• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
27.01.2014

Raumfahrt "Jadehase" steckt in Schwierigkeiten

Zur Halbzeit seiner dreimonatigen Erkundungstour auf dem Mond habe es Unregelmäßigkeiten bei der mechanischen Steuerung des Mond-Rovers gegeben, melden chinesische Medien. Als Grund wurde die "komplizierte Umgebung auf der Mondoberfläche" genannt. Mit dem chinesischen Raumschiff "Chang'e 3" war im vergangen Dezember erstmals seit 37 Jahren wieder ein Raumschiff auf dem Mond gelandet. Die Mondfee "Chang'e" sitzt der Legende nach mit ihrem Hasen auf dem Mond. Daher trägt der Mond-Rover den Namen "Jadehase". [mawi]

Raumfahrt ISS bekommt neue Außenbordkamera

Zwei russische Kosmonauten haben heute Nachmittag für mehrere Stunden die Internationale Raumstation ISS verlassen. Sie sollen eine neue Kamera an der ISS befestigen. Eine Ende Dezember montierte Kamera lieferte nur Bilder von schlechter Qualität. [mawi]

Klima Hitzewellen haben Pakistaner Haus und Hof aufgeben lassen

Pakistan gilt als besonders verwundbar, weil sich die Folgen des Klimawandels hier schon länger zeigen. US-amerikanische Forscher haben die Wanderbewegungen von Menschen in ländlichen Regionen Pakistans erforscht. Sie haben Menschen gefragt, warum sie ihre Heimat verlassen haben. Das Ergebnis: Deutlich seltener als erwartet gaben Menschen Überschwemmungen und die von ihnen angerichteten Schäden als Hauptgrund an, wegzugehen. Der häufigste Grund: extreme Hitzewellen, vor allem in den Monaten von November bis April. Hitzeperioden führten durchschnittlich zu einem um ein Drittel geringeren Haushalteinkommen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". Entwicklungsprojekte in Pakistan sollten vor allem darauf achten, dass die Menschen künftig flexibler auf solche Hitzewellen reagieren können. [mawi]

Quelle: Nature Climate Change - DOI : 10.1038/nclimate2103

Medizin "Gutes Cholesterin" kann auch schädlich sein

Das HDL-Cholesterin galt bislang im Gegensatz zum LDL als "gutes" Blutfett, das vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Forscher der Universitätsklinik Cleveland haben jetzt einen Prozess entdeckt, der das schützende Cholesterin in ein eher schädliches verwandelt. Das sogenannte Apolipo-Protein A1 hält das HDL in Form, und es verleiht ihm seine Schutzfunktionen. Es transportiert zudem das HDL zur Leber. Bei Menschen, die bereits an einer Gefäßverkalkung, einer Arteriosklerose leiden, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine", wird in den Gefäßwänden ein großer Teil des Apolipo-Proteins oxidiert. Das hat fatale Folgen: Das HDL nimmt eine andere Form an und verliert seine schützende Wirkung. Es erhöht im Gegenteil das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Bei der Untersuchung von 627 Patienten fanden die Forscher diesen Befund bestätigt. [mawi]

Sport/Psychologie Abseits oder nicht?

Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln haben mit einen speziellen Test die maximale Aufmerksamkeitsbreite von Personen auf horizontaler, vertikaler und diagonaler Ebene gemessen – kurzum: Bis zu welcher Entfernung können Menschen zwei unterschiedliche Reize wahrnehmen, die an verschiedenen Rändern ihres Blickfeldes liegen? Ein Assistenzschiedsrichter an der Seitenlinie muss sowohl den Abstoß des Torwarts als auch die Offensivspieler in seiner Spielhälfte beobachten. Ein Ergebnis der Studie: Die Aufmerksamkeitsleistung von Experten aus verschiedenen Mannschaftssportarten ist um 25 Prozent höher als die von Nichtsportlern. Sie konnten bis zu einem Blickwinkel von 35 Grad noch zwei Reize gleichzeitig wahrnehmen. Linienrichter müssen auf dem Fußballplatz aber Winkel bis zu 100 Grad betrachten, um eine Abseitssituation sicher erkennen zu können, so die Forscher im "Journal of Experimental Psychology". Abseitssituationen im Fußball erforderten ein viel größeres visuelles Aufmerksamkeitsfenster, als die meisten Menschen leisten könnten. [mawi]

Medizin Neues Antibiotikum wirkt gegen resistente Tuberkulose-Erreger

Immer mehr Tuberkulose-Erreger erweisen sich als unempfindlich gegen herkömmliche Antibiotika. Forscher der Universität Zürich und des Kinderkrankenhauses in Memphis Tennessee haben einen Wirkstoff entwickelt, der auch hochresistente Tuberkulosebakterien wirksam tötet.Die Forscher hatten zunächst entdeckt, dass der TB-Erreger das Antibiotikum "Spectinomycin" mithilfe spezieller Pumpen aus der Zelle hinausbefördert. Dann veränderten sie den Wirkstoff Spectinomycin so, dass er von der Zell-Pumpe nicht mehr erkannt wird. Er bleibt also in der Zelle und hemmt die Protein-Produktion des Bakteriums. Bei dem Umbau des Wirkstoffs achteten die Forscher darauf, dass die Proteinproduktion in menschlichen Zellen nicht gestört wird. Im Fachblatt "Nature Medicine" berichten die Forscher, dass sich der neue Wirkstoff bereits im Tierversuch bewährt hat. Ob er Menschen mit TB helfen kann, muss sich noch erweisen. [mawi]

Quelle: Nature Medicine - DOI 10.1038/nm.3458

24.01.2014

Physiologie Grüner Tee reduziert die Wirkung eines Betablockers.

Grünem Tee werden vielfältige gesundheitsfördernde und sogar heilende Effekte nachgesagt. Ein deutsch-japanisches Forscherteam hat jetzt herausgefunden, dass Grüner Tee allerdings auch die Wirkung von Medikamenten abschwächen kann. Wie die Forscher im Fachmagazin "Clinical Pharmacology and Therapeutics" berichten, verhindern bestimmte Inhaltsstoffe des Grünen Tees, dass der Betablocker Nadolol vom Körper aufgenommen wird. Nach Einschätzung der Forscher ist nicht auszuschließen, dass grüner Tee auch die Aufnahme anderer Medikamente hemmt. Das soll nun in weiteren Studien untersucht werden. Versuche zeigten, dass bei Grünteegenuss der Nadololspiegel im Blut von Testpersonen rund 85 Prozent unter typischen Vergleichswerten lag. Nadolol wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris und Migräne verschrieben. In deutschen Apotheken ist das Medikament jedoch nicht erhältlich. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/CLPT.2013.241

Onkologie Ein Tumor bei Hunden ist bereits 11.000 Jahre alt.

Das berichten britische Forscher im Fachmagazin "Science". Im Jahr 2006 hatten Wissenschaftler bei Hunden eine ansteckende Krebserkrankung entdeckt, die beim Geschlechtsverkehr durch direkte Übertragung von Krebszellen verbreitet wird. Die Forscher analysierten nun erstmals das komplette Erbgut der Tumorzellen. Auf Basis der darin nachweisbaren Mutationen und einer geschätzten Mutationsrate errechneten sie das Alter der Tumorzelllinie. Die untersuchten Tumorgene erlaubten sogar Rückschlüsse auf das Aussehen des Hundes, von dem die Krankheit einst ausgegangen war. Die Forscher beschreiben ihn als mittelgroß und mit schwarzem oder grauem Fell. Er soll Ähnlichkeiten mit einem Husky besessen haben. Die CTVT-Erkrankung, auch als "Sticker Sarkom" bekannt, ist heute bei Hunden weltweit verbreitet. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247167

Physiologie Immunreaktionen verändern den Schweißgeruch.

Schwedische Forscher haben in einem Experiment gezeigt, dass Menschen am Schweißgeruch erkennen können, wenn bei einem anderen das Immunsystem im Zuge einer Erkrankung besonders aktiv ist. Im Rahmen des Versuches spritzten die Wissenschaftler einigen Probanden eine Lösung mit Lipopolysacchariden ins Blut, die dort eine starke Immunreaktion hervorriefen. Andere Probanden bekamen nur eine harmlose Salzlösung in ihre Venen gespritzt. Vier Stunden später ließen die Forscher eine zweite Versuchsgruppe an den T-Shirts aller Probanden der ersten Gruppe riechen und jeweils den Geruch einschätzen. Allgemein zeigte sich, dass die Teilnehmer die Duftnoten der T-Shirts der Probanden aus der Lipopolysaccharid-Gruppe als stärker, strenger und ungesünder empfanden. Noch ist nicht bekannt, welche spezifischen Moleküle für den Krankheitsgeruch im Schweiß verantwortlich sind. Die Studie ist im Fachmagazin "Psychological Science" erschienen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1177/0956797613516801

Nahrungsergänzung Vitamin-D-Präparate helfen nur wenig.

Viele Ärzte empfehlen heute Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D, um Herzversagen, Krebserkrankungen oder Knochenbrüchen vorzubeugen. Eine Studie im Fachmagazin "The Lancet Diabetes and Endocrinology" stellt die Wirkung solcher Maßnahmen jetzt allerdings weitgehend in Frage. Neuseeländische Forscher überprüften die Ergebnisse von 40 vorliegenden Studien zu den Gesundheitswirkungen von Vitamin D. Sie stellten die Frage, ob die Vitaminpräparate die jeweils untersuchten Krankheitsrisiken um mindestens 15 Prozent reduzieren. Es zeigte sich, dass nach dieser Maßgabe lediglich ältere Menschen von der Vitamineinnahme profitieren – und das auch nur in einer Hinsicht: Bei ihnen sinkt das Knochenbruchrisiko. Anders als vielfach behauptet, seien Vitamin-D-Mangelerscheinungen in der Regel nicht die Ursache, sondern die Folge von Gesundheitsbeschwerden, so die Forscher. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/S2213-8587(14)70008-7

Paläoklimatologie Wälder stabilisierten einst das Klima.

In den vergangenen 24 Millionen Jahren gab es immer wieder Phasen der Erdgeschichte, in denen der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre stark abgenommen hat. Allerdings fiel die CO2-Konzentration niemals unter 180 ppm, also 180 Teile CO2 pro Million Luftteilchen. Britische Forscher haben für diese natürliche Grenze jetzt eine Erklärung gefunden: Wälder sorgten für die Stabilisierung. Bei Versuchen in Klimakammern zeigte sich, dass Bäume in einer CO2-armen Atmosphäre weniger Silikatgestein im Boden mit ihren Wurzeln aufbrechen. An Silikat kann CO2 durch chemische Reaktionen dauerhaft gebunden werden. Steht allerdings durch ein verlangsamtes Wachstum der Wälder insgesamt weniger Silikat in reaktionsfähiger Form zur Verfügung, bleibt mehr CO2 in der Atmosphäre erhalten. Die Studie ist im Fachmagazin "Biogeosciences" erschienen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.5194/bg-11-321-2014

23.01.2014

Biologie Für Hirsche ist der Eiserne Vorhang immer noch da.

Das haben Forscher im Nationalpark Böhmerwald festgestellt. Sie hatten Hirschen Funk-Halsbänder angelegt und sechs Jahre lang beobachtet, welche Wege sie sich suchen. Das Ergebnis: Auf der tschechischen Seite des Böhmerwalds wandern die Hirsche nur bis zur ehemaligen Staatsgrenze. Die Forscher vermuten, dass Hirsche die Grenzen ihres Territoriums an ihre Nachkommen weitergeben. Allerdings haben Wildtierforscher im Bayrischen Wald - der unmittelbar an den Böhmerwald grenzt – nur zum Teil dieselben Ergebnisse. So blieben zwar Hirschkühe auf der deutschen Seite, männliche Hirsche dagegen passieren die fiktive Grenze - getrieben von der Suche nach Weibchen. //[tj]// 

Quelle: Agenturen

Physik Die jüngste Atomuhr tickt fünf Milliarden Jahre genau.

US-amerikanische Forscher vom National Institute of Standards and Technology und der Universität von Colorado haben die derzeit genaueste Uhr der Welt entwickelt. Es dauert fünf Milliarden Jahre bis sie um eine Sekunde falsch geht. Damit übertreffe die sogenannte Strontium-Gitteruhr die Genauigkeit ihrer Vorgänger um 50 Prozent. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature" schreiben, sei die Uhr aber nicht nur besonders genau, sondern ticke auch besonders gleichmäßig. Ihre Pendelschläge wichen im Durchschnitt nur wenige Billiardstel Promille voneinander ab. //[tj]// 

Quelle: Nature

Zoologie Guppys brauchen mindestens zwei Pigmentzellen um farbig zu leuchten.

Bei den Guppy-Fischen leuchten nur die Männchen, dafür aber in auffällig bunten Farben. Lange war das Farbmuster der Guppys ein Rätsel, zumal die Männchen je nach Situation ihre Farbenpracht mehr oder weniger leuchten lassen können. Mit einem speziellen Elektronenmikroskop haben Tübinger Forscher jetzt drei verschiedene Pigmentzelltypen bei den kleinen Süßwasserfischen entdeckt. Wie sie im Fachjournal PLOS ONE berichten, müssen mindestens zwei verschiedene Pigmentzellen zusammenkommen, damit bei Guppys bunte Farbflecken entstehen. Dafür dass die Farbmuster mal schrillere, mal weniger schrille sind, seien vermutlich bestimmte Abläufe in und zwischen den Zellen verantwortlich. //[tj]//

 

Quelle: PLoS One

Planetologie Der größte Asteroid unseres Sonnensystems sprüht Wasserdampf ins All.

Er heißt Ceres und ist mit rund 1000 Kilometer Durchmesser der größte Brocken im Asteroidengürtel. Wie die Oberfläche des Asteroiden aber aussieht und wie er chemisch zusammengesetzt ist, das ist nach wie vor unklar. Mit Hilfe des Teleskops "Herschel" hat die europäische Weltraumagentur ESA seit 2011 nach Wasser auf Ceres gesucht. Und jetzt sind sich die Forscher sicher: auf dem Asteroiden muss es Wasser geben, denn er sprüht Wasserdampf ins All – rund sechs Kilogramm pro Sekunde. Details erläutern sie in "Nature". Zwar war es mit dem Herschel-Teleskop nicht möglich, Ceres direkt zu beobachten, doch der Wasserdampf in unmittelbarer Umgebung des Asteroiden könne nur von diesem selber stammen. Das bedeute, dass es entweder Wassereis auf der Oberfläche von Ceres gebe, das ausgase, oder aber der Asteroid eine Art Eisvulkan aufweise. Genaueres wird erst im Jahr 2015 zu erfahren sein. Dann soll die Raumsonde "Dawn" Ceres erreichen und den Himmelskörper direkt aus der Umlaufbahn untersuchen. //[tj]// 

Quelle: Nature

Biotechnologie Herzzellen bewegen einen neuen Bioroboter.

Amerikanische Ingenieure haben einen Bioroboter nach dem Vorbild eines Spermiums entwickelt. Dazu haben sie einen Kunststoffkopf mit einem Anhängsel versehen, einer Art Geißel. An diesen haarähnlichen Schwanz wurden einige Herzmuskelzellen von Ratten angesiedelt. Durch das Pulsieren der Herzmuskelzellen bewegte sich dann der Roboter durch Nährlösungen. Der "biohybride Schwimmer" wie ihn die Ingenieure nennen, ist nur zwei Millimeter groß und erreicht eine Geschwindigkeit von knapp zehn Mikrometern pro Sekunde – heißt es in "Nature Communications". Noch allerdings habe der Bioroboter keine Ziele. Je nachdem mit welchen Messinstrumenten sein Kopf in Zukunft ausgestattet werde, kann er beispielsweise auf Licht, Schadstoffe oder Proteine reagieren. Damit könne er in der Industrie aber auch in der Medizin eingesetzt werden, etwa um Medikamente durch die Blutbahn zu transportieren. //[tj]/

Quelle: Nature Communications

22.01.2014

Biologie Faultiere riskieren ihr Leben für ihre Untermieter.

Das Fell eines Dreifinger-Faultiers birgt die Lebensgrundlage für viele Organismen. Neben Schmetterlingen und Käfern wachsen dort auch Algen und Motten. Bislang war unklar, weshalb diese Faultiere einmal in der Woche das sichere Geäst verlassen und direkt auf dem Boden in eine Mulde koten, während andere Faultierarten ihre Exkremente direkt vom Baum fallen lassen. US-Forscher schreiben in den Proceedings B der britischen Royal Society, dass die Faultiere damit den auf ihnen lebenden Motten ermöglichen, im frischen Kot ihre Eier abzulegen. Die Exkremente dienen den Larven als Nahrung und Lebensgrundlage. Später als ausgewachsene Motte fliegen sie wieder zu ihrem Wirts-Faultier. Dort versorgen die Motten die ebenso im Fell lebenden Grünalgen mit Nährstoffen. Und mithilfe dieser Algen tarnen sich wiederum die Faultiere und schützen sich so effektiv vor Greifvögeln.

[mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (doi:10.1098.rspb.2013.3006)

Kognitionswissenschaft Das Erinnerungsvermögen im Alter wird nicht zwangsläufig schlechter.

Nur der Zugriff auf eine Erinnerung dauert länger. Das haben Tübinger Sprachwissenschaftler herausgefunden und berichten darüber im Fachblatt Topics in Cognitive Science. Die Forscher hatten die menschliche Gedächtnisleistung in zunehmendem Alter simuliert. Dabei sahen sie, dass das menschliche Gehirn im Alter zwar langsamer arbeitet, aber nur, weil es im Laufe der Zeit mehr Wissen gespeichert hat. Ähnlich wie bei einer vollen Speicherkarte eines Computers benötigt das Abrufen einer Erinnerung zwar mehr Zeit, dies sei aber der riesigen Menge gespeicherter Erinnerungen geschuldet und gehe nicht automatisch mit einer verminderten Leistung einher. Die Wissenschaftler fordern daher, dass die Messung der kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen anders als bislang gestaltet werden muss.

[mst]

Quelle: idw-online

Epidemiologie Erkältungsmittel können Grippe-Epidemien verstärken.

Auf diesen Zusammenhang sind Mathematiker aus Kanada gestoßen. Sie sind der Frage nachgegangen, ob Menschen, die fiebersenkende Grippemittel einnehmen mehr Mitmenschen anstecken als jene, die diese Arzneien nicht einnehmen. Hochrechnungen zufolge steigt aufgrund fiebersenkender Mittel die Zahl der Infizierten bei jeder Grippe-Epidemie im Durchschnitt um fünf Prozent, schreiben die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society. Fieber erhitzt den Körper, sodass sich Bakterien und Viren weniger gut vermehren und verbreiten können. Fiebersenkende Mittel verhindern dies jedoch. Derart fieberfrei gehaltene Menschen gehen früher wieder zur Arbeit oder zur Schule, wo sie vermehrt Mitmenschen anstecken. Für Nordamerika hochgerechnet bedeutet dies jedes Jahr mehr als tausend zusätzliche Todesfälle.

[mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (10.1098/rspb.2013.2570)

Klima Das Jahr 2013 war extrem warm.

Das geht aus zwei Studien hervor, die von der US-Raumfahrtbehörde NASA sowie der US-Behörde für Ozeanografie NOAA vorgestellt werden. Demnach war das vergangene Jahr das viertwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. 2013 betrug die globale Durchschnittstemperatur demnach 14,5 beziehungsweise 14,6 Grad Celsius, abhängig von der Erhebungsmethode. Damit lag die Durchschnittstemperatur des vergangenen Jahres um 0,6 Grad Celsius über dem Mittel des 20. Jahrhunderts. Die zehn wärmsten Jahre, mit Ausnahme des Jahres 1998, wurden alle nach dem Jahr 2000 gemessen. Für Länder wie Australien sei 2013 das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen.

[mst]

Quelle: NASA/NOAA/Agenturen

Physik Nanosilber verschafft Durchblick.

Forscher des MIT in Boston haben eine einfache Lösung gefunden, um transparente Bildschirme kontrastreicher zu machen. Wie sie im Fachblatt Nature Communications notieren, haben sie dazu normales Glas mit einem nanosilberhaltigen Polymer beschichtet. Dieses reflektiert nur das Licht bestimmter Wellenlängen. Dadurch gelingt eine scharfe, leuchtende Projektion und dennoch klare Sicht. Bislang ermöglicht der Prototyp nur die Abbildung blauen Lichts, theoretisch wäre es den Studienautoren zufolge aber auch möglich, verschiedene Farben abzubilden. Ein weiterer Vorteil sei die kostengünstige Produktion, da derart produzierte Displays keine teuren Prismen oder LEDs benötigen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi.10.1038/ncomms4152)

Medizin Die Sonne senkt den Blutdruck.

Dass UV-Strahlen die Weitung der Blutgefäße begünstigen und somit den arteriellen Druck verringern, berichten britische Forscher im Journal of Investigative Dermatology. Demnach erhöht Sonnenlicht den Stickstoffmonoxid-Gehalt in der Haut, was zu deren Entspannung führt. Ein niedriger Blutdruck verringert somit das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein vollständiges Meiden der Sonne mit einem erhöhten Risiko für Herzkreislauf-Krankheiten einhergehen kann, so die Forscher.

[mst]

Quelle: Journal of Investigative Dermatology (doi:10.1038/jid.201427)

Physik Physiker erzeugen einen Strahl aus Antiwasserstoff-Atomen.

Wissenschaftler haben am Kernforschungszentrum CERN in Genf einen Strahl erzeugt, der helfen soll, um zu klären, weshalb es im Weltall nicht mehr Antimaterie gibt. Bei dem Standardmodell der Teilchenphysik gehen Forscher von einer perfekten Symmetrie zwischen Materie und Antimaterie aus. Das Modell widerspricht sich jedoch. Denn damit wäre beim Urknall gleich viel Materie und Antimaterie erzeugt worden. In der Folge hätten sie sich gegenseitig sofort wieder vernichtet. Um dieses Rätsel zu lösen, hat ein intentionales Forscherteam nun einen Strahl von Antiwasserstoff-Atomen hergestellt. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt NATURE Communications schreiben, konnten sie Antiwasserstoffatome in einem Abstand von 2,7 Meter vom Ort der Produktion beobachten. Jedoch sei der Strahl mit 20 Atomen pro Stunde noch zu schwach, um detaillierte Analysen durchzuführen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms4089)

21.01.2014

Biologie Einem Pflanzenvirus ist der Sprung zur Biene geglückt

Das berichtet ein chinesisch-US-amerikanisches Forscherteam in "mBIO". Auf das Virus sind die Forscher zufällig aufmerksam geworden: Sie suchten Bienenvölker routinemäßig nach Erregern ab. Dabei entdeckten sie das Tabak Ringfleckenvirus. Das wird vor allem durch Pollen verbreitet und befällt vorwiegend Sojapflanzen. Allerdings zählt zu seinen Eigenschaften, dass es sich sehr schnell verändern und damit an neue Wirte anpassen kann. Im Falle der Bienen ist es dem Virus offenbar gelungen. Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen einer Infektion und dem Zusammenbruch von Bienenstaaten. Eine Analyse von gesunden und gefährdeten Bienenstaaten ergab, dass in letzteren sich auch das Pflanzenvirus nachweisen ließ. Ferner konnten die Wissenschaftler das Virus auch in der Varroa-Milbe nachweisen. Auch diese Milbe wird mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht. [gä]

Quelle: pnas

Umwelt Chinas Exporte belasten Landluft erheblich

Geht es um den Klimaschutz und die Reduktion der CO2 Emissionen in der westlichen Welt, weisen Experten und Umweltaktivisten schon seit Jahren darauf hin, dass westliche Industrienationen mit der Produktion auch die CO2-Emission nach China verlagert haben. Forscher aus China und den USA zeigen nun in PNAS, in welchem Maße dabei auch der Schadstoffausstoß nach China verlagert wurde. Die Forscher errechneten, dass bis zu 36 Prozent des Schwefel-, Stick- oder Kohlenmonoxidausstoßes zwischen 2000 und 2009 auf die wachsende Exportindustrie zurückzuführen sei. Allein die im Auftrag von US-Unternehmen produzierten Güter machen 21 Prozent der Schadstoff-Emissionen aus. Würde die Industrie in China ähnlich effizient produzieren wie die der USA, und würde der Staat die Emissionen ähnlich scharf kontrollieren, ließe sich der Ausstoß um fast zwei Drittel senken. Die Forscher sind überzeugt, dass ihre Ergebnisse auch Eingang finden sollten in internationale Handels- und Umweltschutzverträge. [gä]

Quelle: pnas

Raumfahrt Der Kontakt zu Rosetta steht

Die europäische Kometensonde hat auf den ersten Funkbefehl des Europäischen Raumfahrtkontrollzentrums in Darmstadt reagiert und am Montag gegen 21 Uhr die ersten Telemetriedaten zurück zur Erde geschickt. Die Mitarbeiter der Bodenkontrolle schließen aus diesen Daten auf den Zustand der Sonde. Sie hatten sie per Funk angefordert, nachdem sich Rosetta mit einer leichten Verspätung am Abend um 19.18 Uhr gemeldet hatte. Die Raumsonde befindet sich derzeit weit von der Sonne entfernt. Weil ihre Elektronik von Solarzellen gespeist wird, wurden vor 958 Tagen planmäßig die meisten Systeme abgeschaltet. Rosetta eilt nun auf den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko zu. Im November soll sie eine kleine Landeeinheit auf dem Kern des Kometen absetzen. [gä]

Biologie Rädertierchen fressen für Amphibien tödlichen Pilz

Der Chitridpilz ist für Amphibien eine tödliche Bedrohung. Viele Amphibienarten sind bereits ausgestorben – vor allem in Mittelamerika. In einigen Seen der Pyrenäen in Europa werden jedoch nur sehr wenige Geburtshelferkröten mit diesem Pilz infiziert. Ein internationales Forscherteam hat daher nun diese Seen untersucht. Es stellt fest, dass in diesen Gewässern auch sehr viel weniger Chitridpilze gedeihen: Ihre Sporen werden von winzigen Wasserräubern wie Protozoen oder Rädertierchen in großen Mengen gefressen. In Gewässern ohne eine reichhaltige Gemeinschaft an winzigen Räubern hingegen fanden die Forscher hohe Infektionsraten, die künftig für den Zusammenbruch der Amphibienpopulation sorgen könnten.Forscher suchen schon länger nach effektiven biologischen Methoden zur Bekämpfung des Pilzes und zum Schutz der Amphibien. [mawi/gä]

Quelle: current biology

Technologie Elektronische Schnurrhaare können Gasströme ertasten

Und darüber hinaus die Entwicklung neuer Sensoren zum Beispiel für Roboter ermöglichen. Das notieren Forscher aus den USA in "PNAS". Die Wissenschaftler haben aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und winzigen Silber-Partikeln elastische Fasern geformt. Bei Tests zeigte sich, dass diese Fasern auf deutlich leichteren Druck reagierten als alle bisher eingesetzten vergleichbaren Sensoren. So sei es möglich, mit diesen elektronischen Härchen zum Beispiel Gasströmungen zwei und dreidimensional zu vermessen. Auch könne die Empfindlichkeit der Taster durch eine einfache Änderung der Zusammensetzung variiert werden. [gä]

      

Quelle: pnas

MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk