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13.07.2015

Zoologie Vorfahren der Rippenquallen hatten wohl doch ein Skelett

Rippenquallen sehen echten Quallen zwar sehr ähnlich, zählen aber nicht zu ihnen. Heute lebende Rippenquallen besitzen kein Stützskelett. Im Kambrium war dies offenbar anders, berichten chinesische Forscher im Fachblatt "Science Advances". Sie hatten sechs im Südwesten Chinas entdeckte etwa 520 Millionen Jahre alte Fossilien von Vorfahren der heutigen Rippenquallen untersucht. Dabei entdeckten sie acht Platten, die die Organe einfassten, sowie Speichen-ähnliche Strukturen, die dem weichen Körper offenbar Stabilität verliehen. Möglicherweise boten die skelettähnlichen Strukturen den Rippenquallen auch zusätzlichen Schutz vor Fressfeinden. Warum das Skelett im Laufe der Evolution verloren ging, dazu bieten die Forscher keine Erklärung an. [mawi]

Quelle: Science advances - Doi: 10.1126/sciadv.150000092

Chemie/Physik Rätsel des "verschwundenen" Magnetismus ist gelöst

Plutonium ist eines der schwersten natürlich vorkommenden Elemente, es ist giftig und radioaktiv. Eigentlich müsste Plutonium auch magnetisch sein. In Experimenten lässt sich Plutonium zwar magnetisieren, scheint von sich aus aber nicht magnetisch zu sein. Warum, das können Forscher vom US-amerikanischen Los Alamos National Laboratory jetzt nach Jahrzehnten des Rätselratens erklären. Die Elektronen des Plutoniums fluktuierten ständig zwischen drei Konfigurationen. Weil diese unterschiedlich magnetisch seien, reagiere Plutonium im Grundzustand wie ein Nichtmagnet, berichten die Forscher im Fachblatt "Science Advances". Ihre Experimente belegten aber eindeutig, dass der Magnetismus des Plutoniums nicht fehlt. Er ist nur dynamisch. [mawi]

Quelle: Science Advances - DOI: 10.1126/sciadv.1500188

Chemie/Physik Rätsel des "verschwundenen" Magnetismus ist gelöst

Plutonium ist eines der schwersten natürlich vorkommenden Elemente, es ist giftig und radioaktiv. Eigentlich müsste Plutonium auch magnetisch sein. In Experimenten lässt sich Plutonium zwar magnetisieren, scheint von sich aus aber nicht magnetisch zu sein. Warum, das können Forscher vom US-amerikanischen Los Alamos National Laboratory jetzt nach Jahrzehnten des Rätselratens erklären. Die Elektronen des Plutoniums fluktuierten ständig zwischen drei Konfigurationen. Weil diese unterschiedlich magnetisch seien, reagiere Plutonium im Grundzustand wie ein Nichtmagnet, berichten die Forscher im Fachblatt "Science Advances". Ihre Experimente belegten aber eindeutig, dass der Magnetismus des Plutoniums nicht fehlt. Er ist nur dynamisch. [mawi]

Quelle: Science Advances - DOI: 10.1126/sciadv.1500188

Luftfahrt Solar Impulse 2 macht eine Zwangspause auf Hawaii

Die Weltumrundung des Solar-Flugzeugs "Solar Impulse 2" kann voraussichtlich erst im August fortgesetzt werden. Bei dem 118 Stunden währenden Rekordflug über den Pazifik von Japan nach Hawaii hätten sich die Batterien überhitzt. Sie müssten nun repariert oder ausgetauscht werden, was mindestens zwei bis drei Wochen dauere, teilte das Projektteam am Wochenende mit.

Die Ingenieure suchten zudem nach Möglichkeiten, das Temperaturmanagement insbesondere bei langen Flügen zu verbessern. [mawi]

Neurowissenschaft Wer frische Erinnerungen nicht verlieren will, sollte über sie reden

Wie werden gemeinsame Erlebnisse erinnert, wenn wir über sie reden? Das haben Psychologen der Universität Regensburg untersucht. Wer mit Freunden gemeinsam Erlebtes, das zeitlich nicht weit zurück liegt, noch einmal Revue passieren lassen will, sollte das Gespräch selbst beginnen. Denn Zuhören kann zum Vergessen von mit den Erlebnissen verbundenen Erinnerungsstücken führen, berichten die Forscher nach Versuchen mit 128 Studenten in der Fachzeitschrift "Cognition".

Liegen die gemeinsamen Erlebnisse hingegen weiter zurück, sei ein gegenteiliger Effekt zu beobachten: Die Rolle des Zuhörers führe dann zu einer Auffrischung der nur noch fragmentarisch vorhandenen Erinnerungen. [mawi]

Quelle: Cognition - DOI: 10.1016/j.cognition.2015.03.009

Zoologie Menschen fahren Bus und Bahn ...

... Fadenwürmer nutzen das Nacktschnecken-Taxi, berichten Forscher der Universität Kiel im Fachblatt "BMC Ecology". Fadenwürmer sind etwa einen Millimeter lang, sie leben in Umgebungen, die sich schnell verändern –in denen Früchte oder Pflanzenteile verrotten. Die kleinen Fadenwürmer können aus eigener Kraft keine weiten Wege zurücklegen, um neue Nahrungsquellen zu erschließen – im Verdauungstrakt von Nacktschnecken aber doch. Die Würmer lassen sich von den Schnecken schlucken, sie vermehren sich in deren Verdauungstrakt sogar. Dann verlassen sie die Schnecke wieder unbeschadet - in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Der Verdauungstrakt von Nacktschnecken könnte den Würmern noch einen weiteren Vorteil bietet: Möglicherweise ernähren sich die Würmer von den dort lebenden Bakterien. Für längere Reisen, vermuten die Forscher, lassen sich Fadenwürmer wohl mehrfach von jeweils anderen Nacktschnecken schlucken und transportieren. [mawi]

10.07.2015

Raumfahrt Philae sendet ein weiteres Lebenszeichen

Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit. Am Donnerstagabend hatte der Lande-Roboter gut zwanzig Minuten lang Daten zur Erde übertragen, darunter auch Mess-Ergebnisse eines Instruments, mit dem das Innere des Kometen Tschurjumov Gerasimenko erforscht werden soll. Philae hat damit erneut auf ein Kommando aus dem Kontrollzentrum reagiert.

Warum der Lander gerade jetzt antwortet, ist unklar. Zuletzt hatte Philae vor gut zwei Wochen Signale zur Erde geschickt, während ein weiterer Versuch Kontakt aufzunehmen vor wenigen Tagen erfolglos geblieben war. [mas]

Quelle: PM DLR, dpa

Biologie Rheinmuscheln sind mit Seltenen Erden belastet

Lanthan und Samarium sind Seltene Erden, die in der Erdölverarbeitung verwendet werden und mit dem Abwasser auch in die Flüsse gelangen. Forscher aus Bremen haben jetzt gezeigt, dass die Metalle als Folge davon auch von Tieren aus dem Wasser aufgenommen und eingelagert werden und so in die Nahrungskette gelangen könnten. Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment.

In Schalen von Körbchenmuscheln, die die Wissenschaftler an verschiedenen Stellen aus dem Rhein entnommen hatten, fanden sich ungewöhnlich hohe Mengen der beiden Metalle. Besonders hoch waren die Konzentrationen in Muscheln aus der Nähe von Worms, wo Lanthan und Samarium mit Industrie-Abwässern in den Fluss gelangen. [mas]

Quelle: doi:10.1016/j.scitotenv.2015.06.042

Flora Fleischfressende Pflanzen haben hellhörige Untermieter.

Fleischfressende Kannenpflanzen der Gattung Nepenthes, die auf der Insel Borneo wachsen, beherbergen in ihren Kannen tagsüber Fledermäuse. Aus deren Kot zieht die Pflanze lebenswichtigen Stickstoff und profitiert so von ihrem Untermieter, der im Gegenzug einen geschützten und sicheren Schlafplatz erhält.

Im Fachjournal Current Biology beschreibt ein internationales Forscherteam mit Wissenschaftlern aus Greifswald und Erlangen, wie das ungleiche Paar im dichten Urwald zueinander findet. Die Biologen fanden heraus, dass eine Struktur in der inneren Rückwand der Kannen die Ultraschall-Rufe der Fledermäuse reflektiert, mit denen diese sich orientieren. Das Echo ihrer eigenen Rufe weist den Tieren so den Weg zu ihrem besonderen Schlafplatz. [mas]

Quelle: Current Biology doi:10.1016/j.cub.2015.05.054

Medizin Forscher wollen die Nebenwirkungen von Cannabis ausschalten

Und die Hanf-Pflanze auf diesem Weg besser für medizinische Zwecke nutzbar machen. THC, eine der psychoaktiven Substanzen, die darin enthalten sind, kann Schmerzen lindern und das Wachstum von Tumoren hemmen. Gleichzeitig hat die Gabe von THC aber auch unerwünschte Effekte, löst Erinnerungslücken aus und kann süchtig machen.

Spanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass die verschiedenen Wirkungen von THC über unterschiedliche Rezeptoren im Gehirn vermittelt werden. Mäuse, denen ein bestimmter Rezeptor-Typ fehlt, profitierten von der schmerzstillenden Wirkung von THC, blieben aber frei von unerwünschten Nebenwirkungen.

Ihre Ergebnisse stellen die Forscher in der Fachzeitschrift PLOS Biology vor. [mas]

Quelle: PLOS Bio doi:10.1371/journal.pbio.1002194

Astronomie Astronomen entdecken ein frühreifes Schwarzes Loch

Mit zehn Milliarden Sonnenmassen gehört das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie CID-947 zu den größten bisher bekannten Schwarzen Löchern. Das Besondere: Die Galaxie selbst ist nur etwa zehn Mal so schwer und damit laut gängiger Theorie zu klein. Das haben Forscher von der ETH Zürich beobachtet. Ihre Daten weisen darauf hin, dass das Schwarze Loch deutlich schneller gewachsen sein muss als seine Heimatgalaxie, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science.

Ihre Ergebnisse stellen damit bisherige Modelle infrage, nach denen ein Schwarzes Loch und die dazugehörige Galaxie im gleichen Tempo wachsen und dabei bestimmte Größenverhältnisse einhalten. [mas]

Quelle: Science doi:10.126/science.aabl1292

Biologie Bambus-Diät macht Pandabären zu Energie-Sparern

Bambus besteht vor allem aus Zellulose und liefert nur wenig Nährstoffe. Um sich trotzdem davon ernähren zu können, haben Pandabären ihren Stoffwechsel dauerhaft heruntergefahren und verbrauchen täglich nur gut ein Drittel so viel Energie wie ähnlich große Land-Säugetiere. Damit ähneln Pandas Faultieren, die ebenfalls permanent im Energiespar-Modus leben, schreiben Forscher aus China im Fachmagazin Science.

Um ein Leben auf Sparflamme zu ermöglichen, sind auch die Panda-Organe an die Bambus-Diät angepasst. Hirn, Leber und Nieren sind relativ klein und die Schilddrüse schüttet nur etwa so viel Hormone aus wie die eines Schwarzbären im Winterschlaf.

Möglich macht das eine spezielle Form des Gens DUOX2, das auch beim Menschen für die Regulation der Schilddrüsenaktivität verantwortlich ist. [mas]

Quelle: Science doi:10.1126/science.aab2413

09.07.2015

Astronomie Forscher haben ein Schwarzes Loch beim Frühstücken beobachtet

Auf dem Astronomenkongress in Wales haben britische Forscher von einer 42 Millionen Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernten Galaxie berichtet: in ihrem Zentrum haben sie ein Materie-Monster entdeckt. Mit Hilfe des in Puerto Rico stehenden Radioteleskops  konnten sie beobachten, wie die  Aktivität des Schwarzen Loches innerhalb weniger Monate hunderte Male zugenommen habe. Vermutlich sei es Millionen von Jahren inaktiv gewesen und man habe ihm jetzt – Glücksfall für die Forscher - beim Aufwachen und dem Anschließenden Heißhunger zugeschaut.

Quelle: Agenturen

Dermatologie Je weniger Talgdrüsen jemand hat, desto tiefere Falten bekommt er

Japanische Mediziner haben Hautproben von 52 männlichen und weiblichen Leichen analysiert, die zum Todeszeitpunkt zwischen 20 und 90 Jahre alt waren. Dabei konzentrierten sie sich auf  die Dicke und Struktur der tiefer liegenden Leder- und Unterhaut sowie die Gesamtmasse der Talgdrüsen. Das Resultat haben sie im Fachblatt „Clinical Anatomy" veröffentlicht: Je geringer die Drüsendichte, desto größer die Faltentiefe. Das erkläre im Vergleich von Stirn und äußerem Lidwinkel, dass sich um die Augen tiefere Falten bilden.  Möglicherweise wirkten Talgdrüsen wie ein Polster in der Haut, vermuten die Forscher. Talgdrüsen schrumpfen bei Frauen ab dem 50ten, bei Männern etwa ab dem 60. Lebensjahr.

Quelle: Clinical Anatomy

Zoologie Delfine sind Weltmeister im Ausatmen

Wie Delfine atmen haben Forscher aus Texas erstmals genauer untersucht. Sie konstruierten ein Messgerät, das über das Blasloch eines Delfins gestülpt werden kann. Im „Journal of Experimental Biology"  präsentieren sie das  überraschende Ergebnis: Die Delfine saugen mit einem Atemzug gut 33 Liter Luft pro Sekunde ein und können beim Ausatmen sogar noch zulegen: Mit fast 140 Liter Luft pro Sekunde können die Delfine ihr gesamtes Lungenvolumen ausstoßen und damit in weniger als einer Sekunde selbiges komplett erneuern. Es bleibt kaum ein Totvolumen, das nicht ausgetauscht wird. Ganz im Gegensatz zum Menschen.

Quelle: Journal of Experimental Biology

Biologie Eine neu entdeckte Dinoart trug einen imposanten Kopfschmuck

Wendiceratops – so der Name des in Kanada entdeckten Dinosaurieres – war rund sechs Meter lang, wog ein bis zwei Tonnen und lebte vor 97 Millionen Jahren. Besonders auffällig war der Dinovertreter, weil er ein mächtiges Nasenhorn und knorrige nach vorn gerichtete Hörner auf dem Nackenschild besaß. Er ernährte sich von Pflanzen, die er mit einem papageienähnlichen Schnabel pflückte. Im Fachmagazin PLOS One beschreiben Paläontologen ihren Fund.

Quelle: PLOS ONE

Klimaschutz Umweltzonen verringern die Feinstaubbelastung

Das belegt eine Studie der Universität Münster. Verkehrswissenschaftler hatten meteorologische und Luftverschmutzungsdaten des Umweltbundesamtes aus den Jahren 2000-2009 ausgewertet und mit dem jeweiligen Verkehrsaufkommen abgeglichen. Ab Anfang 2008 wurden die ersten Umweltzonen in Deutschland eingeführt. Die Studie der Münsteraner konnte zeigen, dass die Einführung den Feinstaubanteil in der Luft der Innenstädte signifikant gesenkt hat. Das wiederum spiegelte sich auch in der Zahl der verfrühten, durch Feinstaub mitverursachten Sterbefälle wieder: Bei Umweltzonen der Stufe 1 verringerten sich die Sterbefälle statistisch um etwa 400 im Jahr, bei der strengeren Stufe 2 sogar um 1200 pro Jahr.

Quelle: Universität Münster PM

Technik Forschungserfolg bei superkleinen Computerchips

Einem internationalen Forscherteam ist es gemeinsam mit dem Computerkonzern IBM ist es gelungen, einen Chip herzustellen, der eine Strukturbreite von nur sieben Nanometern hat. Das ist eine kleine Sensation, denn mit heutigen Herstellungsverfahren konnte eine so geringe Strukturgröße nicht gelingen. Die derzeit in Serie produzierten Chips haben eine Strukturbreite von 14 Nanometern. Entscheidend ist dabei, dass bei kleineren Strukturbreiten umso mehr Transistoren auf die gleiche Fläche passen.

Die sieben Nanometer konnten jetzt dadurch erreicht werden, dass eine neue Silizium-Germanium-Mischung verwendet und auf verschiedenen Ebenen der Chipfertigung Extrem-Ultraviolett-Lithographie eingesetzt wurde.

Damit könnten auf einem Chip in der Größe eines Fingernagels mehr als 20 Milliarden Transistoren untergebracht werden.

Quelle: IBM PM

08.07.2015

Klimawandel Es gibt immer mehr Extrem-Regenfälle

Weltweit hat die Zahl der Extrem-Regenfälle in den vergangenen 30 Jahren deutlich zugenommen. Während sich Schwankungen in der Häufigkeit von Starkregen bis 1980 mit natürlichen Faktoren erklären lassen, gibt es für die Zeit danach einen deutlichen Anstieg solcher zuvor nie da gewesenen Regenfälle. Das notieren Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Fachblatt Climatic Change.

Die Zunahme der Regenfälle passt demnach zum Anstieg der globalen Mitteltemperatur, deren Ursache in den Treibhausgasemissionen liegt, die aus dem Verbrennen von Kohle und Öl herrühren.

Die Forscher hatten Messdaten von tausenden Wetterstationen seit 1901 analysiert und dabei natürliche Schwankungen berücksichtigt.

Extrem-Regenfälle können zu Sturzbächen und folgenschweren Überschwemmungen führen. [Mst]

Quelle: PIK-Postdam

Virologie In Südkorea gibt es neue MERS bedingte Todesfälle

Wie das Gesundheitsministerium in Sejong mitteilte, sind zwei weitere Patienten an der Atemwegserkrankung MERS gestorben. Bei den Toten handelte sich um eine 50-jährige Frau mit einer Vorerkrankung sowie einen 70 Jahre alten Mann. Damit steigt die Zahl der Mers-Todesfälle in Südkorea auf 35.

Nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea im Frühjahr hatte sich das Virus, gegen das es bisher keinen Impfstoff gibt, rasch ausgebreitet.

Mers zählt zu den Coronaviren. Der Ausbruch in Südkorea gilt als größter außerhalb der arabischen Halbinsel. [Mst]

Quelle: Agenturen

Elektromobilität Forscher überqueren die Alpen erstmals in einem Elektroflugzeug

Ingenieure aus Stuttgart sind am vergangenen Samstag in Hahnweide mit ihrem Elektroflugzeug e-Genius gestartet und haben die Alpen überquert. Nach gut zwei Stunden Flug und 320 Kilometern Flugstrecke haben die beiden Piloten den norditalienischen Landeplatz Calcinate del Pesce sicher erreicht.

Für die Strecke verbrauchte das gut acht Meter lange Flugzeug 83 Kilowatt pro Stunde, was einer Energie von umgerechnet 9,2 Litern Benzin entspricht, wie die Universität Stuttgart heute mitteilte. [Mst]

Quelle: Universität Stuttgart

Speicherbedarf Genomik wird bald mehr Speicherplatz als die Astrophysik benötigen

DNA-Sequenzierungen von Pilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen erzeugen zunehmend mehr Daten. Aktuell verdoppeln sich die Datenmengen in dieser Disziplin alle sieben Monate. Die Forschung an Genomen könnte einer Hochrechnung zufolge bald der größte Mitspieler in der Big Data-Domäne werden. Schon im Jahre 2025
werden die Genomdaten mehrere Exabyte jährlich umfassen und ähnlich großen Speicherbedarf haben wie Youtube, Twitter und die Astronomie, schreiben Computerwissenschaftler aus Illinois im Fachblatt PLOS Biology.

Es sei daher von großer Wichtigkeit, sich dieser Herausforderung technisch zu stellen, so die Studienautoren. [Mst]

Quelle: PLOS Biology (10.1371/journal.pbio.1002195)

Biologie Spinnenmännchen kopulieren mit Gefühl

Bislang galten die Begattungsorgane männlicher Spinnen als unempfindlich. Dem widersprechen Zoologen aus Greifswald im Fachblatt Biology Letters. Bei ihrer Studie haben sie erstmals Nervenzellen im Begattungsorgan von Spinnenmännchen der Art Hickmania troglodytes nachgewiesen. Offenbar haben die männlichen Vertreter dieser tasmanischen Arachniden während der Paarung Einfluss auf ihren Vaterschaftserfolg; ein derartiges Vermögen wurde bislang nur weiblichen Gliedertieren unterstellt.

Die Studienautoren vermuten, dass die Männchen über die Nerven während der Paarung Informationen über das Weibchen erhalten und den Fluss ihres Ejakulats situationsbedingt anpassen können.

Diese Vermutung wird auch durch den Nachweis zweier Drüsen im Begattungsorgan unterstützt, die offenbar beim Transfer des Spermas während der Kopulation eine Rolle spielen. [Mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2015.0465)

Astronomie Magnetfeld des Planeten Neptun ist chaotischer als gedacht

1989 sorgte die Raumsonde Voyager 2 für Aufsehen, als diese am Neptun vorbeiflog. Denn die Daten zeigten ein sehr ungewöhnliches Magnetfeld um den Planeten. Während das Magnetfeld der Erde zwei Pole besitzt, die sich in der Nähe der Rotationsachse befinden, besitzt das Feld des Neptuns vier magnetische Pole. Außerdem ist das Magnetfeld um 47 Grad gegen die Rotationsachse verschoben.

Die alten Daten hat ein internationales Wissenschaftlerteam erneut modelliert und die Ergebnisse auf der Jahrestagung der Royal Astronomical Society vorgestellt. Demnach widersprechen Neptuns Eigenschaften den grundlegenden Vorstellungen darüber, wie Magnetosphären funktionieren.

Unklar sei weiter, woher der Neptun überhaupt sein Magnetfeld hat.

Eine Simulation zeigt, dass der Sonnenwind in das Neptun-Magnetfeld eintritt und in ihm zirkuliert: Erst die Kombination aus der Planetenrotation und dem Zirkulationsmuster lasse das schiefe Magnetfeld entstehen, so die Forscher. [Mst]

Quelle: RAS.org

07.07.2015

Medizin Ein Medikament gegen Magengeschwüre wirkt auch gegen Tuberkulose.

Das haben Mediziner festgestellt, die hunderte zugelassene Medikamente untersucht haben. Dazu entwickelten sie eine neue Methode: Sie infizieren Lungenzellen mit dem Tuberkulose-Bakterium und versehen sie gleichzeitig mit dem zu testenden Wirkstoff. Überleben die Zellen drei Tage, gilt der Stoff als wirksam. So fanden die Forscher heraus, dass der Säureblocker Lansoprazol gegen Tuberkulose wirkt. Das Medikament wird eigentlich gegen Magengeschwüre eingesetzt. Weil es nur wenige Nebenwirkungen habe und in hohen Dosierungen angewendet werden könne, eigne es sich auch zur Behandlung von Tuberkulose, berichten die Forscher im Magazin "Nature Communications". Allein 2013 verursachte das Tuberkulose-Bakterium 1,5 Millionen Tote. Viele Stämme sind resistent gegen Antibiotika, weshalb Forscher auf der Suche nach neuen Wirkstoffen sind. Weil deren Entwicklung jedoch mindestens zehn Jahre dauert, prüfen sie, ob auch bereits zugelassenen Wirkstoffen gegen Tuberkulose helfen. [hell]

Quelle: Euerkalert, IDW, Nature Communications 07.07.2015. DOI: 10.1038/ncomms8659

Klimaforschung Forscher untersuchen die "Renaissance der Kohle".

Demnach steigt der Kohleverbrauch vor allem in vergleichsweise armen, aber schnell wachsende Entwicklungsländer. Die Staatengruppe, zu der Indien, Indonesien und Vietnam gehören, hat ihren Kohleverbrauch seit 1990 mehr als verdoppelt. Damit sind die Länder für mehr als die Hälfte der weltweiten Kohleemissionen zuständig, notieren die Forscher im Magazin "PNAS". Die Ergebnisse könnten für die UN-Klimakonferenz Ende des Jahres bedeutend sein, denn die Energieerzeugung mit Kohle führt auch dazu, dass die CO2-Emissionen ansteigen. Ein Grund für den Anstieg des Kohle-Konsums in den Ländern sei der globale Kohlemarkt. Wegen ihm spielen nationale Vorkommen keine große Rolle mehr. Relevant sei hingegen, dass der Weltmarktpreis pro Energieeinheit aus Kohle deutlich unter dem von erneuerbaren Energien liege. Der Bau neuer Kohlekraftwerke in diesen Ländern, könnte der Welt auf Jahrzehnte hin höhere CO2-Emissionen bescheren. Um das zu verhindern, so das Fazit der Forscher, müssten Wege gefunden werden, den Entwicklungsländern Alternativen zur Kohle anzubieten. [hell]

Quelle: PNAS

Medizin Warum haben Frauen eine größere Lebenserwartung als Männer?

Dieser Frage sind US-Forscher nachgegangen. Dazu untersuchten sie die Sterblichkeitsraten der Geburtenjahrgänge von 1800 bis 1935 in verschiedenen Industrieländern. Dabei legten sie ihr Augenmerk auf die Lebenserwartung von Männern und Frauen, die älter als 40 Jahre waren. Sie stellten fest: Zunächst verlängerte sich die Lebenserwartung beider Geschlechter gleichermaßen. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben Männer eine kürzere Lebenserwartung als Frauen, notieren die Forscher im Magazin "PNAS". Der Hauptgrund dafür seien Herz-Kreislauferkrankungen von Männern im Alter von 50 bis 75 Jahren. Außerdem führten Todesfälle, die auf das Rauchen zurückzuführen seien, zu der kürzeren Lebenserwartung der Männer. [hell]

Quelle: PNAS

Physik Schwarzer Phosphor könnte Computer verbessern.

Transistoren - also die mikroskopischen Schalter auf Computerchips - sind besonders energieeffizient, wenn sie dünn sind und die Elektronen in ihnen sich nur in zwei Dimensionen bewegen. Forscher aus Kanada konnten nun zeigen, dass Transistoren aus schwarzem Phosphor genau diese Eigenschaften besitzen: Die Elektronen in ihnen bewegen sich in nur zwei Dimensionen. Außerdem lassen sich aus dem Material, das gewisse Ähnlichkeiten mit Graphit hat, nur eine Atomschicht dünne Scheiben fertigen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlicht. Bis die ultradünnen Transistoren ihren Weg in kommerzielle Produkte finden, sei es aber noch ein langer Weg, so die Wissenschaftler. [hell]

Quelle: http://dx.doi.org/10.1038/ncomms8702

Nanotechnologie Nano-Vibrationen könnten die Trinkwasseraufbereitung erleichtern.

Um Wasser zu entsalzen oder es von Keimen zu befreien, presst man es durch Membranen mit winzigen Poren. Die Reibung des Wassers hemmt diesen Prozess jedoch, weshalb er viel Energie verbraucht. Computersimulationen eines internationalen Forscherteams zeigen nun, wie man die Trinkwasseraufbereitung sparsamer gestalten könnte. Man müsste das Wasser durch vibrierende Nanoröhrchen schicken. Die Vibrationen senken die Reibung und verdreifachen die Effizienz der Entsalzung, notieren die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology". Für ihre Berechnungen nutzen sie nicht eigene Computer, sondern das so genannte "World Community Grid" von IBM. Dabei stellen über 150.000 Freiwillige die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung und erleichtern Wissenschaftler so die Arbeit. [hell]

Quelle: Nature Nanotechnology

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