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Seit 08:30 Uhr Nachrichten
31.01.2014

Physiologie Wissenschaftler aus St. Louis haben eine körpereigene Substanz entdeckt, die das Wachstum.

Im Fachmagazin "PLOS Genetics" schreiben die Forscher, dass daraus ein Medikament gegen Knochenschwund entstehen könnte. Untersucht hatten die Mediziner eine Verbindung aus der Familie der WNT-Proteine. Das sind Signalstoffe, die in Körperzellen eindringen können, um dort das Wachstum zu regulieren. Das untersuchte Molekül WNT-7B regt zum Beispiel die Vermehrung von Osteoblasten an. Das sind Zellen, die den Knochen aufbauen. Mäuse, deren Körper besonders viel WNT-7B herstellte, bauten auch schneller neue Knochensubstanz auf. Als nächstes möchten die Forscher versuchen, den Mechanismus dieses Wachstums besser zu verstehen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pgen.1004145

Biologie Liebende Lemuren duften im Duett.

Der Duft eines Körper-Sekrets, das bestimmte Primaten der Gattung Sifakas nutzen, um ihr Revier zu markieren, ähnelt sich bei Tieren, die in einer festen Partnerschaft leben. Das berichten Forscher der Duke University im Fachmagazin "Animal Behaviour". Die Biologen hatten über Monate hinweg das Sekret der Lemuren eingesammelt und auf seine Bestandteile hin untersucht. Bei Primatenpärchen, die bereits gemeinsamen Nachwuchs in die Welt gesetzt hatten, ähnelte sich das Duftprofil stärker als bei kinderlosen Pärchen. Wahrscheinlich hätten sie durch den engen körperlichen Kontakt bestimmte Bakterien ausgetauscht, die für den Duft verantwortlich seien, glauben die Forscher. //[reu]//

 

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.anbehav.2013.11.019

Umwelt Sellafield arbeitet mit reduzierter Belegschaft.

Erhöhte Werte von Radioaktivität an der englischen Atomanlage sind nach Angaben des Betreibers natürlichen Ursprungs. Es handele sich um Hintergrundstrahlung, die von dem Edelgas Radon ausgehe. Wegen leicht erhöhter Werte von Radioaktivität waren Mitarbeiter der Atomanlage im englischen Sellafield heute dazu aufgefordert worden, zuhause zu bleiben. Das Werk lief im normalen Betrieb weiter, allerdings nur mit den wichtigsten Mitarbeitern. Die Radioaktivitätswerte hatten über denen gelegen, die im Schnitt natürlich auftreten, aber jedoch weit unter jenen, bei denen Mitarbeiter reagieren müssten. In Sellafield gibt es unter anderem ein Atomkraftwerk und eine Wiederaufbereitungsanlage. //[reu]//

 

Quelle: Agenturen

Chemie Die Produktion von H2O2 könnte billiger werden.

Chemiker aus Japan haben einen Katalysator entdeckt, mit dem sich Wasserstoffperoxid preiswert herstellen lassen könnte. Wasserstoffperoxid wird verwendet als Desinfektions- und Bleichmittel, aber auch als Reagenz in der chemischen Industrie. Die großtechnische Herstellung ist zur Zeit noch relativ energieaufwändig und kostenintensiv. Der Katalysator der japanischen Forscher besteht aus einem Polymer auf Basis von Kohlenstoff und Stickstoff. Unter der Einwirkung von Licht kann diese Substanz den Wasserstoff aus einem Alkoholmolekül abspalten und auf Luftsauerstoff übertragen, so dass Wasserstoffperoxid entsteht. Das berichten die Forscher im Fachmagazin "ACS Catalysis". Mit diesem Katalysator entstehen nur zehn Prozent Nebenprodukte. Die Gesamtausbeute ist allerdings verhältnismäßig niedrig. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1021/cs401208c

Technik Eine künstliche Zunge unterscheidet Biersorten am Geschmack.

Forscher aus Spanien haben eine elektronische Zunge entwickelt, die verschiedene Biersorten an deren chemischer Zusammensetzung erkennt. So kann sie unterscheiden zwischen Schwarzbier, Lager, Pils und anderen Sorten. Die Trefferquote des Systems liegt bei rund 80 Prozent. Die künstliche Zunge besteht aus 21 Sensoren, die auf bestimmte Salze ansprechen, zum Beispiel auf Ammonium- oder Natriumsalze wie auch auf Nitrate und Chloride. Daraus ergibt sich ein Muster, das typisch ist für eine ganz bestimmte Biersorte, wie die Forscher im Fachmagazin "Food Chemistry" schreiben. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.foodchem.2013.05.091

Meeresforschung Die Feen haben nichts damit zu tun…

…dass sich in der Ostsee vor der Insel Møn sogenannte Feenkreise bilden. Bei diesen Strukturen handelt es sich Seegras, das in Form eines Kreises am Meeresboden wächst. Dänische Forscher haben entdeckt dass sich im Bereich der Wurzeln dieser Pflanzen Sedimente ablagern, die giftige Schwefelverbindungen enthalten. Diese Substanzen können die Seegräser absterben lassen. Besonders anfällig dafür sind die alten Pflanzen. Und da Seegras von innen nach außen wächst, sterben vor allem die Pflanzen im Zentrum. Auf diese Weise entstehen die Ringe, wie die Forscher im Fachmagazin "Marine Biology" berichten. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1007/s00227-013-2340-3

30.01.2014

Forschungsstrategie Ohne die richtigen Fragen sind medizinische Studien nichts!

Das stellen US-amerikanische Wissenschaftler unumwunden fest. Im Fachmagazin "Science Translational Medicine" kritisieren sie die sogenannte evidenzbasierte Medizin. Diese versucht für jeden Patienten individuelle Entscheidungen zu treffen und zwar auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Daten. Doch dabei würden Studienergebnisse nicht richtig gelesen. Zu häufig bewerte man nur die Qualität der Antworten, anstatt sich zu fragen, ob die zugrundeliegenden Fragestellungen überhaupt hilfreich sind. Wenn bei Untersuchungen die tatsächliche Behandlungsrealität nur am Rande beachtet wird, dann brächten die Ergebnisse für andere Patienten wenig. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3007649

Biologie Manche Schlangen fliegen wie ein Ufo durch die Luft.

Zwar sind Schlangen meist erdverbunden, aber es gibt Ausnahmen: die Schmuckbaumnattern. Sie leben auf Bäumen und können fliegen - von einem Baum zum anderen. Bei ihren bis zu 30 Meter weiten Gleitflügen ziehen sie ihren Körper zu einer Art Ufo zusammen. Das berichtet das Fachblatt "Journal of Experimental Biology". Dazu spreizen die Schlangen nach dem Absprung ihre Rippen ab und ziehen ihren Körper auseinander. So ist der Körperquerschnitt dann nicht mehr rund, sondern erhält einen abgeplatteten Umriss. Da der Körper damit wie ein breitgezogenes Dreieck mit leicht eingedellter Unterseite aussieht, erinnerte er an ein Ufo. Je nach Aufstellwinkel verändert sich die Fluggeschwindigkeit und der Auftrieb. Forschern der Virginia Tech University im amerikanischen Blacksburg zufolge variieren die Schmuckbaumnattern ihre Körperspreizung während des Fluges. Und das sähe aus, als würden die Schlangen in der Luft schwimmen. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1242/jeb.090902

Biologie Bei Zebrafischen sind Tarnung und Sonnenschutz eins.

Die beinahe durchsichtigen Zebrafisch-Embryonen passen sich an ihren Untergrund an und können bei Bedarf eine etwas dunklere Farbe annehmen. Lange dachten Forscher, dass sie dies tun, um sich vor möglichen Fressfeinden zu tarnen. Doch jetzt haben Neurobiologen der Universität Zürich entdeckt, dass dieser Tarnmechanismus ursprünglich wohl als Sonnenschutz entwickelt wurde. Im Embryonalstadium kann kurzwelliges Sonnenlicht das Erbgut in den Zellen der Zebrafische schädigen. Und so haben die Embryonen der Zebrafische Hautzellen, die schon am zweiten Tag nach der Befruchtung Pigmente besitzen, die sich bei starker Sonneneinstrahlung in den Zellen verteilen und die Embryonen dunkler erscheinen lassen. Sobald die Haut im Laufe der Entwicklung nicht mehr transparent ist, benötigen die Zebrafische keinen Sonnenschutz mehr und der Mechanismus dient nur noch Tarnzwecken. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0087372

Medizin Antioxidantien fördern Lungenkrebs.

Zumindest bei Mäusen ist dies jetzt nachgewiesen. Antioxidantien wie die Vitamine A, C und E gelten gemeinhin als gesund. Sie sollen verhindern, dass schädliche Formen von Sauerstoff oder andere Radikale das Erbgut durch oxidativen Stress schädigen und es in der Folge zu Krebs kommen kann. Allerdings ist die Wirkung von Antioxidantien nicht eindeutig gesichert. Die jetzt in "Science Translational Medicine" veröffentlichte schwedische Studie zeigt sogar schädliche Folgen auf. Die Forscher hatten bei Mäusen Vorstufen von Lungenkrebs ausgelöst und ihnen dann Vitamin E und N-Acetylcystein in das Futter gemischt. Beide Stoffe regten das Krebswachstum an. Vermutlich werde das körpereigene Schutzsystem heruntergefahren, wenn Antioxidantien im Spiel sind, resümieren die Forscher. Noch sei aber nicht geklärt, ob die Ergebnisse auf den Menschen mit Lungenkrebs übertragbar sind. Unklar sei auch ob Antioxidantien das Lungenkrebsrisiko bei gesunden Menschen erhöhen oder nicht. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3007653

Astronomie In der Nähe von Braunen Zwergen ist es ziemlich ungemütlich.

"Stark bewölkt bei rund 1000 Grad und leichtem Eisregen" so lautet die erste Wettervorhersagen für einen Braunen Zwerg – also einen Zwitter aus Stern und Planet. Astronomen vom Max Planck Institut in Heidelberg haben eine erste Oberflächenkarte des Braunen Zwergs mit dem Namen Luhmann 168 erstellt. Er ist 6,5 Lichtjahre von uns entfernt – was für astronomischen Entfernungen vergleichsweise wenig ist. Diese Karte ermöglicht es, dass Wetter des Braunen Zwergs zu bestimmen. Wettervorhersagen dürfe man allerdings noch nicht erwarten. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature12955

29.01.2014

Biologie Vor Grönland gedeihen Korallenriffe.

Kanadische Meeresbiologen haben bei einer Forschungsreise das erste intakte Riff von Kaltwasserkorallen vor Grönland entdeckt. Die Entdeckung vor dem Südwesten der Insel sei per Zufall gelungen, als sie bei einer Wasserprobe in 900 Metern Tiefe auf das Riff stießen. Bislang waren zwar einzelne Korallenarten vor Grönland bereits bekannt, ein intaktes Riff wie in Norwegen oder Island jedoch noch nicht, teilte die Technische Universität von Dänemark mit, die die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen vornehmen wird.

[mst]

Quelle: ScienceDaily

Ingenieurwissenschaften Wasser ersetzt Tintenpatrone.

Chinesische Ingenieure haben ein wiederbeschreibbares Spezialpapier entwickelt, bei dem der Farbstoff direkt im Papier sitzt. Gedruckt wird mit Wasserkontakt, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Communications. Das Material besteht aus Papier, darüber befindet sich eine Schicht aus Polyethylenglykol, dann ein Dünnfilm mit dem Farbstoff und darüber eine Schutzschicht. Ein Vorteil sei auch die Wiederverwendbarkeit. Denn das gedruckte Bild habe nur eine Haltbarkeit von 22 Stunden. Danach sei das Wasser getrocknet und das Blatt wieder weiß.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4044)

Biologie Fliegen sind lernfähig.

Zumindest die zu den Wollschwebern gehörenden Insekten von Megapalpus capansis. Denn diese Fliegen fallen nur anfangs auf den Trick einer Blütenpflanze herein, schreiben Biologen aus Südafrika in den Proceedings B der britischen Royal Society. Um Insekten als Bestäuber anzulocken, ahmen Korbblütler von Gorteria diffusa mit ihren Blütenblättern einige Merkmale weiblicher Insekten nach, die die männlichen Fliegen anziehen sollen. Während die paarungsbereiten Männchen vergeblich in der Blüte nach einem Weibchen suchen, bestäuben sie unbewusst in dieser Zeit die Pflanze. Eine gewisse Lernfähigkeit der Getäuschten konnten die Forscher nun beobachten. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stellten die Männchen die für sie nutzlosen Paarungsflüge ein. Die Forscher vermuten, dass diese Imitation der Pflanzen ein Selektionsmerkmal ist. Nur jene, die Fliegenmännchen verführen können, würden auch bestäubt. Dadurch habe sich die Imitation zu einer erstaunlichen Detailtreue entwickelt.

[mst] 

Quelle: Proc.R.Soc.B (10.1098/rspb.2013.2861)

Musikwissenschaft Bei Streichquartetten gibt es verschiedene Hierarchien.

Wer den Takt bei der Kammermusik angibt, berichten Forscher aus England im Journal of the Royal Society Interface. Sie wollten wissen, welcher der Spieler von Geige, Cello und Bratsche die Geschwindigkeit vorgibt, nach der sich die anderen richten. Dazu sollten zwei professionelle Quartette ungeprobt einen 48 Noten langen Ausschnitt aus Haydns Streichquartett Opus 74 Nummer 1 spielen; das ganze wurde 14-mal wiederholt. Dabei sahen die Forscher, dass erfahrene Musiker ihr Spiel unbewusst immer etwa ab dem gleichen Maß der Abweichung synchronisieren. Das Timing dieser Ausgleichsmaßnahmen entspreche nahezu dem in theoretischen Modellen ermittelten Idealwert für eine Vierergruppe. Jedoch gab es in beiden Gruppen Unterschiede: Während bei einer Gruppe ein Geiger den Takt vorgab, dem die drei anderen folgten, regierten die Spieler des anderen Quartetts abwechselnd untereinander. Die Taktvorgaben beziehungsweise das Reagieren darauf seien aber so minimal gewesen, dass die Musiker selbst nicht wussten, wer den Takt vorgibt und wer folgt.

[mst]

Quelle: J.R.Soc Interface (10.1098/rsif.2013.1125)

Biologie Der "laufende" Fisch ist vom Aussterben bedroht.

Das sogenannte "mexikanische Wassermonster", der Axolotl, ist ein Schwanzlurch, dessen einziger bekannter Lebensraum ein Gebiet in Mexiko ist. Biologen der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko haben nun vier Monate lang dort nach frei lebenden Tieren gesucht und dabei keine Exemplare mehr gefunden. Die knapp 30 Zentimeter langen Tiere sind dunkelgrau oder braun marmoriert und haben ein breites Maul mit abgerundeter Schnauze. 1998 gab es den Forschern zufolge noch 6.000 Axolotls pro Quadratkilometer dort. Fünf Jahre später waren es tausend und 2008 nur noch 100. Grund für den Rückgang sei die zunehmende Umweltverschmutzung, ebenso das Vordringen der Menschen in den Lebensraum der Tiere. Im Februar soll eine neue Expedition starten, die verbliebene Tiere aufspüren soll. Einige Axolotls werden in Zoos und Aquarien gehalten.

[mst]

Medizin Ein Eiweiß agiert als Störsender.

Mediziner verabreichen Patienten mit Krebserkrankungen mitunter das Eiweißmolekül Interferon-beta (IFN-ß), weil es das Tumorwachstum eindämmen kann. Den dahinterstehenden Prozess haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) nun erstmals entschlüsselt. Über ihre Erkenntnisse berichten sie im International Journal of Cancer. Demnach behindert das Eiweißmolekül die Kommunikation zwischen Immunzellen und Krebsgewebe. Dadurch wird der Tumor nicht effizient an die für ihn lebensnotwendige Blutzufuhr angeschlossen und kann nur langsam weiter wachsen.

[mst]

Quelle: idw-online/Int J Cancer (10.1002/ijc.28551)

28.01.2014

Medizin Mögliche Verbindung zwischen DDT und Alzheimerrisiko sollte untersucht werden

Davon zeigen sich Forscher aus den USA überzeugt. Die Wissenschaftler hatten im Blut von Alzheimerpatienten nach einem Abbauprodukt des Insektenschutzmittels gesucht. Sie stellten dabei fest, dass die Konzentration dieses Abbauprodukts, DDE, bei Alzheimerpatienten bis zu 3,8 mal höher ausfiel als bei gesunden Menschen. Die in "JAMA Neurology" veröffentlichte Studie hat mit 165 Teilnehmern allerdings nur eine schmale Datenbasis. Sie bietet daher nur einen ersten Hinweis, der durch weitere Studien untermauert oder entkräftet werden sollte, so die Forscher.  [gä]

Quelle: jama neurology/bbc

Biologie Internationales Forscherteam entdeckt Virus, das Anthrax–Bakterien befällt

Die Wissenschaftler aus Stuttgart, der Schweiz und den USA fanden Bacillus phage Tsamsa auf Zebra-Knochen. Die Tiere waren an einer Anthrax-Infektion verendet. Normalerweise bilden diese Bakterien nach dem Tod ihres Wirts Sporen, die in den Boden gelangen und dort auf den nächsten Wirt warten. In diesem Fall jedoch machte sich das Virus über die Bakterien her; seinen Umgang mit dem Anthrax-Bakterium bezeichnet das Team als "unersättlich". Die Forscher hoffen in "PLOS One", in Tsamsa ein natürliches Mittel gegen Anthrax-Infektionen und zur Säuberung von kontaminierten Böden gefunden zu haben. Die Bakteriophage ist ungewöhnlich groß, schreiben die Wissenschaftler weiter. Sie hat an einem Ende eine Verdickung, mit der sie sich an das Bakterium anhaftet. Auch das Genom ist ungewöhnlich groß. Bakteriophagen wirken sehr spezifisch gegen ein oder wenige bestimmte Bakterien. Forscher hoffen daher, sie auch gegen Antibiotika-resistente Bakterien einsetzten zu können. [gä]

   

Quelle: plos one

Astrophysik Intergalaktischer Wasserstoffstrom könnte helfen, die Sternenentstehung zu erklären

Während in der Milchstraße nur noch relativ selten neue Sterne entstehen, zeigen sich andere Galaxien in dieser Hinsicht deutlich aktiver. Woher diese Sternensysteme den dafür notwendigen Wasserstoff nehmen, konnten Astrophysiker bisher nur vermuten. Forscher des National Radio Astronomy Observatory berichten nun im "Astronomical Journal" von einer Beobachtung, die eine Vermutung erhärten könnte: Die Wissenschaftler konnten einen regelrechten Strom von Wasserstoffteilchen messen, der sich in Richtung der Galaxie NGC 6946 bewegte. So ein "kalter Wasserstoffstrom", so die Astronomen, könne erklären, woher der Treibstoff für die vergleichsweise vielen neuen Sterne in dieser Galaxie stammen. [gä]

Quelle: nrao

Medizin Die Pest entwickelt sich immer wieder neu

Schon am Ende der Antike suchte eine Seuche den Mittelmeerraum heim, die Forscher seit kurzem auf den Pesterreger Yersinia zurückführen. Wissenschaftler aus Kanada, Australien und den USA haben nun auf den Zähnen eines vor 1500 Jahren verblichenen Seuchenopfers das Erbgut des Erregers entdeckt und sequenziert. Eine anschließende Analyse ergab, dass sich das Erbgut des antiken Yersinia-Bakteriums klar von dem unterscheidet, das im Mittelalter mehr als die Hälfte der Europäischen Bevölkerung dahin raffte. Sein Genom jedoch interpretierten die Wissenschaftler als evolutionäre Sackgasse, es starb aus. Das würde bedeuten, dass Erreger das Potential, Seuchen auszulösen, immer wieder neu und anders entwickeln, so die Forscher in "THE LANCET – INFECTIOUS DISEASES", auch eine neue Pest-Seuche sei daher nicht ausgeschlossen. Was den antiken Yersinia-Stamm so tödlich werden ließ, wissen die Forscher noch nicht mit Sicherheit zu sagen. Sie vermuten jedoch in ihrer Erbgut-Analyse bestimmte Spuren, denen sie jetzt nachgehen wollen. Die Analyse zeigt weiter, dass das Bakterium aus Asien über die Seidenstraße nach Europa einwanderte.Nach den Worten der Wissenschaftler handelt es sich um das älteste, vollständig sequenzierte Erbgut eines Krankheitserregers. [gä]

Quelle: lancet infectious diseases/the guardian

Archäologie Jungsteinzeit-Siedlung in Niedersachsen wartet immer noch auf ihre Ausgrabung

2001 wurde im Zuge von Geländeuntersuchungen für einen Autobahnbau südlich von Göttingen eine Axt entdeckt, die heute als "Kupferaxt von Reiffenhausen" unter Archäologen bekannt ist. Der Axt-Fund ist ungewöhnlich: Das Werkzeug besteht aus Kupfer und ist rund 5500 Jahre alt. Es stammt damit aus der Übergangszeit von Jungsteinzeit zur Bronzezeit. Die Axt sowie weitere Funde und eine Untersuchung des Bodens deuten auf dicht unter der Oberfläche erhaltene Siedlungsreste hin. Eine Ausgrabung dieser Reste ist bis heute nicht erfolgt. Die Kupferaxt ist rund 14 Zentimeter lang und 4,4 Zentimeter breit. Der Stiel besteht ebenfalls aus diesem Metall, ist aber gebrochen. Die Farbe der Axt entspricht nicht heutigen Erwartungen an das Metall: Sie ist eher goldglänzend als kupferrot. Eine chemische Analyse der Kupferaxt ergab, dass das Metall eine vergleichsweise große Menge Arsen enthält. Das Arsen verlieht dem Kupfer eine größere Härte – vergleichbar mit Zinn – und die besondere Farbe. Es ist jedoch keine menschliche Zutat, sondern war Bestandteil des natürlichen Kupfervorkommens. Anhand des Arsengehalts bestimmten Materialforscher die Herkunft des Erzes aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Wo die Axt gegossen wurde, ist unklar. [gä/Klaus Grote]

Medizin Samenflüssigkeit spielt wichtige Rolle für Gesundheit männlicher Nachkommen

Davon zeigen sich Forscher der University of Adelaide in Australien in "PNAS" überzeugt. Die Wissenschaftler hatten bei Tierversuchen Mäuse-Männchen die Bläschendrüse entfernt. Die Bläschendrüse erzeugt die Samenflüssigkeit. Anschließend beobachteten sie den Paarungserfolg und die Gesundheit der folgenden Mäusegenerationen. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass vor allem die Männchen einen veränderten Stoffwechsel hatten: Sie wurden schwerer, hatten Probleme mit dem Kreislauf und dem Insulinhaushalt. [gä]

Quelle: pnas

27.01.2014

Raumfahrt "Jadehase" steckt in Schwierigkeiten

Zur Halbzeit seiner dreimonatigen Erkundungstour auf dem Mond habe es Unregelmäßigkeiten bei der mechanischen Steuerung des Mond-Rovers gegeben, melden chinesische Medien. Als Grund wurde die "komplizierte Umgebung auf der Mondoberfläche" genannt. Mit dem chinesischen Raumschiff "Chang'e 3" war im vergangen Dezember erstmals seit 37 Jahren wieder ein Raumschiff auf dem Mond gelandet. Die Mondfee "Chang'e" sitzt der Legende nach mit ihrem Hasen auf dem Mond. Daher trägt der Mond-Rover den Namen "Jadehase". [mawi]

Raumfahrt ISS bekommt neue Außenbordkamera

Zwei russische Kosmonauten haben heute Nachmittag für mehrere Stunden die Internationale Raumstation ISS verlassen. Sie sollen eine neue Kamera an der ISS befestigen. Eine Ende Dezember montierte Kamera lieferte nur Bilder von schlechter Qualität. [mawi]

Klima Hitzewellen haben Pakistaner Haus und Hof aufgeben lassen

Pakistan gilt als besonders verwundbar, weil sich die Folgen des Klimawandels hier schon länger zeigen. US-amerikanische Forscher haben die Wanderbewegungen von Menschen in ländlichen Regionen Pakistans erforscht. Sie haben Menschen gefragt, warum sie ihre Heimat verlassen haben. Das Ergebnis: Deutlich seltener als erwartet gaben Menschen Überschwemmungen und die von ihnen angerichteten Schäden als Hauptgrund an, wegzugehen. Der häufigste Grund: extreme Hitzewellen, vor allem in den Monaten von November bis April. Hitzeperioden führten durchschnittlich zu einem um ein Drittel geringeren Haushalteinkommen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". Entwicklungsprojekte in Pakistan sollten vor allem darauf achten, dass die Menschen künftig flexibler auf solche Hitzewellen reagieren können. [mawi]

Quelle: Nature Climate Change - DOI : 10.1038/nclimate2103

Medizin "Gutes Cholesterin" kann auch schädlich sein

Das HDL-Cholesterin galt bislang im Gegensatz zum LDL als "gutes" Blutfett, das vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Forscher der Universitätsklinik Cleveland haben jetzt einen Prozess entdeckt, der das schützende Cholesterin in ein eher schädliches verwandelt. Das sogenannte Apolipo-Protein A1 hält das HDL in Form, und es verleiht ihm seine Schutzfunktionen. Es transportiert zudem das HDL zur Leber. Bei Menschen, die bereits an einer Gefäßverkalkung, einer Arteriosklerose leiden, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine", wird in den Gefäßwänden ein großer Teil des Apolipo-Proteins oxidiert. Das hat fatale Folgen: Das HDL nimmt eine andere Form an und verliert seine schützende Wirkung. Es erhöht im Gegenteil das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Bei der Untersuchung von 627 Patienten fanden die Forscher diesen Befund bestätigt. [mawi]

Sport/Psychologie Abseits oder nicht?

Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln haben mit einen speziellen Test die maximale Aufmerksamkeitsbreite von Personen auf horizontaler, vertikaler und diagonaler Ebene gemessen – kurzum: Bis zu welcher Entfernung können Menschen zwei unterschiedliche Reize wahrnehmen, die an verschiedenen Rändern ihres Blickfeldes liegen? Ein Assistenzschiedsrichter an der Seitenlinie muss sowohl den Abstoß des Torwarts als auch die Offensivspieler in seiner Spielhälfte beobachten. Ein Ergebnis der Studie: Die Aufmerksamkeitsleistung von Experten aus verschiedenen Mannschaftssportarten ist um 25 Prozent höher als die von Nichtsportlern. Sie konnten bis zu einem Blickwinkel von 35 Grad noch zwei Reize gleichzeitig wahrnehmen. Linienrichter müssen auf dem Fußballplatz aber Winkel bis zu 100 Grad betrachten, um eine Abseitssituation sicher erkennen zu können, so die Forscher im "Journal of Experimental Psychology". Abseitssituationen im Fußball erforderten ein viel größeres visuelles Aufmerksamkeitsfenster, als die meisten Menschen leisten könnten. [mawi]

Medizin Neues Antibiotikum wirkt gegen resistente Tuberkulose-Erreger

Immer mehr Tuberkulose-Erreger erweisen sich als unempfindlich gegen herkömmliche Antibiotika. Forscher der Universität Zürich und des Kinderkrankenhauses in Memphis Tennessee haben einen Wirkstoff entwickelt, der auch hochresistente Tuberkulosebakterien wirksam tötet.Die Forscher hatten zunächst entdeckt, dass der TB-Erreger das Antibiotikum "Spectinomycin" mithilfe spezieller Pumpen aus der Zelle hinausbefördert. Dann veränderten sie den Wirkstoff Spectinomycin so, dass er von der Zell-Pumpe nicht mehr erkannt wird. Er bleibt also in der Zelle und hemmt die Protein-Produktion des Bakteriums. Bei dem Umbau des Wirkstoffs achteten die Forscher darauf, dass die Proteinproduktion in menschlichen Zellen nicht gestört wird. Im Fachblatt "Nature Medicine" berichten die Forscher, dass sich der neue Wirkstoff bereits im Tierversuch bewährt hat. Ob er Menschen mit TB helfen kann, muss sich noch erweisen. [mawi]

Quelle: Nature Medicine - DOI 10.1038/nm.3458

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