Montag, 20.11.2017
27.11.2015

Biologie Mehr Kalkalgen im Nordatlantik

Winzig kleine Kalkalgen kommen im Nordatlantik heutzutage rund zehnmal häufiger vor als noch vor knapp fünfzig Jahren. Das berichten US-Forscher im Fachmagazin Science. Sie zeigen sich überrascht von der starken Zunahme dieser Plankton-Organismen. Denn bisher waren viele Experten davon ausgegangen, dass mit einer steigenden Versauerung der Ozeane es den Kalkalgen schwerer fallen sollte, ihre Schutzhülle zu bilden. Denn Kalk wird von Säure angegriffen. Die Untersuchungen der Wissenschaftler zeigen aber, dass vermutlich das gelöste Kohlendioxid für das Wachstum der Bestände mitverantwortlich ist. Denn es liefert den Algen das Baumaterial für ihre Kalkschalen. Als ein weiterer Faktor erwiesen sich höhere Wassertemperaturen infolge einer natürlichen Schwankung der Wasserzirkulation im Nordatlantik. [Reu]

DOI: 10.1126/science.aaa8026

 

Quelle: Science, Eurekalert

Fossilien Manche Dinos bauten Nester

Dinosaurier legten ihre Eier üblicherweise in Erdlöchern ab, die sie danach verschlossen. Einige Arten jedoch dürften auch Nester gebaut haben, wie etwa die heutigen Vögel. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung fossiler Gelege, die heute im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht wird. Wissenschaftler aus Kanada hatten in den versteinerten Schalen nach Poren gesucht. Besonders große, zahlreiche Poren dürften darauf hindeuten, dass die Eier vergraben wurden. Die Mehrheit der untersuchten Gelege wies genau diese Merkmale auf. Bei heute lebenden Krokodilen und anderen Reptilien, die ihre Eier vergraben, findet sich eine ähnliche Struktur der Eischale. Vogeleier hingegen sind weniger porös. Dinosauriereier, die ihnen glichen, konnten die Forscher nur in einer bestimmten Gruppe finden, und zwar bei einer Untergruppe der Echsenbeckensaurier. [Reu]

 

DOI: 10.1002/anie.201509385

 

Quelle: PLOS ONE

Galaxie Ein Schwarzes Loch schluckt und spuckt

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, ein Schwarzes Loch zu beobachten, das einen Stern verschlingt. Über einige Monate hinweg konnten sie den Prozess verfolgen, angefangen bei der allmählichen Zerstörung des Sterns bis hin zu dem Ausstoß von Materie, die so stark von dem Schwarzen Loch weg beschleunigt wurde, dass sie nahezu Lichtgeschwindigkeit erreichte. Ihre Beobachtungen beschreiben die Forscher im Fachmagazin "Science".  Die Galaxie, in deren Zentrum sich das Schwarze Loch befindet, liegt bloß 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, deutlich näher als andere Systeme, die bereits beobachtet wurden Daher ließ sich das Ereignis besonders gut verfolgen. Der geschluckte Stern war ungefähr so groß wie unsere Sonne. Das Schwarze Loch dürfte nach Angaben der Forscher rund eine Million Sonnenmassen besitzen.[Reu]

 

DOI:10.1126/science.aad1182

 

Quelle: Science, Eurekalert

Chemie Eine Beschichtung verhält sich ganz und gar abweisend

Forscher aus dem US-Bundesstatt Massachusetts haben eine schmutzabweisende Beschichtung für Oberflächen erfunden, die sowohl Wasser als auch ölige Flüssigkeiten abperlen lässt. Das transparente Material ähnelt dem Kunststoff Silicon und lässt sich einfach und rasch auftragen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Angewandte Chemie".  Das zu beschichtende Objekt wird in eine Lösung getaucht, die eine Vorläufersubstanz enthält. Auf der Oberfläche bildet sich ein dünner Film der Flüssigkeit, der unter Einfluss von Schwefelsäure langsam aushärtet. Dabei wachsen lange Molekülketten, die eine homogene Schicht bilden. Die Gleichmäßigkeit ist wichtig für die omniphobe Wirkung des Polymers. Bereits bei einem minimalen Neigungswinkel der Oberfläche perlen nahezu alle Flüssigkeiten von ihr ab. [Reu]

 

 

DOI: 10.1002/anie.201509385

 

Quelle: Angewandte Chemie

Medizin Potenter Hanf frisst das Hirn

Wer regelmäßig Cannabis mit einem hohen Gehalt der psychoaktiven Substanz THC raucht, könnte damit sein Gehirn schädigen. Das berichten Forscher aus London im Fachmagazin "Psychological Medicine". Sie hatten eine bestimmte Region des Gehirns untersucht, den sogenannten Balken. Er ist für die Kommunikation zwischen den beiden Gehirnhälften verantwortlich und gehört zur weißen Substanz. Seine Nervenfasern besitzen zahlreiche Rezeptoren, an denen THC-ähnliche Moleküle andocken können. Mithilfe einer Magnetresonanz-Technik konnten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Nervenschäden in dieser Region und dem Cannabis-Konsum nachweisen: Je häufiger jemand die Droge raucht und je höher der THC-Gehalt, desto stärker fallen die Schäden aus. [Reu]

doi:10.1017/S0033291715002342

 

Quelle: Psychological Medicine, Eurekalert

26.11.2015

Astronomie Seltsame Lichtsignale aus dem All stammen nicht von Aliens

Ein rätselhaft flackernder Stern namens KIC 8462852 - knapp 1.500 Lichtjahre von uns entfernt - hatte unter Astronomen Spekulationen ausgelöst. Die NASA hält es für unwahrscheinlich, dass der Stern von intelligenten außerirdischen Wesen bevölkert ist. Die seltsamen Lichtsignale , die das Weltraumteleskop Spitzer gemessen hatte,  seien vermutlich so zu erklären: der Stern sei von einem Schwarm Kometen umgeben, deren Schweife das Licht gelegentlich abschirmen. [Tj]

Quelle: NASA

Biologie Fledermäuse haben einzigartige Immunrezeptoren

Das hat ein internationales Forscherteam entdeckt. Als die Wissenschaftler verschiedene Fledermausarten untersuchten stellte sich heraus, dass bestimmte Immunrezeptoren der Tiere  im Vergleich zu denen anderer Säugetiere einzigartig verändert sind. Bei den Immunrezeptoren handelt es sich um die sogenannten Toll-like-Rezeptoren. Dies sind Rezeptoren des angeborenen Immunsystems. Sie gelten als erste Abwehrlinie gegen eindringende Krankheitserreger. Im Fachmagazin "Molecular Ecology" beschreiben die Biologen die für Fledermäuse charakteristischen Veränderungen der Toll-ähnlichen Rezeptoren Sie vermuten, dass die Veränderungen der Grund sind, weshalb Fledermäuse von vielen Krankheitserregern nicht beeinträchtigt werden, die bei anderen Säugetieren schwerwiegenden Krankheiten oder Todesfällen führen. [Tj]

 

 

Quelle: Molecular Ecology doi: 10.1111/mec.13431

Biologie Die schnellste Taube fliegt dem Schwarm voran

Es ist simpel und einfach die schnellste Taube und nicht die schlauste oder die mit dem besten Orientierungsvermögen, die voranfliegt. Das resümieren britische Forscher in "Current Biology". Wer aber voranfliegt, der erlernt das Navigieren und hat schließlich den anderen Tauben einiges voraus. Vergleichbar sei das mit dem Fahrer-Mitfahrer-Effekt. Meist merkt sich der Fahrer die Route, der Mitfahrer aber nicht. Bei Tauben scheint es so zu sein, dass die Mitflieger mehr auf ihre Artgenossen als auf die Landschaft achten und so die schlechteren Navigatoren bleiben. [Tj]

 

 

Quelle: Doi:10.1016/j.cub.2015.10.044

HIV-Epidemie Immer mehr Menschen in Europa stecken sich mit dem HI-Virus an

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der neuen HIV-Diagnosen einen Rekord erreicht: Über 142.000 Neuansteckungen wurden in Europa registriert. Vor allem in Osteuropa nähmen die Infektionen zu, berichtet das Europäische Zentrum für Prävention und die Kontrolle von Krankheiten.

Allein in Russland steckten sich über 85.000 Menschen an - überwiegend durch verunreinigtes Drogenbesteck und heterosexuelle Kontakte. Innerhalb der Europäischen Union seien dagegen über 40 Prozent der Neuinfektionen bei Männern registriert worden, die Sex mit Männern hatten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief die europäischen Ländern wörtlich auf, mutige Maßnahmen zu ergreifen und die HIV-Epidemie ein für alle Mal zu stoppen. [Tj]

Quelle: Presseagenturen, WHO, ECDC

Biologie Neue Straßen und Bahnlinien verbessern nicht unbedingt die Ernährungssituation in Afrika

Im Gegenteil. Im Fachblatt "Current Biology" berichten australische Forscher über das Ergebnis ihrer Studie. Sie hatten 33 sogenannte Entwicklungskorridore analysiert. Das sind Projekte, bei denen neue Straßen und Bahnlinien gebaut werden. Damit soll in den Regionen das Land besser bewirtschaftet und ein leichterer Zugang zu umliegenden Märkten ermöglicht werden. Doch die Forscher stellten fest, dass nur einige der Korridore sinnvoll sind. Manche - vor allem in der Nähe des Äquators - seien aus ökologischer Sicht desaströs.

Dort durchqueren sie Schutzgebiete, ermöglichen aber aufgrund schlechter Bodenqualität oder ungünstigen Klimas in den Regionen keine Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge. Stattdessen stellten die Wissenschaftler fest, scheint es monetäre  Beweggründe einzelner Interessensgruppen zu geben: ein leichterer Zugang zu Bergbaugebieten, vor allem Eisenerz- und Kohlebergbau. Dafür würden irreversible Folgen für die Umwelt in Kauf genommen. [Tj]

Quelle: Current Biology doi: 10.1016/j.cub.2015/10.046 Tj26.11.2015

Kuschelhormon Wer für nachhaltige Projekte spendet, hat mehr Oxytocin im Blut

Oxytocin ist auch als Kuschelhormon bekannt. Dieses Hormon stärkt soziale Bindungen. An der Universität Bonn haben Wissenschaftler nun untersucht, ob die Spendenbereitschaft eines Menschen mit seinem Oxytocinspiegel zu tun hat. Im "Journal of Neuroscience" steht nun das Ergebnis: Ja. Allerdings wirke Oxytocin nur, wenn es um soziale Nachhaltigkeitsprojekte geht, nicht wenn es sich um Spenden für andere zum Beispiel rein ökologisch ausgerichtete Projekte dreht, [Tj]

Quelle: Journal of Neuroscience doi: 10.1523/JNEUROSCI.3199 Tj26.11.2015

25.11.2015

Paläontologie Paläontologen klären, wie die Giraffe zu ihrem langen Hals kam.

Heute leben nur noch zwei Vertreter der Familie der Giraffenartigen: das Okapi und die Giraffe. Vor rund zehn Millionen Jahren gab es dutzende Vertreter dieser Tiere, die in Form und Größe heutigen Hirschen ähnelten. US-amerikanische Paläontologen haben die Halswirbel von Samotherium mayor untersucht, einem Vertreter der Giraffenartigen, der vor sieben Millionen Jahren in Eurasien heimisch war. Wie die Forscher im Fachblatt Open Science der britischen Royal Society schreiben, zeigen diese alten Halswirbel eine mosaikhafte Anatomie und vereinen Merkmale, die es heute nur entweder bei Okapis oder bei Giraffen gibt. Dies zeige, dass im Laufe der Evolution bei den Giraffenvorfahren einige heute Okapi-typischen Merkmale verschwanden und es dadurch zum langen Giraffenhals kam. [mst]

Quelle: R Soc Open sci (10.1098/rsos.150521)

Psychologie Teenager können kein Multitasking.

Zumindest können Jugendliche bestimmte Doppelbelastungen schlechter bewältigen als Erwachsene. Das notieren Psychologen vom University College London im Fachblatt Open Science der britischen Royal Society. Sie hatten in einem Experiment erwachsenen Frauen und weiblichen Jugendlichen zwei Aufgaben gestellt, die die Probandinnen gleichzeitig erfüllen sollten. Dabei war eine Gedächtnisaufgabe mit einer sozialen Herausforderung kombiniert. Dabei sahen die Experten, dass bei der gleichzeitigen Verarbeitung von sozialen und nichtsozialen Informationen das Arbeitsgedächtnis der Jugendlichen schneller überfordert war als das der Erwachsenen. Die Forscher vermuten, dass sowohl das Arbeitsgedächtnis als auch die Fähigkeit, eine andere Perspektive einzunehmen, erst im Zuge des Erwachsenwerdens eine bestimmte Effizienz erlangen. [mst]

Quelle: R Soc open sci (10.1098/rsos.150117)

Biologie Bakterien beeinflussen das Sättigungsgefühl.

Rund 20 Minuten nach einer Nahrungsaufnahme signalisiert das Verdauungssystem dem Körper, dass eine gewisse Sättigung erreicht ist. Ernährungsspezialisten aus Frankreich haben jetzt herausgefunden, dass dieses Sättigungsgefühl durch Proteine erzeugt wird, die Darmbakterien bilden. Wie die Forscher im Fachblatt Cell Metabolism darlegen, lässt sich dieser Mechanismus manipulieren. Um den Einfluss der Mikroben auf das Sättigungsgefühl zu testen, entnahmen die Forscher Proteine einer Ecoli-Bakterienkultur, die zuvor ausreichend Nährstoffe erhalten hatte. Danach verabreichten die Wissenschaftler Ratten mittels Darmspülung diese Proteine. Danach bekamen die Tiere ein wenig Futter und die Forscher maßen den Gehalt an Sättigungshormonen in Blut und Darm. Das Ergebnis: Die Nager waren hinsichtlich dieser Parameter gesättigt, obschon sie kaum etwas zu Fressen bekommen hatten. Ob und wie sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, sollen weitere Studien klären. [mst]

Quelle: Cell Metabolism (10.1016/j.cmet.2015.10.017)

Medizin Die Behandlung von ADHS ist weiter riskant.

Denn auch nach Abschluss der bislang größten Metastudie bleiben die Nebenwirkungen des Ritalin-Wirkstoffs Methylphenidat unklar, der am häufigsten bei Kindern mit der Diagnose Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung ADHS verschrieben wird. Forscher der Universität von Süddänemark hatten 185 randomisierte Studien ausgewertet, in die die Daten von mehr als 12.000 jungen Patienten eingeflossen waren. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Cochrane Database of Systematic Reviews schreiben, offenbarten viele Studien nicht nur eine extrem geringe Qualität an sich, sondern auch zahlreiche Nebenwirkungen des Medikaments. Im Schnitt führte die Therapie nur zu einer Besserung um 9,6 Punkte auf der 72-stufigen Skala. Eine Veränderung von 6,6 Punkten gilt als das Minimum, ab dem überhaupt von einer Wirkung gesprochen wird. Daher sei angesichts der bisherigen mängelbehafteten Studien weder das Ausmaß der positiven Effekte noch das Risiko für schwerwiegende Folgen einzuschätzen, so die Studienautoren. [mst]

Quelle: Cochrane Database of Systematic Reviews

Medizin In Liberia gibt es wieder einen Ebola-Todesfall.

Wie der Leiter des nationalen Ebola-Krisenstabs, Francis Karteh, in Monrovia mitteilte, starb am Montag ein15-jähriger Patient an den Folgen einer Ebola-Infektion. Seit Beginn der Ebola-Epidemie vor zwei Jahren waren in Liberia mehr als 10.600 Menschen erkrankt, mehr als 4.800 Patienten starben. Der westafrikanische Staat war im Mai 2015 erstmals für ebola-frei erklärt worden, nur sechs Wochen später trat die Krankheit wieder auf. Im September wurde Liberia ein zweites Mal für ebola-frei erklärt. [mst]

Meteorologie 2015 könnte das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen werden.

Die globale Durchschnittstemperatur wird aller Wahrscheinlichkeit nach erstmals ein Grad höher sein als im vorindustriellen Zeitalter Ende des 19. Jahrhunderts. Das teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) heute in Genf mit. Grund sei neben dem vom Menschen verursachten Klimawandel das dieses Jahr ungewöhnlich starke Klimaphänomen El Niño, bei dem der Ozean viel gespeicherte Wärme abgibt. Der Zeitraum 2011 bis 2015 sei zudem die heißeste Fünfjahresphase seit Beginn der Messungen gewesen. Das ganze Jahr 2015 hindurch seien weltweit extreme Wetter-Phänomene beobachtet worden, vor allem schwere Regenfälle in Südamerika, Nordafrika und China. [mst]

Quelle: WMO/Agenturen

24.11.2015

Astronomie Der Mars-Mond Phobos wird wahrscheinlich als Ring enden.

Der Mars hat zwei kleine Monde. Phobos, der größere der beiden, hat einen Durchmesser von 30 Kilometern. Zum Vergleich: Unser Mond ist über einhundertmal größer. Phobos kommt dem Mars immer näher. Die Frage, die sich Forscher daher stellen, ist: Wird er irgendwann auf dem Mars aufprallen oder wird ihn die Schwerkraft zerreißen?

Wissenschaftler aus den USA haben nun Beobachtungen des Mondes mit Computersimulationen kombiniert und kommen zu dem Schluss: Er wird wahrscheinlich auseinanderbrechen und sich in einen Ring um den Mars verwandeln. Der Ring werde eine ähnliche Dichte haben wie der der Saturns, notieren die Forscher im Magazin "Nature Geoscience". Jedoch werde er wohl erst in 20 bis 40 Millionen Jahren entstehen.

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/ngeo2583

Artenvielfalt Die neue Liste der 25 am stärksten bedrohten Primaten-Arten ist erschienen.

Neu auf der Liste stehen der Philippinen-Koboldmaki und der Lavasoa-Fettschwanzmaki. Beide Arten sind durch den Verlust ihres Lebensraumes bedroht. Alle zwei Jahre aktualisieren Artenschutzgruppen und Zoologen die Liste. Fünf der Arten auf der Liste sind in Madagaskar zuhause, weitere fünf in Afrika, zehn in Asien und die restlichen fünf in Zentral- und Südamerika. Neben Lebensraumverlusten macht die Jagd den Tieren zu schaffen.

Quelle: https://portals.iucn.org/library/node/45773?dm_i=2QBL,3YKY,2BMAFY,BR0X,1

Raumfahrt Das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat es geschafft, eine Rakete zu landen.

Wie das Unternehmen berichtet, hob die Rakete gestern in Texas ab, beschleunigte auf 3,7-fache Schallgeschwindigkeit und stieg über 100 Kilometer hoch. Damit erreichte sie die Grenze zum All. Dort trennte sie sich von einer Weltraumkapsel und fiel zur Erde zurück. Auf etwa 1.500 Metern Höhe startete sie ihr Triebwerk, bremste und landete schließlich. Damit ist Blue Origin dem Ziel näher gekommen, eine wiederverwendbare Rakete zu bauen.

Ähnliches erprobt auch die Firma SpaceX. Mehrmals versuchte das Unternehmen, Raketenstufen nach Versorgungsflügen zur ISS auf einer schwimmenden Plattform im Meer aufsetzen zu lassen, scheiterte jedoch knapp.

Lebensmittel Internet-Käse kann gefährlich werden.

Mittlerweile kann man frische Lebensmittel im Internet bestellen. Wissenschaftler aus Wien haben nun untersucht, wie es um die Qualität dieser Lebensmittel bestellt ist. Sie orderten 108 Rohmilchkäseprodukte in verschiedenen Online-Shops aus sieben europäischen Ländern. Ihre Untersuchung ergab: Lediglich 19 Lieferungen erfüllten alle erforderlichen Kriterien. So war etwa die Hälfte der Produkte nicht ordnungsgemäß gekühlt, in zwei fanden sich Krankheitserreger und in 32 der Fäkalkeim E. coli.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Fachjournal "Food Control" veröffentlicht.

Quelle: IDW

Gentechnik Forscher aus den USA haben Anti-Malaria-Mücken gezüchtet.

Die Wissenschaftler nutzten dafür eine gentechnische Methode mit dem Namen Crispr/Cas. Damit fügten sie ein spezielles DNA-Fragment in das Erbgut von Moskitos ein. Es veränderte die Tiere so, dass sie und ihre Nachkommen den Malaria-Parasiten bekämpfen konnten. Auf diese Weise veränderte Tiere sollen den Malaria-Parasiten theoretisch nicht auf Menschen übertragen können.

Die Forscher haben ihre Arbeit im Fachblatt "PNAS" beschrieben. Sie ist ein weiterer Schritt hin zur Veränderung ganzer Stechmücken-Populationen. Im Labor funktionierte die Methode mit einer Moskito-Art, die für zwölf Prozent der Malaria-Infektionen in Indien verantwortlich ist. In Feldversuchen muss sie sich noch beweisen.

2014 starben weltweit über eine halbe Million Menschen an Malaria.

Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1521077112

Biologie Ein großer Teil des Bärtierchen-Erbguts stammt von anderen Lebewesen.

Bärtierchen sind weniger als einen Millimeter lang, leben weltweit in feuchten Gegenden und gelten als Überlebenskünstler. Temperaturen von minus 80 Grad, Trockenzeiten und sogar das Vakuum im Weltall überstehen die Tiere.

US-Forscher haben nun das Erbgut einer Bärtierchen-Art entschlüsselt und im Magazin "PNAS" beschrieben. Dabei stellten sie fest, dass knapp ein Sechstel dieses Erbguts von anderen Lebewesen stammt. Das macht die Bärtierchen zu den Tieren mit dem größten Anteil an fremdem Erbgut. Etwa 6.000 ihrer Gene stammen von Bakterien, Pilzen und Pflanzen.

Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, wie die Überlebensfähigkeit der Tiere mit der fremden DNA zusammenhängt. Sie vermuten, dass die fremden Gene während Extremsituationen in das Erbgut der Bärtierchen eindringen. Denn zum Beispiel bei Trockenheit wird ihr Zellkern durchlässig für fremde DNA.

Quelle: http://www.pnas.org/content/early/2015/11/18/1510461112

23.11.2015

Biologie Asiatische Elefanten nutzen ihre Rüssel als Gebläse

Asiatische Elefanten nutzen ihre Rüssel als Gebläse bei der Nahrungssuche: um Nahrung in Reichweite zu holen. Bereits bekannt war, dass Elefanten Stöcke oder Wasser nutzen, um an Nahrung zu kommen.

Forscher der Universität Kyoto hatten mit zwei Asiatischen Elefanten experimentiert. Sie hatten im Zoo Blätter, die die Elefanten-Weibchen besonders gerne fressen, in einen Graben vor ihrem Gehege gelegt. Die Elefanten bliesen so lange Luft durch den Rüssel, bis sie die Blätter in Reich- und Freßweite hatten, berichten die Forscher im Fachblatt "Animal Cognition".

Ungeklärt sei, ob alle Elefanten ihre Rüsselluft so gezielt und dosiert einsetzen könnten - also etwa auch afrikanische Elefanten. [mawi]

http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10071-015-0929-2

Quelle: mawi, 23.11.2015, Animal Cognition

Bestandsaufnahme Jede zweite Baumart im Amazonasgebiet ist bedroht

150 Forscher aus 20 Ländern haben eine Bestandsaufnahme der Bäume im Amazonasgebiet erstellt. Sie werteten Daten aus mehr als 1500 Erhebungen aus. Sie wollten wissen, wie sich die Abholzung seit dem Jahr 1900 auf die Bestände von etwa 15.000 Baumarten ausgewirkt hat.

Das Ergebnis: Nach den Kriterien der Weltnaturschutzunion IUCN für die Rote Liste bedrohter Arten müssten 36 bis 57 Prozent aller Baumarten im Amazonasgebiet als bedroht eingestuft werden. Darunter seien symbolträchtige Urwaldriesen wie die bis zu 50 Meter hohen Paranussbäume, aber auch wichtige wildwachsende Nahrungspflanzen wie beispielsweise Kakao, berichten die Forscher im Fachblatt "Science Advances". Die Forscher weisen darauf hin, dass ihre Ergebnisse nicht ausreichen, um eine vollständige Rote Liste der Amazonasbäume zu erstellen.

Im Amazonasgebiet seien in den letzten Jahrzehnten zwar Schutzbereiche für den Regenwald sowie für indigene Völker ausgewiesen worden. So sei der Waldverlust gebremst aber nicht gestoppt worden. [mawi]

DOI: 10.1126/sciadv.1500936

Quelle: mawi, 23.11.2015, Science Advances

Nördliches Breitmaulnashorn  Jetzt sind es nur noch drei

Im Zoo der kalifornischen Stadt San Diego ist gestern ein Nördliches Breitmaulnashorn gestorben. „Nola" lebte dort seit 1989. Mitte November war das 41 Jahre alte Weibchen operiert worden, hörte danach aber auf zu fressen.

Weltweit leben nur noch drei Nördliche Breitmaulnashörner - in einem Naturschutzgebiet in Kenia. [mawi]

Quelle: mawi, 23.11.2015, Agenturen

Medizin Hefepilze wissen, sich gegen Bakterien zu verteidigen

Kanadische Mediziner der Universität von Toronto haben bei Patienten mit Mukoviszidose Hefepilze untersucht, die im zähen Schleim der Lunge leben.

Der Hefepilz Candida albicans kann eine kugelige Gestalt oder eine fadenartige Filament-Formannehmen. Bei Patienten, deren Lunge auch mit Pseudomonas-Bakterien besiedelt war, fanden die Forscher Hefepilze, die ausschließlich in Fadenform vorkommen. Der Grund: Die Pilze zeigen eine genetische Veränderung in einem Gen mit Namen NRG1.

Pseudomonas-Bakterien können Hefepilze normalerweise mit Hilfe von speziellen Signalstoffen daran hindern, eine Filament-Form anzunehmen. Pilze, die die Mutation besitzen, sind unempfänglich für die Bakterien-Signale und vermehren sich ungestört von ihrer Konkurrenz. [mawi]

Quelle: mawi, 23.11.2015, eurekalert.org

Süßwasser-Polypen  Körperzellen können einige Funktionen des Nervensystems übernehmen

Das haben Schweizer Forscher bei Süßwasserpolypen beobachtet.

Der Süßwasserpolyp Hydra ist enorm regenerationsfähig. Aus jedem beliebigen Körperteil kann wieder ein kompletter Organismus wachsen. Selbst Polypen, die alle Nervenzellen verloren haben, sind überlebensfähig.

Den Grund dafür haben Forscher der Universität Genf entdeckt: Fehlen Nervenzellen, dann verändern Epithel-Muskel-Zellen ihr genetisches Programm: 25 Gene werden dann besonders oft abgelesen. Einige dieser Gene spielten eine wichtige Rolle für Funktionen des Nervensystems. So könnten Epithelzellen auf Umweltreize reagieren und so teilweise das Fehlen der Nervenzellen kompensieren, berichten die Forscher im Fachblatt "Philosophical Transactions of the Royal Society".

Wie genau die Umprogrammierung abläuft, sei noch unklar, betonen die Forscher. Möglicherweise lasse sich von Süßwasser-Polypen lernen, wie bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen andere Körperzellen dazu gebracht werden können, ausgefallene Funktionen zu übernehmen. [mawi]

 

Quelle: mawi, 23.11.2015, eurekalert.org

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