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Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
23.01.2014

Biologie Für Hirsche ist der Eiserne Vorhang immer noch da.

Das haben Forscher im Nationalpark Böhmerwald festgestellt. Sie hatten Hirschen Funk-Halsbänder angelegt und sechs Jahre lang beobachtet, welche Wege sie sich suchen. Das Ergebnis: Auf der tschechischen Seite des Böhmerwalds wandern die Hirsche nur bis zur ehemaligen Staatsgrenze. Die Forscher vermuten, dass Hirsche die Grenzen ihres Territoriums an ihre Nachkommen weitergeben. Allerdings haben Wildtierforscher im Bayrischen Wald - der unmittelbar an den Böhmerwald grenzt – nur zum Teil dieselben Ergebnisse. So blieben zwar Hirschkühe auf der deutschen Seite, männliche Hirsche dagegen passieren die fiktive Grenze - getrieben von der Suche nach Weibchen. //[tj]// 

Quelle: Agenturen

Physik Die jüngste Atomuhr tickt fünf Milliarden Jahre genau.

US-amerikanische Forscher vom National Institute of Standards and Technology und der Universität von Colorado haben die derzeit genaueste Uhr der Welt entwickelt. Es dauert fünf Milliarden Jahre bis sie um eine Sekunde falsch geht. Damit übertreffe die sogenannte Strontium-Gitteruhr die Genauigkeit ihrer Vorgänger um 50 Prozent. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature" schreiben, sei die Uhr aber nicht nur besonders genau, sondern ticke auch besonders gleichmäßig. Ihre Pendelschläge wichen im Durchschnitt nur wenige Billiardstel Promille voneinander ab. //[tj]// 

Quelle: Nature

Zoologie Guppys brauchen mindestens zwei Pigmentzellen um farbig zu leuchten.

Bei den Guppy-Fischen leuchten nur die Männchen, dafür aber in auffällig bunten Farben. Lange war das Farbmuster der Guppys ein Rätsel, zumal die Männchen je nach Situation ihre Farbenpracht mehr oder weniger leuchten lassen können. Mit einem speziellen Elektronenmikroskop haben Tübinger Forscher jetzt drei verschiedene Pigmentzelltypen bei den kleinen Süßwasserfischen entdeckt. Wie sie im Fachjournal PLOS ONE berichten, müssen mindestens zwei verschiedene Pigmentzellen zusammenkommen, damit bei Guppys bunte Farbflecken entstehen. Dafür dass die Farbmuster mal schrillere, mal weniger schrille sind, seien vermutlich bestimmte Abläufe in und zwischen den Zellen verantwortlich. //[tj]//

 

Quelle: PLoS One

Planetologie Der größte Asteroid unseres Sonnensystems sprüht Wasserdampf ins All.

Er heißt Ceres und ist mit rund 1000 Kilometer Durchmesser der größte Brocken im Asteroidengürtel. Wie die Oberfläche des Asteroiden aber aussieht und wie er chemisch zusammengesetzt ist, das ist nach wie vor unklar. Mit Hilfe des Teleskops "Herschel" hat die europäische Weltraumagentur ESA seit 2011 nach Wasser auf Ceres gesucht. Und jetzt sind sich die Forscher sicher: auf dem Asteroiden muss es Wasser geben, denn er sprüht Wasserdampf ins All – rund sechs Kilogramm pro Sekunde. Details erläutern sie in "Nature". Zwar war es mit dem Herschel-Teleskop nicht möglich, Ceres direkt zu beobachten, doch der Wasserdampf in unmittelbarer Umgebung des Asteroiden könne nur von diesem selber stammen. Das bedeute, dass es entweder Wassereis auf der Oberfläche von Ceres gebe, das ausgase, oder aber der Asteroid eine Art Eisvulkan aufweise. Genaueres wird erst im Jahr 2015 zu erfahren sein. Dann soll die Raumsonde "Dawn" Ceres erreichen und den Himmelskörper direkt aus der Umlaufbahn untersuchen. //[tj]// 

Quelle: Nature

Biotechnologie Herzzellen bewegen einen neuen Bioroboter.

Amerikanische Ingenieure haben einen Bioroboter nach dem Vorbild eines Spermiums entwickelt. Dazu haben sie einen Kunststoffkopf mit einem Anhängsel versehen, einer Art Geißel. An diesen haarähnlichen Schwanz wurden einige Herzmuskelzellen von Ratten angesiedelt. Durch das Pulsieren der Herzmuskelzellen bewegte sich dann der Roboter durch Nährlösungen. Der "biohybride Schwimmer" wie ihn die Ingenieure nennen, ist nur zwei Millimeter groß und erreicht eine Geschwindigkeit von knapp zehn Mikrometern pro Sekunde – heißt es in "Nature Communications". Noch allerdings habe der Bioroboter keine Ziele. Je nachdem mit welchen Messinstrumenten sein Kopf in Zukunft ausgestattet werde, kann er beispielsweise auf Licht, Schadstoffe oder Proteine reagieren. Damit könne er in der Industrie aber auch in der Medizin eingesetzt werden, etwa um Medikamente durch die Blutbahn zu transportieren. //[tj]/

Quelle: Nature Communications

22.01.2014

Biologie Faultiere riskieren ihr Leben für ihre Untermieter.

Das Fell eines Dreifinger-Faultiers birgt die Lebensgrundlage für viele Organismen. Neben Schmetterlingen und Käfern wachsen dort auch Algen und Motten. Bislang war unklar, weshalb diese Faultiere einmal in der Woche das sichere Geäst verlassen und direkt auf dem Boden in eine Mulde koten, während andere Faultierarten ihre Exkremente direkt vom Baum fallen lassen. US-Forscher schreiben in den Proceedings B der britischen Royal Society, dass die Faultiere damit den auf ihnen lebenden Motten ermöglichen, im frischen Kot ihre Eier abzulegen. Die Exkremente dienen den Larven als Nahrung und Lebensgrundlage. Später als ausgewachsene Motte fliegen sie wieder zu ihrem Wirts-Faultier. Dort versorgen die Motten die ebenso im Fell lebenden Grünalgen mit Nährstoffen. Und mithilfe dieser Algen tarnen sich wiederum die Faultiere und schützen sich so effektiv vor Greifvögeln.

[mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (doi:10.1098.rspb.2013.3006)

Kognitionswissenschaft Das Erinnerungsvermögen im Alter wird nicht zwangsläufig schlechter.

Nur der Zugriff auf eine Erinnerung dauert länger. Das haben Tübinger Sprachwissenschaftler herausgefunden und berichten darüber im Fachblatt Topics in Cognitive Science. Die Forscher hatten die menschliche Gedächtnisleistung in zunehmendem Alter simuliert. Dabei sahen sie, dass das menschliche Gehirn im Alter zwar langsamer arbeitet, aber nur, weil es im Laufe der Zeit mehr Wissen gespeichert hat. Ähnlich wie bei einer vollen Speicherkarte eines Computers benötigt das Abrufen einer Erinnerung zwar mehr Zeit, dies sei aber der riesigen Menge gespeicherter Erinnerungen geschuldet und gehe nicht automatisch mit einer verminderten Leistung einher. Die Wissenschaftler fordern daher, dass die Messung der kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen anders als bislang gestaltet werden muss.

[mst]

Quelle: idw-online

Epidemiologie Erkältungsmittel können Grippe-Epidemien verstärken.

Auf diesen Zusammenhang sind Mathematiker aus Kanada gestoßen. Sie sind der Frage nachgegangen, ob Menschen, die fiebersenkende Grippemittel einnehmen mehr Mitmenschen anstecken als jene, die diese Arzneien nicht einnehmen. Hochrechnungen zufolge steigt aufgrund fiebersenkender Mittel die Zahl der Infizierten bei jeder Grippe-Epidemie im Durchschnitt um fünf Prozent, schreiben die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society. Fieber erhitzt den Körper, sodass sich Bakterien und Viren weniger gut vermehren und verbreiten können. Fiebersenkende Mittel verhindern dies jedoch. Derart fieberfrei gehaltene Menschen gehen früher wieder zur Arbeit oder zur Schule, wo sie vermehrt Mitmenschen anstecken. Für Nordamerika hochgerechnet bedeutet dies jedes Jahr mehr als tausend zusätzliche Todesfälle.

[mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (10.1098/rspb.2013.2570)

Klima Das Jahr 2013 war extrem warm.

Das geht aus zwei Studien hervor, die von der US-Raumfahrtbehörde NASA sowie der US-Behörde für Ozeanografie NOAA vorgestellt werden. Demnach war das vergangene Jahr das viertwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. 2013 betrug die globale Durchschnittstemperatur demnach 14,5 beziehungsweise 14,6 Grad Celsius, abhängig von der Erhebungsmethode. Damit lag die Durchschnittstemperatur des vergangenen Jahres um 0,6 Grad Celsius über dem Mittel des 20. Jahrhunderts. Die zehn wärmsten Jahre, mit Ausnahme des Jahres 1998, wurden alle nach dem Jahr 2000 gemessen. Für Länder wie Australien sei 2013 das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen.

[mst]

Quelle: NASA/NOAA/Agenturen

Physik Nanosilber verschafft Durchblick.

Forscher des MIT in Boston haben eine einfache Lösung gefunden, um transparente Bildschirme kontrastreicher zu machen. Wie sie im Fachblatt Nature Communications notieren, haben sie dazu normales Glas mit einem nanosilberhaltigen Polymer beschichtet. Dieses reflektiert nur das Licht bestimmter Wellenlängen. Dadurch gelingt eine scharfe, leuchtende Projektion und dennoch klare Sicht. Bislang ermöglicht der Prototyp nur die Abbildung blauen Lichts, theoretisch wäre es den Studienautoren zufolge aber auch möglich, verschiedene Farben abzubilden. Ein weiterer Vorteil sei die kostengünstige Produktion, da derart produzierte Displays keine teuren Prismen oder LEDs benötigen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi.10.1038/ncomms4152)

Medizin Die Sonne senkt den Blutdruck.

Dass UV-Strahlen die Weitung der Blutgefäße begünstigen und somit den arteriellen Druck verringern, berichten britische Forscher im Journal of Investigative Dermatology. Demnach erhöht Sonnenlicht den Stickstoffmonoxid-Gehalt in der Haut, was zu deren Entspannung führt. Ein niedriger Blutdruck verringert somit das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein vollständiges Meiden der Sonne mit einem erhöhten Risiko für Herzkreislauf-Krankheiten einhergehen kann, so die Forscher.

[mst]

Quelle: Journal of Investigative Dermatology (doi:10.1038/jid.201427)

Physik Physiker erzeugen einen Strahl aus Antiwasserstoff-Atomen.

Wissenschaftler haben am Kernforschungszentrum CERN in Genf einen Strahl erzeugt, der helfen soll, um zu klären, weshalb es im Weltall nicht mehr Antimaterie gibt. Bei dem Standardmodell der Teilchenphysik gehen Forscher von einer perfekten Symmetrie zwischen Materie und Antimaterie aus. Das Modell widerspricht sich jedoch. Denn damit wäre beim Urknall gleich viel Materie und Antimaterie erzeugt worden. In der Folge hätten sie sich gegenseitig sofort wieder vernichtet. Um dieses Rätsel zu lösen, hat ein intentionales Forscherteam nun einen Strahl von Antiwasserstoff-Atomen hergestellt. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt NATURE Communications schreiben, konnten sie Antiwasserstoffatome in einem Abstand von 2,7 Meter vom Ort der Produktion beobachten. Jedoch sei der Strahl mit 20 Atomen pro Stunde noch zu schwach, um detaillierte Analysen durchzuführen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms4089)

21.01.2014

Biologie Einem Pflanzenvirus ist der Sprung zur Biene geglückt

Das berichtet ein chinesisch-US-amerikanisches Forscherteam in "mBIO". Auf das Virus sind die Forscher zufällig aufmerksam geworden: Sie suchten Bienenvölker routinemäßig nach Erregern ab. Dabei entdeckten sie das Tabak Ringfleckenvirus. Das wird vor allem durch Pollen verbreitet und befällt vorwiegend Sojapflanzen. Allerdings zählt zu seinen Eigenschaften, dass es sich sehr schnell verändern und damit an neue Wirte anpassen kann. Im Falle der Bienen ist es dem Virus offenbar gelungen. Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen einer Infektion und dem Zusammenbruch von Bienenstaaten. Eine Analyse von gesunden und gefährdeten Bienenstaaten ergab, dass in letzteren sich auch das Pflanzenvirus nachweisen ließ. Ferner konnten die Wissenschaftler das Virus auch in der Varroa-Milbe nachweisen. Auch diese Milbe wird mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht. [gä]

Quelle: pnas

Umwelt Chinas Exporte belasten Landluft erheblich

Geht es um den Klimaschutz und die Reduktion der CO2 Emissionen in der westlichen Welt, weisen Experten und Umweltaktivisten schon seit Jahren darauf hin, dass westliche Industrienationen mit der Produktion auch die CO2-Emission nach China verlagert haben. Forscher aus China und den USA zeigen nun in PNAS, in welchem Maße dabei auch der Schadstoffausstoß nach China verlagert wurde. Die Forscher errechneten, dass bis zu 36 Prozent des Schwefel-, Stick- oder Kohlenmonoxidausstoßes zwischen 2000 und 2009 auf die wachsende Exportindustrie zurückzuführen sei. Allein die im Auftrag von US-Unternehmen produzierten Güter machen 21 Prozent der Schadstoff-Emissionen aus. Würde die Industrie in China ähnlich effizient produzieren wie die der USA, und würde der Staat die Emissionen ähnlich scharf kontrollieren, ließe sich der Ausstoß um fast zwei Drittel senken. Die Forscher sind überzeugt, dass ihre Ergebnisse auch Eingang finden sollten in internationale Handels- und Umweltschutzverträge. [gä]

Quelle: pnas

Raumfahrt Der Kontakt zu Rosetta steht

Die europäische Kometensonde hat auf den ersten Funkbefehl des Europäischen Raumfahrtkontrollzentrums in Darmstadt reagiert und am Montag gegen 21 Uhr die ersten Telemetriedaten zurück zur Erde geschickt. Die Mitarbeiter der Bodenkontrolle schließen aus diesen Daten auf den Zustand der Sonde. Sie hatten sie per Funk angefordert, nachdem sich Rosetta mit einer leichten Verspätung am Abend um 19.18 Uhr gemeldet hatte. Die Raumsonde befindet sich derzeit weit von der Sonne entfernt. Weil ihre Elektronik von Solarzellen gespeist wird, wurden vor 958 Tagen planmäßig die meisten Systeme abgeschaltet. Rosetta eilt nun auf den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko zu. Im November soll sie eine kleine Landeeinheit auf dem Kern des Kometen absetzen. [gä]

Biologie Rädertierchen fressen für Amphibien tödlichen Pilz

Der Chitridpilz ist für Amphibien eine tödliche Bedrohung. Viele Amphibienarten sind bereits ausgestorben – vor allem in Mittelamerika. In einigen Seen der Pyrenäen in Europa werden jedoch nur sehr wenige Geburtshelferkröten mit diesem Pilz infiziert. Ein internationales Forscherteam hat daher nun diese Seen untersucht. Es stellt fest, dass in diesen Gewässern auch sehr viel weniger Chitridpilze gedeihen: Ihre Sporen werden von winzigen Wasserräubern wie Protozoen oder Rädertierchen in großen Mengen gefressen. In Gewässern ohne eine reichhaltige Gemeinschaft an winzigen Räubern hingegen fanden die Forscher hohe Infektionsraten, die künftig für den Zusammenbruch der Amphibienpopulation sorgen könnten.Forscher suchen schon länger nach effektiven biologischen Methoden zur Bekämpfung des Pilzes und zum Schutz der Amphibien. [mawi/gä]

Quelle: current biology

Technologie Elektronische Schnurrhaare können Gasströme ertasten

Und darüber hinaus die Entwicklung neuer Sensoren zum Beispiel für Roboter ermöglichen. Das notieren Forscher aus den USA in "PNAS". Die Wissenschaftler haben aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und winzigen Silber-Partikeln elastische Fasern geformt. Bei Tests zeigte sich, dass diese Fasern auf deutlich leichteren Druck reagierten als alle bisher eingesetzten vergleichbaren Sensoren. So sei es möglich, mit diesen elektronischen Härchen zum Beispiel Gasströmungen zwei und dreidimensional zu vermessen. Auch könne die Empfindlichkeit der Taster durch eine einfache Änderung der Zusammensetzung variiert werden. [gä]

      

Quelle: pnas

20.01.2014

Astronomie Forscher entdecken riesige Nebelwolke im All

Die Forscher von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz nutzten das Licht eines sogenannten Quasars mit Namen UM287, um die Wolke mit einem Durchmesser von zwei Millionen Lichtjahren abzubilden. Die Wolke sei vermutlich Teil eines kosmischen Gasnetzes, das sich durchs gesamte Universum ziehe, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Die Wolke sei mindestens doppelt so groß wie jeder zuvor entdeckte Nebel, und sie erstrecke sich noch weit über die galaktische Umgebung des Quasars hinaus. Quasare sind hell leuchtende, aktive Galaxienkerne, die von einem supermassiven Schwarzen Loch angetrieben werden. Astronomen vermuten schon länger, dass ein riesiges Netzwerk aus Wasserstoffgas das Weltall durchzieht und an den Knotenpunkten der Netzfasern, die sichtbaren Galaxien entstanden sind. [mawi]

Quelle: Nature, 10.1038/nature12898

Umwelt Pflanzenschutzmittel Glyphosat nicht giftiger als gedacht

Zu dieser Einschätzung kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Auswertung von mehr als 1000 neuen Studien habe keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat ergeben, teilte das Institut heute in Berlin mit. Glyphosat ist einer der weltweit meist eingesetzten Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln. Die Auswertung der Studien, so das Bundesinstitut, habe aber auch gezeigt, dass bestimmte glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel wegen anderer Inhaltsstoffe giftiger sein könnten als der Wirkstoff Glyphosat an sich. Dies werde bei der Zulassung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel berücksichtigt. Die aktuellen Daten gäben keinen Anlass, die Grenzwerte für den Wirkstoff wesentlich zu verändern. [mawi]

Zoologie Viren offenbar für Massensterben von Flamingos verantwortlich

Forscher der Universität Wien glauben, die Ursache für das massenhafte Verschwinden der in den Sodaseen des ostafrikanischen Rift Valley beheimateten Flamingos entdeckt zu haben. Hauptnahrung der Flamingos sind sogenannte Cyanobakterien, sogenannten Blaualgen. Werden die Blaualgen von Viren befallen, verschwinden damit auch hunderttausende Flamingos, berichten die Forscher im Fachblatt "ISME Journal". Die Forscher haben den kenianischen Nakurusee untersucht. Dort führte eine Virusinfektion zu einem massenhaften Absterben von Cyanobakterien. Die Folge: Die Flamingos fanden kein Futter mehr. Von über 1,25 Millionen Flamingos überlebten gerade einmal 1500. [mawi]

Biologie Koreanische Forscher finden "scharfe" Gene.

Das Erbgut der Chili-Pflanze Capsium annuum haben Forscher der koreanischen National-Universität in Seoul jetzt im Fachblatt "Nature Genetics" vorgestellt. Es handelt sich um eine Chili-Sorte aus Mexiko. Das Besondere: Die Pflanze ist gegen eine Vielzahl von Pflanzenschädlingen resistent und wird daher schon länger für Forschungs- und Zuchtprogramme genutzt. Zum Vergleich haben die koreanischen Forscher zwei weitere Chili-Sorten sowie eine Wildpflanze mit Namen Capsium chinense analysiert. Bei der vergleichenden Analyse stellten sie fest: Das Chili-Erbgut ist etwa vier Mal größer als das Erbgut der nahe verwandten Tomatenpflanzen. Die Forscher haben auch bereits die Erbgutregionen entdeckt, die zu der Schärfe der Chilis beitragen – sowie mit verantwortlich sind für die Widerstandfähigkeit gegenüber Schädlingen. [mawi]

Quelle: Nature Genetics, DOI: 10.1038/ng.2877

Biologie Forscher analysieren Erbgut krankmachender Würmer

Mit parasitischen Würmern sind weltweit etwa ein bis zwei Milliarden Menschen infiziert, schätzen Experten. Im Boden lebende Hakenwürmer gehören zu den häufigsten Verursachern von Wurminfektionen in den Tropen und Subtropen. Forscher der Washington University in St. Louis berichten im Fachblatt "Nature Genetics", dass sie das Erbgut des in den Tropen weit verbreiteten Wurm Necator americanus sequenziert haben. Bei einer ersten Analyse charakterisierten sie auch die Gene, die eine wichtige Rolle spielen bei der Entwicklung des Wurms sowie bei der Infektion von Menschen. Das Ziel ist, neue Angriffspunkte für künftige Wurm-Behandlungen zu identifizieren. Unbehandelt können Wurminfektionen zu Blutarmut und Mangelernährung führen. Bei Kindern kann es zudem zu Gedeih- und Entwicklungsstörungen kommen. [mawi]

Quelle: Nature Genetics, DOI: 10.1038/ng.2875

17.01.2014

Recht In Deutschland werden vorerst keine Gentests an Embryonen durchgeführt.

Die Verordnung zur sogenannten Präimplantationsdiagnostik, PID, wird offenbar nicht rechtzeitig umgesetzt werden können. Sie wird zum 1. Februar in Kraft treten, aber die meisten Bundesländer haben die Voraussetzungen zur Anwendung noch nicht geschaffen. Das meldet der Evangelische Pressedienst unter Berufung auf eine Umfrage unter den Landesregierungen. Demnach sind noch keine PID-Zentren genehmigt und keine Ethik-Kommissionen gebildet worden. Die Verordnung soll bei einer künstlichen Befruchtung Gentests an Embryonen ermöglichen, wenn die Eltern ein hohes Risiko für eine Erbkrankheit des Kindes tragen. Diese Tests dürfen nur in zugelassenen PID-Zentren durchgeführt werden und müssen im Einzelfall von einer Ethik-Kommission genehmigt werden. //[reu]//

 

Quelle: EPD

Chemie Ein Wirkstoff könnte dabei helfen, Erinnerungen an traumatische Erlebnisse zu mildern…

...auch wenn das Ereignis schon lange zurück liegt. Das berichten Forscher vom MIT in Boston im Fachjournal "Cell". Sie glauben, dass solch ein Medikament aus der Klasse der HDAC-Inhibitoren eine Psychotherapie unterstützen könnte. Dabei berufen sie sich auf Versuche, die sie an Labormäusen durchgeführt haben. Die Mäuse hatten zunächst gelernt, dass der Aufenthalt in einer bestimmten Kammer stets einen elektrischen Schlag nach sich zog. Selbst einen Monat später mieden die Nager diese Kammer. Mit Hilfe des Inhibitors und eines speziellen Trainings gelang es den Wissenschaftlern, diese Verknüpfung zu löschen. Die Forscher glauben, dass traumatische Erinnerungen Spuren in den Genen hinterlassen. Der Inhibitor ermögliche es, diese chemischen Veränderungen mit neuen Informationen zu überschreiben. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.cell.2013.12.020

Materialforschung Ein Nanonetzwerk saugt besonders stark.

Forscher aus Italien haben ein schwammartiges Material entwickelt, das außergewöhnlich hohe Mengen an Schadstoffen aus dem Wasser aufsaugen kann, zum Beispiel Pestizide oder Arzneimittel. Außerdem bindet es besonders viel Öl, so dass es sich dafür eignen könnte, eine Ölpest zu bekämpfen. Das Material besteht aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die zu einem porösen Netzwerk verknüpft sind. Sie enthalten außerdem Eisen, so dass sie mit Hilfe eines Magneten leicht wieder aus dem Wasser entfernt werden können, wie die Forscher im Fachblatt "Nanotechnology" berichten. //[reu]//

 

Quelle: DOI:10.1088/0957-4484/25/6/065701

Evolution Der Hund begleitet den Menschen länger als gedacht.

Die Entwicklungslinien von Hund und Wolf haben sich vor einer Zeit getrennt, die zwischen 9000 und 34.000 Jahre zurück liegt. Demnach existierten Hunde schon, bevor die Menschen sesshaft wurden, um Ackerbau zu betreiben. Das berichtet ein internationales Forscherteam, das die Genome von heute lebenden Tieren untersucht hat. Die Wissenschaftler folgern daher, dass bereits Jäger und Sammler die Tiere domestiziert haben. Die Studie ist im Fachblatt "PLoS Genetics" erschienen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pgen.1004016

Biochemie Biologen finden das Wandlungshormon der Quallen.

Ein internationales Forscherteam hat den biochemischen Mechanismus entschlüsselt, mit dem sich Ohrenquallen vom sesshaften Polypen-Stadium zur ausgewachsenen Meduse verwandeln, die im Wasser schwebt. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Hormon, das sich in den kalten Wintermonaten im Körper der Polypen ansammelt und im Frühjahr für eine gleichzeitige Blüte sorgt. Die Aktivierung der Substanz erfolgt offenbar durch den Temperaturanstieg im Wasser, wie die Forscher im Fachblatt "Current Biology" schreiben. Die Experten konnten zeigen, dass sich mit dem Hormon eine vorzeitige Umwandlung einleiten ließ. Sie weisen darauf hin, dass sich auf diese Weise eine Quallenplage verhindern lasse. Im vergangenen Jahr zum Beispiel musste ein Atomreaktor in Schweden abgeschaltet werden, weil ein gigantischer Quallenschwarm ins Kühlwasser geraten war. //[reu]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.12.003

Biotechnik Spezialhefe soll den Alkoholgehalt im Wein senken.

Australische und spanische Forscher haben eine Hefe entdeckt, die Wein mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt erzeugt. Dazu hatten die Wissenschaftler fünfzig verschiedene Pilze untersucht, die nicht den Bäckerhefen angehören. Eine Art aus der Gattung Metschnikowia erwies sich dabei als die einzige, die den Alkoholgehalt des Weines senken konnte. Ein Rotwein, der mit ihrer Hilfe gekeltert wurde, enthielt nur 13,4 Prozent Alkohol anstelle der sonst üblichen 15 Prozent, schreiben die Forscher im Fachblatt "Applied and Environmental Micro-biology". Ein niedriger Alkoholgehalt lässt das Aroma des Weins besser zur Geltung kommen. Der Trend in den vergangenen Jahren ging aber hin zu höheren Prozenten Alkohol, weil die Beeren später gelesen werden, um den Geschmack bestimmter Gerbstoffe abzumildern. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1128/AEM.03780-13

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