Dienstag, 12.12.2017
27.09.2016

Bakterien Honig könnte gegen Biofilme wirken

Biofilme sind hartnäckige Bakterien-Schichten, die etwa in Krankenhäusern zu einem Problem werden, wenn sie sich auf Kathetern bilden. Britische Forscher haben nun untersucht, wie die Biofilme auf Manuka-Honig reagieren. Er wird von Bienen aus dem Blütennektar des Manukabaums hergestellt und hat schon in früheren Tests eine antibakterielle Wirkung gezeigt.

Nun berichten die Forscher im "Journal of Clinical Pathology", dass eine wässrige Lösung des Honigs die Haftung von E.-coli-Biofilmen um bis zu 70 Prozent reduziert. Bis der Honig jedoch zur Reinigung von Kathetern zum Einsatz kommen kann, müssen die Wissenschaftler noch seine Verträglichkeit und seine Wirksamkeit außerhalb des Labors beweisen.

Quelle: Journal of Clinical Pathology

Klima US-Forscher haben die mittleren globalen Erdtemperaturen der letzten zwei Millionen Jahre

Damit ist ihnen die längste, kontinuierliche Rekonstruktion der Temperaturen auf der Erde gelungen. Die Forscher nutzten dafür knapp 60 Bohrkerne aus dem Meer. Im Fachblatt "Nature" schreiben sie, dass sie daraus die Temperaturen der letzten zwei Millionen Jahre in 1000-Jahres-Schritten ermitteln konnten. Die Arbeit könnte dabei helfen, das heutige Klima besser zu verstehen und die zukünftige Entwicklung des Klimas besser vorherzusagen.

Quelle: Nature

Infektionskrankheit Alte Blutproben verraten die Geschichte von Malaria

Die evolutionäre Geschichte der Malaria-Parasiten lässt sich nur schwer rekonstruieren. Das liegt daran, dass es keine genetischen Daten der europäischen Parasiten-Stämme gibt, denn die wurden vor über 50 Jahren ausgerottet. Ein internationales Forscherteam hat nun dennoch das Erbgut dieser Parasiten untersuchen können. Und zwar dank Proben aus einer medizinischen Sammlung aus den 1940er Jahren, die das Blut von Malariainfizierten aus Spanien enthielten.

Die Erbgut-Analyse deutet darauf hin, dass die Malaria-Parasiten über Europa nach Amerika kamen und davor aus Indien nach Europa eingeschleppt wurden. Dieses Ergebnis decke sich mit anderen historischen Erkenntnissen, schreiben die Forscher im Magazin "PNAS".

Quelle: PNAS

Gesundheit Die WHO hat eine neue Schätzung der Luftverschmutzung veröffentlicht

Demnach leben neun von zehn Menschen in Gegenden, in denen die Luftverschmutzung mit Feinstaub einen Grenzwert überschreitet, den die WHO festgelegt hat. In Deutschland wird dieser Grenzwert in vielen Städten auch überschritten, wie aus dem Bericht hervorgeht. Die Schätzung basiert auf einem Modell, das die WHO gemeinsam mit der britischen University of Bath erarbeitet hat. Das Modell nutzt Satellitenmessungen, Atmosphärenmodelle und Daten aus 3000 Messstationen.

Die WHO schätzt, dass drei Millionen Todesfälle pro Jahr auf Luftverschmutzung  im Freien zurückzuführen sind. Die Luftverschmutzung in Innenräumen – etwa durch ungeeignete Brennstoffe zum Kochen und Heizen – verursache ebenso viele Todesfälle.

Interaktive Karte, die die Luftverschmutzung in auf dem Globus anzeigt

Quelle: WHO

Medizin Ein Trick der Kannenpflanze soll Ärzten mehr Durchblick geben

Wenn Ärzte die Lungen von Patienten mit speziellen Kameras – so genannten Endoskopen – untersuchen, verschmieren die Linsen mitunter. Die Mediziner müssen dann die Kameras aus dem Patienten rausziehen und aufwändig abwischen. Die Folge: Längere Behandlungszeiten und mögliche Komplikationen.

Eine neue Beschichtung für die Linsen könnte nun Abhilfe schaffen. Forscher aus Deutschland und den USA haben sie entwickelt, indem sie sich einen Trick der Kannenpflanze abgeschaut haben. Das Gewächs hat eine poröse Oberfläche, die mit einem Wasserfilm bedeckt ist. Das macht sie extrem rutschig. Die Wissenschaftler entwickelten eine ähnliche Struktur für Endoskope und bedeckten sie mit einem dünnen Silikonfilm. In ersten Tests mit Schweinelungen konnten Ärzte dank der Beschichtung schneller arbeiten, berichten die Forscher im Magazin "PNAS".

Quelle: PNAS

Planetenforschung Auf dem Jupitermond Europa könne es Wasserfontänen geben

Forscher der NASA haben den Mond mit dem Hubble-Weltraumteleskop beobachtet. Wie sie in einem Artikel für das "Astrophysical Journal" schreiben, fanden sie dabei Hinweise auf Fontänen, die Wasserdampf bis zu 200 Kilometer hoch schießen sollen.

Europa hat einen großen Ozean unter einer Eisschicht. Der Mond ist damit ein Kandidat für außerirdisches Leben. Dank der Wasserfontänen könnte es in Zukunft möglich sein, diesen Ozean mit einer Raumsonde  zu untersuchen, ohne den Eispanzer durchbrechen zu müssen. Die Beobachtung der Nasa ist noch keine Bestätigung der Fontänen, sondern nur ein weiterer Hinweis. Den ersten lieferten Beobachtungen der Südpolregion dieses Mondes bereits 2013.

Quelle: NASA

26.09.2016

Ökosystem Wissenschaftler ermitteln die Herkunft der Berliner Wildschweine

…und kommen dabei zu einem gemischten Bild: Einige Populationen leben isoliert in Stadtwäldern und gehen zurück auf wenige Gründertiere. Andere Gruppen stehen dagegen noch mit auswärtigen Wildschweinen im Austausch. Die Studie ist im "Journal of Applied Ecology" erschienen. Die Biologen analysierten genetische Daten von 387 Wildschweinen aus Berlin und dem Umland. Dabei zeigte sich: Im Grunewald, dem Tegeler Forst und dem Köpenicker Forst leben jeweils isolierte Populationen der Tiere.

Die Population im Tegeler Forst wiederum ist aus der im Grunewald hervorgegangen. In Pankow, im Norden Berlins, paaren sich die Wildschweine dagegen noch mit Artgenossen aus Brandenburg. Straßen und Wasserläufe könnten dafür verantwortlich sein, dass sich in der Stadt voneinander abgesonderte Populationen gebildet haben, schreiben die Autoren.

Quelle: Journal of Applied Ecology

Luftfahrt In Frankfurt testen Piloten ein Assistenz-System für leisere Landungen

Das "Low Noise Augmentation System" wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt. Bis Mittwoch wird es nach Angaben des DLR an Bord des Forschungs-Airbus ATRA eingesetzt. Es soll die Lärmbelastung und den Kerosin-Verbrauch beim Landeanflug verringern. Das System ermittelt, zu welchem Zeitpunkt Bremsklappen und Fahrwerk optimaler Weise ausgefahren werden. Außerdem zeigt es den Piloten auf einem Display ein ideales Anflugprofil mit Sollwerten für die Geschwindigkeit.

Bei insgesamt fünf mehrstündigen Flügen testen unterschiedliche Piloten, ob das System bereits für die Praxis taugt. Der schallschützende Effekt soll dabei mit Hilfe des Lärm-Messnetzes am Flughafen Frankfurt überprüft werden. Das System wurde zuvor bereits im Simulator und auf Flügen ohne umgebenden Flugverkehr getestet.

Quelle: AFPD

Ernährung Etwa drei Milliarden Menschen in knapp 200 Ländern leiden unter Mangelernährung

Das geht aus einem Experten-Bericht des "Global Panel on Agriculture and Food Systems for Nutrition" hervor, der am Freitag vorgestellt wurde. Die Folgen beträfen nicht nur die individuelle Gesundheit sondern auch die Wirtschaft und die Entwicklung ganzer Nationen. Beinahe 800 Millionen Menschen leiden dem Bericht zu Folge täglich Hunger. Etwa ein Viertel aller Kinder unter fünf Jahren habe körperliche und geistige Beeinträchtigungen durch Mangelernährung.

Ein höheres Einkommen könne zwar dazu beitragen Hungersnot zu vermeiden, es garantiere aber nicht den Zugang zu gesunden, hochqualitativen Lebensmitteln. Das gesamte Ernährungs-System – Pflanzenanbau, Tierhaltung, Transport und Verarbeitung – sei zu sehr auf Quantität statt Qualität ausgerichtet. Lebensmittel von geringer Qualität wiederum führten zu Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Erkrankungen. Ohne deutliche Eingriffe könnte im Jahr 2030 ein Drittel der künftigen Weltbevölkerung übergewichtig sein, warnen die Autoren.

Quelle: Global Panel on Agriculture and Food Systems for Nutrition; BBC

Digitaler Ton Forscher haben die ersten Computer-Musikaufnahmen restauriert

Unter den damals aufgenommneen Titeln war auch "God save the King", das hier im Hintergrund noch läuft. Wie die Universität von Canterbury im neuseeländischen Christchurch mitteilt, haben ein Wissenschaftler und ein Komponist die Aufnahmen wieder hergestellt. Sie waren vor 65 Jahren mit einem Computer generiert worden. Das damals genutzte Gerät hatte der britische Mathematiker Alan Turing gebaut.

Die Musikaufnahmen wurden 1951 in einem Labor in Manchester gemacht. Aufgezeichnet wurden drei Stücke auf einer Schallplatte aus Acetat. Der Klang der Platte war allerdings verzerrt. Durch das Filtern von Störgeräuschen und Frequenzänderungen gelang es den Forschern, die Aufnahmen mit dem Original-Sound von Turings Computer aufzuarbeiten. Alan Turing hatte in den 40er Jahren die ersten Noten für Computer programmiert. Aufgenommen wurden die Stücke allerdings später von dem Informatiker Christopher Strachey.

Weitere Infos auf der Seite der British Library

Quelle: AFPD

Artenvielfalt In Südafrika hat die Welt-Artenschutz-Konferenz begonnen

Bis Anfang Oktober diskutieren mehr als 2500 Teilnehmer aus 183 Ländern auf dem Treffen in Johannesburg. Auf Basis des Washingtoner Artenschutz-Abkommens sollen dort neue Regeln für den globalen Handel mit bedrohten Pflanzen- und Tier-Spezies erarbeitet werden. Es ist die 17. Konferenz ihrer Art. Schwerpunkte liegen bei dem Treffen zum einen auf bedrohten afrikanischen Arten wie Nashörnern, Elefanten und Schuppentieren. Zum anderen geht es um den Schutz von Knorpelfischen wie Haien und Rochen. Auch Regeln zum Umgang mit Tropenhölzern wie Palisander stehen auf dem Programm.

Eine besonders kontroverse Diskussion wird zum Handel mit Elfenbein und Strategien zur Eindämmung der Wilderei erwartet. Simbabwe und Namibia etwa möchten ihre Lagerbestände an Elfenbein verkaufen. Das Washingtoner Artenschutzabkommen reguliert derzeit den weltweiten Handel mit etwa 5600 Tier-Spezies und 30.000 Pflanzenarten. Beim internationalen Handel mit wilden Arten und deren Produkten werden Schätzungen zufolge jährlich Milliarden Dollar umgesetzt.

Quelle: AFPD, DPA

Klimaforschung Ist der Monsun in China schwach, schüttet es in Australien heftig

Im asiatischen Sommer-Monsunsystem gibt es eine bislang unbekannte Wechselwirkung: Das Auf und Ab der Regenfälle in Ostasien und Australien verhält sich genau entgegengesetzt – vergleichbar einer riesigen Wippe. Das berichten Klimaforscher in "Nature Communications". Dabei handelt es sich nicht um eine jährliche Dynamik. Die Wechselwirkung zeigt sich erst bei der Betrachtung von Klimadaten über Jahrhunderte. Die Wissenschaftler untersuchten die chemische Zusammensetzung von Tropfsteinen aus einer chinesischen und einer australischen Höhle. Die Daten dienten als jahrtausendealtes Archiv, dem sich schichtweise klimatische Bedingungen zuordnen lassen. Mit Hilfe mathematischer Methoden entdeckten die Forscher darin die klimatische Wechselwirkung.

Die Ursachen der Monsun-Wippe liegen vermutlich in der Himmels-Mechanik, unter anderem der Neigung der Erdachse und der Sonnenaktivität. Der Monsun prägt die Agrarwirtschaft und den Tourismus in der Weltregion in hohem Maß. Die Ergebnisse geben damit Hinweise auf ein Phänomen, dass Milliarden Menschen beeinflusst, schreiben die Studienautoren. Derartige Wechselwirkungen zu verstehen, sei wichtig, um Auswirkungen des Klimawandels treffend einschätzen zu können.

Quelle: Nature Communications

23.09.2016

Ichthyologie Fische singen hormongesteuert

Männliche Bootsmannfische, die vor der Küste Kaliforniens leben, sind keine stummen Gesellen. Sie erzeugen lang anhaltende Summtöne, um damit Weibchen in ihr Nest zu locken. Allerdings singen sie nur nachts.

US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass der Fischgesang vom Schlafhormon Melatonin gesteuert wird, das bei vielen Organismen - auch beim Menschen - typische Tag-Nacht-Rhythmen des Körpers beeinflusst.

Als die Forscher in Versuchen Bootsmannfische einem Dauerlicht aussetzten, verstummten die Gesänge. Gaben sie den Tieren dann künstliches Melatonin, summten sie auch im Hellen.

Warum die Fische in freier Natur nur nachts tönen, ist noch unklar. Dass allerdings Melatonin bei ihnen eine so wichtige Rolle spielt, könnte sie zu einem interessanten Tiermodell zum Studium hormonell gesteuerten Verhaltens machen, so die Forscher.

Die Studie ist im Fachmagazin Current Biology erschienen.

Quelle: Current Biology

Grippe und Lungenentzündung Eine doppelte Infektion macht Erreger aggressiver

Eine Grippe wird von Viren verursacht, eine Lungenentzündung typischerweise von Bakterien der Art Streptococcus pneumoniae. Wenn beide Erreger in einem Patienten zusammenkommen, verläuft die Erkrankung besonders schwer, häufig sogar tödlich.

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung haben in Versuchen mit Mäusen jetzt nachgewiesen, dass eine Vorinfektion mit Influenza-Viren dazu führt, dass bestimmte Stämme von Streptokokken ihrem Wirt deutlich aggressiver zusetzen. Das liegt offenbar an einer überschießenden Reaktion des durch die Viren schon alarmierten Immunsystems.

Die Erkenntnisse könnten helfen, neue Behandlungsstrategien bei solchen Doppelinfektionen zu entwickeln. Dabei ginge es nicht nur darum, Viren und Bakterien direkt zu bekämpfen, sondern auch die Immunreaktion des Körpers zu modulieren.

Die Studie ist im Fachmagazin Infection & Immunity erschienen.

Quelle: Infection & Immunity

Medizin An Durchfall sind fast immer Krankheitserreger Schuld

Bei Kindern unter fünf Jahren ist Durchfall noch immer die zweithäufigste Todesursache, nach Lungenentzündung. US-Forscher berichten im Fachmagazin The Lancet, dass knapp 90 Prozent aller kindlichen Durchfallerkrankungen durch Bakterien, Viren und Parasiten verursacht werden. Frühere Studien hatten das nur für rund 50 Prozent der Fälle belegt.

Der Untersuchung nach lassen sich 80 Prozent der Krankheitsfälle sogar auf nur sechs unterschiedliche Erreger zurückführen. Diese Erkenntnis könnte helfen, Diarrhoe in Zukunft besser mit Medikamenten zu bekämpfen.

Für die Studie hatten die Forscher Stuhlproben von mehr als 10.000 Kindern aus Ländern in Afrika und Asien mit besonders empfindlichen genetischen Nachweisverfahren auf Spuren typischer Krankheitserreger untersucht.

Quelle: The Lancet

Schädlingsbekämpfung Forscher finden eine Alternative zum Bt-Toxin

Seit Jahren wird ein Gen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis verwendet, um gentechnisch veränderte Maispflanzen resistent gegen Schädlinge zu machen. Allerdings treten mittlerweile auf Maisäckern in den USA immer mehr Insekten auf, die ihrerseits eine Resistenz gegen das Bt-Toxin entwickelt haben.

Forscher des Saatgutproduzenten Pioneer haben jetzt eine Alternative gefunden. Im Bodenbakterium Pseudomonas chlororaphis entdeckten sie ein anderes Protein, das ebenfalls insektizide Eigenschaften besitzt. Als sie das zugehörige Gen aus den Bakterien in Maispflanzen übertrugen, wiesen diese deutlich weniger Fraßschäden durch Maiswurzelbohrer auf.

Experimente zeigten, dass das neue Protein auch gegen solche Insekten wirkt, die schon als Bt-resistent gelten. Die Studie ist in Science erschienen.

Quelle: Science

Medizin DNA und Wasser liefern Medikamente

Impfstoffe und andere Medikamente in entlegene Gebiete der Welt zu transportieren, scheitert häufig an einer fehlenden Kühlung. US-Forscher der Harvard University haben jetzt im Fachmagazin Cell ein neues Verfahren vorgestellt, mit dem sich solche Wirkstoffe sehr einfach bei Bedarf direkt vor Ort herstellen ließen. Es basiert auf kurzen DNA-Strängen mit den Bauplänen für Proteine oder Antikörper.

Die DNA wird zusammen mit anderen Molekülen in Form kleiner Pellets gefriergetrocknet und ist so monatelang lagerfähig. Erst wenn man reines Wasser hinzugibt, wird die DNA in den Pellets binnen kurzer Zeit aktiviert, abgelesen, und die Wirkstoffproduktion beginnt.

Als ersten Beleg, dass die Technik funktioniert, erzeugten die Forscher einen Impfstoff gegen Diphterie, der sich in Versuchen mit Mäusen auch als wirksam erwies. Bis zum echten Feldeinsatz werden aber noch umfangreiche klinische Studien nötig sein.

Quelle: Cell

22.09.2016

50.000 Jahre Die Aborigines sind die älteste noch bestehende Zivilisation der Erde

Laut einer Studie dänischer Genetiker, die im Fachjournal Nature erschienen ist, leben die australischen Ureinwohner seit etwa 50.000 Jahren auf dem Kontinent. Ihre Vorfahren trennten sich nach der Auswanderung aus Afrika vor knapp 60.000 Jahren von den späteren Europäern und Asiaten ab und kamen über den Ozean bis ins heutige Australien.

Für die Studie untersuchten die Forscher das Erbgut von 83 Aborigines, die über den gesamten Kontinent verteilt leben und kombinierten die Ergebnisse mit linguistischen Daten, um die Besiedlungsgeschichte Australiens nachzuzeichnen.

Ein weiteres Ergebnis: Innerhalb des Genpools gibt es eine überraschend große Vielfalt. Gruppen aus der südwestlichen Wüste unterscheiden sich so stark von denen aus dem Nordosten des Landes wie Menschen aus Europa und Ostasien.

Quelle: Nature

Raumstation Chinas Himmlischer Palast könnte Richtung Erde stürzen

Chinas erste, nicht dauerhaft bemannte Raumstation, Tiangong 1 oder Himmlischer Palast, soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 zur Erde stürzen. Das berichtet der britische Guardian unter Berufung auf die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Unklar ist derzeit, wie viel Kontrolle die chinesische Raumfahrtbehörde noch über die Station hat, nachdem die Datenübertragung zur Erde bereits im März geendet hatte. Ohne Funkkontakt sei ein kontrollierter Absturz nicht mehr möglich, berichtet der Guardian.

Der größte Teil der Raumstation würde beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen, einzelne, besonders dichte Teile aus Titan oder Keramik könnten aber bis zum Erdboden fallen.

Die chinesischen Behörden wollen den Absturz deshalb eng überwachen und wenn nötig entsprechende Warnungen herausgeben.

Quelle: Guardian/Xinhua

Medizin Zusätzliches Testosteron hat keinen gesundheitlichen Nutzen

Das ist das Ergebnis einer Analyse amerikanischer Pharmakologen, die über 200 Studien zum Einsatz von Testosteron-Ersatz ausgewertet haben. Das Hormon wird vor allem bei älteren Männern mit niedrigem Testosteronspiegel eingesetzt, um Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen, sexuelle Dysfunktionen zu beheben oder Stimmung und kognitive Leistung zu verbessern.

Während damit klar sei, dass die zusätzliche Einnahme von Testosteron keine gesundheitlichen Vorteile bringe, seien die Risiken nicht eindeutig abzuschätzen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal PLOS One.

Quelle: PLOS One

Ichthyologie Die Wirbelsäule von Haien wirkt wie eine Sprungfeder

Sie kann bis zu zehn Prozent der Energie aus den Schwimmbewegungen des Fisches aufnehmen, und am Ende eines Flossenschlags wieder abgeben. Der Hai kann so zusätzlich beschleunigen.

Möglich wird das durch die besondere Flexibilität seiner knorpeligen Wirbelkörper, die dabei zusammengestaucht werden und sich wieder ausdehnen. Wie Biologen aus Florida im Journal of Experimental Biology berichten, hilft die Wirbelsäule dem Hai mit dem gleichen Mechanismus auch beim Abbremsen, wenn er langsamer und mit größerem Ausschlag die Schwanzflosse bewegt.

Für ihre Studie hatten die Forscher ein Stück der Wirbelsäule eines Dornhais und die darin beim Flossenschlag wirkenden Kräfte im Labor vermessen.

Quelle: JEB

Lebensmittelchemie Kaffeepulver kann Wasser reinigen

Chemiker aus Genua haben eine Methode entwickelt, um mit Hilfe von gebrauchtem Kaffeepulver giftige Schwermetalle aus dem Wasser zu filtern. Das Pulver bindet Blei und Quecksilber hoch effizient, musste bisher aber anschließend selbst wieder vom Wasser getrennt werden.

Um diesen Schritt zu sparen, fixierten die Wissenschaftler den Kaffee mit einem speziellen Schaum, der als Filter diente. Aus durchfließendem Wasser konnten so zwei Drittel des darin enthaltenen Bleis entfernt werden. Ließen die Forscher den Filter für 30 Stunden im Wasser stehen, banden bis zu 99 Prozent des Schwermetalls an den Kaffee.

Ihre Methode stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Sustainable Chemistry & Engineering vor.

Quelle: PM ACS

Pferdekunde Pferde können doch mit uns sprechen

Denn sie können lernen, Symbole zu nutzen, um sich mitzuteilen. Das haben norwegische Wissenschaftler gezeigt. Sie brachten 23 Reitpferden bei, anzuzeigen, ob sie eine Decke umgelegt haben wollten oder nicht. Die Tiere hatten dafür die Auswahl zwischen Symbolen auf einer Tafel, die für "Decke um", "Decke ab" und "keine Veränderung" standen. Nach zwei Wochen Training konnten alle Pferde ihre Vorlieben mitteilen, berichten die Forscher im Fachmagazin Applied Animal Behaviour Science.

Dabei hing die Entscheidung der Tiere klar vom Wetter ab. Bei warmem Wetter zeigten Pferde, die eine Decke trugen, auf "Decke ab", während diejenigen ohne Decke keine Veränderung wählten.

Bei kühleren Temperaturen oder Regen wählten Pferde ohne Decke "Decke um", Pferde mit Decke berührten das Symbol für "keine Veränderung".

Die Studie zeige, dass Pferde die Folgen ihrer Entscheidungen erkennen können, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle: AAAS

20.09.2016

Fukushima  In den evakuierten Gebieten von Fukushima entwickeln sich die Tierbestände prächtig

Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe bleiben die betroffenen Gebiete für Menschen unbewohnbar. Die Populationen von Wildschweinen, Bären und japanischen Marderhunden seien jedoch in die Höhe geschossen. Das berichtet die Zeitung "Nikkei" unter Berufung auf eine Erhebung der Universität Fukushima.

Die Zahl der Tiere in den verlassenen Gebieten liege im Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten Gegenden um das Vier- bis Fünffache höher. Grund sei, dass die Tiere in den menschenlosen Gebieten leichter an Nahrung kämen.

Ähnliche Entwicklungen haben Forscher bereits in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl festgestellt.

Quelle: DPA

Wasserstoffantrieb In Deutschland sollen bald die weltweit ersten Brennstoffzellen-Züge rollen

Ab Ende nächsten Jahres sollen zunächst zwei Prototypen zwischen Buxtehude und Cuxhaven fahren. Bis Ende 2020 sollen dort dann 14 Brennstoffzellen-Züge im Nahverkehr im Einsatz sein, sagte Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies.

Die Züge kommen vom französischen Hersteller Alstom und wurden heute auf der Bahntechnikmesse Innotrans vorgestellt.

Sie haben einen Wasserstoff-Tank auf dem Dach und eine Brennstoffzelle, in der Energie aus dem Wasserstoff gewonnen wird.

Quelle: DPA, AFPD

Archäologie Archäologen haben ein 2000 Jahre altes Skelett gefunden

Es befand sich auf einem bekannten Schiffswrack vor der griechischen Insel Andikythira. Der Fund umfasst einen Teil des Schädels mit drei Zähnen, zwei Armknochen, Teile der Rippen und zwei Oberschenkelknochen.

Das Skelett gibt Forschern die Möglichkeit, mehr über die Menschen an Bord des Schiffes zu erfahren. Vorläufige DNA-Analysen deuten darauf hin, dass es sich um die die Knochen eines jungen Mannes handele, heißt es im Magazin "Nature".

Weitere Untersuchungen sollen Rückschlüsse auf die Augenfarbe, die Haare und die geographische Herkunft des Mannes geben.

Sollte die umfassende DNA-Analyse gelingen, wäre es das erste Mal, dass Forscher menschliches Erbgut von einem antiken Schiffswrack untersuchen. Normalerweise werden die Leichen weggeschwemmt oder von Fischen gefressen.

Das Wrack vor der Insel wurde bereits im Jahr 1900 gefunden. Damals wurde dort auch ein antiker Zahnradmechanismus entdeckt, der als eine Art astronomische Uhr gedient haben könnte.

Quelle: http://www.nature.com/news/human-skeleton-found-on-famed-antikythera-shipwreck-1

Astrophysik Französische Forscher haben berechnet, wie Pluto zu seinem "Herz" aus Eis gekommen ist

Aus Daten der Raumsonde "New Horizons" weiß man, dass der Zwergplanet Pluto eine herzförmige Region auf seiner Oberfläche besitzt. Darin befindet sich ein Gletscher aus gefrorenem Stickstoff mit Kohlenstoffmonoxid und Methan.

Die Wissenschaftler haben nun die atmosphärischen Bedingungen auf dem Zwergplaneten simuliert, um die Entstehung dieses Gletschers zu erklären. Im Magazin "Nature" berichten sie, dass eine vier Kilometer tiefe und 1000 Kilometer weite Senke für das Eis verantwortlich sei. In dieser Region sei die Atmosphäre Plutos am dichtesten, was wiederum günstige Bedingungen für das Eis schaffe.

Aus der Simulation ging außerdem hervor, dass das Eis auf der Nordhalbkugel Plutos in den nächsten zehn Jahren schmelzen werde. Sollte das tatsächlich eintreten, wäre das eine Bestätigen der Simulationsergebnisse, heißt es von den Forschern.

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature19337

Medizin Wenn Muskelfasern repariert werden, übernehmen Fresszellen die Aufräumarbeiten

Das konnten Karlsruher Forscher mit amerikanischen und britischen Kollegen mit Hilfe von hochauflösender Echtzeitmikroskopie zeigen.

Schon bei normaler Belastung bilden sich Risse in den Hüllen von Muskelzellen. Der Körper muss diese Risse schnell mit speziellen Flicken reparieren, sonst droht Muskelschwund. Wie die Forscher nun gezeigt haben, enthalten diese Reparaturflicken neben Eiweißen zur Abdichtung auch einen Stoff, der Fresszellen des Immunsystems anlockt.

Diese Zellen fressen die Reparaturflicken nach der Heilung auf und stellen so die Zellhülle wieder vollständig her. Dieses Wissen könnte dabei helfen, neue Therapien für Muskelschwund zu entwickeln, berichten die Wissenschaftler im Magazin "Nature Communications".

Quelle: http://www.nature.com/articles/ncomms12875

Meeresbiologie Versauerung der Meere verlieren tropische Korallen viel Zooplankton

Durch den Ausstoß von Kohlendioxid dürften die Meere in Zukunft immer saurer werden. Um die Konsequenzen dieser Versauerung abzuschätzen, haben Forscher aus Australien und Deutschland Riffe vor der Küste Papua Neuguineas untersucht. Dort tritt Kohlendioxid aus vulkanischen Quellen aus. Das Wasser besitzt dadurch den Säuregrad, den Wissenschaftler für die Zukunft der Weltmeere vorhersagen.

Das Ergebnis: Durch die Versauerung verändert sich die Struktur der Riffe. Es entstehen weniger der verzweigten Geweihkorallen und dafür mehr Steinkorallen. Diese Steinkorallen jedoch bieten dem Zooplanton im Wasser kaum Unterschlupf, wodurch die Riffe zwei Drittel ihres Zooplantons einbüßen.

Weil sich Fische und Korallen von diesen kleinen Lebewesen ernähren, hat das Konsequenzen für die Lebensgemeinschaft im Riff, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change".

Quelle: DOI: 10.1038/nclimate3122

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