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Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
21.01.2014

Biologie Einem Pflanzenvirus ist der Sprung zur Biene geglückt

Das berichtet ein chinesisch-US-amerikanisches Forscherteam in "mBIO". Auf das Virus sind die Forscher zufällig aufmerksam geworden: Sie suchten Bienenvölker routinemäßig nach Erregern ab. Dabei entdeckten sie das Tabak Ringfleckenvirus. Das wird vor allem durch Pollen verbreitet und befällt vorwiegend Sojapflanzen. Allerdings zählt zu seinen Eigenschaften, dass es sich sehr schnell verändern und damit an neue Wirte anpassen kann. Im Falle der Bienen ist es dem Virus offenbar gelungen. Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen einer Infektion und dem Zusammenbruch von Bienenstaaten. Eine Analyse von gesunden und gefährdeten Bienenstaaten ergab, dass in letzteren sich auch das Pflanzenvirus nachweisen ließ. Ferner konnten die Wissenschaftler das Virus auch in der Varroa-Milbe nachweisen. Auch diese Milbe wird mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht. [gä]

Quelle: pnas

Umwelt Chinas Exporte belasten Landluft erheblich

Geht es um den Klimaschutz und die Reduktion der CO2 Emissionen in der westlichen Welt, weisen Experten und Umweltaktivisten schon seit Jahren darauf hin, dass westliche Industrienationen mit der Produktion auch die CO2-Emission nach China verlagert haben. Forscher aus China und den USA zeigen nun in PNAS, in welchem Maße dabei auch der Schadstoffausstoß nach China verlagert wurde. Die Forscher errechneten, dass bis zu 36 Prozent des Schwefel-, Stick- oder Kohlenmonoxidausstoßes zwischen 2000 und 2009 auf die wachsende Exportindustrie zurückzuführen sei. Allein die im Auftrag von US-Unternehmen produzierten Güter machen 21 Prozent der Schadstoff-Emissionen aus. Würde die Industrie in China ähnlich effizient produzieren wie die der USA, und würde der Staat die Emissionen ähnlich scharf kontrollieren, ließe sich der Ausstoß um fast zwei Drittel senken. Die Forscher sind überzeugt, dass ihre Ergebnisse auch Eingang finden sollten in internationale Handels- und Umweltschutzverträge. [gä]

Quelle: pnas

Raumfahrt Der Kontakt zu Rosetta steht

Die europäische Kometensonde hat auf den ersten Funkbefehl des Europäischen Raumfahrtkontrollzentrums in Darmstadt reagiert und am Montag gegen 21 Uhr die ersten Telemetriedaten zurück zur Erde geschickt. Die Mitarbeiter der Bodenkontrolle schließen aus diesen Daten auf den Zustand der Sonde. Sie hatten sie per Funk angefordert, nachdem sich Rosetta mit einer leichten Verspätung am Abend um 19.18 Uhr gemeldet hatte. Die Raumsonde befindet sich derzeit weit von der Sonne entfernt. Weil ihre Elektronik von Solarzellen gespeist wird, wurden vor 958 Tagen planmäßig die meisten Systeme abgeschaltet. Rosetta eilt nun auf den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko zu. Im November soll sie eine kleine Landeeinheit auf dem Kern des Kometen absetzen. [gä]

Biologie Rädertierchen fressen für Amphibien tödlichen Pilz

Der Chitridpilz ist für Amphibien eine tödliche Bedrohung. Viele Amphibienarten sind bereits ausgestorben – vor allem in Mittelamerika. In einigen Seen der Pyrenäen in Europa werden jedoch nur sehr wenige Geburtshelferkröten mit diesem Pilz infiziert. Ein internationales Forscherteam hat daher nun diese Seen untersucht. Es stellt fest, dass in diesen Gewässern auch sehr viel weniger Chitridpilze gedeihen: Ihre Sporen werden von winzigen Wasserräubern wie Protozoen oder Rädertierchen in großen Mengen gefressen. In Gewässern ohne eine reichhaltige Gemeinschaft an winzigen Räubern hingegen fanden die Forscher hohe Infektionsraten, die künftig für den Zusammenbruch der Amphibienpopulation sorgen könnten.Forscher suchen schon länger nach effektiven biologischen Methoden zur Bekämpfung des Pilzes und zum Schutz der Amphibien. [mawi/gä]

Quelle: current biology

Technologie Elektronische Schnurrhaare können Gasströme ertasten

Und darüber hinaus die Entwicklung neuer Sensoren zum Beispiel für Roboter ermöglichen. Das notieren Forscher aus den USA in "PNAS". Die Wissenschaftler haben aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und winzigen Silber-Partikeln elastische Fasern geformt. Bei Tests zeigte sich, dass diese Fasern auf deutlich leichteren Druck reagierten als alle bisher eingesetzten vergleichbaren Sensoren. So sei es möglich, mit diesen elektronischen Härchen zum Beispiel Gasströmungen zwei und dreidimensional zu vermessen. Auch könne die Empfindlichkeit der Taster durch eine einfache Änderung der Zusammensetzung variiert werden. [gä]

      

Quelle: pnas

20.01.2014

Astronomie Forscher entdecken riesige Nebelwolke im All

Die Forscher von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz nutzten das Licht eines sogenannten Quasars mit Namen UM287, um die Wolke mit einem Durchmesser von zwei Millionen Lichtjahren abzubilden. Die Wolke sei vermutlich Teil eines kosmischen Gasnetzes, das sich durchs gesamte Universum ziehe, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Die Wolke sei mindestens doppelt so groß wie jeder zuvor entdeckte Nebel, und sie erstrecke sich noch weit über die galaktische Umgebung des Quasars hinaus. Quasare sind hell leuchtende, aktive Galaxienkerne, die von einem supermassiven Schwarzen Loch angetrieben werden. Astronomen vermuten schon länger, dass ein riesiges Netzwerk aus Wasserstoffgas das Weltall durchzieht und an den Knotenpunkten der Netzfasern, die sichtbaren Galaxien entstanden sind. [mawi]

Quelle: Nature, 10.1038/nature12898

Umwelt Pflanzenschutzmittel Glyphosat nicht giftiger als gedacht

Zu dieser Einschätzung kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Auswertung von mehr als 1000 neuen Studien habe keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat ergeben, teilte das Institut heute in Berlin mit. Glyphosat ist einer der weltweit meist eingesetzten Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln. Die Auswertung der Studien, so das Bundesinstitut, habe aber auch gezeigt, dass bestimmte glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel wegen anderer Inhaltsstoffe giftiger sein könnten als der Wirkstoff Glyphosat an sich. Dies werde bei der Zulassung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel berücksichtigt. Die aktuellen Daten gäben keinen Anlass, die Grenzwerte für den Wirkstoff wesentlich zu verändern. [mawi]

Zoologie Viren offenbar für Massensterben von Flamingos verantwortlich

Forscher der Universität Wien glauben, die Ursache für das massenhafte Verschwinden der in den Sodaseen des ostafrikanischen Rift Valley beheimateten Flamingos entdeckt zu haben. Hauptnahrung der Flamingos sind sogenannte Cyanobakterien, sogenannten Blaualgen. Werden die Blaualgen von Viren befallen, verschwinden damit auch hunderttausende Flamingos, berichten die Forscher im Fachblatt "ISME Journal". Die Forscher haben den kenianischen Nakurusee untersucht. Dort führte eine Virusinfektion zu einem massenhaften Absterben von Cyanobakterien. Die Folge: Die Flamingos fanden kein Futter mehr. Von über 1,25 Millionen Flamingos überlebten gerade einmal 1500. [mawi]

Biologie Koreanische Forscher finden "scharfe" Gene.

Das Erbgut der Chili-Pflanze Capsium annuum haben Forscher der koreanischen National-Universität in Seoul jetzt im Fachblatt "Nature Genetics" vorgestellt. Es handelt sich um eine Chili-Sorte aus Mexiko. Das Besondere: Die Pflanze ist gegen eine Vielzahl von Pflanzenschädlingen resistent und wird daher schon länger für Forschungs- und Zuchtprogramme genutzt. Zum Vergleich haben die koreanischen Forscher zwei weitere Chili-Sorten sowie eine Wildpflanze mit Namen Capsium chinense analysiert. Bei der vergleichenden Analyse stellten sie fest: Das Chili-Erbgut ist etwa vier Mal größer als das Erbgut der nahe verwandten Tomatenpflanzen. Die Forscher haben auch bereits die Erbgutregionen entdeckt, die zu der Schärfe der Chilis beitragen – sowie mit verantwortlich sind für die Widerstandfähigkeit gegenüber Schädlingen. [mawi]

Quelle: Nature Genetics, DOI: 10.1038/ng.2877

Biologie Forscher analysieren Erbgut krankmachender Würmer

Mit parasitischen Würmern sind weltweit etwa ein bis zwei Milliarden Menschen infiziert, schätzen Experten. Im Boden lebende Hakenwürmer gehören zu den häufigsten Verursachern von Wurminfektionen in den Tropen und Subtropen. Forscher der Washington University in St. Louis berichten im Fachblatt "Nature Genetics", dass sie das Erbgut des in den Tropen weit verbreiteten Wurm Necator americanus sequenziert haben. Bei einer ersten Analyse charakterisierten sie auch die Gene, die eine wichtige Rolle spielen bei der Entwicklung des Wurms sowie bei der Infektion von Menschen. Das Ziel ist, neue Angriffspunkte für künftige Wurm-Behandlungen zu identifizieren. Unbehandelt können Wurminfektionen zu Blutarmut und Mangelernährung führen. Bei Kindern kann es zudem zu Gedeih- und Entwicklungsstörungen kommen. [mawi]

Quelle: Nature Genetics, DOI: 10.1038/ng.2875

17.01.2014

Recht In Deutschland werden vorerst keine Gentests an Embryonen durchgeführt.

Die Verordnung zur sogenannten Präimplantationsdiagnostik, PID, wird offenbar nicht rechtzeitig umgesetzt werden können. Sie wird zum 1. Februar in Kraft treten, aber die meisten Bundesländer haben die Voraussetzungen zur Anwendung noch nicht geschaffen. Das meldet der Evangelische Pressedienst unter Berufung auf eine Umfrage unter den Landesregierungen. Demnach sind noch keine PID-Zentren genehmigt und keine Ethik-Kommissionen gebildet worden. Die Verordnung soll bei einer künstlichen Befruchtung Gentests an Embryonen ermöglichen, wenn die Eltern ein hohes Risiko für eine Erbkrankheit des Kindes tragen. Diese Tests dürfen nur in zugelassenen PID-Zentren durchgeführt werden und müssen im Einzelfall von einer Ethik-Kommission genehmigt werden. //[reu]//

 

Quelle: EPD

Chemie Ein Wirkstoff könnte dabei helfen, Erinnerungen an traumatische Erlebnisse zu mildern…

...auch wenn das Ereignis schon lange zurück liegt. Das berichten Forscher vom MIT in Boston im Fachjournal "Cell". Sie glauben, dass solch ein Medikament aus der Klasse der HDAC-Inhibitoren eine Psychotherapie unterstützen könnte. Dabei berufen sie sich auf Versuche, die sie an Labormäusen durchgeführt haben. Die Mäuse hatten zunächst gelernt, dass der Aufenthalt in einer bestimmten Kammer stets einen elektrischen Schlag nach sich zog. Selbst einen Monat später mieden die Nager diese Kammer. Mit Hilfe des Inhibitors und eines speziellen Trainings gelang es den Wissenschaftlern, diese Verknüpfung zu löschen. Die Forscher glauben, dass traumatische Erinnerungen Spuren in den Genen hinterlassen. Der Inhibitor ermögliche es, diese chemischen Veränderungen mit neuen Informationen zu überschreiben. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.cell.2013.12.020

Materialforschung Ein Nanonetzwerk saugt besonders stark.

Forscher aus Italien haben ein schwammartiges Material entwickelt, das außergewöhnlich hohe Mengen an Schadstoffen aus dem Wasser aufsaugen kann, zum Beispiel Pestizide oder Arzneimittel. Außerdem bindet es besonders viel Öl, so dass es sich dafür eignen könnte, eine Ölpest zu bekämpfen. Das Material besteht aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die zu einem porösen Netzwerk verknüpft sind. Sie enthalten außerdem Eisen, so dass sie mit Hilfe eines Magneten leicht wieder aus dem Wasser entfernt werden können, wie die Forscher im Fachblatt "Nanotechnology" berichten. //[reu]//

 

Quelle: DOI:10.1088/0957-4484/25/6/065701

Evolution Der Hund begleitet den Menschen länger als gedacht.

Die Entwicklungslinien von Hund und Wolf haben sich vor einer Zeit getrennt, die zwischen 9000 und 34.000 Jahre zurück liegt. Demnach existierten Hunde schon, bevor die Menschen sesshaft wurden, um Ackerbau zu betreiben. Das berichtet ein internationales Forscherteam, das die Genome von heute lebenden Tieren untersucht hat. Die Wissenschaftler folgern daher, dass bereits Jäger und Sammler die Tiere domestiziert haben. Die Studie ist im Fachblatt "PLoS Genetics" erschienen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pgen.1004016

Biochemie Biologen finden das Wandlungshormon der Quallen.

Ein internationales Forscherteam hat den biochemischen Mechanismus entschlüsselt, mit dem sich Ohrenquallen vom sesshaften Polypen-Stadium zur ausgewachsenen Meduse verwandeln, die im Wasser schwebt. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Hormon, das sich in den kalten Wintermonaten im Körper der Polypen ansammelt und im Frühjahr für eine gleichzeitige Blüte sorgt. Die Aktivierung der Substanz erfolgt offenbar durch den Temperaturanstieg im Wasser, wie die Forscher im Fachblatt "Current Biology" schreiben. Die Experten konnten zeigen, dass sich mit dem Hormon eine vorzeitige Umwandlung einleiten ließ. Sie weisen darauf hin, dass sich auf diese Weise eine Quallenplage verhindern lasse. Im vergangenen Jahr zum Beispiel musste ein Atomreaktor in Schweden abgeschaltet werden, weil ein gigantischer Quallenschwarm ins Kühlwasser geraten war. //[reu]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.12.003

Biotechnik Spezialhefe soll den Alkoholgehalt im Wein senken.

Australische und spanische Forscher haben eine Hefe entdeckt, die Wein mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt erzeugt. Dazu hatten die Wissenschaftler fünfzig verschiedene Pilze untersucht, die nicht den Bäckerhefen angehören. Eine Art aus der Gattung Metschnikowia erwies sich dabei als die einzige, die den Alkoholgehalt des Weines senken konnte. Ein Rotwein, der mit ihrer Hilfe gekeltert wurde, enthielt nur 13,4 Prozent Alkohol anstelle der sonst üblichen 15 Prozent, schreiben die Forscher im Fachblatt "Applied and Environmental Micro-biology". Ein niedriger Alkoholgehalt lässt das Aroma des Weins besser zur Geltung kommen. Der Trend in den vergangenen Jahren ging aber hin zu höheren Prozenten Alkohol, weil die Beeren später gelesen werden, um den Geschmack bestimmter Gerbstoffe abzumildern. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1128/AEM.03780-13

16.01.2014

Genetik Eine Wasserprobe zeigt den Aquariuminhalt.

Das größte Becken des Monterey Bay Aquariums in Kalifornien fasst rund 4,5 Millionen Liter Wasser. Meeresforschern der Universität Washington hat davon nur ein Wasserglas voll als Probe gereicht, um anhand von Genanalysen alle im Aquarium schwimmenden Fischarten bestimmen zu können. Das berichten sie im Fachmagazin "PLoS One". Das Wasser sei im Grunde eine Suppe aus Zellen, Gewebefetzen und Exkrementen, schreiben die Forscher. An der darin enthaltenen DNA konnten sie nicht nur die vorhandenen Fischarten erkennen, sondern auch die relative Häufigkeit ihres Vorkommens im Becken abschätzen. In Zukunft könnte diese Technik auch im offenen Meer angewendet werden. Solche Untersuchungen wären günstiger und schneller durchzuführen als klassische Zählmethoden, etwa mit Netzfallen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0086175

Medizin Eine Gentherapie hilft bei einem vererbbaren Augenleiden.

Forscher der Universität Oxford haben bei sechs Patienten eine bisher als unheilbar geltenden Erbkrankheit aufhalten können, indem sie mit Hilfe von Viren Ersatz für ein defektes Gen in deren Netzhautzellen einschleusten. Bei der sogenannten Chorioideremie sterben infolge einer Genmutation die Netzhautzellen im Laufe des Lebens ab – die Betroffenen erblinden. Im Rahmen der Studie konnten die Patienten nach der Gentherapie wieder besser sehen oder ihr Zustand verschlechterte sich nicht weiter, berichten die beteiligten Ärzte im Fachblatt "The Lancet". Angesichts der positiven Ergebnisse hoffen die Forscher, künftig auch für andere Augenleiden mit genetischen Ursachen wie der altersbedingten Makuladegeneration Gentherapien entwickeln zu können. //[luh]//

 

Quelle: DOI:10.1016/S0140-6736(13)62117-0

Botanik Bäume wachsen auch im Alter noch stark.

Bisher gingen Forstwissenschaftler davon aus, dass Bäume immer langsamer wachsen, je älter sie werden. Doch das ist offenbar falsch. Forscher des US Geological Survey haben herausgefunden, dass alte Bäume in der Regel sogar am meisten Masse pro Jahr zulegen. Zwar ist die Photosyntheseleistung der Blätter älterer Bäume geringer als bei jungen Bäumen. Doch diesen Nachteil kompensieren die Bäume im Alter durch größere Kronen und insgesamt mehr Blatt- oder Nadelfläche. In einem untersuchten Waldstück im Westen der USA beispielsweise machten alte Bäume, deren Stammdurchmesser schon mehr als einen Meter erreichte, nur einen Anteil von sechs Prozent aus. Doch sie lieferten 33 Prozent des Massezuwachses. Die Forscher analysierten Wachstumsdaten von über 650.000 einzelnen Bäumen aus 403 Baumarten tropischer und gemäßigter Zonen. Die Studie ist im Fachmagazin "Nature" erschienen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature12914

Genetik Ein Genom für 1000 Dollar.

Der US-Hersteller von DNA-Sequenziermaschinen, Illumina, hat angekündigt, noch in diesem Jahr einen Automaten auf den Markt zu bringen, der erstmals ein komplettes menschliches Genom zu Kosten von unter 1000 Dollar entschlüsseln kann. Umgerechnet sind das rund 740 Euro. Das 1000-Dollar-Genom gilt seit Jahren als symbolischer Meilenstein in der technischen Entwicklung der DNA-Analyse.  Als Wissenschaftler Anfang des Jahrtausends im Rahmen des Human-Genom-Projektes in jahrelanger Arbeit das erste komplette Erbgut eines Menschen sequenzierten, kostete das noch rund drei Milliarden US-Dollar. Die neue Maschine "HiSeq X Ten" von Illumina soll an nur einem Tag die komplette DNA von fünf Menschen sequenzieren können. //[luh]//

 

Quelle: Agenturen

Klimaforschung Deutschland gehört zu den größten Klimasündern der Welt

Die USA, China, Russland, Brasilien, Indien, Deutschland und Großbritannien – so liest sich die Rangliste der Länder, die zwischen 1906 und 2005 am stärksten zum globalen Klimawandel beigetragen haben. Kanadische Forscher der Concordia Universität in Montreal haben sie aufgestellt. Ihre Studie, die im Fachmagazin "Environmental Research Letters" erschienen ist, basiert auf historischen Daten nicht nur der jeweiligen Emissionen von Treibhausgasen wie CO2, sondern auch über klimawirksame Landnutzungsänderungen, wie das Abholzen von Wäldern in dieser Zeit. Spitzenreiter sind eindeutig die USA mit einem Anteil von 22 Prozent oder umgerechnet 0,15 Grad Celsius an insgesamt 0,7 Grad globaler Erwärmung in 100 Jahren. China kommt auf 9, Russland auf 8, Brasilien und Indien auf 7 Prozent. Deutschland und Großbritannien erreichen jeweils 5 Prozent. Den Berechnungen nach sind allein diese sieben Länder zusammen für 63 Prozent des globalen Temperaturanstiegs verantwortlich. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1088/1748-9326/9/1/014010

Hirnforschung Der Mensch braucht zum Sprechen beide Gehirnhälften.

Das berichten Forscher der Universität New York im Fachmagazin "Nature". Bisher besagt die Lehrmeinung, dass die Sprache hauptsächlich in der linken Hirnhälfte verarbeitet wird. Die Wissenschaftler machten Versuche mit 16 Freiwilligen, deren Gehirnaktivität sie mit Hilfe von Elektroden maßen, die direkt auf der Hirnrinde angebracht waren. Die Probanden mussten frei erfundene Wörter wie "pob" oder "kig" sagen, damit nur jene Hirnregionen aktiviert werden, die für das Aussprechen von Wörtern genutzt werden. Da die Wörter keine Bedeutung hatten, blieben andere Hirnregionen inaktiv,  die normalerweise für das Sprachverständnis wichtig sind. Die Tests zeigten, dass zumindest für die Aussprache Regionen in beiden Gehirnhälften genutzt werden. Die neuen Erkenntnisse könnten helfen, bessere Therapien für Patienten mit Sprachstörungen etwa nach einem Schlaganfall zu entwickeln, so die Forscher. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1037/nature12935

15.01.2014

Biologie Teilen stärkt soziale Bindungen.

Teilen Schimpansen ihre Nahrung mit Artgenossen, schütten sie vermehrt das Hormon Oxytocin aus, das eine wichtige Rolle in sozialen Beziehungen spielt. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den Proceedings B der britischen Royal Society. Die Primatologen hatten im Budongo-Schutzgebiet in Uganda den Urin von Schimpansen untersucht. Dabei fanden sie stets hohe Hormonkonzentrationen, wenn die Affen geteilte Nahrung verspeisten, unabhängig davon, ob sie Spender oder Empfänger waren. Die Oxytocin-Konzentrationen im Urin waren dabei sogar höher als bei der sozialen Fellpflege, der ebenfalls für die Festigung sozialer Beziehungen eine wichtige Rolle zugesprochen wird.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098.rspb.2013.3096)

Physik Physiker lösen das Rätsel der Kettenfontäne.

Lässt man eine Kette aus Metallperlen aus einem Gefäß herauslaufen, fließt sie gen Boden und steigt dabei scheinbar schwerelos in die Höhe. Physiker aus Cambridge haben jetzt untersucht, was diesem Fontänen-Phänomen zugrunde liegen könnte. Wie sie in den Proceedings A der britischen Royal Society berichten, beginnt die Kette dabei nicht nur, aus dem Behälter zu fließen, sondern sie springt auch spontan weit über den Rand des Bechers hinaus nach oben und bildet eine Fontäne. Diesen Effekt konnten die Forscher nun berechnen und eine Gesetzmäßigkeit für das Fontänen-Phänomen beschreiben. Demnach ist die Größe des Bogens proportional zum Quadrat der Kettengeschwindigkeit. Das bedeutet: Je schneller die Kette nach unten gezogen wird, desto höher steigt die Fontäne auf.

[mst]

Quelle: Proc R Soc A (10.1098/rspa.2013.0689)

Biologie Der Klimawandel setzt Austern doppelt zu.

Denn durch die Versauerung der Meere bleiben die Austern nicht nur kleiner, sondern werden aufgrund ihrer geringeren Größe auch anfälliger für ihren Hauptfeind: Urosalpinx cinerea, einer Muschel fressenden Meeresschnecke. Das berichten US-Forscher aus Kalifornien nach Experimenten in den Proceedings B der britischen Royal Society. Hochgerechnet können die auch als Austernbohrer bekannten Stachelschnecken fast 50 Prozent mehr dieser wirtschaftlich wichtigen Muscheln vertilgen.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2013.2681)

Telekommunikation Ein US-Gericht kippt die Netzneutralität.

Ein Berufungsgericht in den USA hat den Regeln zur Netzneutralität einen Dämpfer verpasst, wonach alle Datenpakete im Internet gleich behandelt werden müssen. Die Richter in Washington gaben dem Telekom-Konzern Verizon recht, der dagegen geklagt hatte. Die amerikanische Telekomaufsicht FCC hatte 2010 ihre Open Internet-Regeln beschlossen, die den Spielraum der Netzbetreiber im Umgang mit verschiedenen Daten einschränkten. Das Berufungsgericht stellte nun fest, dass die US-Behörde nicht befugt gewesen sei, solche Regeln einzuführen. Das Urteil könnte Folgen für Anbieter von Videodiensten haben. Bleibt es bestehen, könnten die Anbieter gezwungen sein, für den Transport ihrer Daten durch amerikanische Breitband-Netze zu bezahlen.

[mst]

Quelle: Agenturen / http://docs.dpaq.de/6101-openinternetopinion.pdf

Biophysik Forscher bauen eine fliegende Qualle.

Mathematiker der New York University haben ein Flug-Modell entwickelt, das die Schwimmbewegungen einer Qualle imitiert. Wie die Forscher im Journal of the Royal Society Interface darlegen, steigt die ultraleichte Konstruktion auf, indem sich vier kreisförmig angeordnete Schwingen öffnen und schließen. Dies ist der erste so genannte Ornithopter - ein Fluggerät, das durch Bewegung der Tragflächen Vortrieb erzeugt -, der ohne Regelung und aerodynamische Stabilisierung wie Segelflächen auskommt. Die Flügel der fliegenden Qualle sind acht Zentimeter lang. Insgesamt bringt der Flugkörper 2,1 Gramm Gewicht auf die Waage. Grund ist die Leichtbauweise: Die Flügel sind mit transparenter Polyesterfolie bespannt.

[mst]

Quelle: J.R.Soc.Interface (10.1098/rsif.2013.0992)

Klima Europa verliert Wasser.

In vielen Teilen Europas wird es in den kommenden Jahrzehnten schwere und lange anhaltende Dürren sowie fallende Flusspegel geben. Das schreiben Wissenschaftler der Universität Kassel im Fachblatt Hydrology and Earth System Sciences. Vor allem in Südeuropa werde das Wasser im Laufe des 21. Jahrhunderts immer knapper werden. Niedrigwasserabflüsse sinken demnach vor allem in Spanien, Portugal und Italien, sowie in Südfrankreich und auf dem Balkan, in einigen Gebieten sind Minderungen von 40 Prozent zu erwarten. Verbunden damit seien große Dürreperioden mit bis zu 80 Prozent höherem Abflussdefizit. Auch Regionen, denen wegen des Klimawandels vermehrte Niederschläge vorhergesagt wurden, dürften wegen des erhöhten Wasserverbrauchs zukünftig unter hydrologischen Dürren und fallenden Pegeln leiden.

[mst]

Quelle: IDW/Hydrol.Earth Syst.Sci. (18,85-108, 2014)

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