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Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
15.01.2014

Biologie Teilen stärkt soziale Bindungen.

Teilen Schimpansen ihre Nahrung mit Artgenossen, schütten sie vermehrt das Hormon Oxytocin aus, das eine wichtige Rolle in sozialen Beziehungen spielt. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den Proceedings B der britischen Royal Society. Die Primatologen hatten im Budongo-Schutzgebiet in Uganda den Urin von Schimpansen untersucht. Dabei fanden sie stets hohe Hormonkonzentrationen, wenn die Affen geteilte Nahrung verspeisten, unabhängig davon, ob sie Spender oder Empfänger waren. Die Oxytocin-Konzentrationen im Urin waren dabei sogar höher als bei der sozialen Fellpflege, der ebenfalls für die Festigung sozialer Beziehungen eine wichtige Rolle zugesprochen wird.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098.rspb.2013.3096)

Physik Physiker lösen das Rätsel der Kettenfontäne.

Lässt man eine Kette aus Metallperlen aus einem Gefäß herauslaufen, fließt sie gen Boden und steigt dabei scheinbar schwerelos in die Höhe. Physiker aus Cambridge haben jetzt untersucht, was diesem Fontänen-Phänomen zugrunde liegen könnte. Wie sie in den Proceedings A der britischen Royal Society berichten, beginnt die Kette dabei nicht nur, aus dem Behälter zu fließen, sondern sie springt auch spontan weit über den Rand des Bechers hinaus nach oben und bildet eine Fontäne. Diesen Effekt konnten die Forscher nun berechnen und eine Gesetzmäßigkeit für das Fontänen-Phänomen beschreiben. Demnach ist die Größe des Bogens proportional zum Quadrat der Kettengeschwindigkeit. Das bedeutet: Je schneller die Kette nach unten gezogen wird, desto höher steigt die Fontäne auf.

[mst]

Quelle: Proc R Soc A (10.1098/rspa.2013.0689)

Biologie Der Klimawandel setzt Austern doppelt zu.

Denn durch die Versauerung der Meere bleiben die Austern nicht nur kleiner, sondern werden aufgrund ihrer geringeren Größe auch anfälliger für ihren Hauptfeind: Urosalpinx cinerea, einer Muschel fressenden Meeresschnecke. Das berichten US-Forscher aus Kalifornien nach Experimenten in den Proceedings B der britischen Royal Society. Hochgerechnet können die auch als Austernbohrer bekannten Stachelschnecken fast 50 Prozent mehr dieser wirtschaftlich wichtigen Muscheln vertilgen.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2013.2681)

Telekommunikation Ein US-Gericht kippt die Netzneutralität.

Ein Berufungsgericht in den USA hat den Regeln zur Netzneutralität einen Dämpfer verpasst, wonach alle Datenpakete im Internet gleich behandelt werden müssen. Die Richter in Washington gaben dem Telekom-Konzern Verizon recht, der dagegen geklagt hatte. Die amerikanische Telekomaufsicht FCC hatte 2010 ihre Open Internet-Regeln beschlossen, die den Spielraum der Netzbetreiber im Umgang mit verschiedenen Daten einschränkten. Das Berufungsgericht stellte nun fest, dass die US-Behörde nicht befugt gewesen sei, solche Regeln einzuführen. Das Urteil könnte Folgen für Anbieter von Videodiensten haben. Bleibt es bestehen, könnten die Anbieter gezwungen sein, für den Transport ihrer Daten durch amerikanische Breitband-Netze zu bezahlen.

[mst]

Quelle: Agenturen / http://docs.dpaq.de/6101-openinternetopinion.pdf

Biophysik Forscher bauen eine fliegende Qualle.

Mathematiker der New York University haben ein Flug-Modell entwickelt, das die Schwimmbewegungen einer Qualle imitiert. Wie die Forscher im Journal of the Royal Society Interface darlegen, steigt die ultraleichte Konstruktion auf, indem sich vier kreisförmig angeordnete Schwingen öffnen und schließen. Dies ist der erste so genannte Ornithopter - ein Fluggerät, das durch Bewegung der Tragflächen Vortrieb erzeugt -, der ohne Regelung und aerodynamische Stabilisierung wie Segelflächen auskommt. Die Flügel der fliegenden Qualle sind acht Zentimeter lang. Insgesamt bringt der Flugkörper 2,1 Gramm Gewicht auf die Waage. Grund ist die Leichtbauweise: Die Flügel sind mit transparenter Polyesterfolie bespannt.

[mst]

Quelle: J.R.Soc.Interface (10.1098/rsif.2013.0992)

Klima Europa verliert Wasser.

In vielen Teilen Europas wird es in den kommenden Jahrzehnten schwere und lange anhaltende Dürren sowie fallende Flusspegel geben. Das schreiben Wissenschaftler der Universität Kassel im Fachblatt Hydrology and Earth System Sciences. Vor allem in Südeuropa werde das Wasser im Laufe des 21. Jahrhunderts immer knapper werden. Niedrigwasserabflüsse sinken demnach vor allem in Spanien, Portugal und Italien, sowie in Südfrankreich und auf dem Balkan, in einigen Gebieten sind Minderungen von 40 Prozent zu erwarten. Verbunden damit seien große Dürreperioden mit bis zu 80 Prozent höherem Abflussdefizit. Auch Regionen, denen wegen des Klimawandels vermehrte Niederschläge vorhergesagt wurden, dürften wegen des erhöhten Wasserverbrauchs zukünftig unter hydrologischen Dürren und fallenden Pegeln leiden.

[mst]

Quelle: IDW/Hydrol.Earth Syst.Sci. (18,85-108, 2014)

14.01.2014

Rundfunktechnik Die EU lässt die Zuteilung von Rundfunkfrequenzen prüfen.

Sie will sie unter Umständen neu vergeben. Zu diesem Zweck hat die Kommission nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis zum Sommer Vorschläge vorlegen soll. Die Brüsseler Behörde hat dabei vor allem das Spektrum zwischen 470 und 790 Megahertz im Blick. In Deutschland werden auf diesen Frequenzen unter anderem fast alle terrestrischen digitalen Fernsehprogramme ausgestrahlt. Nach Ansicht der EU Kommission entspreche jedoch die heutige Aufteilung der Frequenzen nicht den Verbrauchergewohnheiten der Zukunft. Ein Zugang zum Netz per Funk auf diesen Wellenlängen könne helfen, Engpässe - zum Beispiel in der Provinz - zu vermeiden. In Deutschland schwelt bereits ein Streit um die Frequenzen jenseits von 700 Megahertz. Mobilfunkunternehmen hoffen, diese spätestens von 2017 an für sich nutzen zu können, ARD und ZDF planen, vom selben Jahr an eine neue digitale Fernsehtechnik einzuführen - auf denselben Frequenzen.

[gä]

Quelle: heise, Agenturen

Biologie Das Erbgut von Mitochondrien spielt bei der Evolution doch eine Rolle.

Mitochondrien sind die Energieerzeuger der Zellen. Ihr Erbgut wird nur von Müttern weitergegeben - wobei es große Unterschiede gibt zwischen den einzelnen Mitochondrien. Biologen hatten bislang jedoch vermutet, dass diese für die Evolution kaum eine Rolle spielen. Wissenschaftler der Uppsala Universitet widersprechen nun dieser Ansicht. Die Forscher hatten das Mitochondrien-Erbgut von 2000 Bohnenkäfern analysiert und gleichzeitig beobachtet, welche Tiere die meisten Nachkommen haben. In ECOLOGY LETTERS schreiben sie, dass sich dabei ein Zusammenhang zeigte zwischen bestimmten Varianten und dem Reproduktionserfolg. Sie ziehen daraus den Schluss, dass sich die These, Varianten in der DNA von Mitochondrien spielten keinen Unterschied für deren Funktion, nur schwer halten lassen dürfte.

[gä]

Quelle: alphagal

Biologie Primaten und Menschen sind energiesparende Säugetiere.

Die meisten Säugetiere leben ein schnelles Leben: Sie werden in wenigen Monaten geschlechtsreif, vermehren sich schnell und verenden jung. Nicht so Primaten - einschließlich des Menschen. Sie werden alt und vermehren sich eher unregelmäßig. Biologen vermuteten bereits länger, dass ein langsamer, sparsamer Stoffwechsel der Grund für die Langlebigkeit sein könnte. Ein internationales Forscherteam liefert jetzt in PNAS den Beleg für diese These. Demnach verbrauchen Primaten und Menschen nur halb so viele Kalorien wie andere Säugetiere vergleichbarer Größe. Die Untersuchung zeigte auch, dass Primaten in Zoos fast genauso viel Kalorien verbrennen wie die in freier Wildbahn. Die Forscher deuten das als Hinweis auf ein Wohlergehen der Tiere trotz Gefangenschaft. Sie stützen sich auf die Messung besonderer Isotope in der Atemluft, die einen Rückschluss auf den Energieverbrauch zulassen. Die Moleküle bekamen die Tiere in Form von Wasser mit einer ungewöhnlichen Isotopenzusammensetzung verabreicht.

[gä]

Quelle: PNAS

Biologie Darmparasiten hindern Heuschrecken am Schwärmen.

Davon zeigen sich Forscher der Zhejiang University in Hangzhou, China überzeugt. In PNAS führen sie zur Begründung ein Experiment an, bei dem sie das Schwarmverhalten der Insekten in Abhängigkeit von Parano sema locustae beobachteten. Dieser Parasit gedeiht im Dickdarm der Tiere. Dabei verändert er die Darmflora, die Serotoninausschüttung und die chemische Zusammensetzung der Exkremente. Die Forscher sammelten nun die Ausdünstungen der Exkremente gesunder und befallener Tiere und leiteten sie in zwei Terrarien mit gesunden Heuschrecken. Dabei beobachteten sie, dass die Insekten, die die Ausdünstungen der befallenen Heuschrecken wahrnahmen, viel seltener den Hang zum Schwärmen zeigten als die anderen Tiere. Die Forscher hoffen, dass sie die Veränderungen im Heuschreckendarm künstlich erzeugen und so ein Mittel gegen Heuschreckenplagen entwickeln können.

[gä]

Quelle: PNAS, Agenturen

Medizin Arme Kinder werden noch immer dicker.

Der Nachwuchs reicher Eltern dagegen nicht mehr. Das notieren Forscher der Harvard University im Fachblatt PNAS. Die Wissenschaftler stützen sich auf Daten, die im Zuge zweier Langzeitstudien in den USA erhoben werden. Die Auswertung zeige, dass zwischen 1988 und 2002 die Kinder aller Einkommensklassen im Schnitt an Gewicht zulegten. Seitdem jedoch ändert sich das Bild: Kinder von bessergestellten Eltern werden wieder leichter. Die Forscher führen das in erster Linie darauf zurück, dass in diesen Familien mehr Sport getrieben werde, außerdem sei die Ernährung gesünder. Unter "bessergestellt" verstehen die Wissenschaftler sowohl Familien mit hohem Einkommen als auch solche, in denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss hat.

[gä]

Quelle: PNAS, Agenturen

Medizin Die Polio-Impfkampagnen in Indien waren erfolgreich.

Seit zehn Jahren arbeiten rund 2,3 Millionen Helfer im Rahmen der Impfkampagne, sie impften so etwa 170 Millionen Kinder jedes Jahr. Seit drei Jahren ist nach Auskunft des Gesundheitsministeriums in Neu Delhi kein neuer Fall von Kinderlähmung gemeldet worden. Noch vor fünf Jahren wurde fast die Hälfte der weltweiten Poliofälle auf dem Subkontinent registriert. Die Weltgesundheitsorganisation kündigte an, Indien im Februar für poliofrei zu erklären, wenn die Daten einer Überprüfung Stand halten. Die WHO hat das Ziel, Polio auszurotten. 2013 wurden weltweit noch 370 Fälle gemeldet, die meisten davon aus Afghanistan, Pakistan und Nigeria.

[mawi, gä]

13.01.2014

Neurowissenschaft Ultraschall macht Gehirn sensibler für Berührungsreize

Von dieser Beobachtung berichten Forscher vom Virginia Tech Carilon Forschungs-Institut im Fachblatt "Nature Neuroscience". Sie hatten bei Freiwilligen schwache Ultraschall-Wellen durch die Schädeldecke hindurch auf die Hirnregion fokussiert, die für die Verarbeitung von Tast-Reizen zuständig ist. Im EEG konnten sie ablesen, dass die Aktivität der Hirnzellen in dieser Region daraufhin abnahm. Dennoch, so der erstaunliche Befund, reagierten die Probanden empfindlicher auf Tastreize. Sie konnten exakter als vorher differenzieren, ob Gegenstände die Haut an exakt demselben Punkt berührt hatten oder an eng benachbarten Stellen. Offenbar griffen die Ultraschallwellen in das Gleichgewicht von synaptischer Hemmung und Erregung zwischen benachbarten Nervenzellen ein, versuchen Forscher das Phänomen zu erklären. [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience

Neurowissenschaft/Psychologie Koffein verbessert Merkfähigkeit

Koffein hilft, wach zu werden oder zu bleiben. Forscher der Johns Hopkins Universität in Baltimore haben jetzt in einer kleinen Studie mit rund 70 Freiwilligen untersucht, ob Koffein auch Effekte auf das Gedächtnis hat. Sie zeigten den Studienteilnehmern eine Bilderserie. Dann verabreichten sie jedem zweiten Teilnehmer 200 Milligramm Koffein – das entspricht einem doppelten Espresso. Die anderen erhielten ein koffeinfreies Getränk. Am nächsten Tag wurden beide Gruppen gebeten, sich erneut Bilder anzusehen. Sie sollten dieselben Bilder vom Vortag, ähnliche und neue Bilder bestimmen. Die Gruppe der Koffein-Konsumenten war sehr viel besser darin, die ähnlichen Bilder herauszufinden - zum Beispiel einen Korb mit einem oder zwei Griffen. Das Herausfinden ähnlicher Muster fordere vom Gehirn eine deutlich schwierigere Abgrenzung als nur die Unterscheidung zwischen bekannten und unbekannten Bildern, so die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Dies scheine durch Koffein gefördert zu werden. Wie genau Koffein die Merkfähigkeit verbessert, wollen die Forscher jetzt untersuchen. [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience

Klimaforschung/Geophysik Großer Antarktis-Gletscher schmilzt immer schneller

Allein das Abschmelzen des Pine-Island-Gletschers im Westen der Antarktis könnte den Meeresspiegel in 20 Jahren um bis zu einen Zentimeter ansteigen lassen, schreiben Forscher vom Institut für Gletscherforschung und Geophysik der Universität Grenoble im Fachblatt "Nature Climate Change" In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Schmelze beschleunigt. Das Abschmelzen des Gletschers sei inzwischen – so wörtlich - "unumkehrbar". Im Durchschnitt seien in den letzten 20 Jahren jährlich 20 Milliarden Tonnen Eis des Gletschers geschmolzen. Der jährliche Eis-Verlust könne auf bis zu 100 Milliarden Tonnen Eis anwachsen, so die Forscher. [mawi]

Quelle: "Nature Climate Change" - DOI: 10.1038/NCLIMATE2094

Medizin Aids-Forscher haben Versteck des HI-Virus entdeckt

Die gleichzeitige Gabe von drei oder mehr Aids-Medikamenten kann die Vermehrung des Virus unterdrücken. Forscher wissen aber schon lange, dass sich das Virus so nicht aus dem Körper vertreiben lässt. Das HI-Virus ruht offenbar in einigen Zellen. Werden die Medikamente abgesetzt, werden in diesen Zellen versteckte Viren aktiv und vermehren sich. Forscher des Ragon Institutes in Cambridge Massachusetts gehen davon aus, dass unreife Zellen des Immunsystems – sogenannte T-Gedächtnis-Stammzellen – in der Frühphase der Infektion bereits von HI-Viren befallen werden. Diese Zellen lebten Jahre bis Jahrzehnte. Sind die Stammzellen mit HIV infiziert, sind es deren Tochterzellen auch. Infizierte T-Gedächtnis-Stammzellen könnten die lange gesuchte Quelle bilden für immer neue, bereits infizierte Immunzellen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine".Sie hatten in den T-Gedächtnis-Stammzellen Infizierten, die seit sechs bis zehn Jahren medikamentös behandelt werden, Virus-Erbinformation entdeckt, die identisch war mit dem Erbgut der HI-Viren aus der Anfangszeit der Infektion. [mawi]

Raumfahrt Auf der ISS sind die Weihnachtsgeschenke erst gestern angekommen

Der Raumtransporter Cygnus hat gestern – drei Wochen später als geplant - an der Internationalen Raumstation ISS fest gemacht. Der Frachter des US-Unternehmens Orbital Sciences hat mehr als eine Tonne Material an Bord: Vor allem Ausrüstung für Experimente – etwa einige Ameisen, deren Verhalten in der Schwerelosigkeit untersucht werden soll - aber auch Weihnachtsgeschenke für die ISS-Besatzung. Es handelt sich um den ersten regulären Versorgungsflug für Orbital Sciences. Die Firma hatte bislang nur einen Testflug ohne Nutzlast unternommen. Das Konkurrenzunternehmen SpaceX hat seinen unbemannten wiederverwendbaren Raumtransporter Dragon bereits drei Mal zur ISS geschickt. Cygnus soll bis zum 18. Februar mit Müll beladen werden, der dann zusammen mit dem Frachter beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. [mawi]

10.01.2014

Tiermedizin Ein Rind aus Brandenburg litt an BSE.

Erstmals seit 2007 ist in Brandenburg wieder ein Fall von BSE bei einem Rind nachgewiesen worden. Wie das Landes-Umweltministerium in Potsdam heute mitteilte, hatte das Tier keine Anzeichen einer klinischen Erkrankung. Es litt an atypischer BSE, die nur bei älteren Tieren auftritt und spontan entsteht. Das Rind ist geschlachtet und Anfang Januar einem Schnelltest unterzogen worden. Der Kadaver wurde fachgerecht entsorgt und der Schlachthof desinfiziert. Die Herde, aus der das Tier stammt, steht unter Quarantäne. //[reu]//

 

Quelle: Agenturen

Physiologie Moderater Kaffee-Konsum entzieht dem Körper kein Wasser.

Zumindest für Männer konnten britische Forscher keinen Beleg dafür finden, dass der Genuss von vier Tassen Kaffee pro Tag eine harntreibende Wirkung hat. Fünfzig Probanden hatten diese Menge des Getränks drei Tage lang zu sich genommen. Zum Vergleich tranken sie zehn Tage später täglich dasselbe Volumen Wasser. Ein Unterschied in ihrem Wasserhaushalt war dabei nicht festzustellen, wie die Forscher in "PLoS One" berichten. Von reinem Koffein weiß man, dass es schwach harntreibend wirkt. Daher sei man wohl bisher davon ausgegangen, dass das auch für Kaffee selbst gelte, glauben die Forscher. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0084154

Medizin Ein Zellgift kann eine Aids-Therapie unterstützen.

Ein maßgeschneidertes Toxin kann auch solche HI-Viren bekämpfen, die sich bisher einer antiretroviralen Therapie entzogen haben. Das berichten Forscher aus North Carolina im Fachmagazin "PLoS Pathogens". HI-Viren können Körperzellen befallen und dort eine herkömmliche Therapie überdauern, um sich später wieder auszubreiten. Die US-Forscher haben Mäuse, die mit HIV infiziert waren, zusätzlich zu einer etablierten Medikamententherapie mit einem Zellgift behandelt. Dieser Wirkstoff tötete nur solche Zellen ab, die von den Viren befallen waren. Deren Zahl wurde nach Angaben der Forscher dadurch deutlich gesenkt. Möglicherweise sei es mit solch einer Kombinationstherapie möglich, eine lebenslange Behandlung mit Medikamenten überflüssig zu machen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.ppat.1003872

Raumfahrt Der "Schwan" hebt mit Verspätung ab.

Der private Raumtransporter "Cygnus" ist drei Wochen später als geplant zur Raumstation ISS aufgebrochen. An Bord einer Antares-Rakete sei der Frachter gestern Mittag vom US-Bundesstaat Virginia aus gestartet, teilte die Raumfahrtbehörde Nasa mit. "Cygnus" hat rund 1200 Kilogramm Nachschub und wissenschaftliche Experimente an Bord. Er wird am Sonntag an der ISS erwartet. Rund einen Monat später soll der Frachter wieder abdocken und in den Pazifik stürzen. Der Start des Transporters war aus unterschiedlichen Gründen mehrmals verschoben worden. //[reu]//

Quelle: Nasa

Biologie Ameisen verschleppen Sklaven.

Biologen aus Mainz und Görlitz beschreiben im Fachblatt "ZooKeys" eine neu entdeckte Ameisenart, die andere Ameisenvölker versklavt. Getauft wurden die Insekten auf den Namen //Temnothorax pilagens//. Sie leben im Osten der USA und haben sich auf winzige Ameisen spezialisiert, die in hohlen Nüssen leben. Deren Bau überfallen die Räuber, um die Brut in die eigene Behausung zu verschleppen. Dort müssen die heranwachsenden Ameisen für ihre Entführer arbeiten. Die überfallenen Stämme setzen sich oft nicht zur Wehr, weil die Eindringlinge wahrscheinlich ihren eigenen Duft mit einer bestimmten Chemikalie überdecken. Ein ähnliches Verhalten wurde bereits bei sogenannten Amazonenameisen beobachtet. //[reu]//

Quelle: DOI: 10.3897/zookeys.368.6423

Medizin Wissenschaftler stellen heute im Fachblatt "The Lancet" eine Gentherapie vor.

Sie könne die Symptome der Nervenerkrankung Parkinson bekämpfen und sei erfolgreich an fünfzehn Versuchsteilnehmern getestet worden, wie die Forscher berichten. Die Therapie soll den Mangel an dem Botenstoff Dopamin ausgleichen, der eine wichtige Rolle spielt für die motorischen Fähigkeiten der Patienten. Dazu wurden den Probanden drei Gene injiziert, die an der Dopamin-Produktion beteiligt sind. Die Koordinationsfähigkeit der Patienten und ihr Gleichgewichtssinn verbesserten sich darauf hin. Nach Angaben der Forscher hielt diese Verbesserung bei allen Patienten bis zu einem Jahr lang an. //[reu]// 

Quelle: DOI:10.1016/S0140-6736(13)61939-X

09.01.2014

Biologie Weiße Haie können über 70 Jahre alt werden.

Das ergab eine in "PLoS One" veröffentlichte Altersbestimmung. Damit werden Weiße Haie viel älter als die 23 Jahre, die man bislang angenommen hatte. Für die Altersbestimmung hatten US-Wissenschaftler nach radioaktiven Ablagerungen in den Wirbelkörpern der Haie gesucht. Haie haben, wie andere Meereslebewesen auch, Kohlenstoffisotope C14 aus Atombombentests in ihr Gewebe eingelagert. Da der Anstieg des C14 in der Atmosphäre für alle Bombentestjahre bekannt ist, konnte das Alter der Weißen Haie mit der Radiokarbonmethode genau bestimmt werden. //[tj]//

Quelle: PLoS One

Mikrobiologie Cholera-Erreger waren früher wesentlich gefährlicher als heutzutage.

Das haben US-amerikanische Genetiker herausgefunden. Wie sie im "New England Journal of Medicine" berichten, haben sie den konservierten Darm eines Cholera-Opfers aus dem Jahr 1849 untersucht. Sie konnten das Erbgut des Cholera-Erregers entschlüsseln und mit dem Genom moderner Cholera-Erreger vergleichen. Beide weichen deutlich voneinander ab, wobei der Cholera-Erreger des 19. Jahrhunderts gefährlicher war. Dennoch sterben auch heute noch jedes Jahr 100.000 bis 120.000 Menschen an Cholera. //[tj]//

 

Quelle: NEJM

Paläontologie Viele der ausgestorbenen Meeresreptilien hatten eine dunkle Farbe.

Was bislang nur vermutet werden konnte, läßt sich jetzt nachweisen. Ein internationales Forscherteam hat bei drei Fossilien entfernt verwandter Meeresbewohner Hautpigmente gefunden. Mit Massenspektrometer und Elektronenmikroskop konnten sie diese analysieren und als Eumelanin nachweisen. Das bedeutet: Alle drei Tiere– ein Ichthyosaurier, ein Mosasaurier und eine Schildkrötenart - waren dunkelbraun bis nahezu schwarz. Die dunkle Färbung habe wohl der Tarnung gedient, schreiben die Forscher in Fachmagazin "Nature". Auch habe sie die Regulation der Körpertemperatur verbessert und den Tieren damit ermöglicht, auch kältere Gewässer zu besiedeln. //[tj]//

 

Quelle: Nature

Kernforschung Die Zahl der Länder mit atomwaffenfähigem Spaltmaterial ist gesunken: von 32 auf 25 Länder

Zu diesem Ergebnis kommt die neue Ausgabe des "Nuclear Security Index", den die Internationale Atomenergiebehörde vorgestellt hat. Österreich, Tschechien, Ungarn, Mexiko, Schweden, die Ukraine und Vietnam hätten ihre Arsenale komplett oder fast vollständig aufgegeben. Zudem seien 15 der verbleibenden 25 Staaten besser bewertet worden, was den Schutz von waffenfähigem Nuklearmaterial vor Diebstahl angeht. Allerdings sei die Gefahr einer nuklearen Katastrophe oder eines Terrorangriffs nicht gebannt. Noch immer gäbe es fast 500 Tonnen Plutonium und 1440 Tonnen hochangereichertes Uran in den Anlagen weltweit- und ein Teil dieser Stoffe sei nur schlecht gesichert. //[tj]//

 

Quelle: IAEA

Raumfahrt Die Internationale Raumstation ISS soll bis 2024 im Einsatz bleiben.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat dies beschlossen. Die Entscheidung sei mit den internationalen Partnern abgesprochen; dazu gehören elf europäische Ländern sowie Russland, Kanada, Japan und Brasilien. Seit Ende 2000 forschen Astronauten auf der ISS, die gut 350 Kilometer über der Erde kreist. Technisch gesehen sei die Raumstation sogar bis 2028 einsatzfähig. //[tj]//

 

Quelle: Agenturen

Biologie Schrumpelfinger greifen weder besser noch schlechter

Wer lange in der Badewanne liegt und Schrumpelfinger bekommt, der kann nasse Seife keineswegs besser greifen als mit trockenen Fingern. Das haben Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch in einer Studie ermittelt und widersprachen damit britischen Kollegen, die vor einem Jahr genau das Gegenteil beschrieben hatten. Die Berliner Forscher bezweifeln, ob Schrumpelfinger überhaupt einen Vorteil haben. Sie seien wohl nur eines: der Nebeneffekt der Verengung feiner Blutgefäße in den Händen, bei der sich die Haut nach innen zieht. //[tj]//

 

Quelle: PLoS

Kernforschung Japanische Wissenschaftler planen eine kontrollierte Kernschmelze.

Wie die japanische Atomenergiebehörde heute mitteilte, sei ein "Störfall-Experiment" in einer Kernforschungsanlage in Ibaraki nördlich von Tokio geplant. Mit dem Versuch wolle man herausfinden, wie Kernschmelzen genau ablaufen. Die beteiligten japanische Wissenschaftler hoffen, mehr über schwere Unglücke wie im havarierten Atomkraftwerk Fukushima zu erfahren und somit für künftige Katastrophen vorbereitet zu sein. Die geplante kontrollierte Kernschmelze wäre die erste in Japan. In den USA oder Frankreich gab es bereits ähnliche Experimente. //[tj]//

 

Quelle: Agenturen

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