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Seit 18:10 Uhr Informationen am Abend
10.01.2017

Vögel in der Balz  Kein Weg ist zu weit

Männliche Graubruststrandläufer legen quer durch die Arktis tausende Flugkilometer extra zurück, um ihren Fortpflanzungserfolg zu erhöhen. Dies sei umso erstaunlicher, schreiben Max-Planck Forscher im Fachblatt NATURE, weil die Tiere zuvor bei ihrer Rückkehr aus den Winterquartieren bereits bis zu 14.000 Kilometer geflogen sind.

Die Forscher hatten die Wege von 120 Tieren mithilfe von Sendern verfolgt. Bei der Auswertung der Daten sahen sie, dass kaum ein Männchen am ersten Nistplatz verblieb. Die meisten zogen nach kurzer Zeit weiter und besuchten bis zu 23 andere Brutgebiete. Im Schnitt legten die Vögel in der vierwöchigen Saison dabei mehr als 3.000 Kilometer zurück. Die Länge des Aufenthaltes hängt offenbar von der Zahl der fruchtbaren Weibchen vor Ort ab.

Quelle: Nature (10.1038/nature20813)

Fledermäuse Der menschliche Schatten reicht weit

Rund acht Millionen Jahre würde es Hochrechnungen zufolge dauern, bis sich Fledermausarten in der Karibik vom Einfluss des Menschen erholen würden. Das berichten Forscher vom Museum für Naturkunde Berlin im Fachblatt NATURE Ecology & Evolution.

Mithilfe von Computersimulationen hatten die Wissenschaftler untersucht, wie lange die Natur benötigen würde, bis das Langzeit-Gleichgewicht einer Artenzahl durch die vom Menschen verursachten Einflüsse wieder hergestellt ist. Demnach ist bereits ein Drittel der in der Karibik heimischen Fledermausarten ausgestorben. Ursache dafür sind größtenteils menschliche Aktivitäten.

Quelle: NATURE Ecology & Evolution (10.1038/s41559-016-0026)

Sport Auch Wochenend-Sportler schützen ihre Gesundheit

Britische Mediziner kommen im Fachmagazin JAMA zu dem Schluss, dass auch ein rein am Wochenende stattfindendes Trainingsprogramm nachhaltig vor kardiovaskulären Erkrankungen schützt. Die Forscher sind der Frage nachgegangen, ob ein nur auf zwei Tage verteiltes Trainingsprogramm gesundheitsfördernde Effekte hat. Bislang war nur bekannt, dass regelmäßiges Training nachhaltig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.

Im Vergleich zu inaktiven Menschen besitzen die sogenannten Weekend Warriors demnach ebenfalls ein geringeres statistisches Risiko, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Probanden mit einem regelmäßigen Trainingsprogramm erreichten erwartungsgemäß jedoch leicht bessere Ergebnisse als die Wochenend-Sportler.

Quelle: JAMA

Ozeane Klimaphänomene sorgen für verseuchte Meeresfrüchte

Meeresfrüchte werden regelmäßig durch große Algenblüten ungenießbar, denn manche Algen produzieren Domoinsäure. Dieses Neurotoxin kann Meeressäuger auch orientierungslos machen und töten.

Toxische Algenblüten entstehen durch hohe Wassertemperaturen. Diesen Zusammenhang konnten Forscher der Oregon State University in einer Langzeitstudie belegen. Grund dafür ist das Klimaphänomen El Nino und die sogenannte Pazifische Dekaden-Oszillation (PDO), notieren die Forscher im Fachblatt PNAS.

Demnach überschreitet die Belastung der Meeresfrüchte die Grenzwerte immer dann, wenn diese Phänomen auftreten. Beim Menschen kann es durch den Verzehr belasteter Meeresfrüchte zu neurologischen Ausfallerscheinungen kommen, zudem zu Durchfall, Atembeschwerden und Krämpfen.

Quelle: PNAS (10.1073/pnas.1606798114)

Virenbefall Wissenschaftler "impfen" Pflanzen

Forscher aus Brisbane haben einen Wirkstoff entwickelt, der Testpflanzen für mindestens 20 Tage gegen einen viralen Erreger schützt. Dieser besteht aus wenigen Nanometern großen Plättchen, in denen RNA verpackt wird und mehrere Wochen lang auf der Blattoberfläche erhalten bleibt, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Plants.

Bei der Wirkstoffauswahl nutzten die Wissenschaftler einen Teil des Abwehrsystems der Pflanzen. Injiziert ein Virus sein Erbgut in die Pflanze, erzeugt diese zur Abwehr so genannte small interfering RNA. Diese Moleküle heften sich an das Erbgut des Angreifers und machen das Virus unschädlich. Auf Pflanzen gesprühte Bruchstücke der viralen RNA sind demnach eine Art Impfung, damit Pflanzen bei einem tatsächlichen Virenbefall eine passende Immunantwort parat haben.

Quelle: NATURE Plants ( 10.1038/nplanst.2016.207)

Medizin Zahnlöcher sollen wieder zuwachsen

Mit Hilfe spezieller Substanzen lassen sich Karies-Löcher wieder komplett schließen. Das haben Forscher vom Londoner Kings College bei Mäusen geschafft. Wie sie im Fachblatt Scientific Reports schreiben, haben sie eine selbstauflösende Füllung entwickelt, die die betroffenen Zähne über die Stimulierung von Stammzellen zur Selbstheilung anregen konnte.

Ob diese Methode auch bei menschlichen Zähnen funktioniert, ist noch unklar. Die Reparatur von Zähnen ist nur ein Schritt hin zum Ziel, eines Tages vollständige Zähne direkt im Kiefer eines Organismus nachwachsen zu lassen.

Quelle: Scientific Reports

Farben Chemiker enträtseln ein altes Maler-Rezept

Jahrhunderte lang mussten sich Maler in Geduld üben, denn Ölfarben benötigten wochenlang zum Trocknen. Erst im 19. Jahrhundert mischten Alte Meister wie William Turner den Farben Substanzen bei, die eine Schnelltrocknung ermöglichten.

Forscher des CNRS aus Paris haben nun das Rezept für die frühen Sikkative entschlüsseln können. Im Fachblatt Angewandte Chemie schreiben sie, dass die frühen Trocknungshilfen vor allem aus Mastix-Harz und Bleiacetat bestanden.

Schon winzige Mengen reichten aus, um mit den Farben ein hybrides Gel entstehen zu lassen. In diesem bildeten sich miteinander verflochtene kettenförmige Moleküle, die die zuvor flüssige Farbe schnell erstarren ließen. Vermutlich habe aber kein chemisches Wissen zu diesem Ergebnis geführt, sondern einfaches Ausprobieren.

Quelle: Angewandte Chemie (10.1002/anie.201611136)

06.01.2017

Hirnforschung Menschliches Gehirn wächst bis ins Erwachsenenalter

Zumindest der Teil, der für das Erkennen von Gesichtern zuständig ist. Das ist das Ergebnis einer Studie eines internationalen Forscherteams, die heute im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde.

Bislang ging man davon aus, dass die Gehirnmasse ab dem Kindesalter nicht mehr zunimmt. Die Wissenschaftler untersuchten die Gehirne von 22 Kindern und 25 Erwachsenen mit Hilfe der Magnetresonanztomographie, während die Probanden Fotos von Gesichtern betrachteten. Das Ergebnis: Das Gehirnvolumen der Region, die für das Erkennen von Gesichtern zuständig ist, ist bei den Erwachsenen 12 Prozent größer als bei den Kindern.

In einem anschließenden Experiment zur Gesichtererkennung schnitten die Erwachsenen besser ab als die Kinder. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Fähigkeit mit etwa 30 Jahren am stärksten ausgeprägt ist.

Quelle: dpa, ScienceNews, Guardian

Tibetisches Hochplateau  Früher besiedelt als gedacht

Zu diesem Schluss kommt ein internationales Team von Wissenschaftlern im Fachblatt Science. Die Forscher hatten das Alter von versteinerten Fuß- und Handabrücken mit drei unterschiedlichen Methoden bestimmt. Demnach sind die Abdrücke zwischen 8.000 und 12.000 Jahre alt. Sie seien bislang die ältesten Nachweise für eine dauerhafte menschliche Besiedlung Hochtibets, so die Wissenschaftler.

Sie gehen davon aus, dass das Tibetische Hochplateau zu den Regionen der Erde zählt, die als letztes von Menschen besiedelt wurden. Die Region ist nur schwer zugänglich und liegt durchschnittlich 4.500 Meter über dem Meeresspiegel.  

Quelle: idw, NatureNews

Pflanzen Vorfahren von Tomate, Kartoffel und Paprika sind mindestens 50 Millionen Jahre alt

Forscher aus den USA und Argentinien haben in Patagonien eine versteinerte Pflanze entdeckt, die an Physalis erinnert. In der Versteinerung sind die papierartigen, laternenförmigen Kelchblätter um die Frucht gut zu erkennen. Das Gestein, in dem die Pflanze entdeckt wurde, ist 52 Millionen Jahre alt.

Die Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse, zu denen die Pflanze gehört, sei demnach deutlich älter als bislang gedacht, schreiben die Forscher im Fachmagazin Science. Zu den Nachschattengewächsen gehören 2.500 Arten, darunter sind Tomaten, Kartoffeln und Paprika. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Pflanzenfamilie damals im südlichen Südamerika entstanden ist.

Quelle: BBCNews, NatureNews

Antarktis Vom antarktischen Schelfeis droht ein riesiges Stück abzubrechen

Dadurch würde einer der zehn größten Eisberge in der Antarktis entstehen, wie Forscher aus Wales der BBC mitteilten. Über Jahrzehnte habe sich ein gewaltiger Riss im Larson C-Eispanzer gebildet.

Der möglicherweise bald entstehende Eisberg ist nur noch über eine Länge von etwa 20 Kilometern mit dem restlichen Eispanzer verbunden. Der Eisberg hätte eine Größe von etwa 5.000 Quadratkilometern – das entspricht einem Viertel der Fläche von Wales.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass der übrige Schelfeis-Panzer nach dem Abbrechen des Eisbergs weniger stabil sein wird.

Quelle: BBCNews

Vögel Kolibris haben besondere visuelle Fähigkeiten

Bereits bekannt war, dass bei Kolibris im Vergleich zu anderen Vögeln eine bestimmte Gehirnregion vergrößert ist, die für die Reizverarbeitung von sich bewegenden Objekten verantwortlich ist.

Forscher aus Kanada haben sich diese Hirnregion nun genauer angesehen. Sie wollten herausfinden, wie die rasant fliegenden Kolibris ihre Umgebung wahrnehmen. Die Wissenschaftler maßen die Aktivität der Nervenzellen in der Hirnregion bei sechs Kolibris und zehn Zebrafinken, während die Vögel auf einen Monitor blickten, auf dem sich Punkte in unterschiedliche Richtungen unterschiedlich schnell bewegten.

Wie die Forscher im Fachmagazin Current Biology berichten, war bei den Kolibris die Aktivität der Nervenzellen vor allem bei den sich schnell bewegenden Punkten hoch. Eine weitere Besonderheit bei den Kolibris: Die Nervenzellen reagierten auf Punktebewegungen in alle möglichen Richtungen gleich stark. Bei den Zebrafinken waren es vor allem die Vorwärtsbewegungen, die den Ausschlag gaben.

Diese Eigenschaften würden den Kolibris nicht nur eine gute Orientierung im Flug, sondern auch komplexe Balztänze und das Fangen von Insekten erlauben, so die Wissenschaftler.

Quelle: Eurekalert

Flexibler Transistor  Kaum Verlust von Leitfähigkeit

Der hauchdünne, auf die doppelte Länge dehnbare Transistor besteht aus einem sehr dünnen Polymer, in das ein Halbleiter eingearbeitet ist.  Beim Dehnen verliert der Transistor kaum an Leitfähigkeit.

Wie ein internationales Forscherteam in Science berichtet, könne der flexible Transistor für kleine Sensoren eingesetzt werden, die auf der Haut getragen werden, um Vitalwerte zu messen. Bislang ist es recht aufwändig und teuer, dehnbare Transistoren herzustellen.

Die nun vorgestellte Version könne recht einfach und günstig produziert werden, so die Wissenschaftler.

Quelle: NewScientist, Science

Diesel Vielen Diesel-Pkw stoßen doppelt so viel giftiges Stickoxid aus wie moderne Varianten

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der unabhängigen Forschungsorganisation ICCT. Die Wissenschaftler werteten Messdaten von 24 Bussen und Lkw der Schadstoffnorm Euro 6 aus. Die Daten stammten aus Finnland und vom deutschen Kraftfahrtbundesamt.

Im Durchschnitt lagen die giftigen Stickoxid-Emissionen der Nutzfahrzeuge bei 210 Milligramm je Kilometer. Die Stickoxid-Emissionen von Euro 6 Diesel-Pkw liegen unter realen Bedingungen bei durchschnittlich 500 Milligramm je Kilometer – mehr als doppelt so hoch.

Den Werten für Nutzfahrzeuge und Pkw liegen unterschiedliche gesetzliche Regelungen zugrunde: Wie der Geschäftsführer von ICCT in Europa, Peter Mock, im Deutschlandfunk sagte, würden bei den Pkw nur ausgewählte Prototypen, die vom Hersteller bereitgestellt werden, im Labor getestet. Bei den Lkw seien schon seit 2013 Messungen auf der Straße unter realen Bedingungen vorgeschrieben.

Quelle: ICCT, dpa

05.01.2017

Partnerwahl Auch Vögel sind Gewohnheitstiere

Das gilt zumindest für Fluss-Seeschwalben bei der Partnerwahl, wie eine Studie im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B nahelegt. Darin berichten Forscher aus Deutschland und Dänemark, dass die Tiere mit höherer Wahrscheinlichkeit einen bereits vertrauten Paarungspartner wählen – unabhängig vom gemeinsamen Bruterfolg bei vorangegangenen Versuchen.

Die Forscher untersuchten in einer Kolonie mit mehr als 1.300 Seeschwalben, wie viele flügge gewordenen Küken einzelne Brutpaare hatten. Die Analyse zeigte: Der Fortpflanzungserfolg eines Paares hängt nicht von der Dauer ihrer Beziehung ab, sondern vom Alter der beiden Eltern-Vögel. Trotzdem tendierten die Seeschwalben dazu, bei dem Partner zu bleiben, für den sie sich zu Beginn ihrer Brut-Karriere entschieden hatten.

Quelle: PRSB

Klima Ozeane erwärmen sich immer weiter

In den letzten zwanzig Jahren ist die Temperatur des Wassers an der Oberfläche der Weltmeere gleichmäßig um insgesamt 24 Hundertstel Grad Celsius gestiegen. Das hat ein internationales Forscherteam mit Hilfe von Messbojen und Satellitenbildern bestimmt. Bisherige Messungen hatten für diesen Zeitraum einen nur halb so starken Temperaturanstieg ergeben. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Sciences Advances vor.

Mit ihren Daten widerlegen die Forscher die zuletzt verbreitete Annahme, dass sich die Erwärmung der Meere in den letzten 15 Jahren verlangsamt habe.

Zwar gibt es Daten, die einen langsameren Anstieg vermuten ließen, diese stellten sich aber als Messfehler heraus.

Von der Wassertemperatur an der Oberfläche hängt unter anderem ab, wie schnell das Eis an den Polen schmilzt oder wo Wirbelstürme entstehen,

Über die Entwicklung der Wassertemperatur in der Tiefe der Meere, die für Klimamodelle wichtig ist, sagen die Daten nichts aus.

Quelle: Science Advances

Künstliche Befruchtung Übertragung von zwei Embryonen kann Chancen auf Schwangerschaft senken

Wenn einer der beiden in einem schlechten Zustand ist, reduziert das die Erfolgsaussichten im Vergleich zum Transfer eines einzelnen gesunden Embryos um gut ein Viertel. Das ist das Ergebnis einer Studie britischer Fortpflanzungsmediziner, der Daten von fast 1500 übertragenen Embryonen zu Grunde liegen. Die Forscher vermuten, dass die schlechte Qualität des zweiten Embryos dazu führt, dass der Körper eine Schwangerschaft vermeiden will und auch den gesunden abstößt. Bisher ging man davon aus, dass die gute Qualität eines Embryos selbst für seine Chancen auf eine Einnistung in die Gebärmutter entscheidend ist. Ihre Studie stellen die Wissenschaftler auf der Jahrestagung der British Fertility Society in Edinburgh vor.

Quelle: The Guardian

Norovirus Mehr Erkrankungen als in den letzten Jahren

Über 5000 Norovirus-Erkrankungen in ganz Deutschland wurden dem Robert-Koch-Institut in der Woche vor Weihnachten gemeldet. Das sind mehr als in anderen Jahren zu dieser Zeit. Solche Anstiege kämen zwar alle paar Jahre wieder vor, träten üblicherweise aber erst im Januar oder Februar auf, sagte eine Sprecherin. Weil in diesem Winter ein neuer Virustyp kursiere, infizierten sich besonders viele Menschen. Die Krankheitsverläufe seien dadurch aber nicht schwerer oder gefährlicher als sonst.

Das Norovirus löst heftigen Durchfall und Erbrechen aus und ist hoch ansteckend. Durch den starken Flüssigkeitsverlust ist es vor allem für Kleinkinder, alte und geschwächte Menschen gefährlich.

 

Quelle: dpa

Wetter Natürliche Pufferzone schützt vor starken Wirbelstürmen

Wetterbedingungen, die die Entstehung von Wirbelstürmen über dem Atlantik begünstigen, sorgen gleichzeitig dafür, dass die Stürme sich abschwächen, bevor sie auf Land treffen. Dieses Phänomen beschreiben amerikanische Atmosphärenforscher in der Fachzeitschrift Nature.

Verantwortlich dafür sind Unterschiede in der Oberflächentemperatur des Meeres und der Winddynamik in der Höhe. Während warmes Wasser und ruhige Winde über dem offenen Meer viele Wirbelstürme entstehen lassen, sorgen kaltes Wasser vor der Küste und stärkere Winddynamiken dafür, dass die Stürme Energie verlieren und bilden so eine natürliche Schutzzone.

Auch den umgekehrten Effekt konnten die Forscher beobachten. Bilden sich trotz schlechter Voraussetzungen Wirbelstürme über dem Wasser, nehmen diese häufig noch zusätzliche Energie auf, bevor sie auf die Küste treffen.

Quelle: Nature

03.01.2017

Paläontologie Dinosaurier waren nicht die schnellsten.

Zumindest waren sie nichtdie schnellsten hinsichtlich der Inkubationszeit, also jener Zeit, die Embryos für das Heranwachsen im Ei bis zum Schlupf benötigen. Paläontologen aus Florida hatten die Gelege zweier Dinosaurierarten mithilfe bildgebender Verfahren untersucht. Dabei maßen sie die Kalkablagerungen am Dentin, die sich täglich bilden. Ähnlich wie bei Baumringen lässt sich somit durch bloßes Zählen das Alter bestimmen.

Demnach hatten die untersuchten Spezies eine deutlich längere Brutzeit als bislang angenommen. Mindestens drei bis sechs Monate dauerte es, bis die Jungen schlüpften, schreiben die Forscher im Fachblatt PNAS.

Die lange Brutdauer könnte beim Massensterben am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren eine Rolle gespielt haben, vermuten die Studienautoren.

Quelle: PNAS (10.1073/pnas.1613716114)

Biologie Eine DNA-Analyse zeigt die Ursache für eine Antibiotikatoleranz.

Forscher aus San Francisco berichten im Fachjournal mBio, dass sich eine sechs Wochen alte Leukämie-Patientin während einer Chemotherapie mit Vancomycin-resistenten Enterokokken infiziert hatte.

Nachdem regulär wirksame Antibiotika nicht anschlugen, untersuchten die Wissenschaftler das Erbgut der Bakterien. Dabei stießen sie auf eine Punktmutation, die sie für die Toleranz verantwortlich machen.

Die Entdeckung der Mutation sei wichtig, da diese Enterokokken bereits gegen viele Antibiotika resistent und schwer zu behandeln sind.

Quelle: mBio, Eurekalert

Medizin Zuckerketten könnten bei Laktoseintoleranz helfen.

Davon zeigen sich Forscher der North Carolina State University nach einer Studie überzeugt, die sie im Fachblatt PNAS vorstellen. Demnach führte eine mehr als fünfwöchige Behandlung mit Milchzuckerhaltigen Kohlehydratketten an laktoseintoleranten Probanden zu einer leichten Verbesserung einiger Symptome.

Die Studienteilnehmer, die keinen Milchzucker verdauen konnten,

erhielten eine Mischung aus Zuckerketten, so genannten Galactooligosacchariden. Danach stieg bei ihnen im Darm der Anteil Laktose verdauender Bakterien an.

Die Therapie mit dem Laktose-Ersatz führte demnach dazu, dass der Großteil der Teilnehmer auch mehrere Wochen nach Abschluss der Studie beim Verzehr Milchzuckerhaltiger Lebensmittel einen Trend hin zu weniger Symptomen zeigte.

Quelle: PNAS (10.1037/pnas.1606722113)

Biologie Auch Ameisen nutzen Werkzeuge.

Nicht nur Primaten oder Vögel manipulieren ihre Umwelt und nutzen Stöcke und Schwämme, um effizienter an Nahrung zu kommen, sondern auch Insekten. Biologen aus Ungarn haben zwei Ameisenarten dabei beobachtet, wie diese für den Honigtransport praktische Hilfsmittel wie kleine Schwämmchen benutzten. Wie die Forscher im Fachblatt "Animal Behaviour" notieren, haben die Knochenameisen auch andere Hilfsmittel wie Papierstreifen verwendet, um zuckerhaltige Flüssigkeiten ins Nest schaffen zu können. Bekannt war zuvor lediglich, dass manche Ameisen Staub- oder Sandkörnchen verwenden, um Flüssigkeiten ins Nest zu transportieren. Neu hingegen sei die Erkenntnis, dass die Insekten offenbar zwischen Alternativen die erfolgversprechendste wählen.

Quelle: Animal Behaviour (10.1016/j.anbehav.2016.11.005

Raumfahrt SpaceX will den Raumfahrtbetrieb wieder aufnehmen.

Rund vier Monate nach der Explosion einer Falcon 9-Rakete will das private US-Unternehmen SpaceX wieder eine Trägerrakete ins Weltall schicken. Am kommenden Sonntag soll eine Rakete zehn Kommunikationssatelliten vom Typ Iridium Next in eine Umlaufbahn bringen. Die Ursache der Explosion im September ist nach Unternehmensangaben geklärt: Demnach habe es Probleme bei einem Druckgefäß gegeben, das im Flüssigsauerstofftank der zweiten Zündstufe verbaut sei. Die US-Luftfahrtaufsicht muss die Fehleranalyse des Unternehmens und die vorgenommenen Änderungen im Tankbetrieb erst noch genehmigen.

Informatik Sparsame Speicherchips könnten in Rechenzentren zum Einsatz kommen.

Forscher aus Dresden haben ein neues Konzept für Speicherchips erarbeitet. Wie die Helmholtz-Forscher im Fachblatt NATURE Communications berichten, sollen magnetoelektrische Antiferromagnete als zukünftige Speicher zum Einsatz kommen. Diese verbrauchen demnach deutlich weniger Energie als bisherige Arbeitsspeicher und sind auch für Big-Data-Rechenzentren anwendbar.

Die Forscher haben einen Prototypen auf Basis einer dünnen Schicht aus Chromoxid entwickelt. Diese ist zwischen zwei nanometerdünnen Elektroden eingepasst. Legt man an diese eine Spannung an, kippt das Chromoxid in einen anderen magnetischen Zustand.

Um das Bit wieder auszulesen, brachten die Physiker eine Platinschicht auf dem Chromoxid an und konnten erfolgreich dabei vorhandene Störsignale unterdrücken.

Bis zur Marktreife müssen jedoch noch weitere technische Hürden überwunden werden.

 

Quelle: HZDR

29.12.2016

Klimawandel Zugvögel erreichen früher ihre Brutgebiete

Das ist eine Folge des Klimawandels und steigender Temperaturen. Das berichten britische Forscher im "Journal of Animal Ecology". Für einzelne Vogelarten war die zunehmend frühere Ankunft in den Brutgebieten im Frühjahr schon bekannt. Die Forscher analysierten nun aber Aufzeichnungen von Vogelzugdaten von 413 Arten aus fünf Kontinenten. Dabei zeigte sich, dass die Vögel heute im Schnitt 2,1 Tage eher in ihren Brutgebieten erscheinen als noch vor zehn Jahren.

Die größten Veränderungen gibt es bei Vögeln, die nur kurze Flugstrecken zurücklegen, wie zum Beispiel Kibitz und Bachstelzen. Weit ziehende Vögel wie Schwalben oder Trauerschnäpper haben ihre Zugtermine bisher kaum an steigende Temperaturen angepasst.

Quelle: Journal of Animal Ecology/luh

1. Januar Der erste Tag des Jahres 2017 dauert eine Sekunde länger

In einer weltweit koordinierten Aktion wird in der Silvesternacht eine extra Sekunde in die Zeitrechnung eingebaut. Diese sogenannte Schaltsekunde ist nötig, um die extrem genauen Zeitangaben von Atomuhren an das weniger exakte Drehverhalten der Erde um die Sonne anzupassen. Ziel ist es, die offizielle Weltzeit wieder genau mit der mittleren Sonnenzeit übereinstimmen zu lassen.

In Deutschland wird die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig am 1. Januar an die letzte Sekunde vor 1 Uhr morgens noch eine zusätzliche Sekunde an die per Funk verbreiteten Zeitsignale anhängen.

Relevant ist die Schaltsekunde vor allem für die Satellitennavigation. Für eine exakte Ortsbestimmung per GPS muss die Ausrichtung der Erde im Raum in Abhängigkeit von der Atomzeit genau bekannt sein.

Da die Erde sich etwas unregelmäßig um die Sonne dreht, gibt es solche Anpassungen der Atomzeit auch nur in unregelmäßigen Abständen.

Zuletzt wurde eine Schaltsekunde weltweit vor anderthalb Jahren eingefügt.

Quelle: Agenturen/luh

Hunde Gestresste Hunde werden schneller grau

Vor allem impulsive sowie ängstliche Vierbeiner können schon mit weniger als vier Jahren ergrauen. Das zeigt eine Studie aus den USA, die im Fachjournal "Applied Animal Behaviour Science" erschienen ist.

Die Forscher untersuchten 400 Hunde im Alter im Alter zwischen einem und vier Jahren und zählten bei ihnen die grauen Haare an der Schnauze. Zugleich wurden die Besitzer über die Lebensweise und mögliche Stressbelastungen der Hunde befragt. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Stress und grauen Haaren bei den Tieren.

Vor allem die Angst vor lauten Geräuschen, fremden Tieren und fremden Menschen seien starke Indikatoren für Stress und ein frühes Ergrauen der Hunde, so die Forscher.

Quelle: Applied Animal Behaviour Science/luh

Gesundheit Fischöl reduziert das Asthma-Risiko

Wenn Mütter während der Schwangerschaft Fischöl zu sich nehmen, entwickeln ihre Kinder später seltener Asthma. Das ist das Ergebnis einer klinischen Studie dänischer Forscher.

736 Mütter nahmen an der Untersuchung teil. Die Hälfte von ihnen bekam ab dem siebten Schwangerschaftsmonat eine Kapsel mit 2,4 Gramm Fischöl täglich, während bei der anderen Hälfte die gleiche Kapsel als Placebo mit Olivenöl gefüllt war.

Im Alter von drei Jahren waren 17 Prozent der Kinder von Müttern, die Fischöl eingenommen hatten, Asthmatiker. Bei den Kindern aus der Placebo-Gruppe lag der Anteil bei fast 24 Prozent. Somit wurde das Asthma-Risiko durch das Fischöl um fast ein Drittel gesenkt.

Ob eine allgemein fischreiche Ernährung in der Schwangerschaft den gleichen Effekt hat, können die Forscher auf Basis der Ergebnisse nicht sagen.

Die Studie ist im "New England Journal of Medicine" erschienen.

Quelle: New England Journal of Medicine/luh

Gewitter Am Maracaibo-See blitzt es weltweit am häufigsten

Genauer gesagt ist es das nördliche Ende des Maracaibo-Sees in Venezuela, wo es pro Jahr weltweit am häufigsten zu Blitzentladungen kommt. US-Forscher haben anhand von 15 Jahren an Messdaten des Satelliten "Tropical Rainfall Measuring Mission" eine globale Karte der Orte mit der höchsten Gewitter- und Blitzaktivität erstellt.

Anders als frühere Analysen, die nur eine grobe Auflösung von 50 mal 50 Kilometer lieferten, basiert die aktuelle Blitz-Kartierung auf einem feineren Raster von 10 mal 10 Kilometern.

So lassen sich lokale Blitz-Hotspots deutlich besser lokalisieren.

Über dem Maracaibo-See entwickeln sich, getrieben durch besondere lokale Winde, im Durchschnitt an fast 300 Tagen des Jahres Gewitter und Blitze.

Die größte Dichte an Blitze-Hotspots herrscht wiederum im tropischen Afrika.

Die Studie ist im "Bulletin of the American Meteorology Society" erschienen. 

Quelle: Bulletin of the American Meteorology Society/luh

Erbgut Neue Arten entstehen in der Grauzone

Französische Forscher haben untersucht, wie stark sich das Erbgut von zwei Tierarten unterscheiden muss, damit man wirklich von zwei getrennten Arten sprechen kann.

Ihre Antwort: Zwischen 0,5 und zwei Prozent. Dies sei die genetische Grauzone, in welcher die Artenbildung stattfindet, schreiben sie in "PLoS Biology".

Die Wissenschaftler analysierten die Genome von 61 jeweils nah verwandten Tierart-Paaren. Dabei verglichen sie, wie gut sich die getrennten Untergruppen noch untereinander paaren und Gene austauschen können, und wie stark sich ihr Genom dabei jeweils unterscheidet.

Mensch und Schimpanse beispielsweise weisen in etwas mehr als einem Prozent ihrer Gene Unterschiede auf. Bei anderen Lebewesen reicht eine solche Abweichung noch nicht aus, um von einer abgeschlossenen Aufteilung der Arten zu sprechen.

Bei zwei Prozent Gen-Differenzen sehen die Forscher allerdings eine universelle Obergrenze.

Quelle: PLoS Biology/luh

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