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Seit 08:30 Uhr Nachrichten
17.01.2014

Recht In Deutschland werden vorerst keine Gentests an Embryonen durchgeführt.

Die Verordnung zur sogenannten Präimplantationsdiagnostik, PID, wird offenbar nicht rechtzeitig umgesetzt werden können. Sie wird zum 1. Februar in Kraft treten, aber die meisten Bundesländer haben die Voraussetzungen zur Anwendung noch nicht geschaffen. Das meldet der Evangelische Pressedienst unter Berufung auf eine Umfrage unter den Landesregierungen. Demnach sind noch keine PID-Zentren genehmigt und keine Ethik-Kommissionen gebildet worden. Die Verordnung soll bei einer künstlichen Befruchtung Gentests an Embryonen ermöglichen, wenn die Eltern ein hohes Risiko für eine Erbkrankheit des Kindes tragen. Diese Tests dürfen nur in zugelassenen PID-Zentren durchgeführt werden und müssen im Einzelfall von einer Ethik-Kommission genehmigt werden. //[reu]//

 

Quelle: EPD

Chemie Ein Wirkstoff könnte dabei helfen, Erinnerungen an traumatische Erlebnisse zu mildern…

...auch wenn das Ereignis schon lange zurück liegt. Das berichten Forscher vom MIT in Boston im Fachjournal "Cell". Sie glauben, dass solch ein Medikament aus der Klasse der HDAC-Inhibitoren eine Psychotherapie unterstützen könnte. Dabei berufen sie sich auf Versuche, die sie an Labormäusen durchgeführt haben. Die Mäuse hatten zunächst gelernt, dass der Aufenthalt in einer bestimmten Kammer stets einen elektrischen Schlag nach sich zog. Selbst einen Monat später mieden die Nager diese Kammer. Mit Hilfe des Inhibitors und eines speziellen Trainings gelang es den Wissenschaftlern, diese Verknüpfung zu löschen. Die Forscher glauben, dass traumatische Erinnerungen Spuren in den Genen hinterlassen. Der Inhibitor ermögliche es, diese chemischen Veränderungen mit neuen Informationen zu überschreiben. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.cell.2013.12.020

Materialforschung Ein Nanonetzwerk saugt besonders stark.

Forscher aus Italien haben ein schwammartiges Material entwickelt, das außergewöhnlich hohe Mengen an Schadstoffen aus dem Wasser aufsaugen kann, zum Beispiel Pestizide oder Arzneimittel. Außerdem bindet es besonders viel Öl, so dass es sich dafür eignen könnte, eine Ölpest zu bekämpfen. Das Material besteht aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die zu einem porösen Netzwerk verknüpft sind. Sie enthalten außerdem Eisen, so dass sie mit Hilfe eines Magneten leicht wieder aus dem Wasser entfernt werden können, wie die Forscher im Fachblatt "Nanotechnology" berichten. //[reu]//

 

Quelle: DOI:10.1088/0957-4484/25/6/065701

Evolution Der Hund begleitet den Menschen länger als gedacht.

Die Entwicklungslinien von Hund und Wolf haben sich vor einer Zeit getrennt, die zwischen 9000 und 34.000 Jahre zurück liegt. Demnach existierten Hunde schon, bevor die Menschen sesshaft wurden, um Ackerbau zu betreiben. Das berichtet ein internationales Forscherteam, das die Genome von heute lebenden Tieren untersucht hat. Die Wissenschaftler folgern daher, dass bereits Jäger und Sammler die Tiere domestiziert haben. Die Studie ist im Fachblatt "PLoS Genetics" erschienen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pgen.1004016

Biochemie Biologen finden das Wandlungshormon der Quallen.

Ein internationales Forscherteam hat den biochemischen Mechanismus entschlüsselt, mit dem sich Ohrenquallen vom sesshaften Polypen-Stadium zur ausgewachsenen Meduse verwandeln, die im Wasser schwebt. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Hormon, das sich in den kalten Wintermonaten im Körper der Polypen ansammelt und im Frühjahr für eine gleichzeitige Blüte sorgt. Die Aktivierung der Substanz erfolgt offenbar durch den Temperaturanstieg im Wasser, wie die Forscher im Fachblatt "Current Biology" schreiben. Die Experten konnten zeigen, dass sich mit dem Hormon eine vorzeitige Umwandlung einleiten ließ. Sie weisen darauf hin, dass sich auf diese Weise eine Quallenplage verhindern lasse. Im vergangenen Jahr zum Beispiel musste ein Atomreaktor in Schweden abgeschaltet werden, weil ein gigantischer Quallenschwarm ins Kühlwasser geraten war. //[reu]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.12.003

Biotechnik Spezialhefe soll den Alkoholgehalt im Wein senken.

Australische und spanische Forscher haben eine Hefe entdeckt, die Wein mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt erzeugt. Dazu hatten die Wissenschaftler fünfzig verschiedene Pilze untersucht, die nicht den Bäckerhefen angehören. Eine Art aus der Gattung Metschnikowia erwies sich dabei als die einzige, die den Alkoholgehalt des Weines senken konnte. Ein Rotwein, der mit ihrer Hilfe gekeltert wurde, enthielt nur 13,4 Prozent Alkohol anstelle der sonst üblichen 15 Prozent, schreiben die Forscher im Fachblatt "Applied and Environmental Micro-biology". Ein niedriger Alkoholgehalt lässt das Aroma des Weins besser zur Geltung kommen. Der Trend in den vergangenen Jahren ging aber hin zu höheren Prozenten Alkohol, weil die Beeren später gelesen werden, um den Geschmack bestimmter Gerbstoffe abzumildern. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1128/AEM.03780-13

16.01.2014

Genetik Eine Wasserprobe zeigt den Aquariuminhalt.

Das größte Becken des Monterey Bay Aquariums in Kalifornien fasst rund 4,5 Millionen Liter Wasser. Meeresforschern der Universität Washington hat davon nur ein Wasserglas voll als Probe gereicht, um anhand von Genanalysen alle im Aquarium schwimmenden Fischarten bestimmen zu können. Das berichten sie im Fachmagazin "PLoS One". Das Wasser sei im Grunde eine Suppe aus Zellen, Gewebefetzen und Exkrementen, schreiben die Forscher. An der darin enthaltenen DNA konnten sie nicht nur die vorhandenen Fischarten erkennen, sondern auch die relative Häufigkeit ihres Vorkommens im Becken abschätzen. In Zukunft könnte diese Technik auch im offenen Meer angewendet werden. Solche Untersuchungen wären günstiger und schneller durchzuführen als klassische Zählmethoden, etwa mit Netzfallen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0086175

Medizin Eine Gentherapie hilft bei einem vererbbaren Augenleiden.

Forscher der Universität Oxford haben bei sechs Patienten eine bisher als unheilbar geltenden Erbkrankheit aufhalten können, indem sie mit Hilfe von Viren Ersatz für ein defektes Gen in deren Netzhautzellen einschleusten. Bei der sogenannten Chorioideremie sterben infolge einer Genmutation die Netzhautzellen im Laufe des Lebens ab – die Betroffenen erblinden. Im Rahmen der Studie konnten die Patienten nach der Gentherapie wieder besser sehen oder ihr Zustand verschlechterte sich nicht weiter, berichten die beteiligten Ärzte im Fachblatt "The Lancet". Angesichts der positiven Ergebnisse hoffen die Forscher, künftig auch für andere Augenleiden mit genetischen Ursachen wie der altersbedingten Makuladegeneration Gentherapien entwickeln zu können. //[luh]//

 

Quelle: DOI:10.1016/S0140-6736(13)62117-0

Botanik Bäume wachsen auch im Alter noch stark.

Bisher gingen Forstwissenschaftler davon aus, dass Bäume immer langsamer wachsen, je älter sie werden. Doch das ist offenbar falsch. Forscher des US Geological Survey haben herausgefunden, dass alte Bäume in der Regel sogar am meisten Masse pro Jahr zulegen. Zwar ist die Photosyntheseleistung der Blätter älterer Bäume geringer als bei jungen Bäumen. Doch diesen Nachteil kompensieren die Bäume im Alter durch größere Kronen und insgesamt mehr Blatt- oder Nadelfläche. In einem untersuchten Waldstück im Westen der USA beispielsweise machten alte Bäume, deren Stammdurchmesser schon mehr als einen Meter erreichte, nur einen Anteil von sechs Prozent aus. Doch sie lieferten 33 Prozent des Massezuwachses. Die Forscher analysierten Wachstumsdaten von über 650.000 einzelnen Bäumen aus 403 Baumarten tropischer und gemäßigter Zonen. Die Studie ist im Fachmagazin "Nature" erschienen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature12914

Genetik Ein Genom für 1000 Dollar.

Der US-Hersteller von DNA-Sequenziermaschinen, Illumina, hat angekündigt, noch in diesem Jahr einen Automaten auf den Markt zu bringen, der erstmals ein komplettes menschliches Genom zu Kosten von unter 1000 Dollar entschlüsseln kann. Umgerechnet sind das rund 740 Euro. Das 1000-Dollar-Genom gilt seit Jahren als symbolischer Meilenstein in der technischen Entwicklung der DNA-Analyse.  Als Wissenschaftler Anfang des Jahrtausends im Rahmen des Human-Genom-Projektes in jahrelanger Arbeit das erste komplette Erbgut eines Menschen sequenzierten, kostete das noch rund drei Milliarden US-Dollar. Die neue Maschine "HiSeq X Ten" von Illumina soll an nur einem Tag die komplette DNA von fünf Menschen sequenzieren können. //[luh]//

 

Quelle: Agenturen

Klimaforschung Deutschland gehört zu den größten Klimasündern der Welt

Die USA, China, Russland, Brasilien, Indien, Deutschland und Großbritannien – so liest sich die Rangliste der Länder, die zwischen 1906 und 2005 am stärksten zum globalen Klimawandel beigetragen haben. Kanadische Forscher der Concordia Universität in Montreal haben sie aufgestellt. Ihre Studie, die im Fachmagazin "Environmental Research Letters" erschienen ist, basiert auf historischen Daten nicht nur der jeweiligen Emissionen von Treibhausgasen wie CO2, sondern auch über klimawirksame Landnutzungsänderungen, wie das Abholzen von Wäldern in dieser Zeit. Spitzenreiter sind eindeutig die USA mit einem Anteil von 22 Prozent oder umgerechnet 0,15 Grad Celsius an insgesamt 0,7 Grad globaler Erwärmung in 100 Jahren. China kommt auf 9, Russland auf 8, Brasilien und Indien auf 7 Prozent. Deutschland und Großbritannien erreichen jeweils 5 Prozent. Den Berechnungen nach sind allein diese sieben Länder zusammen für 63 Prozent des globalen Temperaturanstiegs verantwortlich. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1088/1748-9326/9/1/014010

Hirnforschung Der Mensch braucht zum Sprechen beide Gehirnhälften.

Das berichten Forscher der Universität New York im Fachmagazin "Nature". Bisher besagt die Lehrmeinung, dass die Sprache hauptsächlich in der linken Hirnhälfte verarbeitet wird. Die Wissenschaftler machten Versuche mit 16 Freiwilligen, deren Gehirnaktivität sie mit Hilfe von Elektroden maßen, die direkt auf der Hirnrinde angebracht waren. Die Probanden mussten frei erfundene Wörter wie "pob" oder "kig" sagen, damit nur jene Hirnregionen aktiviert werden, die für das Aussprechen von Wörtern genutzt werden. Da die Wörter keine Bedeutung hatten, blieben andere Hirnregionen inaktiv,  die normalerweise für das Sprachverständnis wichtig sind. Die Tests zeigten, dass zumindest für die Aussprache Regionen in beiden Gehirnhälften genutzt werden. Die neuen Erkenntnisse könnten helfen, bessere Therapien für Patienten mit Sprachstörungen etwa nach einem Schlaganfall zu entwickeln, so die Forscher. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1037/nature12935

15.01.2014

Biologie Teilen stärkt soziale Bindungen.

Teilen Schimpansen ihre Nahrung mit Artgenossen, schütten sie vermehrt das Hormon Oxytocin aus, das eine wichtige Rolle in sozialen Beziehungen spielt. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den Proceedings B der britischen Royal Society. Die Primatologen hatten im Budongo-Schutzgebiet in Uganda den Urin von Schimpansen untersucht. Dabei fanden sie stets hohe Hormonkonzentrationen, wenn die Affen geteilte Nahrung verspeisten, unabhängig davon, ob sie Spender oder Empfänger waren. Die Oxytocin-Konzentrationen im Urin waren dabei sogar höher als bei der sozialen Fellpflege, der ebenfalls für die Festigung sozialer Beziehungen eine wichtige Rolle zugesprochen wird.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098.rspb.2013.3096)

Physik Physiker lösen das Rätsel der Kettenfontäne.

Lässt man eine Kette aus Metallperlen aus einem Gefäß herauslaufen, fließt sie gen Boden und steigt dabei scheinbar schwerelos in die Höhe. Physiker aus Cambridge haben jetzt untersucht, was diesem Fontänen-Phänomen zugrunde liegen könnte. Wie sie in den Proceedings A der britischen Royal Society berichten, beginnt die Kette dabei nicht nur, aus dem Behälter zu fließen, sondern sie springt auch spontan weit über den Rand des Bechers hinaus nach oben und bildet eine Fontäne. Diesen Effekt konnten die Forscher nun berechnen und eine Gesetzmäßigkeit für das Fontänen-Phänomen beschreiben. Demnach ist die Größe des Bogens proportional zum Quadrat der Kettengeschwindigkeit. Das bedeutet: Je schneller die Kette nach unten gezogen wird, desto höher steigt die Fontäne auf.

[mst]

Quelle: Proc R Soc A (10.1098/rspa.2013.0689)

Biologie Der Klimawandel setzt Austern doppelt zu.

Denn durch die Versauerung der Meere bleiben die Austern nicht nur kleiner, sondern werden aufgrund ihrer geringeren Größe auch anfälliger für ihren Hauptfeind: Urosalpinx cinerea, einer Muschel fressenden Meeresschnecke. Das berichten US-Forscher aus Kalifornien nach Experimenten in den Proceedings B der britischen Royal Society. Hochgerechnet können die auch als Austernbohrer bekannten Stachelschnecken fast 50 Prozent mehr dieser wirtschaftlich wichtigen Muscheln vertilgen.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2013.2681)

Telekommunikation Ein US-Gericht kippt die Netzneutralität.

Ein Berufungsgericht in den USA hat den Regeln zur Netzneutralität einen Dämpfer verpasst, wonach alle Datenpakete im Internet gleich behandelt werden müssen. Die Richter in Washington gaben dem Telekom-Konzern Verizon recht, der dagegen geklagt hatte. Die amerikanische Telekomaufsicht FCC hatte 2010 ihre Open Internet-Regeln beschlossen, die den Spielraum der Netzbetreiber im Umgang mit verschiedenen Daten einschränkten. Das Berufungsgericht stellte nun fest, dass die US-Behörde nicht befugt gewesen sei, solche Regeln einzuführen. Das Urteil könnte Folgen für Anbieter von Videodiensten haben. Bleibt es bestehen, könnten die Anbieter gezwungen sein, für den Transport ihrer Daten durch amerikanische Breitband-Netze zu bezahlen.

[mst]

Quelle: Agenturen / http://docs.dpaq.de/6101-openinternetopinion.pdf

Biophysik Forscher bauen eine fliegende Qualle.

Mathematiker der New York University haben ein Flug-Modell entwickelt, das die Schwimmbewegungen einer Qualle imitiert. Wie die Forscher im Journal of the Royal Society Interface darlegen, steigt die ultraleichte Konstruktion auf, indem sich vier kreisförmig angeordnete Schwingen öffnen und schließen. Dies ist der erste so genannte Ornithopter - ein Fluggerät, das durch Bewegung der Tragflächen Vortrieb erzeugt -, der ohne Regelung und aerodynamische Stabilisierung wie Segelflächen auskommt. Die Flügel der fliegenden Qualle sind acht Zentimeter lang. Insgesamt bringt der Flugkörper 2,1 Gramm Gewicht auf die Waage. Grund ist die Leichtbauweise: Die Flügel sind mit transparenter Polyesterfolie bespannt.

[mst]

Quelle: J.R.Soc.Interface (10.1098/rsif.2013.0992)

Klima Europa verliert Wasser.

In vielen Teilen Europas wird es in den kommenden Jahrzehnten schwere und lange anhaltende Dürren sowie fallende Flusspegel geben. Das schreiben Wissenschaftler der Universität Kassel im Fachblatt Hydrology and Earth System Sciences. Vor allem in Südeuropa werde das Wasser im Laufe des 21. Jahrhunderts immer knapper werden. Niedrigwasserabflüsse sinken demnach vor allem in Spanien, Portugal und Italien, sowie in Südfrankreich und auf dem Balkan, in einigen Gebieten sind Minderungen von 40 Prozent zu erwarten. Verbunden damit seien große Dürreperioden mit bis zu 80 Prozent höherem Abflussdefizit. Auch Regionen, denen wegen des Klimawandels vermehrte Niederschläge vorhergesagt wurden, dürften wegen des erhöhten Wasserverbrauchs zukünftig unter hydrologischen Dürren und fallenden Pegeln leiden.

[mst]

Quelle: IDW/Hydrol.Earth Syst.Sci. (18,85-108, 2014)

14.01.2014

Rundfunktechnik Die EU lässt die Zuteilung von Rundfunkfrequenzen prüfen.

Sie will sie unter Umständen neu vergeben. Zu diesem Zweck hat die Kommission nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis zum Sommer Vorschläge vorlegen soll. Die Brüsseler Behörde hat dabei vor allem das Spektrum zwischen 470 und 790 Megahertz im Blick. In Deutschland werden auf diesen Frequenzen unter anderem fast alle terrestrischen digitalen Fernsehprogramme ausgestrahlt. Nach Ansicht der EU Kommission entspreche jedoch die heutige Aufteilung der Frequenzen nicht den Verbrauchergewohnheiten der Zukunft. Ein Zugang zum Netz per Funk auf diesen Wellenlängen könne helfen, Engpässe - zum Beispiel in der Provinz - zu vermeiden. In Deutschland schwelt bereits ein Streit um die Frequenzen jenseits von 700 Megahertz. Mobilfunkunternehmen hoffen, diese spätestens von 2017 an für sich nutzen zu können, ARD und ZDF planen, vom selben Jahr an eine neue digitale Fernsehtechnik einzuführen - auf denselben Frequenzen.

[gä]

Quelle: heise, Agenturen

Biologie Das Erbgut von Mitochondrien spielt bei der Evolution doch eine Rolle.

Mitochondrien sind die Energieerzeuger der Zellen. Ihr Erbgut wird nur von Müttern weitergegeben - wobei es große Unterschiede gibt zwischen den einzelnen Mitochondrien. Biologen hatten bislang jedoch vermutet, dass diese für die Evolution kaum eine Rolle spielen. Wissenschaftler der Uppsala Universitet widersprechen nun dieser Ansicht. Die Forscher hatten das Mitochondrien-Erbgut von 2000 Bohnenkäfern analysiert und gleichzeitig beobachtet, welche Tiere die meisten Nachkommen haben. In ECOLOGY LETTERS schreiben sie, dass sich dabei ein Zusammenhang zeigte zwischen bestimmten Varianten und dem Reproduktionserfolg. Sie ziehen daraus den Schluss, dass sich die These, Varianten in der DNA von Mitochondrien spielten keinen Unterschied für deren Funktion, nur schwer halten lassen dürfte.

[gä]

Quelle: alphagal

Biologie Primaten und Menschen sind energiesparende Säugetiere.

Die meisten Säugetiere leben ein schnelles Leben: Sie werden in wenigen Monaten geschlechtsreif, vermehren sich schnell und verenden jung. Nicht so Primaten - einschließlich des Menschen. Sie werden alt und vermehren sich eher unregelmäßig. Biologen vermuteten bereits länger, dass ein langsamer, sparsamer Stoffwechsel der Grund für die Langlebigkeit sein könnte. Ein internationales Forscherteam liefert jetzt in PNAS den Beleg für diese These. Demnach verbrauchen Primaten und Menschen nur halb so viele Kalorien wie andere Säugetiere vergleichbarer Größe. Die Untersuchung zeigte auch, dass Primaten in Zoos fast genauso viel Kalorien verbrennen wie die in freier Wildbahn. Die Forscher deuten das als Hinweis auf ein Wohlergehen der Tiere trotz Gefangenschaft. Sie stützen sich auf die Messung besonderer Isotope in der Atemluft, die einen Rückschluss auf den Energieverbrauch zulassen. Die Moleküle bekamen die Tiere in Form von Wasser mit einer ungewöhnlichen Isotopenzusammensetzung verabreicht.

[gä]

Quelle: PNAS

Biologie Darmparasiten hindern Heuschrecken am Schwärmen.

Davon zeigen sich Forscher der Zhejiang University in Hangzhou, China überzeugt. In PNAS führen sie zur Begründung ein Experiment an, bei dem sie das Schwarmverhalten der Insekten in Abhängigkeit von Parano sema locustae beobachteten. Dieser Parasit gedeiht im Dickdarm der Tiere. Dabei verändert er die Darmflora, die Serotoninausschüttung und die chemische Zusammensetzung der Exkremente. Die Forscher sammelten nun die Ausdünstungen der Exkremente gesunder und befallener Tiere und leiteten sie in zwei Terrarien mit gesunden Heuschrecken. Dabei beobachteten sie, dass die Insekten, die die Ausdünstungen der befallenen Heuschrecken wahrnahmen, viel seltener den Hang zum Schwärmen zeigten als die anderen Tiere. Die Forscher hoffen, dass sie die Veränderungen im Heuschreckendarm künstlich erzeugen und so ein Mittel gegen Heuschreckenplagen entwickeln können.

[gä]

Quelle: PNAS, Agenturen

Medizin Arme Kinder werden noch immer dicker.

Der Nachwuchs reicher Eltern dagegen nicht mehr. Das notieren Forscher der Harvard University im Fachblatt PNAS. Die Wissenschaftler stützen sich auf Daten, die im Zuge zweier Langzeitstudien in den USA erhoben werden. Die Auswertung zeige, dass zwischen 1988 und 2002 die Kinder aller Einkommensklassen im Schnitt an Gewicht zulegten. Seitdem jedoch ändert sich das Bild: Kinder von bessergestellten Eltern werden wieder leichter. Die Forscher führen das in erster Linie darauf zurück, dass in diesen Familien mehr Sport getrieben werde, außerdem sei die Ernährung gesünder. Unter "bessergestellt" verstehen die Wissenschaftler sowohl Familien mit hohem Einkommen als auch solche, in denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss hat.

[gä]

Quelle: PNAS, Agenturen

Medizin Die Polio-Impfkampagnen in Indien waren erfolgreich.

Seit zehn Jahren arbeiten rund 2,3 Millionen Helfer im Rahmen der Impfkampagne, sie impften so etwa 170 Millionen Kinder jedes Jahr. Seit drei Jahren ist nach Auskunft des Gesundheitsministeriums in Neu Delhi kein neuer Fall von Kinderlähmung gemeldet worden. Noch vor fünf Jahren wurde fast die Hälfte der weltweiten Poliofälle auf dem Subkontinent registriert. Die Weltgesundheitsorganisation kündigte an, Indien im Februar für poliofrei zu erklären, wenn die Daten einer Überprüfung Stand halten. Die WHO hat das Ziel, Polio auszurotten. 2013 wurden weltweit noch 370 Fälle gemeldet, die meisten davon aus Afghanistan, Pakistan und Nigeria.

[mawi, gä]

13.01.2014

Neurowissenschaft Ultraschall macht Gehirn sensibler für Berührungsreize

Von dieser Beobachtung berichten Forscher vom Virginia Tech Carilon Forschungs-Institut im Fachblatt "Nature Neuroscience". Sie hatten bei Freiwilligen schwache Ultraschall-Wellen durch die Schädeldecke hindurch auf die Hirnregion fokussiert, die für die Verarbeitung von Tast-Reizen zuständig ist. Im EEG konnten sie ablesen, dass die Aktivität der Hirnzellen in dieser Region daraufhin abnahm. Dennoch, so der erstaunliche Befund, reagierten die Probanden empfindlicher auf Tastreize. Sie konnten exakter als vorher differenzieren, ob Gegenstände die Haut an exakt demselben Punkt berührt hatten oder an eng benachbarten Stellen. Offenbar griffen die Ultraschallwellen in das Gleichgewicht von synaptischer Hemmung und Erregung zwischen benachbarten Nervenzellen ein, versuchen Forscher das Phänomen zu erklären. [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience

Neurowissenschaft/Psychologie Koffein verbessert Merkfähigkeit

Koffein hilft, wach zu werden oder zu bleiben. Forscher der Johns Hopkins Universität in Baltimore haben jetzt in einer kleinen Studie mit rund 70 Freiwilligen untersucht, ob Koffein auch Effekte auf das Gedächtnis hat. Sie zeigten den Studienteilnehmern eine Bilderserie. Dann verabreichten sie jedem zweiten Teilnehmer 200 Milligramm Koffein – das entspricht einem doppelten Espresso. Die anderen erhielten ein koffeinfreies Getränk. Am nächsten Tag wurden beide Gruppen gebeten, sich erneut Bilder anzusehen. Sie sollten dieselben Bilder vom Vortag, ähnliche und neue Bilder bestimmen. Die Gruppe der Koffein-Konsumenten war sehr viel besser darin, die ähnlichen Bilder herauszufinden - zum Beispiel einen Korb mit einem oder zwei Griffen. Das Herausfinden ähnlicher Muster fordere vom Gehirn eine deutlich schwierigere Abgrenzung als nur die Unterscheidung zwischen bekannten und unbekannten Bildern, so die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Dies scheine durch Koffein gefördert zu werden. Wie genau Koffein die Merkfähigkeit verbessert, wollen die Forscher jetzt untersuchen. [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience

Klimaforschung/Geophysik Großer Antarktis-Gletscher schmilzt immer schneller

Allein das Abschmelzen des Pine-Island-Gletschers im Westen der Antarktis könnte den Meeresspiegel in 20 Jahren um bis zu einen Zentimeter ansteigen lassen, schreiben Forscher vom Institut für Gletscherforschung und Geophysik der Universität Grenoble im Fachblatt "Nature Climate Change" In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Schmelze beschleunigt. Das Abschmelzen des Gletschers sei inzwischen – so wörtlich - "unumkehrbar". Im Durchschnitt seien in den letzten 20 Jahren jährlich 20 Milliarden Tonnen Eis des Gletschers geschmolzen. Der jährliche Eis-Verlust könne auf bis zu 100 Milliarden Tonnen Eis anwachsen, so die Forscher. [mawi]

Quelle: "Nature Climate Change" - DOI: 10.1038/NCLIMATE2094

Medizin Aids-Forscher haben Versteck des HI-Virus entdeckt

Die gleichzeitige Gabe von drei oder mehr Aids-Medikamenten kann die Vermehrung des Virus unterdrücken. Forscher wissen aber schon lange, dass sich das Virus so nicht aus dem Körper vertreiben lässt. Das HI-Virus ruht offenbar in einigen Zellen. Werden die Medikamente abgesetzt, werden in diesen Zellen versteckte Viren aktiv und vermehren sich. Forscher des Ragon Institutes in Cambridge Massachusetts gehen davon aus, dass unreife Zellen des Immunsystems – sogenannte T-Gedächtnis-Stammzellen – in der Frühphase der Infektion bereits von HI-Viren befallen werden. Diese Zellen lebten Jahre bis Jahrzehnte. Sind die Stammzellen mit HIV infiziert, sind es deren Tochterzellen auch. Infizierte T-Gedächtnis-Stammzellen könnten die lange gesuchte Quelle bilden für immer neue, bereits infizierte Immunzellen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine".Sie hatten in den T-Gedächtnis-Stammzellen Infizierten, die seit sechs bis zehn Jahren medikamentös behandelt werden, Virus-Erbinformation entdeckt, die identisch war mit dem Erbgut der HI-Viren aus der Anfangszeit der Infektion. [mawi]

Raumfahrt Auf der ISS sind die Weihnachtsgeschenke erst gestern angekommen

Der Raumtransporter Cygnus hat gestern – drei Wochen später als geplant - an der Internationalen Raumstation ISS fest gemacht. Der Frachter des US-Unternehmens Orbital Sciences hat mehr als eine Tonne Material an Bord: Vor allem Ausrüstung für Experimente – etwa einige Ameisen, deren Verhalten in der Schwerelosigkeit untersucht werden soll - aber auch Weihnachtsgeschenke für die ISS-Besatzung. Es handelt sich um den ersten regulären Versorgungsflug für Orbital Sciences. Die Firma hatte bislang nur einen Testflug ohne Nutzlast unternommen. Das Konkurrenzunternehmen SpaceX hat seinen unbemannten wiederverwendbaren Raumtransporter Dragon bereits drei Mal zur ISS geschickt. Cygnus soll bis zum 18. Februar mit Müll beladen werden, der dann zusammen mit dem Frachter beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. [mawi]

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