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Seit 00:05 Uhr Lange Nacht
13.07.2016

Biologie Künstliche Süßstoffe verwirren das Gehirn

Weshalb künstliche Süßstoffe hungrig machen, haben Forscher der Universität von Sydney untersucht. Wie sie im Fachblatt "Cell Metabolism" darlegen, haben sie Fruchtfliegen und Mäuse über längere Zeit Nahrung mit dem künstlichen Süßstoff Sucralose gegeben. Als die Tiere im Anschluss daran natürlich gesüßtes Futter vorgesetzt bekamen, fraßen die Tiere 30 Prozent mehr Kalorien.

Den Studienautoren zufolge ist dafür ein bislang unbekanntes Nervennetzwerk im Gehirn verantwortlich. Dieses nimmt den süßen Geschmack des Futters und dessen Kalorienmenge wahr und verknüpft beide Informationen. Bei einem Zuckerwechsel kommt es dann zu einem zeitweiligen Ungleichgewicht von Süße und Energiegehalt, die Folge ist ein verstärktes Hungergefühl. Erst ein Neu-Kalibrieren des Nervennetzwerks im Gehirn kann die Balance wieder herstellen.

Künstliche Süßstoffe verändern demnach die Wahrnehmung der Süße der Nahrung.

Quelle: Cell Metabolism

Evolution Homo erectus schlenderte durchs Leben

Einige Vertreter menschlicher Vorfahren gingen nicht nur permanent aufrecht, sondern offenbar auch teils entspannt. Das verraten neue Analysen von 1,5 Millionen Jahre alten Fußabdrücken in Kenia, die im Fachblatt "Scientific reports" vorgestellt werden.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben anhand der 97 Abdrücke von mindestens 20 Individuen zunächst die Fußanatomie analysiert und anschließend daraus Gruppenstrukturen und Fortbewegungsmuster abgeleitet. Aus der Struktur und der Tiefe der Abdrücke geht hervor, dass diese Vertreter von Homo erectus damals gemächlichen Schrittes nebeneinander gingen - selbst ausgewachsene Männer, was auf ein gewisses Maß an Toleranz und sozialem Miteinander schließen lässt. Die Fußabdrücke sind hinsichtlich ihrer Form und Struktur nicht von denen heutiger barfüßiger Menschen zu unterscheiden.

Quelle: Scientific Reports

Krankheiten In Osteuropa und Zentralasien steigt die Zahl der HIV-Infektionen

Das geht aus dem "Prevention Gap Report" hervor, den die Vereinten Nationen im Rahmen ihres Programms UNAIDS in Genf vorgestellt haben. Demnach haben die Ansteckungen in Osteuropa und Zentralasien zwischen 2010 und 2015 jährlich um fast 60 Prozent zugenommen. Dort könnte die Aids-Epidemie außer Kontrolle geraten.

Auch in der Karibik stieg die Zahl der Neuinfektionen im selben Zeitraum jährlich um fast zehn Prozent. Im Nahen Osten und Nordafrika verzeichnete UNAIDS einen Anstieg pro Jahr um vier Prozent. Weltweit habe die Zahl der Neuinfektionen bei Erwachsenen nicht gesenkt werden können. In den vergangenen fünf Jahren hätten sich 1,9 Millionen Männer und Frauen jährlich infiziert. Lediglich die Zahl der Neuansteckungen bei Kindern seit 2001 sei um 70 Prozent gesunken.

2015 starben dem Report zufolge 1,1 Millionen HIV-infizierte Menschen.

Quelle: UNAIDS/Agenturen

Medizin Augenrollen sorgt für mehr Durchblick

Das gilt zumindest für die Stielaugen von Fangschreckenkrebsen. Dank der rotierenden Augen können die Gliedertiere die Polarisation von Licht besser wahrnehmen, schreiben Biologen der Universität von Bristol im Fachblatt "NATURE Communications".

Bei Experimenten sahen die Forscher, dass die Fangschreckenkrebse durch das Augenrollen bestimmte Fotorezeptoren für polarisiertes Licht speziell ausrichten. Somit wird der Kontrast von Objekten zum Hintergrund maximiert. Eine aktiv verbesserte Polarisationswahrnehmung über Augenbewegungen sei bisher von keinem anderen Lebewesen bekannt, so die Studienautoren.

Quelle: Nature Communications

Astronomie "Juno" schickt erste Bilder

Rund eine Woche nach ihrer Ankunft am größten Planeten unseres Sonnensystems hat die Sonde "Juno" das erste Foto geschickt. Auf der Aufnahme, welche am Sonntag bei der US-Raumfahrtbehörde NASA eingegangen ist, sind Jupiter und drei seiner Monde zu erkennen.

Die ersten Fotos wurden in relativ niedriger Auflösung aufgenommen, hoch aufgelöste Bilder sollen Ende August folgen, wenn die Sonde sehr nah an Jupiter herankommt.

"Juno" hatte den Planeten vergangene Woche nach fünf Jahren Flug erreicht. Sie soll Jupiter bis Februar 2018 umkreisen und ihn mit verschiedenen Instrumenten untersuchen. Dadurch erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

Quelle: Agenturen

Genetik Genetiker klären, weshalb rothaarige Menschen häufig an Hautkrebs erkranken

Eine bestimmte Variation des MC1R -Gens sorgt für eine Rotfärbung menschlicher Haare. Genetiker des Wellcome Trust Sanger Institutes im britischen Hinxton schreiben im Fachblatt "NATURE Communications", dass diese Genvariante auch für ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verantwortlich ist.

Die Forscher hatten die DNA von 400 Hautkrebspatienten untersucht. Dabei sahen sie, dass in den untersuchten Tumoren von Patienten mit der MC1R-Genvariante 42 Prozent mehr durch UV-Strahlen ausgelöste Mutationen vorlagen als bei Menschen ohne diese spezielle Genvariante.

Aufgrund der erhöhten Mutationsrate haben Träger dieser Genvariation ein signifikant erhöhtes Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

Quelle: Nature Communications

12.07.2016

Biotechnologie Nervenzellen kommunizieren auf einem Biochip

Biowissenschaftler aus Deutschland und Frankreich haben zunächst Körperzellen zu Stammzellen umprogrammiert. Die platzierten sie dann auf einem Biochip und ließen sie zu Nervenzellen reifen. Mit Elektroden auf dem Chip konnten die Forscher erstmals die Reifung der lebenden Zellen und deren Kommunikation untereinander beobachten. Das Verfahren ist für die Pharmaindustrie interessant, um etwa die Wirkung bestimmter Stoffe zu testen. Damit könnte man Tierexperimente vermeiden, heißt es von den Forschern, die ihre Ergebnisse im Journal "Biosensors and Bioelectronics" beschrieben haben. [hell]



 

Quelle: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0956566316305887

Nanotechnologie Forscher entwickeln extrem dünne elektrische Schaltungen

Wie die Wissenschaftler im Magazin "Nature Nanotechnology" schreiben, ätzten sie dazu zunächst Kanäle in eine Schicht aus Graphen. In diesen Kanälen ließen sie dann einen Halbleiter wachsen. Das Ergebnis war ein nur wenige Atomschichten dünner Transistor, also ein elektrischer Schalter, wie er auch in Computerchips zum Einsatz kommt. Heutzutage werden solche Transistoren noch aus Silizium hergestellt. Doch mit den immer kleiner werdenden Chips stößt man an die Grenzen dieses Materials: Die Leistung der winzigen Schalter aus Silizium sinkt, je kleiner sie werden. Mit der neu entwickelten Methode der Forscher aus den USA und Saudi Arabien lassen sich Transistoren auch in großem Stil herstellen. Sie hat also das Potenzial für kommerzielle Anwendungen. Wenn man die Transistoren mit anderen mit anderen, ähnlichen Systemen kombiniert, könnte man irgendwann Computer entwickeln, die komplett auf Atomschichten-dünnen Schaltungen basieren, heißt es von einem der Forscher. [hell]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nnano.2016.115

Medikamente Amerikanische Arzneimittel-Behörde stoppt Studie zu Krebs-Immuntherapie vorübergehend

Der Grund ist, dass drei Teilnehmer an Hirnschwellungen gestorben sind. Sie alle litten an Akuter Lymphatischer Leukämie, die mit üblichen Mitteln nicht zu behandeln war. Bei der Studie sollte die Sicherheit und Wirksamkeit einer Immuntherapie an mindestens 50 Probanden untersucht werden. Die Grundidee hinter der Methode ist, Immunzellen der Patienten genetisch zu verändern, sodass sie gegen bösartige Zellen ankämpfen. Wie das Online-Portal der "Deutschen Apotheker Zeitung" berichtet, hätten die drei Probanden auch ein bestimmtes Chemotherapeutikum zur Vorbereitung auf die Therapie bekommen. Das Biotechnologie-Unternehmen hinter der Studie vermute darin die Ursache für die Todesfälle. [hell]

Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/07/12/fda-stoppt-stu

Raumfahrt Gute Nachrichten vom Mars!

Curiosity ist wieder voll einsatzfähig. Der ferngesteuerte Mars-Rover hatte sich vorletztes Wochenende in einem abgesicherten Modus versetzt und damit die meisten seiner Funktionen heruntergefahren. Wie die Nasa nun berichtet hat der Rover an diesem Wochenende seinen Betrieb wieder aufgenommen. Ingenieure untersuchen derzeit, warum er die siebentägige Pause eingelegt hatte. Sie vermuten einen Softwarefehler bei der Bildverarbeitung als Grund und vermeiden daher diesen Teil der Software. Curiosity ist 2012 auf dem Mars gelandet und hat inzwischen Hinweise darauf geliefert, dass es dort einst Seen aus flüssigem Wasser gab. Letzte Woche wurde das Forschungsprogramm des Rovers um zwei Jahre verlängert. [hell]




 

Quelle: http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=6559

Medizin Schweizer Forscher untersuchen das Jungbrunnen-Potenzial des Granatapfels

Granatäpfel enthalten eine bestimmte Säure, die im Darm in das Molekül Urolithin A umgewandelt wird. Diesem Stoff wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Die Wissenschaftler haben nun untersucht, wie Urolithin A Alterungsprozesse beeinflusst. Sie behandelten zunächst Fadenwürmer mit dem Molekül. Es wirkte sich positiv auf die Mitochondrien der Tiere aus, also auf die Teile der Zellen, die für den Energiestoffwechsel unentbehrlich sind. Die behandelten Fadenwürmer lebten bis zu 45 Prozent länger. Auch Tests an Nagetieren ergaben ähnliche Ergebnisse, wie die Forscher im Fachblatt "Naturen Medicine" berichten. Weitere Studien sollen nun die Wirksamkeit beim Menschen untersuchen. [hell] 

 

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nm.4132

11.07.2016

Medizin Kinder, die Daumenlutschen und Nägelkauen, haben später weniger Allergien

Darauf weist zumindest eine Studie von Medizinern aus Neuseeland und Kanada im Fachmagazin "Pediatrics" hin. Dahinter könnte die sogenannte Hygiene-Hypothese stehen: Wer als Kind regelmäßig mit Bakterien in Kontakt kommt – sie zum Beispiel über die eigenen Hände aufnimmt – trainiert sein Immunsystem.

Die Daten für die Studie stammen von gut 1.000 Neuseeländern, deren Lebensumstände von der Geburt in den 1970er-Jahren bis ins Erwachsenenalter regelmäßig abgefragt wurden. Mit 13 und 32 Jahren wurden sie mit einem Haut-Test auf Allergien untersucht. Das Ergebnis: Daumenlutschen und Nägelkauen verringerte das Risiko überempfindlicher Reaktionen der Haut deutlich. Für Asthma und Heuschnupfen galt der Zusammenhang aber nicht.

Kinder zum Daumenlutschen auffordern, wollen die Forscher allerdings nicht: Der gesundheitsfördernde Effekt sei noch nicht klar nachgewiesen.

Quelle: Pediatrics doi: 10.1542/peds.2016-0443

Medizin Infektionsforscher haben den Ausbruch von Mers in Südkorea rekonstruiert

Dort hatten Mers-Viren im Frühjahr 2015 zu einer Epidemie mit etwa 200 Infizierten und dutzenden Todesopfern geführt. Im Fachmagazin "The Lancet" kommen Mediziner nun zu dem Schluss, dass ein einzelner Krankenhaus-Patient dabei als Superverbreiter gewirkt und 82 Menschen angesteckt hat.

Die Wissenschaftler rekonstruierten den Epidemie-Verlauf anhand von Kamera-Aufnahmen und Krankenakten im "Samsung Medical Center" in Seoul. Demnach schleppte ein 68-Jähriger das Virus aus dem Nahen Osten ein, der vor der Diagnose in einer anderen Klinik ein Zimmer mit einem 35-Jährigen teilte. Dieser sogenannte "Patient 14" suchte kurz darauf die überfüllte Notaufnahme des "Samsung Medical Center" auf und steckte dort zahlreiche andere Patienten, Besucher und Krankenhaus-Mitarbeiter an.

Der Mers-Erreger gehört zu den Corona-Viren. Typische Symptome von Mers bei schwerem Verlauf sind Fieber, Lungenentzündung und Nierenversagen. Übertragen wird das Virus etwa beim Husten durch Tröpfcheninfektion.

Das Mers-Virus trat erstmals 2012 in Saudi-Arabien auf. Seitdem sind weltweit mehr als 1.700 Fälle bekannt geworden.

Quelle: DPA, The Lancet DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(16)30623-7

Naturschutz Borneo-Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht

In diese Kategorie hat die Weltnaturschutz-Union, kurz IUCN, die Tiere am Freitag auf der Roten Liste eingestuft. Es ist die höchste Gefährdungsstufe, bevor eine Art tatsächlich verschwindet. Grund für die Bedrohung ist der Verlust von Lebensraum. Die Wälder der indonesischen Insel Borneo schrumpfen ständig. An ihre Stelle treten oft Palmöl-Plantagen. Außerdem werden die bis zu 90 Kilogramm schweren Menschenaffen gezielt gejagt.

Problematisch ist darüber hinaus, dass sich die Art nur langsam fortpflanzt. Die IUCN hat zudem Wal-Haie und Flügelkopf-Hammerhaie als "stark gefährdet" eingestuft. Die Tiere sind vor allem durch Überfischung bedroht. Die Zahl der Wal-Haie hat sich in den vergangenen 75 Jahren halbiert.

Anfang September will die IUCN auf einem Kongress in Hawaii über künftige Maßnahmen gegen Überfischung und die Ausbreitung von Palmöl-Plantagen beraten.

Quelle: DPA, http://www.iucnworldconservationcongress.org

Archäologie Forscher in Israel haben einen Philister-Friedhof entdeckt

Die Forscher fanden die Grabstätte in den Überresten einer jahrtausendealten Siedlung der Philister am Rand der heutigen Küstenstadt Aschkelon. Daher sei erstmals sicher, dass es sich tatsächlich um einen Philister-Friedhof handele. Bei den 145 Skeletten bargen die Wissenschaftler Grabbeigaben: Schmuck, Schalen und Krüge, in denen sich vermutlich Öl und Wein befand.

Das Volk der Philister siedelte sich im 12. Jahrhundert vor Christus im heutigen Israel an. Woher sie kamen, ist bislang unklar. Derzeit laufen Radiokarbon-Datierungen und DNA-Tests, um die Herkunft der Toten zu ergründen. In der Bibel werden die Philister als Erzfeinde der Israeliten beschrieben. Ein berühmter Philister ist der Riese Goliath, der gegen David kämpft. Besonders groß seien die gefundenen Skelette allerdings nicht, betonen die Archäologen.

Bereits seit 1985 haben Archäologen in der Nähe der Stadt Aschkelon nach Überresten der Philister gegraben. Wie erst jetzt bekannt wurde, waren sie dabei bereits im Jahr 2013 auf den Friedhof gestoßen.

Quelle: DPA, AFPD, KNA

Bakteriologie Forscher entwickeln eine von Mikroben angetriebene „Windfarm“

In "Science Advances" demonstrieren Verfahrenstechniker und Physiker, dass die Turbulenzen in einer Bakterien-Suspension ausreichen, um mikroskopisch kleine Rotoren stabil anzutreiben. Solche Mikromaschinen könnten künftig etwa in Smartphone-Mikrofonen, optischen Schaltern oder winzigen Mixern für Chip-basierte Labors zum Einsatz kommen, schreiben die Studienautoren.

In Bakterien-Suspensionen entstehen chaotische Strömungen. Normalerweise sind sie zu ungeordnet, um daraus Energie zu gewinnen. Die Forscher haben am Computer ein Gitter-Design aus 64 mikroskopischen Rotoren simuliert. Durch die Aktivität der Bakterien drehen sich dabei benachbarte Rotoren ständig in entgegengesetzte Richtungen. Dadurch wird der chaotische Fluss stabilisiert und kann als Energiequelle genutzt werden.

Quelle: Science Advances 10.1126/sciadv.1501854

08.07.2016

Biologie Wissenschaftler haben in den Alpen eine neue Schlangenart entdeckt.

Sie gehört zu den Vipern und trägt den Namen Vipera walser. Im Aussehen ist sie der Kreuzotter sehr ähnlich. Sie kommt in den westlichen italienischen Alpen in einem Gebiet von nur 500 Quadratkilometern vor.

Die neu entdeckte Schlangenart bevorzugt offene Flächen, die von Felsen durchzogen werden. Durch den Rückgang der Viehhaltung auf Naturweiden und der damit verbundenen Ausbreitung von Waldflächen sei ihr Lebensraum und damit die Art selbst in Gefahr, wie die Forscher im "Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research" berichten.

Quelle: Idw

Genetik Ein zusätzliches Gen könnte den Ertrag von Nutzpflanzen steigern.

Wissenschaftler in den USA und Singapur haben bei Cyanobakterien ein Gen ausfindig gemacht, dass bei der Photosynthese für die Umwandlung von Chlorophyll a zu Chlorophyll f zuständig ist. Bei Pflanzen gibt es mehrere Chlorophyll-Typen, also Farbstoffe, die Licht unterschiedlicher Wellenlänge im Spektrum des sichtbaren Lichts einfangen können. Anders als bei Cyanobakterien kommt bei Pflanzen das Chlorophyll f jedoch nicht vor, das Licht im infraroten Spektrum nutzen kann.

Würde man das Gen, das für die Herstellung von Chlorophyll f zuständig ist, in Nutzpflanzen einschleusen, könnten diese ein viel breiteres Lichtspektrum für die Photosynthese nutzen und damit möglicherweise ihren Ertrag deutlich steigern, wie die Forscher in Science schreiben. Doch bis dahin sei es noch ein weiter Weg: Die Photosynthese sei ein komplexer Vorgang mit hunderten von Komponenten.

Quelle: Science

Archäologie Archäologen haben im Allgäu Gräber aus der Bronzezeit entdeckt.

Die acht Grabstätten seien etwa 4.000 Jahre alt, wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mitteilte. Sie waren bei Bauarbeiten in Jengen im Ostallgäu entdeckt worden. In den Gräbern legten die Archäologen nicht nur Skelette frei: In vier Grabstätten entdeckten sie Schmuck und weitere Objekte aus Bronze. Diese Beigaben lassen vermuten, dass die Bestatteten einer höheren sozialen Schicht angehörten, weil Bronze in jener Zeit besonders kostbar war.

Quelle: Agenturen

Evolution US-Forscher decken auf, wie die ersten Wirbeltiere an Land kamen.

Seit langem wird darüber diskutiert, wie sich vor etwa 360 Millionen Jahren die ersten Wirbeltiere an Land fortbewegt haben. Eine aktuelle Studie in "Science" liefert eine neue mögliche Erklärung: Die Tiere haben vermutlich nicht nur ihre Gliedmaßen eingesetzt, sondern auch ihren Schwanz, um auf dem meist sandigen und schlammigen Boden vorwärts zu kommen.

Die Wissenschaftler haben sich für ihre Untersuchung die Fortbewegungsweise afrikanischer Schlammspringer genauer angesehen. Diese Fische ähneln in ihrem Körperbau den ersten Wirbeltieren, die aus dem Wasser an Land kamen.

Die Forscher bauten einen Roboter, der sich wie ein Schlammspringer fortbewegen kann. Damit stellten sie fest, dass ein kombinierter Einsatz der Flossen und des Schwanzes besonders effektiv ist, um einen sandigen Hügel zu erklimmen. Mit den Flossen allein wäre das nur schwer möglich. Diese Entdeckung könnte helfen, so die Wissenschaftler, amphibische Roboter zu bauen, die sich geschickt über körnigen Untergrund bewegen können.

Quelle: Science

Astronomie Astronomen haben einen Exoplaneten mit drei Sonnen entdeckt.

Der Exoplanet, der etwa die vierfache Masse des Jupiters besitzt, umkreist die hellste und größte der drei Sonnen. Dafür benötigt er 550 Jahre. Der Planet mit Namen HD 131399Ab befindet sich 320 Lichtjahre von der Erde entfernt und ist etwa 16 Millionen Jahre alt. Auf ihm beträgt die Temperatur ungefähr 580 Grad Celsius. Dies berichtet ein internationales Team von Astronomen in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science". Die Forscher haben das Dreifachsternsystem mit Hilfe des Very Large Telescopes der ESO in Chile entdeckt.

Bislang ging man davon aus, dass die Umlaufbahn eines solchen Planeten instabil ist und der Planet deshalb aus solch einem System herausgeschleudert würde. Warum dies hier nicht der Fall ist, darüber rätseln die Wissenschaftler noch. Sie vermuten aber, dass Mehrfachsysteme häufiger vorkommen als bislang gedacht.

Quelle: Science

07.07.2016

Infektionsbiologie Magenbakterien passen sich an ihren Wirt an

Um möglichst gut mit den jeweiligen Bedingungen im Magen eines Menschen zurechtzukommen, tauschen Heliobacter pylori-Bakterien einzelne Erbgut-Abschnitte mit ihren Artgenossen aus. Infektionsbiologen von der Medizinischen Hochschule Hannover  haben jetzt entdeckt, dass sie dafür zwei verschiedene Mechanismen nutzen, um sowohl kurze als auch längere DNA-Stücke aufnehmen zu können. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Communications".

Der Austausch kurzer DNA-Stücke erhöht die Variabilität zwischen den einzelnen Bakterien. Der Austausch langer Sequenzen ermöglicht den Transfer ganzer Gene, schreiben die Forscher. [mas]

Archäologie Nicht das Wetter machte Steinzeitmenschen erfinderisch

Zu diesem Schluss kommen englische Archäologen im Fachjournal "PLOS ONE". Sie wollten wissen, ob technische und kulturelle Innovationen wie die Verwendung von Knochenwerkzeug von Wetterveränderungen getrieben wurden oder vor allem in Zeiten mit stabilen Klimabedingungen aufkamen. Dazu haben die Wissenschaftler tierische Überreste von zwei archäologischen Fundstellen in Südafrika untersucht, an denen vor rund 75.000 Jahren Menschen lebten. Anhand der chemischen Zusammensetzung von Straußenei-Schalen und Schellfisch-Fossilien konnten die Forscher auf die zu dieser Zeit herrschenden klimatischen Verhältnisse schließen. Das Ergebnis: Während die Menschen in der mittleren Steinzeit Neues ausprobierten, waren die Wetterbedingungen weitgehend stabil. [mas]

Biologie Schwertfische schwimmen wie geschmiert

Schwertfische können im Wasser eine Geschwindigkeit von über 100 Kilometer pro Stunde erreichen. Wie dieses Rekordtempo möglich wird, haben Wissenschaftler von der Universität Groningen herausgefunden. Ihnen war aufgefallen, dass das Schwert direkt am Kopf der Fische deutlich weicher ist als zur Spitze hin. Auf Magnetresonanz-Aufnahmen eines Tieres fanden sie die Ursache: eine Drüse, die über dünne Kanäle Öl abgibt. Dieses Öl schmiert die Haut des Schwertfisches und reduziert den Wiederstand am Kopf beim Schwimmen um bis zu 20 Prozent, schreiben die Forscher im "Journal of Experimental Biology". [mas]

Medizin Hepatitis ist so tödlich wie Malaria, Tuberkulose oder AIDS

Das berichten britische Mediziner im Fachblatt "The Lancet". Sie haben für ihre Studie die Zahl der durch die einzelnen Krankheiten verursachten Todesfälle zwischen 1990 und 2013 in 183 Ländern ausgewertet. Während  die Malaria- und Tuberkulose-Erkrankungen mit tödlichem Ausgang in diesem Zeitraum abnahmen, stieg die Anzahl der Hepatitis-Toten um 65 Prozent an, schreiben die Forscher. Sie fordern deshalb stärkere Bemühungen, um Hepatitis-Erkrankungen zu bekämpfen.

Im Jahr 2013 starben laut der Studie 1,4 Millionen Menschen weltweit an Hepatitis A, B, C oder E; gleich viele wie an Tuberkulose.

Im selben Zeitraum gab es 1,3 Millionen Todesfälle in Folge einer HIV-Infektion. An Malaria starben 850.000 Menschen.

Die meisten tödlichen Hepatitis-Erkrankungen gibt es laut der Studie in Südost-Asien.

Hepatitis wird über Körperflüssigkeiten sowie durch verunreinigtes Wasser übertragen. Für die verschiedenen Virustypen gibt es wirksame Medikamente und Impfungen.  [mas]

Medizin Knorpel wächst nicht nach

Das ist das Ergebnis einer Studie dänischer Mediziner, die im Fachmagazin "Science Translational Medicine" erschienen ist. Die Wissenschaftler haben dafür Knorpelproben aus den Knien von 22 Patienten mit der Radiokarbonmethode untersucht. Das Verfahren kann zeigen, wie alt die Kollagen-Moleküle sind, aus denen der Knorpel besteht.

Das Ergebnis: Das jüngste Kollagen im Knie der Patienten stammte aus der Zeit, in der diese zwischen acht und dreizehn Jahren alt waren. Danach war kein neuer Knorpel mehr gebildet worden.

Bisher war nicht klar, ob sich Knorpel in Gelenken erneuern kann. [mas]

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