde besser in der Lage, Schäden durch Schlaganfälle wieder zu reparieren. Dieser Effekt erwies sich zudem als übertragbar: Wurden Mäuse aus den leeren Käfigen in die anregenden gesetzt, zeigten sich auch bei ihnen diese Eigenschaften.

Die Forscher vermuten, dass sich ihre Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Dann könnte eine anregende Umgebung ein zusätzliches Hilfsmittel sein, um neue Neuronenverbindungen im Hirn zu schaffen. [gä]    

Quelle: pnas

Forschungsschiff Die Retter in der Antarktis haben sich nun doch selbst gerettet.

Nach Angabe chinesischer Medien ist es dem Eisbrecher Snow Dragon aus eigener Kraft gelungen, wieder das offene Meer zu erreichen. Auch der Kapitän des russischen Forschungsschiffs meldete, drehende Winde hätten eine Spalte im Packeis geöffnet, durch die die Akademik Schokalskij nun versuche, die offene See zu erreichen. [gä]                                    

Quelle: bbc/agenturen

Konsumforschung Die Lebensmittelampel verändert das Kaufverhalten von Kunden langfristig.

Davon zeigen sich Mediziner des Massachusetts General Hospital überzeugt. Die Forscher stützen sich auf die Erfahrungen ihres eigenen Krankenhauses. In dessen Cafeteria wurden vor zwei Jahren Produkte mit den drei Ampelfarben rot, gelb und grün ausgezeichnet. Diese Farben entsprechen dem Grad der Gesundheit der Speisen; die Absicht der Forscher war, den Kunden die Information darüber zu erleichtern.  Nach sechs Monaten zeigte sich, dass die Kunden deutlich öfter zu "grün" markierten Lebensmitteln griffen als vor Beginn der Auszeichnung. Dieser Effekt hält immer noch an, berichten die Wissenschaftler nun. Sie halten daher diese einfache Auszeichnung für geeignet, Kunden zum Kauf von gesünderen Lebensmitteln zu animieren. [gä]                                        

Quelle: eurekalert

Immunologie H7N9 Infektionen könnten die Ureinwohner Alaskas und Australiens besonders empfindlich tre

Das vermuten Forscher der University of Melburne, Australien in PNAS. Die Wissenschaftler stützen sich auf Beobachtungen von Immunreaktionen gegen das H7N9 Virus. Diese zeigten, dass das Immunsystem einen gewissen Schutz gegen das neue Virus bietet, weil es einen Teil der Virus-Peptide als fremd erkennen kann. Allerdings ist diese Eigenschaft unterschiedlich verteilt: In Europa dürfte dieser Schutz gegen einen besonders schweren Verlauf der Grippeinfektion bei rund 57 Prozent der Menschen anzutreffen sein, unter den Ureinwohnern Australiens und im Norden Amerikas jedoch nur bei rund 16 Prozent, so die Wissenschaftler. [gä]                                      

Quelle: pnas

Geschichtswissenschaft Ein Schiffswrack von Neuseeland deutet auf ein Kolonialwettrennen zwischen Holland und Gro

Zwischen dem 17. und dem 18. Jahrhundert zählten die Niederlande zu den großen, seefahrenden Kolonialmächten wie Großbritannien oder Spanien. Die Werften an der Nordsee bauten hervorragende Schiffe, die Seefahrer stießen bis weit in den Pazifik vor. So wurde Neuseeland zum Beispiel 1642 - lange vor Cook - das erste Mal auf einer Niederländischen Seekarte verzeichnet. In den historischen Dokumenten finden sich allerdings bis zur Landung Cooks in Neuseeland fast hundert Jahre später keine Berichte. Unter Historikern gilt dieses Loch als Rätsel. Ein Teil der Lösung könnte jetzt eine Analyse von Schiffsresten des 17. Jahrhunderts bieten: Wie Wissenschaftler aus Australien berichten, deuten Holz und auch Spuren von Kupfer darauf hin, dass hier einst ein Holländisches Schiff strandete.

Die Forscher vermuten, dass es sich um eine geheime Mission im Rahmen des Wettlaufs um die besten Kolonien im Pazifik gehandelt hat, die jedoch offenbar unglücklich endete. [gä]

Quelle: nature

06.01.2014

Raumfahrt Nach vielen Rückschlägen glückt der Start der neuen indischen Rakete

Die neue Trägerrakete für schwere Nutzlasten GSLV D5 hob gestern vom Weltraumbahnhof auf der südindischen Insel Sriharikota ab und setzte nach 17-minütigem Flug einen Kommunikationssatelliten aus. Die Trägerrakete ist das Ergebnis von 20 Jahren Forschung und Entwicklung. So lange arbeitet Indien schon an einem Antrieb mit Flüssiggas, das auf sehr tiefen Temperaturen gehalten werden muss. Die USA hatten 1992 Russland daran gehindert, die Kühltechnologie an Indien weiterzugeben – aus Furcht, die Technik könnte militärisch genutzt werden. Daraufhin begannen indische Forscher, die Technik selbst zu entwickeln. Die neue Rakete soll künftig vor allem große, schwere Satelliten ins All bringen. [mawi]

Zoologie Die ersten Kakerlaken könnten in Amerika gekrabbelt sein

Kakerlaken gehören zu den erfolgreichsten Insekten, sie sind von Asien bis Amerika und vom Norden Europas bis zum Süden Afrikas verbreitet. Bislang sind Forscher davon ausgegangen, dass die Kakerlake von Europa aus ihren Siegeszug angetreten hat. Darauf deuten 44 Millionen Jahre alte Bernsteineinschlüsse aus dem Baltikum hin. US-amerikanische Insektenkundler sind jetzt im Bundesstaat Colorado auf fünf Millionen Jahre ältere fossilierte Kakerlaken der Art Ectobius kohlsi gestoßen. Das deutet darauf hin, dass die Kakerlaken sich möglicherweise von Amerika aus nach Europa verbreitet haben. Ectobius kohlsi allerdings starb recht rasch in Nordamerika aus. Warum ist unbekannt. Erst viel später wurde die nordeuropäische Schabe Ectobius vittiventris wieder zurück nach Amerika gebracht - von europäischen Entdeckern und Eroberern. [mawi]

Hilfsaktion US-Eisbrecher soll nun Retter in der Antarktis retten

Ein Eisbrecher der US-Küstenwache soll die beiden in der Antarktis festsitzenden Schiffe, den chinesischen Eisbrecher Snow Dragon und das russische Forschungsschiff MV Akademik Shokalskiy befreien. Die Polar Star sei in Sydney in See gestochen, teilte die US-Regierung in Washington mit. Die Snow Dragon sitzt seit der Rettung von 52 Wissenschaftlern und Touristen von der MV Akademik Shokalskiy mit einem Hubschrauber selbst im Packeis fest. [mawi]

Biologie Auch Parasiten haben Sex

Forscher der britischen Universität Bristol haben Erreger der Schlafkrankheit mit unterschiedlichen Fluoreszenz-Farbstoffen markiert und ihr Verhalten im Innern ihres Wirtes, der Tse-Tse-Fliege, beobachtet. Unter dem Mikroskop sahen sie, dass Trypanosomen sich miteinander vereinigten. Zwei Einzeller verschmolzen zu einer einzigen großen Zelle. Die sexuelle Fortpflanzung spiele bei Trypanosoma brucei offenbar eine größere Rolle als bislang angenommen. So könnten Gene zwischen unterschiedlichen Stämmen ausgetauscht werden, schrieben die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Und wahrscheinlich geschehe dies auch jedes Mal, wenn zwei verschiedene Trypanomsomen in einer Tse-Tse-Fliege zueinander finden. Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass sich einzellige Parasiten vor allem ungeschlechtlich fortpflanzen – mittels Zellteilung. [mawi]

Gesundheit Obst und Gemüse schützen vor Asthma

In den Industrieländern erkrankten in den letzten 50 Jahren immer mehr Menschen neu an allergischem Asthma. Eine Ursache könnte darin liegen, dass Früchte und Gemüse seltener auf dem Speiseplan stehen. Forscher der Universitätsklinik Lausanne haben in Versuchen an Mäusen nachgewiesen, dass das Fehlen von Fasern in der Nahrung allergische Entzündungsreaktionen in der Lunge begünstigt. Die Forscher hatten den Mäusen entweder eine Standarddiät mit vier Prozent Faseranteil verfüttert oder Niedrigfaserkost mit einem Anteil von nur 0,3 Prozent fermentierbaren Fasern. Als sie die Mäuse einem Extrakt von Hausstaubmilben aussetzten, entwickelten die Mäuse auf Niedrigfaserkost eine stärkere allergische Reaktion als die Mäuse auf Standarddiät, heißt es im Fachblatt "Nature Medicine". Darmbakterien fermentieren die in der Nahrung enthaltenen Fasern, dadurch gelangen Fettsäuren ins Blut, die offenbar die Immunantwort in der Lunge beeinflussen. Wie stark Menschen mit Astma von einer faserreichen Kost profitieren, wollen die Forscher in einer Folgestudie herausfinden. [mawi]

Quelle: Nature Medicine. doi: 10.1038/nm.3444

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