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Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
29.01.2014

Biologie Vor Grönland gedeihen Korallenriffe.

Kanadische Meeresbiologen haben bei einer Forschungsreise das erste intakte Riff von Kaltwasserkorallen vor Grönland entdeckt. Die Entdeckung vor dem Südwesten der Insel sei per Zufall gelungen, als sie bei einer Wasserprobe in 900 Metern Tiefe auf das Riff stießen. Bislang waren zwar einzelne Korallenarten vor Grönland bereits bekannt, ein intaktes Riff wie in Norwegen oder Island jedoch noch nicht, teilte die Technische Universität von Dänemark mit, die die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen vornehmen wird.

[mst]

Quelle: ScienceDaily

Ingenieurwissenschaften Wasser ersetzt Tintenpatrone.

Chinesische Ingenieure haben ein wiederbeschreibbares Spezialpapier entwickelt, bei dem der Farbstoff direkt im Papier sitzt. Gedruckt wird mit Wasserkontakt, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Communications. Das Material besteht aus Papier, darüber befindet sich eine Schicht aus Polyethylenglykol, dann ein Dünnfilm mit dem Farbstoff und darüber eine Schutzschicht. Ein Vorteil sei auch die Wiederverwendbarkeit. Denn das gedruckte Bild habe nur eine Haltbarkeit von 22 Stunden. Danach sei das Wasser getrocknet und das Blatt wieder weiß.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4044)

Biologie Fliegen sind lernfähig.

Zumindest die zu den Wollschwebern gehörenden Insekten von Megapalpus capansis. Denn diese Fliegen fallen nur anfangs auf den Trick einer Blütenpflanze herein, schreiben Biologen aus Südafrika in den Proceedings B der britischen Royal Society. Um Insekten als Bestäuber anzulocken, ahmen Korbblütler von Gorteria diffusa mit ihren Blütenblättern einige Merkmale weiblicher Insekten nach, die die männlichen Fliegen anziehen sollen. Während die paarungsbereiten Männchen vergeblich in der Blüte nach einem Weibchen suchen, bestäuben sie unbewusst in dieser Zeit die Pflanze. Eine gewisse Lernfähigkeit der Getäuschten konnten die Forscher nun beobachten. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stellten die Männchen die für sie nutzlosen Paarungsflüge ein. Die Forscher vermuten, dass diese Imitation der Pflanzen ein Selektionsmerkmal ist. Nur jene, die Fliegenmännchen verführen können, würden auch bestäubt. Dadurch habe sich die Imitation zu einer erstaunlichen Detailtreue entwickelt.

[mst] 

Quelle: Proc.R.Soc.B (10.1098/rspb.2013.2861)

Musikwissenschaft Bei Streichquartetten gibt es verschiedene Hierarchien.

Wer den Takt bei der Kammermusik angibt, berichten Forscher aus England im Journal of the Royal Society Interface. Sie wollten wissen, welcher der Spieler von Geige, Cello und Bratsche die Geschwindigkeit vorgibt, nach der sich die anderen richten. Dazu sollten zwei professionelle Quartette ungeprobt einen 48 Noten langen Ausschnitt aus Haydns Streichquartett Opus 74 Nummer 1 spielen; das ganze wurde 14-mal wiederholt. Dabei sahen die Forscher, dass erfahrene Musiker ihr Spiel unbewusst immer etwa ab dem gleichen Maß der Abweichung synchronisieren. Das Timing dieser Ausgleichsmaßnahmen entspreche nahezu dem in theoretischen Modellen ermittelten Idealwert für eine Vierergruppe. Jedoch gab es in beiden Gruppen Unterschiede: Während bei einer Gruppe ein Geiger den Takt vorgab, dem die drei anderen folgten, regierten die Spieler des anderen Quartetts abwechselnd untereinander. Die Taktvorgaben beziehungsweise das Reagieren darauf seien aber so minimal gewesen, dass die Musiker selbst nicht wussten, wer den Takt vorgibt und wer folgt.

[mst]

Quelle: J.R.Soc Interface (10.1098/rsif.2013.1125)

Biologie Der "laufende" Fisch ist vom Aussterben bedroht.

Das sogenannte "mexikanische Wassermonster", der Axolotl, ist ein Schwanzlurch, dessen einziger bekannter Lebensraum ein Gebiet in Mexiko ist. Biologen der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko haben nun vier Monate lang dort nach frei lebenden Tieren gesucht und dabei keine Exemplare mehr gefunden. Die knapp 30 Zentimeter langen Tiere sind dunkelgrau oder braun marmoriert und haben ein breites Maul mit abgerundeter Schnauze. 1998 gab es den Forschern zufolge noch 6.000 Axolotls pro Quadratkilometer dort. Fünf Jahre später waren es tausend und 2008 nur noch 100. Grund für den Rückgang sei die zunehmende Umweltverschmutzung, ebenso das Vordringen der Menschen in den Lebensraum der Tiere. Im Februar soll eine neue Expedition starten, die verbliebene Tiere aufspüren soll. Einige Axolotls werden in Zoos und Aquarien gehalten.

[mst]

Medizin Ein Eiweiß agiert als Störsender.

Mediziner verabreichen Patienten mit Krebserkrankungen mitunter das Eiweißmolekül Interferon-beta (IFN-ß), weil es das Tumorwachstum eindämmen kann. Den dahinterstehenden Prozess haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) nun erstmals entschlüsselt. Über ihre Erkenntnisse berichten sie im International Journal of Cancer. Demnach behindert das Eiweißmolekül die Kommunikation zwischen Immunzellen und Krebsgewebe. Dadurch wird der Tumor nicht effizient an die für ihn lebensnotwendige Blutzufuhr angeschlossen und kann nur langsam weiter wachsen.

[mst]

Quelle: idw-online/Int J Cancer (10.1002/ijc.28551)

28.01.2014

Medizin Mögliche Verbindung zwischen DDT und Alzheimerrisiko sollte untersucht werden

Davon zeigen sich Forscher aus den USA überzeugt. Die Wissenschaftler hatten im Blut von Alzheimerpatienten nach einem Abbauprodukt des Insektenschutzmittels gesucht. Sie stellten dabei fest, dass die Konzentration dieses Abbauprodukts, DDE, bei Alzheimerpatienten bis zu 3,8 mal höher ausfiel als bei gesunden Menschen. Die in "JAMA Neurology" veröffentlichte Studie hat mit 165 Teilnehmern allerdings nur eine schmale Datenbasis. Sie bietet daher nur einen ersten Hinweis, der durch weitere Studien untermauert oder entkräftet werden sollte, so die Forscher.  [gä]

Quelle: jama neurology/bbc

Biologie Internationales Forscherteam entdeckt Virus, das Anthrax–Bakterien befällt

Die Wissenschaftler aus Stuttgart, der Schweiz und den USA fanden Bacillus phage Tsamsa auf Zebra-Knochen. Die Tiere waren an einer Anthrax-Infektion verendet. Normalerweise bilden diese Bakterien nach dem Tod ihres Wirts Sporen, die in den Boden gelangen und dort auf den nächsten Wirt warten. In diesem Fall jedoch machte sich das Virus über die Bakterien her; seinen Umgang mit dem Anthrax-Bakterium bezeichnet das Team als "unersättlich". Die Forscher hoffen in "PLOS One", in Tsamsa ein natürliches Mittel gegen Anthrax-Infektionen und zur Säuberung von kontaminierten Böden gefunden zu haben. Die Bakteriophage ist ungewöhnlich groß, schreiben die Wissenschaftler weiter. Sie hat an einem Ende eine Verdickung, mit der sie sich an das Bakterium anhaftet. Auch das Genom ist ungewöhnlich groß. Bakteriophagen wirken sehr spezifisch gegen ein oder wenige bestimmte Bakterien. Forscher hoffen daher, sie auch gegen Antibiotika-resistente Bakterien einsetzten zu können. [gä]

   

Quelle: plos one

Astrophysik Intergalaktischer Wasserstoffstrom könnte helfen, die Sternenentstehung zu erklären

Während in der Milchstraße nur noch relativ selten neue Sterne entstehen, zeigen sich andere Galaxien in dieser Hinsicht deutlich aktiver. Woher diese Sternensysteme den dafür notwendigen Wasserstoff nehmen, konnten Astrophysiker bisher nur vermuten. Forscher des National Radio Astronomy Observatory berichten nun im "Astronomical Journal" von einer Beobachtung, die eine Vermutung erhärten könnte: Die Wissenschaftler konnten einen regelrechten Strom von Wasserstoffteilchen messen, der sich in Richtung der Galaxie NGC 6946 bewegte. So ein "kalter Wasserstoffstrom", so die Astronomen, könne erklären, woher der Treibstoff für die vergleichsweise vielen neuen Sterne in dieser Galaxie stammen. [gä]

Quelle: nrao

Medizin Die Pest entwickelt sich immer wieder neu

Schon am Ende der Antike suchte eine Seuche den Mittelmeerraum heim, die Forscher seit kurzem auf den Pesterreger Yersinia zurückführen. Wissenschaftler aus Kanada, Australien und den USA haben nun auf den Zähnen eines vor 1500 Jahren verblichenen Seuchenopfers das Erbgut des Erregers entdeckt und sequenziert. Eine anschließende Analyse ergab, dass sich das Erbgut des antiken Yersinia-Bakteriums klar von dem unterscheidet, das im Mittelalter mehr als die Hälfte der Europäischen Bevölkerung dahin raffte. Sein Genom jedoch interpretierten die Wissenschaftler als evolutionäre Sackgasse, es starb aus. Das würde bedeuten, dass Erreger das Potential, Seuchen auszulösen, immer wieder neu und anders entwickeln, so die Forscher in "THE LANCET – INFECTIOUS DISEASES", auch eine neue Pest-Seuche sei daher nicht ausgeschlossen. Was den antiken Yersinia-Stamm so tödlich werden ließ, wissen die Forscher noch nicht mit Sicherheit zu sagen. Sie vermuten jedoch in ihrer Erbgut-Analyse bestimmte Spuren, denen sie jetzt nachgehen wollen. Die Analyse zeigt weiter, dass das Bakterium aus Asien über die Seidenstraße nach Europa einwanderte.Nach den Worten der Wissenschaftler handelt es sich um das älteste, vollständig sequenzierte Erbgut eines Krankheitserregers. [gä]

Quelle: lancet infectious diseases/the guardian

Archäologie Jungsteinzeit-Siedlung in Niedersachsen wartet immer noch auf ihre Ausgrabung

2001 wurde im Zuge von Geländeuntersuchungen für einen Autobahnbau südlich von Göttingen eine Axt entdeckt, die heute als "Kupferaxt von Reiffenhausen" unter Archäologen bekannt ist. Der Axt-Fund ist ungewöhnlich: Das Werkzeug besteht aus Kupfer und ist rund 5500 Jahre alt. Es stammt damit aus der Übergangszeit von Jungsteinzeit zur Bronzezeit. Die Axt sowie weitere Funde und eine Untersuchung des Bodens deuten auf dicht unter der Oberfläche erhaltene Siedlungsreste hin. Eine Ausgrabung dieser Reste ist bis heute nicht erfolgt. Die Kupferaxt ist rund 14 Zentimeter lang und 4,4 Zentimeter breit. Der Stiel besteht ebenfalls aus diesem Metall, ist aber gebrochen. Die Farbe der Axt entspricht nicht heutigen Erwartungen an das Metall: Sie ist eher goldglänzend als kupferrot. Eine chemische Analyse der Kupferaxt ergab, dass das Metall eine vergleichsweise große Menge Arsen enthält. Das Arsen verlieht dem Kupfer eine größere Härte – vergleichbar mit Zinn – und die besondere Farbe. Es ist jedoch keine menschliche Zutat, sondern war Bestandteil des natürlichen Kupfervorkommens. Anhand des Arsengehalts bestimmten Materialforscher die Herkunft des Erzes aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Wo die Axt gegossen wurde, ist unklar. [gä/Klaus Grote]

Medizin Samenflüssigkeit spielt wichtige Rolle für Gesundheit männlicher Nachkommen

Davon zeigen sich Forscher der University of Adelaide in Australien in "PNAS" überzeugt. Die Wissenschaftler hatten bei Tierversuchen Mäuse-Männchen die Bläschendrüse entfernt. Die Bläschendrüse erzeugt die Samenflüssigkeit. Anschließend beobachteten sie den Paarungserfolg und die Gesundheit der folgenden Mäusegenerationen. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass vor allem die Männchen einen veränderten Stoffwechsel hatten: Sie wurden schwerer, hatten Probleme mit dem Kreislauf und dem Insulinhaushalt. [gä]

Quelle: pnas

27.01.2014

Raumfahrt "Jadehase" steckt in Schwierigkeiten

Zur Halbzeit seiner dreimonatigen Erkundungstour auf dem Mond habe es Unregelmäßigkeiten bei der mechanischen Steuerung des Mond-Rovers gegeben, melden chinesische Medien. Als Grund wurde die "komplizierte Umgebung auf der Mondoberfläche" genannt. Mit dem chinesischen Raumschiff "Chang'e 3" war im vergangen Dezember erstmals seit 37 Jahren wieder ein Raumschiff auf dem Mond gelandet. Die Mondfee "Chang'e" sitzt der Legende nach mit ihrem Hasen auf dem Mond. Daher trägt der Mond-Rover den Namen "Jadehase". [mawi]

Raumfahrt ISS bekommt neue Außenbordkamera

Zwei russische Kosmonauten haben heute Nachmittag für mehrere Stunden die Internationale Raumstation ISS verlassen. Sie sollen eine neue Kamera an der ISS befestigen. Eine Ende Dezember montierte Kamera lieferte nur Bilder von schlechter Qualität. [mawi]

Klima Hitzewellen haben Pakistaner Haus und Hof aufgeben lassen

Pakistan gilt als besonders verwundbar, weil sich die Folgen des Klimawandels hier schon länger zeigen. US-amerikanische Forscher haben die Wanderbewegungen von Menschen in ländlichen Regionen Pakistans erforscht. Sie haben Menschen gefragt, warum sie ihre Heimat verlassen haben. Das Ergebnis: Deutlich seltener als erwartet gaben Menschen Überschwemmungen und die von ihnen angerichteten Schäden als Hauptgrund an, wegzugehen. Der häufigste Grund: extreme Hitzewellen, vor allem in den Monaten von November bis April. Hitzeperioden führten durchschnittlich zu einem um ein Drittel geringeren Haushalteinkommen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". Entwicklungsprojekte in Pakistan sollten vor allem darauf achten, dass die Menschen künftig flexibler auf solche Hitzewellen reagieren können. [mawi]

Quelle: Nature Climate Change - DOI : 10.1038/nclimate2103

Medizin "Gutes Cholesterin" kann auch schädlich sein

Das HDL-Cholesterin galt bislang im Gegensatz zum LDL als "gutes" Blutfett, das vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Forscher der Universitätsklinik Cleveland haben jetzt einen Prozess entdeckt, der das schützende Cholesterin in ein eher schädliches verwandelt. Das sogenannte Apolipo-Protein A1 hält das HDL in Form, und es verleiht ihm seine Schutzfunktionen. Es transportiert zudem das HDL zur Leber. Bei Menschen, die bereits an einer Gefäßverkalkung, einer Arteriosklerose leiden, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine", wird in den Gefäßwänden ein großer Teil des Apolipo-Proteins oxidiert. Das hat fatale Folgen: Das HDL nimmt eine andere Form an und verliert seine schützende Wirkung. Es erhöht im Gegenteil das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Bei der Untersuchung von 627 Patienten fanden die Forscher diesen Befund bestätigt. [mawi]

Sport/Psychologie Abseits oder nicht?

Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln haben mit einen speziellen Test die maximale Aufmerksamkeitsbreite von Personen auf horizontaler, vertikaler und diagonaler Ebene gemessen – kurzum: Bis zu welcher Entfernung können Menschen zwei unterschiedliche Reize wahrnehmen, die an verschiedenen Rändern ihres Blickfeldes liegen? Ein Assistenzschiedsrichter an der Seitenlinie muss sowohl den Abstoß des Torwarts als auch die Offensivspieler in seiner Spielhälfte beobachten. Ein Ergebnis der Studie: Die Aufmerksamkeitsleistung von Experten aus verschiedenen Mannschaftssportarten ist um 25 Prozent höher als die von Nichtsportlern. Sie konnten bis zu einem Blickwinkel von 35 Grad noch zwei Reize gleichzeitig wahrnehmen. Linienrichter müssen auf dem Fußballplatz aber Winkel bis zu 100 Grad betrachten, um eine Abseitssituation sicher erkennen zu können, so die Forscher im "Journal of Experimental Psychology". Abseitssituationen im Fußball erforderten ein viel größeres visuelles Aufmerksamkeitsfenster, als die meisten Menschen leisten könnten. [mawi]

Medizin Neues Antibiotikum wirkt gegen resistente Tuberkulose-Erreger

Immer mehr Tuberkulose-Erreger erweisen sich als unempfindlich gegen herkömmliche Antibiotika. Forscher der Universität Zürich und des Kinderkrankenhauses in Memphis Tennessee haben einen Wirkstoff entwickelt, der auch hochresistente Tuberkulosebakterien wirksam tötet.Die Forscher hatten zunächst entdeckt, dass der TB-Erreger das Antibiotikum "Spectinomycin" mithilfe spezieller Pumpen aus der Zelle hinausbefördert. Dann veränderten sie den Wirkstoff Spectinomycin so, dass er von der Zell-Pumpe nicht mehr erkannt wird. Er bleibt also in der Zelle und hemmt die Protein-Produktion des Bakteriums. Bei dem Umbau des Wirkstoffs achteten die Forscher darauf, dass die Proteinproduktion in menschlichen Zellen nicht gestört wird. Im Fachblatt "Nature Medicine" berichten die Forscher, dass sich der neue Wirkstoff bereits im Tierversuch bewährt hat. Ob er Menschen mit TB helfen kann, muss sich noch erweisen. [mawi]

Quelle: Nature Medicine - DOI 10.1038/nm.3458

24.01.2014

Physiologie Grüner Tee reduziert die Wirkung eines Betablockers.

Grünem Tee werden vielfältige gesundheitsfördernde und sogar heilende Effekte nachgesagt. Ein deutsch-japanisches Forscherteam hat jetzt herausgefunden, dass Grüner Tee allerdings auch die Wirkung von Medikamenten abschwächen kann. Wie die Forscher im Fachmagazin "Clinical Pharmacology and Therapeutics" berichten, verhindern bestimmte Inhaltsstoffe des Grünen Tees, dass der Betablocker Nadolol vom Körper aufgenommen wird. Nach Einschätzung der Forscher ist nicht auszuschließen, dass grüner Tee auch die Aufnahme anderer Medikamente hemmt. Das soll nun in weiteren Studien untersucht werden. Versuche zeigten, dass bei Grünteegenuss der Nadololspiegel im Blut von Testpersonen rund 85 Prozent unter typischen Vergleichswerten lag. Nadolol wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris und Migräne verschrieben. In deutschen Apotheken ist das Medikament jedoch nicht erhältlich. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/CLPT.2013.241

Onkologie Ein Tumor bei Hunden ist bereits 11.000 Jahre alt.

Das berichten britische Forscher im Fachmagazin "Science". Im Jahr 2006 hatten Wissenschaftler bei Hunden eine ansteckende Krebserkrankung entdeckt, die beim Geschlechtsverkehr durch direkte Übertragung von Krebszellen verbreitet wird. Die Forscher analysierten nun erstmals das komplette Erbgut der Tumorzellen. Auf Basis der darin nachweisbaren Mutationen und einer geschätzten Mutationsrate errechneten sie das Alter der Tumorzelllinie. Die untersuchten Tumorgene erlaubten sogar Rückschlüsse auf das Aussehen des Hundes, von dem die Krankheit einst ausgegangen war. Die Forscher beschreiben ihn als mittelgroß und mit schwarzem oder grauem Fell. Er soll Ähnlichkeiten mit einem Husky besessen haben. Die CTVT-Erkrankung, auch als "Sticker Sarkom" bekannt, ist heute bei Hunden weltweit verbreitet. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247167

Physiologie Immunreaktionen verändern den Schweißgeruch.

Schwedische Forscher haben in einem Experiment gezeigt, dass Menschen am Schweißgeruch erkennen können, wenn bei einem anderen das Immunsystem im Zuge einer Erkrankung besonders aktiv ist. Im Rahmen des Versuches spritzten die Wissenschaftler einigen Probanden eine Lösung mit Lipopolysacchariden ins Blut, die dort eine starke Immunreaktion hervorriefen. Andere Probanden bekamen nur eine harmlose Salzlösung in ihre Venen gespritzt. Vier Stunden später ließen die Forscher eine zweite Versuchsgruppe an den T-Shirts aller Probanden der ersten Gruppe riechen und jeweils den Geruch einschätzen. Allgemein zeigte sich, dass die Teilnehmer die Duftnoten der T-Shirts der Probanden aus der Lipopolysaccharid-Gruppe als stärker, strenger und ungesünder empfanden. Noch ist nicht bekannt, welche spezifischen Moleküle für den Krankheitsgeruch im Schweiß verantwortlich sind. Die Studie ist im Fachmagazin "Psychological Science" erschienen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1177/0956797613516801

Nahrungsergänzung Vitamin-D-Präparate helfen nur wenig.

Viele Ärzte empfehlen heute Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D, um Herzversagen, Krebserkrankungen oder Knochenbrüchen vorzubeugen. Eine Studie im Fachmagazin "The Lancet Diabetes and Endocrinology" stellt die Wirkung solcher Maßnahmen jetzt allerdings weitgehend in Frage. Neuseeländische Forscher überprüften die Ergebnisse von 40 vorliegenden Studien zu den Gesundheitswirkungen von Vitamin D. Sie stellten die Frage, ob die Vitaminpräparate die jeweils untersuchten Krankheitsrisiken um mindestens 15 Prozent reduzieren. Es zeigte sich, dass nach dieser Maßgabe lediglich ältere Menschen von der Vitamineinnahme profitieren – und das auch nur in einer Hinsicht: Bei ihnen sinkt das Knochenbruchrisiko. Anders als vielfach behauptet, seien Vitamin-D-Mangelerscheinungen in der Regel nicht die Ursache, sondern die Folge von Gesundheitsbeschwerden, so die Forscher. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/S2213-8587(14)70008-7

Paläoklimatologie Wälder stabilisierten einst das Klima.

In den vergangenen 24 Millionen Jahren gab es immer wieder Phasen der Erdgeschichte, in denen der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre stark abgenommen hat. Allerdings fiel die CO2-Konzentration niemals unter 180 ppm, also 180 Teile CO2 pro Million Luftteilchen. Britische Forscher haben für diese natürliche Grenze jetzt eine Erklärung gefunden: Wälder sorgten für die Stabilisierung. Bei Versuchen in Klimakammern zeigte sich, dass Bäume in einer CO2-armen Atmosphäre weniger Silikatgestein im Boden mit ihren Wurzeln aufbrechen. An Silikat kann CO2 durch chemische Reaktionen dauerhaft gebunden werden. Steht allerdings durch ein verlangsamtes Wachstum der Wälder insgesamt weniger Silikat in reaktionsfähiger Form zur Verfügung, bleibt mehr CO2 in der Atmosphäre erhalten. Die Studie ist im Fachmagazin "Biogeosciences" erschienen. //[luh]//

 

Quelle: DOI: 10.5194/bg-11-321-2014

23.01.2014

Biologie Für Hirsche ist der Eiserne Vorhang immer noch da.

Das haben Forscher im Nationalpark Böhmerwald festgestellt. Sie hatten Hirschen Funk-Halsbänder angelegt und sechs Jahre lang beobachtet, welche Wege sie sich suchen. Das Ergebnis: Auf der tschechischen Seite des Böhmerwalds wandern die Hirsche nur bis zur ehemaligen Staatsgrenze. Die Forscher vermuten, dass Hirsche die Grenzen ihres Territoriums an ihre Nachkommen weitergeben. Allerdings haben Wildtierforscher im Bayrischen Wald - der unmittelbar an den Böhmerwald grenzt – nur zum Teil dieselben Ergebnisse. So blieben zwar Hirschkühe auf der deutschen Seite, männliche Hirsche dagegen passieren die fiktive Grenze - getrieben von der Suche nach Weibchen. //[tj]// 

Quelle: Agenturen

Physik Die jüngste Atomuhr tickt fünf Milliarden Jahre genau.

US-amerikanische Forscher vom National Institute of Standards and Technology und der Universität von Colorado haben die derzeit genaueste Uhr der Welt entwickelt. Es dauert fünf Milliarden Jahre bis sie um eine Sekunde falsch geht. Damit übertreffe die sogenannte Strontium-Gitteruhr die Genauigkeit ihrer Vorgänger um 50 Prozent. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature" schreiben, sei die Uhr aber nicht nur besonders genau, sondern ticke auch besonders gleichmäßig. Ihre Pendelschläge wichen im Durchschnitt nur wenige Billiardstel Promille voneinander ab. //[tj]// 

Quelle: Nature

Zoologie Guppys brauchen mindestens zwei Pigmentzellen um farbig zu leuchten.

Bei den Guppy-Fischen leuchten nur die Männchen, dafür aber in auffällig bunten Farben. Lange war das Farbmuster der Guppys ein Rätsel, zumal die Männchen je nach Situation ihre Farbenpracht mehr oder weniger leuchten lassen können. Mit einem speziellen Elektronenmikroskop haben Tübinger Forscher jetzt drei verschiedene Pigmentzelltypen bei den kleinen Süßwasserfischen entdeckt. Wie sie im Fachjournal PLOS ONE berichten, müssen mindestens zwei verschiedene Pigmentzellen zusammenkommen, damit bei Guppys bunte Farbflecken entstehen. Dafür dass die Farbmuster mal schrillere, mal weniger schrille sind, seien vermutlich bestimmte Abläufe in und zwischen den Zellen verantwortlich. //[tj]//

 

Quelle: PLoS One

Planetologie Der größte Asteroid unseres Sonnensystems sprüht Wasserdampf ins All.

Er heißt Ceres und ist mit rund 1000 Kilometer Durchmesser der größte Brocken im Asteroidengürtel. Wie die Oberfläche des Asteroiden aber aussieht und wie er chemisch zusammengesetzt ist, das ist nach wie vor unklar. Mit Hilfe des Teleskops "Herschel" hat die europäische Weltraumagentur ESA seit 2011 nach Wasser auf Ceres gesucht. Und jetzt sind sich die Forscher sicher: auf dem Asteroiden muss es Wasser geben, denn er sprüht Wasserdampf ins All – rund sechs Kilogramm pro Sekunde. Details erläutern sie in "Nature". Zwar war es mit dem Herschel-Teleskop nicht möglich, Ceres direkt zu beobachten, doch der Wasserdampf in unmittelbarer Umgebung des Asteroiden könne nur von diesem selber stammen. Das bedeute, dass es entweder Wassereis auf der Oberfläche von Ceres gebe, das ausgase, oder aber der Asteroid eine Art Eisvulkan aufweise. Genaueres wird erst im Jahr 2015 zu erfahren sein. Dann soll die Raumsonde "Dawn" Ceres erreichen und den Himmelskörper direkt aus der Umlaufbahn untersuchen. //[tj]// 

Quelle: Nature

Biotechnologie Herzzellen bewegen einen neuen Bioroboter.

Amerikanische Ingenieure haben einen Bioroboter nach dem Vorbild eines Spermiums entwickelt. Dazu haben sie einen Kunststoffkopf mit einem Anhängsel versehen, einer Art Geißel. An diesen haarähnlichen Schwanz wurden einige Herzmuskelzellen von Ratten angesiedelt. Durch das Pulsieren der Herzmuskelzellen bewegte sich dann der Roboter durch Nährlösungen. Der "biohybride Schwimmer" wie ihn die Ingenieure nennen, ist nur zwei Millimeter groß und erreicht eine Geschwindigkeit von knapp zehn Mikrometern pro Sekunde – heißt es in "Nature Communications". Noch allerdings habe der Bioroboter keine Ziele. Je nachdem mit welchen Messinstrumenten sein Kopf in Zukunft ausgestattet werde, kann er beispielsweise auf Licht, Schadstoffe oder Proteine reagieren. Damit könne er in der Industrie aber auch in der Medizin eingesetzt werden, etwa um Medikamente durch die Blutbahn zu transportieren. //[tj]/

Quelle: Nature Communications

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