Montag, 11.12.2017
07.11.2012

Umwelt Die Zerstörung des Great Barrier Reefs währt seit 140 Jahren.

Wie Meeresbiologen aus Queensland berichten, begann die Zerstörung küstennaher Anteile des einzigartigen Korallenriffs in Australien bereits mit der Ansiedlung europäischer Einwanderer im 19. Jahrhundert. Durch die Landwirtschaft bedingt gelangten seit dieser Zeit über Zuflüsse vermehrt Sedimente und Nährstoffe ins Meer. Diese schädigten die Korallen und machten sie seither anfälliger, schreiben die australischen Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society. Demnach waren die küstennahen Riffe schon lange vor dem Korallensterben der vergangenen Jahrzehnte geschädigt. Europäische Siedler hatten sich um das Jahr 1870 herum erstmals an der Küste des australischen Queensland niedergelassen. [mst]

Quelle: RSPB20122160-22/10/12

Medizin Laufen lässt Leute länger leben.

Durchschnittlich leben leicht Fettleibige, die sich regelmäßig bewegen, länger als normalgewichtige und völlig inaktive Menschen. Das geht aus einer Metastudie hervor, die im Fachmagazin PLoS Medicine vorgestellt wird. Darin hatte ein internationales Forscherteam Daten aus sechs Studien mit mehr als 650.000 Teilnehmern analysiert. Demnach sei der positive Effekt selbst von leichter körperlicher Betätigung enorm. Wer etwa einmal pro Woche rund 75 Minuten zügig gehe, steigere seine Lebenserwartung im Durchschnitt um 1,8 Jahre. Die Forscher hatten als Kriterium für Fettleibigkeit den Body Mass Index (BMI) genutzt, der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Wer einen BMI von 25 oder höher hat, gilt laut Weltgesundheitsorganisation WHO als übergewichtig. Demnach starben Normalgewichte, die sich kaum bewegten, im Schnitt 3,1 Jahre früher als aktive Übergewichtige. [mst]

Quelle: PLoS Medicine (doi:10.1371/journal.pmed.1001335)

Biologie Tauben sind kollegiale Flieger.

Fliegen Tauben zusammen mit einem kundigen Artgenossen eine für sie neue Strecke, fliegen sie nicht nur passiv mit, sondern prägen sich die neue Route ein. Zudem mischen sie sich offenbar auch aktiv in die Navigation ein. Das haben britische Ornithologen aus Oxford herausgefunden. Wie sie in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, halfen die unkundigen Tauben bei wiederholten Flügen auch, die bisherige Flugroute zu optimieren. Dies war bei den Experimenten umso wahrscheinlicher, je ineffizienter die ursprüngliche Strecke war. Demnach profitierten beide Seiten von der aktiven Teilnahme der neuen Taube, so die Forscher. [mst]

Quelle: PSPB20122160-22/10/12

Umwelt Indien geht das Wasser aus.

Durch den Klimawandel bedingt könnte der indische Sommermonsun demnächst bis zu 70 Prozent weniger Niederschläge als bislang bringen. Das geht aus einem Klimamodell hervor, das Wissenschaftler des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universität Potsdam im Fachmagazin Environmental Research Letters vorstellen. Demzufolge verändert die zunehmende Erwärmung im Frühjahr eine für den Monsun wichtige Luftströmung. Als Folge entstehen bis zum Ende dieses Jahrhunderts häufiger atmosphärische Bedingungen, die einen vermehrt trockenen, regenarmen Monsun begünstigen. Dies könnte für die Wirtschaft Indiens schwerwiegende Folgen haben. Der indische Frühlingsmonsun entsteht durch einen starken Temperaturkontrast zwischen Land und Meer. [mst]

Quelle: Environmental Research Letters

Archäologie Forscher entdecken in Frankreich ein Mammut.

Wissenschaftler des französischen Archäologischen Instituts Inrap haben eigenen Angaben zufolge das erst vierte Mammut überhaupt in Frankreich entdeckt. Die Knochen konnten sie am Ufer eines früheren Flussbettes in Changis-sur-Marne bei Paris freilegen. Das Skelett, das auf ein Alter von bis zu 200.000 Jahren geschätzt wird, sei nahezu vollständig erhalten. Der kalziumreiche Boden habe für eine ungewöhnlich gute Konservierung gesorgt. Da in der Nähe des Schädels auch Feuersteinsplitter gefunden wurden, gehen die Forscher davon aus, dass ein Neandertaler das Tier getötet oder zumindest das bereits tote Tier zerlegt hat. [mst]

Quelle: Inrap

Biologie Lachsläuse bedrohen ihre Wirte.

Bis zu 55 Prozent aller Wildlachse im Nordost-Atlantik sterben mittlerweile durch den Befall von parasitären Lachsläusen. Das geht aus einer Studie eines internationalen Forscherteams hervor, die im Fachmagazin Proceedings B der britischen Royal Society vorgestellt wird. Demnach ist der Effekt der winzigen Krebstiere auf die Lachsbestände weitaus größer als bislang angenommen. Die Forscher hatten stichprobenartig Lachse in Irland und Norwegen untersucht. Demnach befallen die Lachsläuse die Fische als Jungtiere, bevor diese ihre Heimatflüsse verlassen und ins Meer schwimmen. Eine der Hauptinfektionsquellen seien demnach die dichten Ansammlungen von Lachs-Aquakulturen in den Küstengewässern. Dieser bislang unbekannt große Effekt der Parasiten auf ihre Wirte könnte eine Erklärung liefern, warum der Bestand der Wildlachse im Nordatlantik in den vergangenen drei Jahrzehnten um 45 Prozent zurückgegangen ist. [mst]

Quelle: RSPB20122359-22/10/12

06.11.2012

Biologie Stammzellen können die männliche Zeugungsfähigkeit wieder herstellen

Eine künstlich herbeigeführte Unfruchtbarkeit konnte bei Rhesus-Affen durch eine Therapie mit körpereigenen Stammzellen wieder rückgängig gemacht werden. Dadurch eröffne sich möglicherweise ein neuer Behandlungsweg für Männer, die wegen einer Chemotherapie nicht mehr zeugungsfähig sind, schreiben Forscher aus Pittsburgh im Fachblatt "Cell Stem Cell". Die Forscher hatten männlichen Rhesus-Affen Vorläuferzellen entnommen, aus denen sich Spermien entwickeln. Dann wurden die Tiere mit Medikamenten behandelt, wie sie auch einer Chemotherapie verwendet werden. Die Affen wurden dadurch unfruchtbar. Anschließend injizierten die Forscher die zuvor entnommenen Zellen in die Hoden der Tiere. Bei neun von zwölf erwachsenen Rhesus-Affen stellte sich die Zeugungsfähigkeit wieder ein. Die Methode funktionierte auch bei einigen Jungtieren, die zur Zeit der Zellentnahme noch nicht geschlechtsreif waren. //[reu]//

Quelle: New Scientist, Cell Stem Cell

Paläontologie Eine Schmelzwasserflut löste eine Kältewelle aus

Gewaltige Mengen an Schmelzwasser legten in der letzten Eiszeit den wärmenden Nordatlantikstrom still, so dass große Teile der Nordhalbkugel innerhalb kurzer Zeit wieder vereisten. An welcher Stelle das kalte Wasser in den Ozean strömte, haben nun Forscher aus den USA heraus gefunden. Denn für den dramatischen Klimawechsel vor rund 13.000 Jahren sei nicht nur die Menge des Schmelzwassers entscheidend, sondern auch der Ort der Flut. Simulationen der Forscher haben gezeigt, dass das Schmelzwasser nicht auf Höhe des Sankt-Lorenz-Stromes in den Atlantik floss, wie bisher angenommen, sondern viel weiter nordwestlich. Nur dann schwäche der Süßwasserzufluss die wärmende Meeresströmung ab, berichten die Forscher im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Zoologie Der seltenste Wal der Welt ist aufgetaucht

Forscher aus Neuseeland haben erstmals den nach eigenen Angaben seltensten Wal der Welt gesehen. Zwei Exemplare des nahezu unbekannten Bahamonde-Schnabelwals waren bereits vor knapp zwei Jahren in der Bucht "Bay of Plenty" angeschwemmt worden. Doch erst jetzt lieferten DNA-Untersuchungen den Beweis dafür, dass es sich tatsächlich um die seltene Walart handelt, berichten die Zoologen in Fachmagazin "Current Biology". In den vergangenen 140 Jahren sind bloß zwei intakte Exemplare gesichtet worden. Die Art war bisher nur durch drei unvollständige Schädelfragmente bekannt. Der Fund der Schnabelwale zeige, wie wenig tatsächlich von der Fauna der Ozeane bekannt sei, schreiben die Forscher. //[reu]//

Zoologie Kakadus als Werkzeugbauer

Goffini-Kakadus sind in der Lage, sich gezielt ein Stück Holz zurecht zu knabbern, um damit an Futter zu gelangen, das außerhalb ihrer Reichweite liegt. Das berichten Forscher aus Wien im Fachmagazin "Current Biology". Damit gehören die Vögel nach Angaben der Forscher zu den wenigen Tierarten, die Werkzeuge herstellen und nutzen können. Außer bei ihnen wurde das bisher nur bei Primaten, Krähenvögeln und einigen Wirbellosen festgestellt. Die Biologen hatten einen Kakadu in Gefangenschaft beobachtet. Sie hatten eine Nuss auf eine Holzbank außerhalb des Käfigs gelegt, so dass der Vogel sie mit seinem Schnabel nicht erreichen konnte. Der Kakadu biss darauf hin längliche Splitter aus einem Holzbalken. Mit diesem Werkzeug holte er die Nuss zu sich heran. Die Forscher bezweifeln allerdings, dass wild lebende Goffini-Kakadus ebenfalls solch ein Verhalten zeigen würden. //[reu]//

Quelle: Current Biology

Medizin Narkosemittel unterbrechen Kommunikation im Gehirn

Wenn ein Mensch unter Narkose gesetzt wird, dann verändert sich das Muster seiner Gehirnwellen signifikant. Mediziner aus Neuengland konnten beim Einsetzen der Narkose-Wirkung sogenannte langsame Oszillationen beobachten. Diese Signale deuten darauf hin, dass Nervenzellen abwechselnd aktiviert und inaktiviert werden. Die Forscher fanden heraus, dass diese Oszillationen nacheinander an unterschiedlichen Stellen der Gehirnrinde auftraten. Das sei ein Hinweis darauf, dass unter Narkose die Kommunikation zwischen den Gehirnarealen gestört sei, schreiben die Forscher im Fachblatt PNAS. Diese Beobachtung könne dabei helfen, Überwachungssysteme für Patienten unter Narkose zu verbessern. //[reu]//

Quelle: PNAS, Nature News

05.11.2012

Raumfahrt Curiosity hat noch kein Methan auf dem Mars entdeckt

Im Jahr 2003 hatten Forscher bei Beobachtungen des Mars von der Erde aus Hinweise auf große Mengen Methan entdeckt. Der Mars-Rover "Curiosity" konnte diesen Fund bislang nicht bestätigen. Bei der Untersuchung der Marsatmosphäre fand er keine Spuren von Methan. Es handele sich um erste Tests, die Ergebnisse seien noch nicht endgültig, teilte das mit der Analyse betraute NASA-Labor in Kalifornien mit. Methan auf dem Mars könnte als Indiz dafür gelten, dass dort einst Bakterien lebten. Auf der Erde entsteht Methan unter anderem auch als Stoffwechselprodukt von Bakterien. //[mawi]//

Medizin Der Herzschlag kann einen Herzschrittmacher mit Strom versorgen

Bislang müssen Herzschrittmacher alle sieben bis zehn Jahre ausgetauscht werden, weil ihre Akkus leer sind. Solche Operationen könnten künftig überflüssig werden, hoffen US-amerikanische Forscher der Universität von Michigan. Mithilfe von sogenannten piezoelektrischen Materialien lasse sich die Bewegung des schlagenden Herzens in elektrische Energie umwandeln. Tests hätten ergeben, dass sich so zehn Mal mehr Energie gewinnen lasse, als für den Betrieb eines Schrittmachers gebraucht werde, berichteten die Forscher auf einem Treffen der US-amerikanischen Herzgesellschaft. Zunächst müsste in klinisches Tests bewiesen werden, dass die neuartige Energieversorgung auch über längere Zeit zuverlässig funktioniert. //[mawi]//

Technologie Nanopartikel machen Fingerabdrücke auf Papier sichtbar

Fingerabdrücke auf Papier lassen sich nur in etwa jedem zweiten Fall gut sichtbar machen. Forscher der Hebrew University Jerusalem haben ein erfolgreicheres Verfahren entwickelt. Sie nutzen dazu Goldnanopartikel, die an die Zellulose des Papiers binden. Dort, wo der Finger Hautfett auf dem Papier hinterlassen hat, können die Goldnanopartikel nicht binden. Nach Behandlung der Probe mit einer silberhaltigen Entwicklerlösung, die alle goldhaltigen Stellen schwärzt, entsteht dann ein Negativ-Bild des Fingerabdruckes. Das Verfahren funktioniere selbst bei nassen Papieren. Anders als Schweiß, der für andere Nachweisverfahren von entscheidender Wichtigkeit sei, würden die Fettanteile eines Fingerabdrucks kaum weggewaschen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Angewandte Chemie". //[mawi]//

Archäologie Archäologen entdeckten Grab einer Pharaonenprinzessin

Das etwa 4500 Jahre alte Grab in der Nähe von Kairo sei von Grabmälern von vier ranghohen Würdenträgern aus der fünften Pharaonendynastie umgeben, teilte die ägyptischen Behörde für Altertümer mit. Der Fund sei unweit der Ausgrabungsstätte Sakkara auf dem Gelände Abu Sir gemacht worden. Hieroglyphen auf vier Kalksteinsäulen am Grab der Prinzessin hätten ihren Namen mit Schert Nebti angegeben. Demnach war sie die Tochter von Pharao Men Salbo. //[mawi]//

Biologie Schmerzmittel machen Bewegungstraining effektiver

Psychologen und Mediziner aus Jena berichten im "Journal of Neuroscience", dass sich durch den Einsatz einer Lokalanästhesie die motorischen Fähigkeiten von Schlaganfall-Patienten deutlich verbessern lassen. Beim sogenannten "Taubschen Bewegungstraining" wird der gesunde Arm der Patienten in einer Manschette fixiert. Mit dem freien Arm und der Hand, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, können Patienten dann feinmotorische Aufgaben trainieren. Die Wirksamkeit des Bewegungstrainings lässt sich deutlich steigern, wenn ein Anästhetikum die Empfindlichkeit des bewegungseingeschränkten Armes herabgesetzt. Das Ausschalten der Nervenreize aus dem Unterarm führe zu einer verminderten Aktivität in den Hirnarealen, die diese Reize verarbeiten. Gleichzeitig komme es aber zu einer stärkeren Aktivierung benachbarter Hirnregionen. So reagiere das Gehirn auf ausbleibende Reize aus dem Unterarm mit einer gesteigerten Sensitivität in der Hand, in deren Folge sich auch die motorischen Fertigkeiten verbessern. Dieser Prozess setze innerhalb von Minuten ein. Ob sich durch die Kombination von Lokalanästhesie und Bewegungstraining auch langfristig die Beweglichkeit von Schlaganfallpatienten verbessern lässt, soll eine Folgestudie abklären helfen. //[mawi]//

Quelle: Journal of Neuroscience - DOI:10.1523/JNEUROSCI.5912-11.2012

Zoologie Betrunkene Amseln fallen vom Himmel

Bei einer Schule in der britischen Grafschaft Cumbria waren zwölf junge tote Amseln entdeckt worden. Ein weiterer Vogel lebte, ihm sei aber offensichtlich unwohl gewesen, berichten Mitarbeiter der britischen Tiergesundheitsbehörde AHVLA im Fachblatt "Veterinary Record". Aufgrund der Verletzungen der Vögel sei zunächst ein Verbrechen vermutet worden. Laboruntersuchungen zeigten hohe Promillewerte im Blut der Vögel. Zudem fanden sich angegorene Beeren einer Eberesche in ihrem Magen-Darm-Trakt. Die Tiermediziner gehen davon aus, dass die alkoholisierten Amseln in der Luft kollidiert und dann heruntergefallen sind. Der Tod durch Alkohol lasse sich nicht endgültig beweisen, sei aber wahrscheinlich. //[mawi]//

Quelle: Veterinary Record - doi:10.1136/vr.e7322

02.11.2012

Medizin Zecken übertragen noch eine dritte Krankheit.

Die Krankheit wird von Bakterien ausgelöst und ruft hohes Fieber, Unwohlsein und Gewichtsverlust hervor. Das schreiben Forscher der Universität Zürich im "Journal of Clinical Microbiology". Die Krankheit wird ausgelöst von candidatus neo – //Ehrlichia mikurensis//. Das Bakterium konnte bislang nicht in Laboratorien gezüchtet werden. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass viele Erkrankungen unerkannt blieben. Sie haben einen Test entwickelt, mit dem der Erreger binnen eines Tages nachgewiesen werden kann. Die Krankheit lässt sich mit Antibiotika vollständig heilen. Zecken übertragen neben der neu entdeckten zwei weitere Krankheiten: Borreliose und die Hirnhautentzündung FSME. //[gät]//

Quelle: JCM

Zoologie Auch ein Elefant kann menschliche Laute nachahmen.

Der Elefantenbulle Koshik steckt sich dafür den Rüssel in den Hals und erzeugt die Laute mit seinem Kehlkopf. Damit kann er sogar fünf Worte verständlich äußern – allerdings auf Koreanisch, schreibt ein internationales Forscherteam in "Current Biology". Sie vermuten, dass das Tier damit eine Beziehung zu seinen Wärtern aufbauen wollte. Der Elefant hatte fünf Jahre ohne Artgenossen in dem Zoo von Yongin in Südkorea verbracht. Bereits in der vergangenen Woche berichteten Wissenschaftler über einen Wal, der menschliche Laute imitieren konnte. //[gät]//

Quelle: Current Biology

Forschung Der Hurrikan Sandy traf auch die Forschung.

Durch das Hochwasser in Manhattan verendeten mindestens 9000 genetisch veränderte Laborratten im Kips Bay Forschungszentrum der New York University. Die Tiere befanden sich in den Kellerräumen von Instituten, die bei der Flut vollgelaufen sind. Mit Hilfe der Tiere hatten die Forscher der Universität zum Beispiel Herzinfarkte, Krebs oder Autismus untersuchen wollen. Die Zucht der Tiere hatte zehn Jahre gedauert. Die Wissenschaftler und die Mediziner des Zentrums hatten alles daran gesetzt, die Patienten vor den Auswirkungen des Sturms zu schützen – die Forscher waren davon ausgegangen, dass die Institute überflutungssicher seien. Am Koch Cancer Research Building der Johns Hopkins University in Baltimore dagegen konnten Forscher, Studenten und Angestellte ihre Labortiere vor dem eindringenden Wasser retten. Sie mussten allerdings auch sämtliche Gewebeproben und Kulturen retten, da der Strom und damit die Kühlung in den Instituten ausgefallen war. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Astrophysiker haben Licht aus der Frühzeit des Kosmos vermessen.

Das Licht der ersten Sterne, die nach dem Urknall entstanden, ist noch heute als schwacher Lichtnebel im Weltraum vorhanden. Forscher können dieses "extragalaktische Hintergrundlicht" jedoch nicht direkt messen, weil das Licht der Sonne und Sterne zu hell ist. Ein internationales Astrophysikerteam konnte jetzt diese Reststrahlung der Ursterne indirekt nachweisen: Die Forscher nutzten dafür Gammastrahlen unterschiedlich weit entfernter Galaxien, die sie mit Hilfe des Nasa-Teleskops Fermi aufnahmen. Treffen die energiereichen Gammastrahlen auf Sternenlicht, wird ein Teil der Strahlung absorbiert. Die Forscher untersuchten, wie viel von dieser Absorption auf die bekannten Sterne zurückgeht, und konnten so die Hintergrundstrahlung nachweisen. //[gät]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1227160

Paläontologie Die Evolution der Vögel hat sich im Laufe der Jahrmillionen beschleunigt.

Das schreibt ein internationales Forscherteam in "Nature". Die Wissenschaftler hatten den Stammbaum aller knapp 10.000 lebenden Vogelarten zusammengetragen. Sie verknüpften dafür die Abstammungsdaten mit genetischen, zeitlichen und geographischen Informationen. Die Ergebnisse überraschten die Wissenschaftler: So hat die Bildung neuer Vogelarten mit der Zeit zu- und nicht abgenommen. Motor für die Bildung neuer Arten sind dabei neu besiedelte Inseln oder sich schnell ändernde Umweltverhältnisse. In den Tropen dagegen, in denen besonders viele Vogelarten leben, entstehen nur selten neue. Insgesamt fächern sich die Vögel westlich des Nullmeridians schneller in neue Arten auf als auf der östlichen Hemisphäre. Eine Erklärung dafür haben die Forscher bisher nicht. //[ktn]//

Quelle: DOI:10.1038/nature.2012.1171

01.11.2012

Psychologie Kinder sind nur unter Beobachtung großzügig.

Das ist das Ergebnis einer Studie an der Yale University. Beobachtet wurden fünfjährige Kinder beim Spielen. Sie durften dabei entscheiden, ob ihr Spielpartner nur ein Klebebild oder mehrere erhält. Unabhängig von dieser Entscheidung bekamen sie selbst immer dieselbe Anzahl an Klebebildern. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Kinder nur dann großzügig waren, wenn sie vom Spielpartner beobachtet wurden. Das – so resümieren sie im Fachblatt "PLoS One" – zeige, dass sich schon kleine Kinder aus strategischen Gründen sozial verhalten. Bewusst sei den Kindern in diesem Alters allerdings noch nicht, wie wichtig ein "guter Ruf" in einer sozialen Gruppe ist. //[ktn]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0048292">P

Umwelt Der Ölfilm am Macondo-Bohrloch stammt nicht von der Bohrung selbst.

Das erklärt der britische Konzern BP. Seit zwei Monaten schwimmt ein Ölfilm in der Gegend des Bohrlochs vor der US-amerikanischen Küste. BP hat nun die Installationen überprüft, mit denen vor zwei Jahren nach der Havarie der Deepwater-Horizon der Ölstrom beendet worden war. Den Untersuchungen zufolge hält die Versiegelung der Macondo-Bohrung dicht. Als wahrscheinlichste Ursache für den Ölfilm wurde ein 86 Tonnen schwerer Stahlcontainer ausgemacht. Im Mai 2012 hatte man mit diesem Stahlcontainer versucht, das Öl am Leck abzufangen und über eine Pipeline zur Oberfläche zu leiten. Dies gelang nicht, da gefrorenes Methaneis die Anlage verstopfte. Der Stahlcontainer wurde daraufhin rund 500 Meter vom Bohrloch entfernt abgestellt. Nun aber tritt Öl, das sich anfänglich bereits in dem Container angesammelt hatte, an mehreren Stellen mit kleinen und mittleren Tropfen aus und steigt zur Oberfläche auf. Die US-Küstenwache erklärt, dass es unmöglich sei, diesen Ölfilm abzuschöpfen. Er stelle jedoch keine Gefahr für die Küstenlinie dar. //[drö]//

Quelle: US Coast Guard

Psychologie Die Angst vor Mathe ruft tatsächlich Schmerzen hervor.

Mathe-Angst ist keineswegs ein rein psychologisches Phänomen. Bei manchen Menschen löst sie tatsächlich körperlich empfundene Beklemmung und Schmerzen aus. Das haben kanadische und US-amerikanische Forscher herausgefunden. Sie untersuchten Menschen mit ausgeprägter Mathe-Angst und unterzogen sie einem Hirnscan. Das Ergebnis präsentieren sie im Fachmagazin "PLoS One": Unmittelbar bevor eine Aufgabe zu lösen war wurden gleich mehrere Hirnareale der Versuchsteilnehmer aktiv. Es handelte sich um jene Areale, in denen Schmerzen, aber auch körperliche Bedrohungen verarbeitet werden. Bei Personen, die ein neutrales Verhältnis zur Mathematik haben, war dies nicht der Fall. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0048076">P

Medizin Rothaarige sind auch ohne Sonne hautkrebsgefährdet.

Das Hautkrebsrisiko ist bei Rothaarigen doppelt hoch: zum einen bietet ihre helle Haut nur wenig Schutz vor UV-Strahlung. Zum anderen fördert der gelbliche Farbstoff in der Haut die Entstehung von Krebs – und das völlig ohne UV-Licht. Das haben US-Forscher erst jetzt entdeckt. Ein Versuch mit verschiedenfarbigen Mäuse brachte sie auf den Zusammenhang. Wie der gelbliche Farbstoff – das Hautpigment Phäomelanin – im Einzelnen dazu beiträgt, dass sich bösartige Hauttumoren entwickeln, das können die Forscher noch nicht sagen. Als sie das Pigment bei Mäusen mit gelb-goldenem Haarkleid blockierten, sank das Krebsrisiko der Tiere auf das Niveau von Mäusen mit dunklem oder auch mit farblosem Fell. Noch sei es zu früh, um spezielle Empfehlungen für Rothaarige auszusprechen, schreiben die Forscher in "Nature". //[tj]//

Quelle: Nature

Arachnologie In Brasilien wurden neun vom Aussterben bedrohte Tarantel-Arten entdeckt.

Und zwar in Zentralbrasilien sowie im Osten des Landes. Ungewöhnlich ist, dass die neuen Arten außerhalb der Amazonasregion entdeckt wurden und alle farbig sind. Fünf der neuen Arten seien die kleinsten, auf Bäumen lebenden Taranteln der Welt. Die Gattung – so vermuten die brasilianischen Forscher im Journal "Zookeys" – müsse sehr alt sein, möglicherweise ein Relikt einer früher weit verbreiteten Tarantelgruppe. Unter den anderen neuen Arten ist auch eine, die auf Bäumen und in Bromelien, also Ananasgewächsen lebt. //[tj]//

Chemie Ein Gen könnte die Bierkrone verbessern.

Chemiker in den USA haben in der Hefe ein Gen identifiziert, das sie CFG1 nennen. Es scheint für ein Protein verantwortlich, dass den Bierschaum stabilisiert. Dieses Gen ähnelt offenbar jenem , das schon in Weinhefe entdeckt wurde und auch dort an der Schaumbildung beteiligt ist. Die Forscher prophezeien, dass mit Hilfe des neu identifizierten Gens Bierbrauereien die Eigenschaften des Bierschaumes verbessern könnten. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung ACS

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